Forum: Blogs
Merkels und Gaucks Ostpolitik: Böser Russe, guter Ami
DPA

Bundespräsident Gauck fährt nicht zu den Winterspielen in Sotschi, Kanzlerin Merkel unterstützt die Opposition in Kiew: Wenn es gegen Russland geht, nehmen es die beiden Ostdeutschen mit den Menschenrechten sehr genau. Die USA können mit mehr Nachsicht rechnen. Jakob Augstein über Merkel und Gauck und die Ostpolitik - SPIEGEL ONLINE

Seite 23 von 67
Anna Loog 09.12.2013, 13:51
220. Gute Analyse...

Zitat von sysop
Bundespräsident Gauck fährt nicht zu den Winterspielen in Sotschi, Kanzlerin Merkel unterstützt die Opposition in Kiew: Wenn es gegen Russland geht, nehmen es die beiden Ostdeutschen mit den Menschenrechten sehr genau. Die USA können mit mehr Nachsicht rechnen.
allerdings würde ich widersprechen, was die Ursache betrifft, die tatsächlich in den Persönlichkeiten von Merkel und Gauck liegt.

Sie sind nicht durch ihre DDR-Prägung pro USA und gegen Rußland gestimmt, sondern als Opportunisten und am Amt klebend IMMER auf der richtigen Seite. Beide haben keine grundlegenden Überzeugungen, für die sie stehen. Dreht der Wind, drehen beide mit.

Die Belange der Bürger stehen - ganz im Sinne von Wirtschafts- und Finanzeliten, nicht auf deren Agenda. Auch dann nicht, wenn plötzlich die NSA-Affaire plötzlich bereinigt wäre. Insofern eine vergebene Hoffnung.

Beitrag melden
Olaf 09.12.2013, 13:52
221.

Zitat von sysop
Bundespräsident Gauck fährt nicht zu den Winterspielen in Sotschi, Kanzlerin Merkel unterstützt die Opposition in Kiew: Wenn es gegen Russland geht, nehmen es die beiden Ostdeutschen mit den Menschenrechten sehr genau. Die USA können mit mehr Nachsicht rechnen.
Die deutsche Linke ist beim Thema Freiheit eben nicht sehr glaubwürdig.

Beitrag melden
marwin42 09.12.2013, 13:52
222. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich

Zitat von sysop
Bundespräsident Gauck fährt nicht zu den Winterspielen in Sotschi, Kanzlerin Merkel unterstützt die Opposition in Kiew: Wenn es gegen Russland geht, nehmen es die beiden Ostdeutschen mit den Menschenrechten sehr genau. Die USA können mit mehr Nachsicht rechnen.
Hier bringen sich zwei Blöcke im Sinne einer neuen Weltordnung in Stellung und Deutschland hat bereits seine Nebenrolle gefunden. Auf der einen Seite die USA, die unmissverständlich zu erkennen geben, dass sie ihren bisherigen Status um nichts in der Welt aufgeben werden und auf der anderen Seite China, das sich immer selbstbewusster auf dem internationalen Partkett zeigt. Die Zwischenetappe EU als potenzielle dritte Macht nimmt keiner von beiden mehr ernst und für Russland ist auf dem Spielfeld kein Platz mehr. Die USA haben Frau Merkel offenbar eine klare Ansage gemacht: Entweder du reihst dich hinter uns als Supporter ein oder wir machen euch platt. Die Briten haben dies bereits akzeptiert.

Die aktuelle Art der Finanzmarktkriegführung gegen den EURO-Raum ist hierfür ein Beispiel. Anstatt um unsere Freiheitsrechte zu kämpfen, hat sich unsere Regierung ergeben, fügt sich dem Schicksal und sehnt sich nun danach „Sechstes Auge“ zu werden - eine Art Ritterschlag für besonders treue Partner (wohl gemerkt: nicht Freunde). Der Preis: Wir müssen uns diesen Status erst durch US-freundliche Taten verdienen. Aktuelle Beweise: Die Blockadehaltung in Hinblick auf ein europäischen Datenschutzabkommen durch die deutsche Delegation, das unerschütterliche Vorantreiben einer Freihandelszone mit den USA und die auf Distanz abzielende Positionierung zu Russland, mit dem wir denselben Kontinent teilen und einen nicht unerheblichen Teil unserer Rohstoffe beziehen.

All dies befindet sich eigentlich im Widerspruch zu den ureigensten Interessen unseres Landes. Aber um diese geht es in Wirklichkeit schon lange nicht mehr...

Beitrag melden
joergeschnyder 09.12.2013, 13:52
223. USA = Russland?

Sehr geehrter Herr Augstein,
die Sache ist doch ganz einfach: Können Sie sich mit dem demokratischen System von USA identifizieren (wahrscheinlich nicht, ich schon, mit Abstrichen). Können Sie sich mit dem Putin-System in Russland indentifizieren? Ich NIEMALS, Sie, wahrscheinlich schon. Das erklärt doch alles.

Beitrag melden
philemajo 09.12.2013, 13:53
224. Äpfel mit Birnen verglichen ...

Dass die NSA-Affäre noch längst nicht aufgearbeitet ist und Bundesregierung und Bundespräsidialamt in diesem Zusammenhang naiv distanziert wirken, dürfte unbestritten sein. Ich bin ebenfalls für internationale Regeln, die der Datensammelwut Einhalt gebieten. Aber der Vergleich zwischen bösem Russen und gutem Ami enttäuscht. Denn ist ist nicht politisch tendenziös oder zwingend ein Kindheitstrauma, wenn man massive (und über das Ziel hinaussschießende) Datenüberwachung nicht mit offener Verfolgung Oppositioneller oder der Pönalisierung Homosexueller gleichsetzt. Während letztgenanntes ein offensichtlicher Schlag in das Gesicht einer freiheitlich-demokratischen Werteordnung ist und mit nichts gerechtfertigt werden kann, betrifft der andere Punkt den Zwiespalt zwischen der Verletzung informationeller Selbstbestimmung und der Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit. Hierbei gibt es viel zu diskutieren und bevor sich die BRD hier positioniert, werden BND u.a. abwägen müssen, ob ihnen die ein oder andere hieraus resultierende Terrorwarnung nicht doch ganz gelegen kommt. Während sich über Bürgerrechte und Datenschutz in der Netzwelt von morgen trefflich streiten lässt und ich es für wichtig halte, dass dies auch getan wird, gibt es für mich bei der Verfolgung Oppositioneller und Homosexueller nichts zu diskutieren. Insofern ist der Vergleich hinkend.
Im Übrigen ist die Behauptung nicht nachvollziehbar, die Unterstützung von Oppositionellen in der Ukraine stelle eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates dar. Staatensouveränität schützt nicht vor Kritik von außen bzw. der Solidarität von Politikern mit ihresgleichen im Ausland. Das gibt es vor jeder Wahl und ein übersteigertes Verständnis von inneren Angelegenheiten, wie es z.B. Lukaschenko, Assad und Kollegen pflegen, halte ich für bedenklich.

Beitrag melden
OldJerk 09.12.2013, 13:53
225. ganz ganz schnell weg mit den Beiden

am Besten direkt zur NSA.

Dieser latente Hass auf unsere russischen Freunde stört mich seit Langem.

Sind wir denn sicher dass die amerikanischen Freunde wirklich Freunde sind - ich denke nach NSA und immer noch bestehender Besetzung definitiv nein !

Beitrag melden
sapereaude! 09.12.2013, 13:54
226. Patriot Act

Zitat von svenbran
Mag ja sein, dass es in bestimmten Fällen zu Restriktionen kommen mag, aber dort verschwinden die Leute (noch?!) nicht einfach.
Und was ist den Insassen von Guatanamo, Abu Greif etc.? Die sind da Alle freiwillig hin? Die USA entführt weltweit Menschen und verschleppt sie. Oder knallt sie mit Hilfe von Drohnen ab. Wieso sollte man annehmen, dass nicht auch im Inland unliebsame Leute "verschwinden"?

Und sollte Snowden jemals der CIA (oder wer auch immer sich dafür zuständig fühlt) in die Hände fallen, wird er auch "verschwinden".

Beitrag melden
makl98 09.12.2013, 13:54
227. @14 @elultimo

>>Aber im Gegensatz zu Russland geschieht all dies immer noch im Rahmen eines freiheitlich verfassten Landes

Das bedeutet also, dass Menschenrechtsverletzungen völlig OK sind, wenn sie von einer Demokratie begangen werden - aber sobald ein weniger demokratisches Land dasselbe tut, ist's plötzlich böse und schlecht? Was ist denn das für eine Doppelmoral? Die USA brechen vielleicht in ihrem eigenen Land die Menschenrechte weniger als Russland, aber dafür im Ausland deutlich mehr. Aber ich vergass: Amerika darf spionieren, verschleppen, foltern und morden, weil's ne Demokratie und damit per Definition gut ist.

Beitrag melden
Anstossgebender 09.12.2013, 13:54
228. Blindheit

Zitat von Newspeak
Woher auch. Er ist im besten Rentenalter. Das bedeutet leider immer noch, wenig Verständnis für aktuelle technische Errungenschaften und deren Risiken und kein weitergehendes Interesse an der Zukunft, die man selbst nicht mehr erleben wird. Vielleicht sollte man mal einen jungen Menschen zum Bundespräsidenten machen, statt immer einen betagten Grüßaugust auszukungeln?
Wenn bei aller berechtigten Kritik gegen Russland die millionenfachen Menschenrechtsverletzungen der USA außer Acht gelassen werden, dann ist man allerdings nicht nur auf dem linken Auge blind.

Beitrag melden
slartibartfass2 09.12.2013, 13:54
229. Unverhältnismäßig

Die unkritische Haltung unserer "Bundes-Ossis" ggü. den USA zeigt die Vasallenhaftigkeit unseres Staatsgebildes ggü. den USA und die Rückwärtsgewandheit derselben in altes Lager-Denken ("Ost vs. West"), die es heute nicht mehr gibt.

Beitrag melden
Seite 23 von 67
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!