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Mohammed-Video im Maischberger-Talk: "Was ist denn das für ein Unsinn?"
DPA

Im Talk bei Sandra Maischberger sollte dem TV-Zuschauer die Furcht vorm Flächenbrand des muslimischen Zorns wegtherapiert werden. Doch Orient-Experte Peter Scholl-Latour hatte keine Lust auf Laberbude. Fakt bleibe: Die Vision einer Versöhnung der Kulturen sei illusorisch. Menschen bei Maischberger: Debatte über Mohammed-Video - SPIEGEL ONLINE

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aramis45 19.09.2012, 09:28
40. Keine Religionsprobleme

Weitermachen wie bisher alle sollen, müssen christlich-islamisch in die Zukunft gehen entsprechend den politisch gewünschten Empfehlungen
wie Herr Al-Wazir und der moslemischen Khola Maryam !

Funktioniert es nicht so die Feststellung von Herrn Scholl-Latour "
...es ist völlig illusorisch, dass so unterschiedliche Kulturen sich "
aufeinander zu bewegen" könnten"!

Wir haben die Atombombe erdacht zur Klärung und Durchsetzung von
Ansichten und wenn Herr Scholl-Latour recht behalten sollte, können
einige von denen welche übrig geblieben sind wieder mit dem Koran
und Islam-Steinzeitreligion neu beginnen!

Christlich zu sein war wohl dann ein Irrtum....

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ewspapst 19.09.2012, 09:30
41. Arroganz des Glaubens

Zitat von sysop
Im Talk bei Sandra Maischberger sollte dem TV-Zuschauer die Furcht vorm Flächenbrand des muslimischen Zorns wegtherapiert werden. Doch Orient-Experte Peter Scholl-Latour hatte keine Lust auf Laberbude. Fakt bleibe: Die Vision einer Versöhnung der Kulturen sei illusorisch.
ich habe die Sendung gesehen und da ist mir ein Satz der Muslima Hübsch aufgefallen. Sie sagte sinngemäss:
Ein kleiner Teil der Muslime legt den Koran ganz falsch aus, wir aber, die Mehrheit, wir wissen genau, was der Koran uns sagen wil.

Der Dame ist ihre Überheblichkeit überhaupt nicht aufgefallen, denn in allen Religionen gibt es Minderheiten und Mehrheiten und jede "glaubt", sie habe die ganz genaue Wahrheit in den jeweiligen Büchern gefunden und alle anderen sind die Spinner, ohne sich bewusst zu sein, dass es hier um "Glauben" und nich um "Wissen" geht.
Offensichtlich wird jede Glaubensrichtung immer wieder von ungeheurer Arroganz "ihrer richtigen "Ausllegung" geprägt. So auch hier.

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Andreas J. 19.09.2012, 09:31
42. Zauberwort

Zitat von kracken
Unsere westliche Gesellschaft hatte in einem langem zivilisatorischen Prozess Werte (Menschenrechte, Meinungsfreiheit usw.) hervorgebracht. Diese Werte dürfen nicht verhandelbar sein. Es kann nicht sein, dass wir wegen eines Kulturkreises, der diese Werte teilweise oder ganz nicht teilt, wir jedesmal unsere Werte zur Verhandlungssache machen. Die einzige richtigen Antwort auf die Empörung kann nur sein: Lernt damit zu leben !!
Sie erwähnen das Zauberwort: "Langer zivilisatorischer Prozess". Auch wir haben kange gebraucht, um dahin zu kommen, wo wir heute sind und dürfen somit nicht erwarten, dass diejenigen Länder, die diesen Prozess noch vor sich haben bzw. mitten drin stecken, jetzt auf einmal sich nach uns richten. Das ist im Prinzip das Gleiche wie mit heranwachsenden Jugendlichen, die auch ihre Erfahrungen selbst machen müssen und nicht auf die Erwachsenen hören, die ihnen sagen, hört auf uns, wir kennen dies schon.
Genauso wie Eltern ihren Kinderm Fehler verzeihen, müssen wir dem Islam Fehler verzeihen, denn der Islam ist 500 Jahre jünger als das Christentum.

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Koda 19.09.2012, 09:33
43. Vorgefasste Meinungen gegen Tatsachen

Zitat von Stelzi
Aha der Westen also. Ein grosser Teil "des Westens" hat sich ja gar nicht am Irak Krieg beteiligt. Und nun?
Das ist für die USA- und Europa-Hasser doch egal. Die USA haben die Allianz angeführt, dann kamen dir Briten und einige Länder mit kleinen Truppenkontingenten uuuuuuund *schwupp* ist auch der Westen dran beteiligt.
Und da deutsche Truppen in Afgahnistan Aufgaben übernahmen, die sonst bestimmt die USA hätten übernehmen müssen, haben auch WIR die Amis im Mehrfrontenkrieg gegen Terror, den Islam, ums Öl oder auch gegen den "Schweinebärmann" entlastet und sind damit indirekt auch im Irak ionvolviert gewesen; eben durch die Entlastung der USA in Afganhistan.


Zitat von Stelzi
Über (vermeintlich) zivile Opfer wird immer berichtet.
Das stimmt, aber die Aufregung war vor einigen Jahren, als George W. Bush noch regierender US-Präsident war und die US-Truppen den Irak auch offiziell besetzt hielten, größer als heute.
Wenn heute im Irak drei Bomben explodieren und 70 Menschen töten, ist das zwar immer noch schlimm, aber dann erinnern sich die Nachrichtenmacher daran, dass die Amis sich bis aufs Weitere aus dem Irak zurückgezogen haben (Attentat schon mal weniger wichtig) und es bei früheren Anschlägen teils 200 Tote gab, also dreimal soviele. Ergo waren das jetzt ja gar nicht mehr soviele Tote und überhaupt interessieren doch die täglichen Toten im Irak nach fast zehn Jahren keinen Nachrichtenmacher mehr.
Daher gibts nur noch eine Schlagzeile auf Seite drei, eine Erwähnung in den Nachrichten jedes TV-Kanals, aber sonst ist "business as usual" angesagt.

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63er 19.09.2012, 09:34
44. Mittelalter im 21. Jahrhundert

Ich denke schon, dass Herr Scholl-Latour bei aller auf Wissen und Kenntnis basierender scheinbarer Überheblichkeit Recht hat, Er kennt eben die Gegebeneiten des Orient weit besser als 99% aller Talkshowgäste zu diesem Thema.

Mein Eindruck zum Gegensatz der christlichen und muslemischen Religion ist der, dass der Islam in der zeitlichen Entwicklung und Interpretation seiner Religion im Mittelalter steckt, denn der Prophet Mohammed ist ja etwa 620 Jahre nach Jesus erschienen.
Das Christentum hat im Mittelalter beispielsweise durch die Inquisition ähnlich extrem auf Anfeindungen und in-Frage-stellen reagiert, wie es extreme Moslems heute auch tun und z. T. predigen.
Leider findet das religiöse muslimische Mittelalter im 21. Jahrhundert statt, mit allen Mitteln dieser Zeit.
Bleibt zu hoffen, dass sich der Islam evolutionär schneller an die Neuzeit anpasst, als es das Christentum getan hat.

Dann besteht ev. die Chance, dass Moslems über derartige Videos vielleicht einmal so lachen, wie ich als Christ über den Film "Das Leben des Brian".

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spon-facebook-10000009156 19.09.2012, 09:35
45. an die eigene Nase fassen...

Zitat von W. Robert
Am Fall des Konvertiten muss man leider konstatieren, dass der Islam nicht reif für die Demokratie oder gar den Humanismus ist. Eine Todesdrohung beim Ausstieg kann einfach nicht toleriert werden in unserem Staat. Da muss man sich wirklich daran erinnern, was Atatürk einst gesagt hat: „Der Islam gehört auf den Müllhaufen der Geschichte“ und noch weit drastischere Formulierungen.
Ich stimme ihnen zu, doch wir sollten uns selbst einmal an die eigene Nase fassen, auch wir haben keine gerechte Demokratie installiert. Wie lange haben wir gebraucht, siehe Irland. Es wird auch nicht funktionieren so wie wir heute leben. Wir kapieren es einfach noch nicht. Der Mensch heute ist verunsichert und findet nicht mehr den Weg heraus. Das die Welt in der äußeren Realität auch seine Innenwelt ist, darüber ist er sich nicht mehr bewusst! Wer keinen Frieden und keine Liebe in sich selbst hat, wird in der äußeren Welt all das auch nicht finden.

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schon,aber 19.09.2012, 09:35
46. hmm

Zitat von Palmstroem
Da hat Scholl-Latur mal recht! Nicht das Christentum und der Islam stehen sich feindlich gegenüber, beide kamen über Jahrhunderte nebeneinander ganz gut aus. Unversöhnlich steht der Islam dem Säkularismus des Westens gegenüber - denn Gottlosigkeit ist das schlimmste Übel im Islam. Und je atheistischer die Gesellschaft im Westen wird, desto größer wird der Graben zum Islam.
So einfach ist es nicht: Hier die musl. Gläubigen, da die Gottlosen. Vielmehr beanspruchen verschiedene muslimische "Sekten" die alleinige Wahrheit für sich. Daraus ergeben sich fundamentale Feindschaften zwischen
• Sunniten und Schiiten (seit der Kalifen-Erbstreitereien, Hauptkonfliktquelle im Irak)
• Sunniten und Alewiten (jetzt Bürgerkrieg in Syrien
• Sunniten und Christen (Armenier-Völkermord, Boko-Haram in Nigeria
• Sunniten und Hindis (Abtrennung von West- und Ostindien wg. Unverträglichkeit, heute Pakistan und Bangladesch, atomare Bewaffnung wg. Misstrauen)
• Sunniten und Buddhisten (Zerstörung der Buddhafiguren durch Taliban, Konflikte in Thailand, Indonesien, Philippinen usw.)
• Sunniten untereinander, z.B. in Pakistan Pakistan

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alafesh 19.09.2012, 09:35
47. Mir aus dem Herzen gesprochen!

Zitat von frubi
Gut, also keine Versöhnung. Dann können wir uns auch direkt begriegen, oder nicht? Vor 50 Jahren war es auch noch illusorisch, dass eine Frau Deutschland und ein Dunkelhäutiger Amerika regiert. Für eine Verbesserung der aktuellen Zustände braucht man Visionen aber man braucht vor allem mutige Menschen. Das Scholl-Latour, den ich sehr schätze, dass derart negativ sieht, kann man auf Grund seines Alters und seiner begrenzten Zukunft verstehen. Es ist aber nicht richtig. Für den Moment vielleicht aber nicht für ewig.
Ich finde, daß der Begriff "Versöhnung der Kulturen" schon fatale Implikationen hat.
Die meisten dürften kein reales Problem mit irgendeiner Kultur haben, sondern mit dem Gegenteil: der UNkultur.

Es werden (mal wieder) alle Muslime über einen Kamm geschoren. Inzwischen übertrifft das gefühlte Wissen (irgendwie ist der Islam als solcher ja schon so-und-so, Koranzitat XY, so sind die Moslems,...) die Realität bei weitem.

Ich muß mich mit meinen muslimischen Nachbarn, Freunden, Einzelhändlern nicht versöhnen - wir hatten nie Zwist. Selbst die jüngeren türkischen Mütter, die ich hier am Kiez mit Kopftuch sehe, sprechen mit ihren Kindern perfekt deutsch.

Ich kenne übrigens einige tief gläubige Muslime, die gleichzeitig kaum religiös sind. Wie bei den Christen eben auch.
Das ist den meisten, die das erfundene Konstrukt vom "Kampf der Kulturen" geschluckt haben, aber schon zuviel Denkarbeit.

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Katzenzunge 19.09.2012, 09:37
48. Auf dem (fliegenden) Teppich bleiben

Zitat von frubi
Gut, also keine Versöhnung. Dann können wir uns auch direkt begriegen, oder nicht? Vor 50 Jahren war es auch noch illusorisch, dass eine Frau Deutschland und ein Dunkelhäutiger Amerika regiert. Für eine Verbesserung der aktuellen Zustände braucht man Visionen aber man braucht vor allem mutige Menschen. Das Scholl-Latour, den ich sehr schätze, dass derart negativ sieht, kann man auf Grund seines Alters und seiner begrenzten Zukunft verstehen. Es ist aber nicht richtig. Für den Moment vielleicht aber nicht für ewig.
Der Gedanke an sich, den Sie in Ihrer "multikulturellen Begegnungsstelle" in Wolkenkuckuksheim entworfen haben, ist ja sehr ehrbar und nobel. Der Knackpunkt liegt aber in der (noch immer und auch künftigen) sehr unterschiedlichen Sozialisation zwischen Muslimen und uns aus der westlichen, sakulären Welt.

Ich nehme Sie jetzt gedanklich mal mit, auf ein paar meiner Reisen, die ich vor nicht allzu langer Zeit unternahm. Sind Sie schon einmal von Abu Dhabi nach Islamabad geflogen? Nein? Dann stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Frauen, die mit so einer Art Ledermaske im Gesicht (meine Sozialisation lässt mich dabei eher an die SM-Szene denken) im Flugzeug sitzen, von Höflichkeit und Rücksichtnahme noch nie was gehört haben, mit ihren dicken Leibern durch die Gänge poltern und manchmal den anderen Fluggästen durch Ihre Rumpelei die Cola über´s Hemd kippen. An ein "oh, I am very sorry" ist nicht zu denken. Ein bischen weiter südlich: Dubai Flughafen. Eine Ansammlung von steinreichen Arabern, die die Stichworte "Arroganz" und "Benehmen unter aller Sau" erfunden haben. Dasselbe in grün. Nur weiter südlich.

Schauen wir weiter östlich: Vor nicht allzu langer Zeit habe ich mich in Kuala Lumpur strafbar gemacht. Mein Vergehen? Ich habe eine muslimische Seminarteilnehmerin in mein Hotelzimmer eingeladen, um bei einer Tasse Tee den Ablaufplan für den nächsten Tag zu besprechen.

Weit Reisen müssen wir aber nicht. Im Grunde genügt schon ein "Spaziergang" durch Berlin-Neukölln und wir werden feststellen, dass der alte Scholl-Latour schlichtweg Recht hat. Nicht nur das, sondern vielmehr ist er ein Sachkundiger, der das Kind beim Namen nennt. Nicht wie die anderen, glatten und farblosen Figuren, die mit dem üblichen politischen korrekten Labereien ("wir müssen Toleranz üben, wir müssen aufeinander zugehen") sich noch mehr lächerlich machen, als sie ohnehin schon sind.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute in Wolkenkuckuksheim!

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frubi 19.09.2012, 09:37
49. .

Zitat von HAL3000
Ach nein, bitte nicht wieder dieses PC- Geschwafel. Sie können wohl kaum die Errungenschaften "Frau als Kanzlerin" und "Schwarzer als Präsident" mit dem seit hunderten von Generationen tief verwurzelten Glauben vergleichen? Ihre Visionen sind Science Fiction, begreifen sie das endlich! Diese Menschen dort müssen sich zunächst innerlich von ihrem mittelalterlichen Denken befreien. So wie wir auch - und das hat Jahrhunderte gedauert! Das geht nicht per Beschluss, Motto: "Betreten des Rasens verboten". Sie können nicht unter einen Hut bringen, was dort nicht sein will.
Und sie können aus Deutschland heraus beurteilen, dass alle im nahen Osten und in Nordafrika lebenden Menschen mittelalterlich denken? Da haben Sie aber eine tolle Gabe. Das ist Unsinn. Es gibt dort unten sehr viele säkuläre und vernünftige MEnschen aber von denen hören wir in den Medien nichts. Die letzten positiven Nachrichten kamen aus Ägypten und Tunesien zum Anfang der Aufstände. Am Anfang hatten dort auch die Vernünftigen die Oberhand und auch das wurde von Leuten wie ihnen nicht gesehen. Für Leute wie Sie sind diese Menschen mittelalterliche Bauern, barbarische Wilde. Und was sagt das wohl über uns, wenn unsere Regierungen jahrelang Despoten unterstützt haben, die so etwas wie eine vernünftige gesellschaftliche Entwicklung unterdrückten? Uns waren diese Menschen jahrelang egal und jetzt trauen wir denen nicht einmal mehr zu, eine Verbesserung hervorzurufen. Und kommen Sie hier bitte nicht mit diesen PoliticalCorrectness Vorwürfen. Das holt ihr doch nur hervor, um euch als Opfer einer vermeintlich verbalen Zensur zu sehen. Die gibt es nicht. Wir sollen und müssen über alles reden können, was die Menschen in dieser Region betrifft aber das müssen wir mit Respekt und Weitsicht tun und nicht die Arme verschränken und borniert behaupten, dass wir die Spitze der Menschheit sind und die da unten es gar nicht schaffen können, unser vermeintliches Spitzenlevel einer Zivilisation zu erreichen.

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