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Mohammed-Video im Maischberger-Talk: "Was ist denn das für ein Unsinn?"
DPA

Im Talk bei Sandra Maischberger sollte dem TV-Zuschauer die Furcht vorm Flächenbrand des muslimischen Zorns wegtherapiert werden. Doch Orient-Experte Peter Scholl-Latour hatte keine Lust auf Laberbude. Fakt bleibe: Die Vision einer Versöhnung der Kulturen sei illusorisch. Menschen bei Maischberger: Debatte über Mohammed-Video - SPIEGEL ONLINE

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H.Lorenz 19.09.2012, 09:10
30. Unangenehme Wahrheiten

Zitat von
Scholl-Latour freilich ist dieses therapeutische Sprechen von Umgang, Vertrauen, Verständnis, Rücksicht und Dialog zuwider, zudem ihm anderes auf dem Herzen liegt: "Wo kommt denn der Salafismus her? Das ist der Wahhabismus, und der kommt aus Saudi-Arabien, wohin wir 400 Leopard-Panzer liefern, damit die Saudis in Bahrain den Protest unterdrücken können. Darüber sprechen wir nie. Wir sind Teil dieser Probleme, wir sind doch mittendrin."
Scholl-Latour zeigt wie immer in seinen Äußerungen, welches tiefgreifende Wissen er besitzt und wie er dieses mit dem eigenen Erfahrungsschatz als "Nahost-Reisender" unanfechtbar untermauert. In Politik und Wirtschaft warten sicher viele, die sich ein verstummen seiner Stimme innigst wünschen. Wechselt man in seiner obigen Aussage Länder und Religionen aus, so paßt diese Passage auch im Irak, in Libyen, Afghanistan usw. usf.

Ich wünsche diesem Mann noch ein langes Leben.

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franks meinung 19.09.2012, 09:10
31. Mehr geht nicht!

Zitat von frubi
Gut, also keine Versöhnung. Dann können wir uns auch direkt begriegen, oder nicht? Vor 50 Jahren war es auch noch illusorisch, dass eine Frau Deutschland und ein Dunkelhäutiger Amerika regiert. Für eine Verbesserung der aktuellen Zustände braucht man Visionen aber man braucht vor allem mutige Menschen. Das Scholl-Latour, den ich sehr schätze, dass derart negativ sieht, kann man auf Grund seines Alters und seiner begrenzten Zukunft verstehen. Es ist aber nicht richtig. Für den Moment vielleicht aber nicht für ewig.
Das würde bedeuten, dass jeder, mit dem ich mich nicht versöhne mein Feind ist und bekämpft wird. Das ist wohl kaum ein anzustrebendes Ziel.

Was mich etwas wundert, warum nun auf einmal auch hier bei SPON Artikel mit Aussagen erscheinen, die man vor einem Jahr nicht mal hier im Forum posten durfte ohne das Risiko einzugehen, gelöscht zu werden. Langsam kommt man scheinbar doch auch hier zu der Erkenntnis, dass nicht jeder, der etwas gegen radikale Ansichten und Handlungen anderer Kulturen oder Religionen hat, gleich ein Ausländerfeind oder Nazi ist. Ich mag Ausländer und andere Kulturen, solange sie auch mich als Menschen mit eigener Kultur und Religion zumindest tolerieren.

Wenn aber ein Filmchen als Begründung reicht, Menschen zu erschießen, ein Kreuz an der Halskette reicht, jemanden zu ermorden, dann bin ich für strengste Kontrolle und Beobachtung eines jeden, der dies akzeptiert oder gar durch Predigten etc unterstützt.

Und das der Islam und das Christentum keine miteinander vereinbaren Religionen sind, weiß jeder, der sich mit beiden auseinandergesetzt hat. Es bleibt einzig die menschliche Vernunft, die den jeweils andersgläubigen dazu bringen kann, den anderen Menschen mit seinem glauben zu tolerieren. Mehr geht nicht!

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hairforce 19.09.2012, 09:14
32.

Zitat von frubi
Gut, also keine Versöhnung. Dann können wir uns auch direkt begriegen, oder nicht? Vor 50 Jahren war es auch noch illusorisch, dass eine Frau Deutschland und ein Dunkelhäutiger Amerika regiert. Für eine Verbesserung der aktuellen Zustände braucht man Visionen aber man braucht vor allem mutige Menschen. Das Scholl-Latour, den ich sehr schätze, dass derart negativ sieht, kann man auf Grund seines Alters und seiner begrenzten Zukunft verstehen. Es ist aber nicht richtig. Für den Moment vielleicht aber nicht für ewig.
Gerade auf Grund seiner "begrenzten Zukunft" wie sie so "schön" schreiben gibt es für Herr Scholl-Latour keinen Grund sich vorschreiben zu lassen was er zu sagen hat bzw. seine fundierte Meinung zu ändern. Ein "Rumgedüdel" was den Islam betrifft war noch nie sein Fall da er absolut fähig ist die Lage der Dinge einzuschätzen.

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spon-facebook-10000009156 19.09.2012, 09:16
33. Alles andere wird nicht funktionieren.

Zitat von Abtalion
Ganz kindlich und daher sehr naiv ging mir eine Frage durch den Kopf: "In der ganzen arabischen Welt soll es kein Bildnis von Mohammed geben. Aha! Wie wollen sie dann wissen wie er aussieht, es könnte nach den vielen westlichen Versuchen auch der Weihnachtsmann sein, der grad aus dem Bad kommt. Allein den Namen Mohammed zur Identifikation einer Zeichnung zu benutzen, stelle ich mir auch schwierig vor. Ich kenne nämlich auch einen Menschen namens Mohammed. Wenn ich den jetzt portraitieren würde und drunter schreibe 'Das ist Mohammeds Portrait', wurde ich dann auch verbrannt werden?" Es geht wohl um ganz anderes, aber das hat Herr Scholl-Latour bereits zigfach in seinem Leben durchdiskutiert und kenne diesen Frust mittlerweile auch schon 40 Jahre. Oder anders, seit dem ich auf der Welt herumstolpere. Ja, die Gelassenheit wird irgendwann schwierig, wenn die Durchsetzung von Interessen immerzu einseitig praktiziert werden. So komme ich zurück zum kindlichen und stelle fest "Ich finde euch alle doof". Ja, dich auch!
Die Welt ist schon mal irre, auch wie wir uns alle verhalten. Wenn ich weiß wie diese Menschen glauben und fühlen, muss man sie nicht herausfordern. Es gibt viele Christen und Atheisten die den Islam grundsätzlich ablehnen. Anstatt sich mit den Religionen allgemein einmal zu beschäftigen, wird einfach drauflos geschlagen, ohne überhaupt zu wissen was Religion eigentlich bedeutet. Wer Gott wirklich sucht, wird sich selbst erkennen, der heilige Krieg ist ein innerer Krieg in uns selbst. Erst wenn ich weiß wie alles zusammenhängt, bin ich fähig in Frieden mit mir selbst und meinem Umfeld zu leben. Alles andere wird nicht funktionieren.

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mm71 19.09.2012, 09:17
34.

Zitat von franzdenker
Allein in der letzten Wochen wurden in Afghanisten 8 Zivilisten ermordet. Darüber gibt es aber keine Diskussionen und Headlines. Der Mord an den Anderen ist Normalität geworden. Nur bei eigenen Verlusten schreien wird sehr laut ...
Schön gesagt, nur nicht richtig. Ich weiss ja nicht, wo Sie leben, aber hier in D wird seit Anbeginn dieses Krieges kontrovers darüber gestritten. Es drohten Regierungen darüber zu stürzen (Schröder, knapp mit 1 Stimme Kanzlermehrheit gerettet). Der Fall Oberst Klein ist ja wohl ebenfalls noch in guter Erinnerung.

Natürlich gibt es eine ungute Gewöhnung. Und natürlich mag einem nicht jede, wenn auch knappe, Entscheidung gefallen. Aber zumindest hinterfragen wir unser handeln hierzulande sehr kritisch und _versuchen_ wenigstens einen Weg zu finden.

Ich sehe auch keine Oberlehrerhaftigkeit. Ganz im Gegenteil. Als gläubiger Moslem darf man sich Dinge erlauben, die wir keinem anderen durchgehen lassen. Das ist eher das Gegenteil von Belehrung.

Genau das vermisse ich bei vielen islamischen Ländern. Dort meint man doch dank gutem Draht zu Allah sei schon alles richtig, wozu also noch selbst nachdenken.

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W. Robert 19.09.2012, 09:18
35. Mysterium

Am Fall des Konvertiten muss man leider konstatieren, dass der Islam nicht reif für die Demokratie oder gar den Humanismus ist. Eine Todesdrohung beim Ausstieg kann einfach nicht toleriert werden in unserem Staat. Da muss man sich wirklich daran erinnern, was Atatürk einst gesagt hat: „Der Islam gehört auf den Müllhaufen der Geschichte“ und noch weit drastischere Formulierungen.

Scholl Latour hat auch bemerkenswert klar herausgestellt, dass die Wurzeln des fundamentalistischen Irrsinns ganz klar in Saudi Arabien zu suchen sind.
Dass die USA praktisch überall im mittleren Osten die Scharia installiert haben ist absolut kontraproduktiv. Man kann es nur so erklären, dass die frommen Pseudodemokratien und Monarchien leicht auszuplündern sind. Leider steckt noch mehr dahinter, denn die Spannungen zwischen den Sunniten und den Schiiten werden immer gefährlicher für den Weltfrieden. Wie Israel inmitten all dem Tohuwabohu die nächsten hundert Jahre überstehen will, bleibt ein Mysterium.

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Manollo 19.09.2012, 09:23
36. Gerade deshalb sieht Scholl-Latour

Zitat von Deepthought42.0815
Hier noch mal auf deutsch: :-) Von Scholl-Latour weiss ich nie was ich halten soll. Einerseits weiß er in manchen Dingen/Topics super Bescheid (oder erweckt teils nur penetrant den Eindruck?!). Andererseits argumentiert er aber auch aus der Position eines stockkonservativen gläubigen Christen heraus und denen ist nie zu trauen. Nicht nur weil man grundsätzlich keinem trauen kann, der ernsthaft an virtuelle Freunde glaubt.
...die Dinge ungeschminkt, illusionslos und rein auf die harten Fakten bezogen - im Gegensatz zu dauerbetroffenen Multikultischwurblern und aufgeregten Dialogventilierern:

Im islamischen Raum genießen übrigens stockkonservative gläubige Christen mit eigener Meinung und festen Überzeugungen großen Respekt - im Gegensatz zu Atheisten oder Kulturrelativisten, die sich ihren Gesprächspartner ebenso elastisch wie beliebig anpassen, wenn es darum geht, ständig zu deeskalieren und allzeit "Verständnis" zu signalisieren.

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sietian 19.09.2012, 09:25
37. Bei Maischberger

Jetzt ist es also soweit. Jetzt erfüllen sich tatsächlich all die spießbürgerlich, konservativ-reaktionären Vorurteile vor denen die links-alternativen Bewegungen seit den sechziger Jahren immer gewarnt haben. Die Vorbehalte gegen muslimische Gemeinschaften mögen meist auf xenophobischen Ansätzen, - der Unwillen gegenüber den Euro oft auf unbegründeter Angst vor dem Verlust an Sicherheit beruht haben. Dass sich nun aber die irrationalen Ressentiments von damals heute als real existierende Sachverhalte manifestieren, hat die linken Bewegungen gehörig unter Erklärungsdruck, eigentlich sogar Erklärungsnot gesetzt, mit dem Ergebnis, dass man einfach bei den alten, überkommenen Erklärungsmustern bleibt: Kritik an Muslimen sei schlicht Rassismus, wer gegen den Euro ist, spalte Europa und leiste nationalistischen Antrieben Vorschub. Ein Christian Ströbele, der sich vor allem zu Gunsten der Muslime als Gleichberechtigungsexperte hervorgetan hat, stürzt sich umso fanatischer auf alles was an die guten alten Strukturen erinnert, als das "rechtsradikale" noch richtig "deutsch" und alles "eingewanderte" noch richtig "Opfer" war, je mehr der radikal-reaktionäre Geist der von ihm selbst protegierten Migrationskultur in Erscheinung tritt. Ein Volker Beck versucht verzweifelt jede seiner Andeutungen von Kritik an homophobischen Ansätzen innerhalb der muslimischen Community, mit einem über-deutlichen "Fremdenfeindlichkeit" gegenüber Demonstrationen von Pro Deutschland für Meinungsfreiheit auszugleichen. Mag sein, dass Pro Deutschland im Kern wirklich rechtsradikal ist, die demonstrierten Inhalte, sind jedoch originär diejenigen Werte, die linke Bewegungen bisher mit Händen und Füßen gegen eine mutmaßlich reaktionäre deutsche Gesellschaft verteidigt hatten. Was soll ich als mittelständischer Bürger nun von dieser Verwirrung des Wertesystems halten? - An die Zuordnung von Links zum moralisch richtigen glaube ich jedenfalls hiermit nicht mehr!

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niroclean 19.09.2012, 09:26
38. Peter Scholl-Latour is great!

Es ist schön zu sehen das Lebenserfahrung und Wissen zu einem unverklärten Blick auf die Dinge führen. Herr Scholl-Latour besticht immer wieder durch seine Kenntnisse und Erfahrungen und lässt sich nicht zur politisch korrekten Schönrednerei hinreißen. Meine Hochachtung und möge er uns noch lange erhalten bleiben.

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mephisto1997 19.09.2012, 09:27
39. scholl-latour

Zitat von wolfman11
... doch Herr Scholl-Latour einmal nicht den Eindruck erwecken würde, er wüßte alles und alle anderen seien Idioten. Wenn er doch nur einmal auf seine mit scheinbarer Altersweisheit vorgetragenen Erläuterungen der angeblich so intimen Kenntnisse des Islam verzichten könnte. Er reiht sich - nicht inhaltlich, aber vor allem hinsichtlich der eigenen Unfehlbarkeit - ein, in eine Reihe mit Arnulf Baring, Guido Knopp, Olaf Henkel, Dieter Hundt.... Solche Talkshows wären um ein Vielfaches erträglicher, ohne diese Typen.
fann erklären sie mal bitte, was genau an seinen gestrigen ausführungen nicht gestimmt hat!

er ist wirklich der einzige, der nwas zu sagen hatte, evtl. noch mit einschränkungen alice, vor allem hat der alte welterklärer (ernst gemeint) den mut, die wahrheit auszusprechen. das ist eine absolute ausnahme in den ganzen talkrunden, eigentlich egal, um welches politische thema es geht.

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