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Münchhausen-Check: Die CDU, Frau Steinbach und die Homo-Ehe
dapd

"Wer schützt die Verfassung vor den Verfassungsrichtern?", twitterte Erika Steinbach nach einem Urteil zur sogenannten Homo-Ehe. SPIEGEL ONLINE und die Dokumentationsjournalisten des SPIEGEL machen den Faktencheck: Wer hat hier ein Problem mit der Verfassung, die CDU-Politikerin oder die Richter? Münchhausen-Check: Die CDU und die Homo-Ehe - SPIEGEL ONLINE

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markus_wienken 11.04.2013, 13:58
170. .

Zitat von Scheidungskind
... Mit anderen Worten: Die Ehe ist die Institution, die arbeitsteilige Gesellschaften mit effektiver Resourchennutzung erst ermöglichten. Zivilisationen, die nicht in der Lage waren, die Triebkontrolle, welche die Ehe darstellt, aufrecht zu erhalten und ihren Mitgliedern die völlige Freiheit in der Sexualität einräumten, verloren ihre Produktivität hinsichtlich gesundem und angemessen Nachwuchs sowie Wirtschaftsgütern und wurden marginalisiert. Der grundgesetzliche Schutz der Ehe ist mithin ein Mittel der Daseinsvorsorge für eine Zivilisation, die als erhaltenswert eingestuft wird.
:-)
Vielen Dank für Ihre humoristische Einlage, nun kann ich nach der Mittagspause gut gelaunt wirder an die Arbeit gehen.

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Wildes Herz 11.04.2013, 13:59
171.

Zitat von Scheidungskind
Natürlich schädigen nicht nur gleichgeschlechtliche Ehen die Institution Ehe. Auch das liberale Scheidungsrecht, Promiskuität oder die Pille schädigen die Ehe in ihrer traditionellen hervorgehobenheit. All dies wurde durch das BVerfG nicht beanstandet - jeweils mit der begründung von Freiheit und Gleichheit. So weit, so gut. Nur: Durch diese Salamitaktik - oder durch die Unfähigkeit der Verfassungsgerichtes, diese schleichende Veränderung überhaupt wahrzunehmen und einzuschätzen - ist die Institution der Ehe bereits - meine Einschätzung - umwiederbringlich ausgehölt.
Aha. Und was sollte Ihrer Meinung nach das Bundesverfassungsgericht gegen Promiskuität (meine Güte!) oder gar die Pille (nochmal meine Güte!, allerdings garniert mit einem "kommen-Sie-aus-dem-Mittelalter"-Blick) machen? Verbieten?

Zitat von Scheidungskind
In Familiengerichten und Jugendämtern kann man die Folgen besichtigen.
Die Folgen von WAS? Von eigenverantwortlichen Handlungen von Individuen, die bei dem Versuch, eine Ehe zu führen, gescheitert sind. Mehr nicht. Individuelles Scheitern hat nichts mit "der Gesellschaft" zu tun, sondern liegt allein in der Verantwortung der jeweiligen Individuen. Dagegen, dass jemand in seiner privaten Lebensführung scheitert, kann kein Bundesverfassungsgericht irgendetwas machen.

Zitat von Scheidungskind
Das ist ein Irrtum. Die auf Dauer angelegte verschiedengeschlechtliche monogame Partnerschaft ermöglichte es auf verläßliche Art und Weise quasi Jedermann, sich fortzupflanzen. Die Ehe befriedete die Beziehungen zwischen den Männern im Kampf um die Frauen und ermöglichte dauerhafte Kooperation und Resourcenteilung über das reine Überleben hinaus. Mit anderen Worten: Die Ehe ist die Institution, die arbeitsteilige Gesellschaften mit effektiver Resourchennutzung erst ermöglichten. Zivilisationen, die nicht in der Lage waren, die Triebkontrolle, welche die Ehe darstellt, aufrecht zu erhalten und ihren Mitgliedern die völlige Freiheit in der Sexualität einräumten, verloren ihre Produktivität hinsichtlich gesundem und angemessen Nachwuchs sowie Wirtschaftsgütern und wurden marginalisiert. Der grundgesetzliche Schutz der Ehe ist mithin ein Mittel der Daseinsvorsorge für eine Zivilisation, die als erhaltenswert eingestuft wird.
Selbst wenn man das alles mal unbesehen als Tatsachen annimmt: Worin soll da nun das Problem bestehen, wenn die Möglichkeit einer Eheschließung auch für Homosexuelle zur Verfügung steht? Die traditionelle, heterosexuelle Ehe bleibt dadurch ja uneingeschränkt erhalten und kann weiterhin ohne jegliche Abstriche die positiven gesellschaftlichen Funktionen erfüllen, die Sie ihr hier zuschreiben.

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der.tommy 11.04.2013, 14:05
172. @mundi

die implizite anschuldigung in ihrem kommentar ist geradezu pervers. sie stellen homosexuelle maenner geradezu als praedestinierte kindervergewaltiger dar! iat ihnen ueberhaupt bewusst was sie schreiben? denken sie ueberhaupt darueber nach wen sie da alles verunglimpfen?

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der.tommy 11.04.2013, 14:08
173. @tarson

sie uebersehen scheinbar, dass die nun noetigen aenderungen im adoptionsrecht gar nichts an der lebenswirklichkeit fuer das kind im negativen sinne aendern: greife ich ihr beispiel mit dem lesbische paar auf, wuerde das kind in jedem fall bei diesem paar aufwachsen. der angebliche schaden in der entwicklung kommt also so oder so. was sich durch das urteil zum adoptionsrecht aber tatsaechlich geaendert hat ist: das kind kann bei der lebenspartnerin der mutter im zweifelsfall unterhalt einklagen! das ging frueher nicht! durch die staerkung des adoptionsrechts wird also insbesondere die finanzielle sicherheit der kinder in homosexuellen lebenspartnerschaften gestaerkt

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markus_wienken 11.04.2013, 14:21
174. .

Zitat von mundi
Wie gut wird hingeschaut, wenn 2 Homosexuelle Männer einen oder 2 Jungen "adoptieren"?
Vermutlich genau so genau als wenn ein heterosexuelles Paar einen oder 2 Jungen adoptierten.


Zitat von mundi
Kommt da niemals Verdacht auf?
Erbärmlich und armselig, mehr fällt mir zu dieser Ihrer Frage nicht ein.

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cabane 11.04.2013, 14:33
175. Wenn schon, dann richtig

Zitat von kobalt55
In jeder Gesellschaft gilt auch weiterhin"Recht oder Beziehung"? Sind die Verhältnisse wie in Frankreich Pari Pari,-so sollte man es sich überlegen ein Gesetz durch zu peitschen.Dann hat man zwar Recht,beschädigt aber die Beziehung zum Volk.
Wenn Vergleiche Heranziehen, dann bitte die Richtigen. Die gleichgechlechtliche Ehe wird in Frankreich von über 60 % der Bevölkerung befürwortet. Die öffentliche Meinung über die Adoption erreicht leicht geringere Werte. Der Knackpunkt in Frankreich liegt in der medizinisch unterstützten Fortpflanzung und den Rückgriff auf Leihmütter. Hier ist die Bevölkerung zerstritten. Dies ist sie in diesen zwei Fragen aber nicht nur für gleichgeschlechtliche Paare, sondern für sämtliche auch heterosexuelle Paare. Der Krach den die erzkonservativen machen ist kein Spiegelbild der französischen Gesellschaft.

Frage? Was geht den Gegnern der gleichgeschlechtlichen Ehe denn verloren ? Es geht bei der Gleichstellung nur darum einer schlechter gestellten Minderheit die gleichen Rechte einzuräumen. Das nimmt der Mehrheit doch nicht weg. Also selbst Futterneid kann hier kein Grund sein.

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bolonch 11.04.2013, 14:42
176. Bitte den Artikel lesen

Zitat von tarson
Am häufigsten wird die Fallkonstellation eintreten, dass ein lesbisches Paar ein Kind will. Eine der beiden Frauen befruchtet sich, wie z.B. in Kommentar #155 ansatzweise beschrieben. Dann will die Partnerin der Frau das Kind adoptieren können. Auch dass ist eine Sukessiv-Adoption.
Das ist es nicht! Lesen Sie den Artikel!
Der von Ihnen beschriebene Fall ist schon längst legal und stand gar nicht zur Debatte.

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Scheidungskind 11.04.2013, 14:56
177. ...

Zitat von Wildes Herz
Aha. Und was sollte Ihrer Meinung nach das Bundesverfassungsgericht gegen Promiskuität (meine Güte!) oder gar die Pille (nochmal meine Güte!, allerdings garniert mit einem "kommen-Sie-aus-dem-Mittelalter"-Blick) machen? Verbieten?
Wie ich schon schrieb: Ich halte die Institution der Ehe für unwiderbringlich ausgehölt, da auch ich mir aus der heutigen Perspektive keine realistische Vorstellung davon machen kann, wie man der Gesellschaft ein derartiges maß an Disziplin auferlegen kann. Ich bin halt auch von ihr geprägt.
Zitat von Wildes Herz
Die Folgen von WAS? Von eigenverantwortlichen Handlungen von Individuen, die bei dem Versuch, eine Ehe zu führen, gescheitert sind. Mehr nicht. Individuelles Scheitern hat nichts mit "der Gesellschaft" zu tun, sondern liegt allein in der Verantwortung der jeweiligen Individuen. Dagegen, dass jemand in seiner privaten Lebensführung scheitert, kann kein Bundesverfassungsgericht irgendetwas machen.
Früher nannte man das soziale Kontrolle. Wenn die eigenen Kinder vernachlässigt wurden oder ein Ehepartner seine Verpflichtungen nicht erfüllte, sahen Freunde, Nachbarn und Bekannte nicht weg, sondern forderten konformes Verhalten anhand allgemein verbindlicher Standards von Moral und Anstand.
Zitat von Wildes Herz
Selbst wenn man das alles mal unbesehen als Tatsachen annimmt: Worin soll da nun das Problem bestehen, wenn die Möglichkeit einer Eheschließung auch für Homosexuelle zur Verfügung steht? Die traditionelle, heterosexuelle Ehe bleibt dadurch ja uneingeschränkt erhalten und kann weiterhin ohne jegliche Abstriche die positiven gesellschaftlichen Funktionen erfüllen, die Sie ihr hier zuschreiben.
In einer rein am individuellen Nutzen orientierten Gesellschaft wäre die Ehe mit ihrer Einschränkung der individuellen Freiheit nicht überlebensfähig - sie muss geschützt - vulgo in freiheitlichen Systemen: bevorzugt - werden.

Würden Ehe und Homoehe gesetzlich egalisiert und z.B. schulische Lehrpläne entsprechend angepasst, stünde zu erwarten, dass z.B. beste Freunde und Freundinnen oder Menschen mit unsicher vermeidendem Bindungstyp häufiger gleichgeschlechtlich heiraten würden. Eheschließung hat schließlich auch nicht immer etwas mit Sexualität zu tun.

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Scheidungskind 11.04.2013, 14:57
178. ...

Zitat von markus_wienken
:-) Vielen Dank für Ihre humoristische Einlage, nun kann ich nach der Mittagspause gut gelaunt wirder an die Arbeit gehen.
Sehen Sie doch mal in Wikipedia nach, wofür "Triebverzicht" die Voraussetzung ist.

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killerkowalski 11.04.2013, 15:30
179. @tarson und andere

"Monogeschlechtlich erzogene Kinder erhalten nicht und können von der Sache her nicht erhalten das breite Erziehungsspektrum und Erfahrungsspektrum, dass eine Erziehung durch natürliche, zweigeschlechtliche Eltern möglich und üblich ist."

Wieso verbieten wir nicht auch die sologeschlechtliche Erziehung durch Alleinstehende?
Zwangsheirat für alle, damit jedes Kind die althergebrachten Rollenbilder verinnerlicht.
Vadda uff die Arbeit, Muddi in die Küche. Alles dazwischen ist irgendwie anders und naja, das mögen wir im Dorf nicht.

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