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Mütter in Frankreich: Stillender Protest
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Eine neue Generation von Müttern verändert Frankreich. Tausende Frauen wollen mehr Zeit für sich und ihre Kinder, beruflich treten sie kürzer. Viele fühlen sich als Feministinnen, doch sie stoßen auf Widerstand. Frankreich: Mütter wollen mehr Zeit mit Kind verbringen - SPIEGEL ONLINE

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renee gelduin 26.10.2013, 19:54
60.

Zitat von Europa!
Eine Liste von Firmen mit hoher Mütterquote habe ich natürlich schon deshalb nicht, weil der Mütteranteil in den Firmen nirgends erfasst wird und der Anteil der Mütter in führenden Positionen schon gar nicht. Aus den Erfahrungen in "meiner" Firma (100 Angestellte, ca. 50 Mio. Umsatz) kann ich aber sagen, dass Mütter besser beim "Multi-Tasking" sind, ihre Zeit besser einteilen, teamfähiger sind, auf überflüssige Machtkämpfe völlig verzichten und häufig sehr ausgleichend wirken. In der Firma war die "mittlere Führungsebene" noch vor dreißig Jahren ausschließlich mit Männern besetzt, heute sind dieselben Positionen mit Frauen besetzt, davon sind vier Fünftel Mütter. Im Branchenvergleich rückt die Firma jedes Jahr ein Stück weiter vor. Aber keine Sorge: Die Geschäftsleitung ist nach wie vor fest in männlicher Hand.
Multitasking:
Men ARE better at multitasking than women, Swedish researchers claim | Mail Online

Würde mich schon ineterssieren als wa sgenau Sie arbeiten. In Projekten die über einen längeren Zeitraum gehen kann man nicht einfach so ersetzt werden. Oder wie soll eine Frau eine Firma leiten wenn sie sich mal eben für ein paar Jahre in die Babypause verabschiedet? Ab mittlerem management wenn die Aufgaben individueller und qualitativ anspruchsvolelr werden kann man nciht einfach halbtags arbeiten oder mehrmonatige oder sogar jahrelange Pausen machen.
Solange Urlaubssperren kein problem sind, aber Frauen nach Familienplänen und Schwangerschaft zu fragen illegitim ist, würde ich bei gleich- oder fast gleichwertigen Bewerbern keine Frau unter 40 für wichtige Positionen einstellen.

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kika2012 26.10.2013, 20:01
61. @Scheidungskind

aber Sie nennen es Erziehung, 2 und mehr Jahre bei mit Ihrem Kind zuhause zu verbringen? Das bereitet bestimmt nicht aufs Leben vor! Uebrigens: manche Frauen fuehlen sich halt wesentlich ausgeglichenen und zufriedener, wenn sie ihrem Beruf nachgehen koennen und nicht zuhause rumsitzen und sich den lieben langen Tag mit dem Kind beschaeftigen... Aber in Deutschland wird sich ja ausschliesslich um das Wohl des Kindes gekuemmert.

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saintvenant.nicole 26.10.2013, 21:33
62. stillender Protest

Zitat von sonja.buck
Wo haben Sie das bloß her? Ich lebe seit 40 Jahren in Frankreich, habe von dieser Tendenz nie gehört, kein Mensch spricht darüber, weder im Radio noch im Fernsehen noch auf Internet. Bisschen Propaganda, um die deutschen Mütter doch in ihrer Mütterlichkeit zu bestärken und sie als Vorreiterinnen hinzustellen, die sie allerdings nicht sind?
ja Sie haben recht, ich bin Französin und habe noch nie über dieser Protest gehört, ich habe sie jetzt gesucht, überall gestöbert aber nada, rein du tout. Was soll die Spinnerei, ist die Frau Hesse eine Anhängerin der Manif pour tous oder Civitas?

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Scheidungskind 26.10.2013, 21:43
63.

Zitat von burgundy2
Liebes Scheidungskind, woher haben Sie denn Ihre Informationen? Kinder werden hier in Frankreich nicht uniform gedrillt, sondern bereits früh gefördert.
Man muss Kleinkinder nicht drillen, um sie von ihren eigenen Affekten zu entfremden und schädlichem Dauerstress auszusetzen. Es reicht schon, ihnen vom Beruf oder Crèche diktierte enge Zeitpläne und schlechte Betreuungsschlüssel zuzumuten. Dieser chronische Dauerstress läßt sich bei 2/3 der Kinder unter 36 Monaten nachweisen.

Zitat von burgundy2
Das beginnt in der crèche, die keineswegs nur ein Umschlagplatz von Viren ist, und geht in der école maternelle weiter. Die Kinder lernen in der Tat auch frühzeitig sozialen Umgang (vielleicht werden die Franzosen deswegen mehr gemocht als die Deutschen), sie lernen aber auch mathematische (Frankreich ist unbestritten das Land in Europa mit den traditionell besten Mathematikern) und sprachliche Fähigkeiten, sie lernen, sich auszudrücken, werden selbst zum "Philosophieren" (hier sollte man nicht lachen) angeregt.
Ob Frankreich oder Deutschland beliebter ist, ist mir egal. Nicht egal ist mir, wenn sie in einem Entwicklungsstadium, in dem Kinder sich noch nicht als eigene Person wahrnehmen und von anderen abgrenzen können, ständig von den Affektäußerungen anderer Kleinstkinder emotional überflutet werden und so nicht lernen, Verantwortung für ihre eigenen Gefühle zu entwickeln. Die verfrühte Intelligenzförderung bringt so eher eine Inselbegabung hervor, denn eine ausgewogene Gesamtpersönlichkeit. Mögen Franzosen in Mathematik führend sein - dieses Talent ist mit der höchsten Depressionsanfälligkeit weltweit erkauft.

Zitat von burgundy2
Muttergefühle? Ich wüsste nicht, wo eine deutsche Mutter mehr Gefühle für ihr Kind haben sollte als eine französische. Im Gegenteil ist in Frankreich die harmonische Verbindung von einer Familie mit mehreren Kindern und zwei arbeitenden Elternteilen weit geglückter als in Deutschland. (...).
Die Spiegel-Bericht kratzt schon recht deutlich an dem Klischee der glücklich arbeitenden französischen Familie.

Tatsächlich fördert der französische Staat das erste Kind finanziell weniger als der deutsche, schraubt dann aber die Förderung für weitere Kinder massiv nach oben. Das ist demographisch offensiver, benachteiligt aber Familien mit nur einem Kind.

Zitat von burgundy2
Es geht übrigens nicht um den Erhalt der "Grande Nation". Vielleicht sollten einige ewig gestrige und auch besserwisserische Deutsche (ich entnehme diese Tendenzen Ihrem Beitrag) eine solche Denkweise mal hintanstellen. Allerdings vereinfacht es demographische Probleme, die die Deutschen, in Ermangelung einer Familienpolitik, die diesen Namen verdienen würde, auf dem Rücken von Immigranten austragen möchten (...).
Ich möchte meinen Beitrag nicht als Fundamental-Kritik an Frankreich verstanden wissen, sondern als Kritik an Tendenzen in Deutschland, sich die französische Art von Kinderbetreuung zum Vorbild zu nehmen.

Das ist sie nicht, denn sie ist nicht im Sinne der Kinder.

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alasiaperle 26.10.2013, 21:51
64.

Wieso nicht? Wenn man's leisten kann und beide Eltern einverstanden sind?

Viele diese Frauen sind Kinder der große Scheidungswelle der 70er-80er Jahre. Sie haben Mütter gehabt die immer auf der Arbeit waren, Väter die abwesend waren. Sie wollen klar alles anders machen.

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Europa! 26.10.2013, 22:38
65. Genau!

Zitat von renee gelduin
Multitasking: Würde mich schon ineterssieren als wa sgenau Sie arbeiten. In Projekten die über einen längeren Zeitraum gehen kann man nicht einfach so ersetzt werden. Oder wie soll eine Frau eine Firma leiten wenn sie sich mal eben für ein paar Jahre in die Babypause verabschiedet? Ab mittlerem management wenn die Aufgaben individueller und qualitativ anspruchsvolelr werden kann man nciht einfach halbtags arbeiten oder mehrmonatige oder sogar jahrelange Pausen machen. Solange Urlaubssperren kein problem sind, aber Frauen nach Familienplänen und Schwangerschaft zu fragen illegitim ist, würde ich bei gleich- oder fast gleichwertigen Bewerbern keine Frau unter 40 für wichtige Positionen einstellen.
Ich sehe, wir kommen uns näher. Dass Sie keine Frauen unter vierzig für Leitungspositionen einstellen wollen, finde ich durchaus nachvollziehbar (über zwei, drei Jahre kann man sich unterhalten). Worauf es mir ankäme, wäre zweierlei: 1. DASS Sie Frauen über vierzig (wieder) einstellen, und 2. dass Sie (bei vergleichbaren Qualifikationen) MÜTTER bevorzugen. Denn das wäre aus meiner Sicht der Sinn einer Mütterquote: Dass junge Frauen nicht mehr fürchten müssen, mit vierzig keine Chance mehr zu haben, weil sie ein paar Jahre mit ihren Kindern verbracht haben, sondern zuversichtlich in die Arbeitswelt zurückkehren können, weil sie wissen, dass sie mit vierzig immer noch eine Chance auf eine Karriere haben.

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Frau_von_heute 26.10.2013, 23:04
66. Pro Choice

Zitat von FocusTurnier
...aber für Europa typisch, daß in einem Bericht über Familie und deren Vereinbarkeit mit dem Beruf, ein ganzer Familienteil vollkommen ausgeblendet wird: Die Männer bzw. Väter. Das sagt viel darüber aus, wessen Interessen beim Thema Gleichberechtigung bzw. -stellung im absoluten Vordergrund stehen.
Für oder gegen Kinder, eine Frau und/oder ein Mann sollen sich entscheiden dürfen und können. Alles kategorische ist ein Schuß vor den Bug, und Frauen, die in die Heimchen am Herd-Rolle unter dem Deckmäntelchen des Feminismus zurückschlüpfen wollen, schlagen ihren Geschlechtsgenossinen, die sich für Pro Choice stark machen, ins Gesicht.

Das sind keine Feministinnen, Feministinnen streben nach der Gleichstellung von Mann und Frau, diese Frauen streben nach der Alleinstellung der Frau, und der finanziellen Unterstützung durch den Mann.

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biddebidde 26.10.2013, 23:18
67. Ich weiß nicht

wie manche Foristen darauf kommen zuhause das Kind zu betreuen sei leicht???!Ich hatte beide Situationen,einmal blieb ich zuhause,einmal nahm mein man das Elternjahr.Was soll ich sagen.Nach 9-11 Stunden(nicht gerade einfacher)Arbeit nach Hause zu kommen ist tatsächlich wesentlich entspannter!Also mal an die teilweise gefrusteten Foristen:geht lieber arbeiten wenn ihr ein leichtes Leben wollt!

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DorotheaBöhm 26.10.2013, 23:33
68. Macht Mütter stark

Mütter sorgen für die nächste Generation. Ihre Liebe und die Beziehung zum Kind sind die Blaupausen für alle späteren Beziehungen eines Menschen.

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testthewest 27.10.2013, 00:23
69.

Zitat von Europa!
Ich finde das großartig! Und man sollte diese Frauen mit einer festen Mütterquote unterstützen, wenn sie in den Beruf zurückkommen und ihre Karriere fortsetzen wollen.
So eine Quote würde selbst ich unterstützten, denn sie gleich einen Geschlechtsspezifischen Nachteil aus - im Gegensatz zu der Goldrock-Quote für Dax Vorstände, die unlogisch ist und dann grad mal 100 Frauen Deutschlandweit betrifft (bestenfalls).

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