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Nach Newtown-Massaker: US-Lehrer strömen in Waffenkurse
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Nach jedem Amoklauf drängen sich die gleichen Fragen auf: Hätte er sich verhindern lassen? Wie hätten mehr Menschen überlebt? In den USA reagieren Hunderte Lehrer und Erzieher darauf auf recht bedenkliche Weise - und besuchen Waffenkurse. Amoklauf Newtown: Viele Lehrer in den USA belegen Waffenkurse - SPIEGEL ONLINE

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DerNachfrager 12.01.2013, 14:53
40. Die ganz normale Folge...

Wer möchte an der Rütlischule unbewaffnet unterrichten ?

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level 12.01.2013, 14:54
41.

Ein Amokschüler, der das weiß, knallt die Lehrer dann doch als erstes von hinten ab. Das Klassenzimmer als Reality-Schießstand — eine neue Herausforderung im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

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Thomas_USA 12.01.2013, 14:55
42. Die Idee ist ...

Die Lehrer gehen ja nicht in die Kurse, damit die wie Polizei oder militaerische Spezialeinheiten die Kinder schuzten, den Verbrecher stellen usw., sondern um sich SELBER zu schuetzen. Ein Grundrecht, dass - egal ob man das in Deutschland gut findet oder nicht - hier jeder Buerger hat. Dass die Lehrer nun fuer die Ausuebung dieses grundgesetzlich verankerten Rechts einen Kurs besuchen um einen sichereren Umgang mit einer Waffe zu lernen, ist doch zu begruessen. Notwending ist ein 3 oder mehr-Tage Kurs hierzu nicht.

Abgesehen davon ist die Anzahl der CHL (Concealed Handgun License) Inhaber in den letzten Jahren drastisch gestiegen. Nicht nur Lehrer sehen die Notwendigkeit, sich besser zu schuetzen, sondern auch viele, viele andere Menschen.

Zitat von kickaha74
Wie genau stellen die Lehrer bzw. die Waffenlobby sich das eigentlich vor? Der Amokläufer öffnet die Klassenzimmertür und eröffnet - natürlich - zuerst das Feuer auf den potentiell bewaffneten Lehrer, bevor er dann die Kinder erschießt - bis auf ein oder zwei, die er für die weiteren Klassen als Schutzschild benutzt. Wo genau ist da die Chance, diesen Amokläufer selbst wiederum durch Schußwaffenanwendung auszuschalten, vor allem, wenn dieser - wie auch schon gesehen - mit ballistischem Schutz ausgestatte ist?

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jayloo 12.01.2013, 14:56
43.

Zitat von temp1
Die Statistik s. zeigt, daß in den USA die Chance durch Gewalt (vornehmlich Schußwaffen) zu sterben unglaubliche 10 mal höher ist, als in Deutschland. Der Unterschied ist das im Durchschnitt jeder Amerikaner eine Schußwaffe besitzt (manche 2 oder mehr, andere keine). Wer hieraus ableitet, mehr Waffen bedeuten "weniger" Tote ignoriert bewußt und gezielt jede Wahrheit, weil er (Waffenlobbist) um jeden Preis, auch den von noch mehr toten Kindern noch mehr finanziellen Gewinn durch Waffenverkauf erzielen möchte. Das ist das zutiefst zynische Verhalten der Lobbiyisten. Erstaunlich, wie viele scheinbar dieser Logik aufsitzen.
Glaube nur der Statistik,die du selber gefälschst hast....Warum gibts in anderen Ländern mit liberalerem Waffenrecht wie Schweiz,Österreich,Frankreich,Tschechien,Canada usw nicht Mord und Totschlag(Totschieß)ohne Ende?Das Problem,was die Amerikaner haben,sind nicht die Waffen,sondern ihr Sozialsystem und ihre Mentalität.

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Thomas_USA 12.01.2013, 14:59
44. ... und wie war es....

Hmm... reasonably priced? lol

Hier in den USA ist das ja auch beschraenkt. Munition mit einem groesseren Kaliber als .50 ist ja verboten, es sei denn, es handelt sich um explizit eine Sportart, die das erfordert.

Zitat von CobCom
.... Das größte, was ich offen gehandelt gesehen habe, war übrigens ein Mörser...

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itchybod 12.01.2013, 15:10
45. Stimmt schon

Zitat von beschwingt
Sie gehen ja auch für den Führerschein auf eine erste-Hilfe Ausbildung, und ersetzen damit keinen Rettungssanitäter oder Arzt.
Der Vergleich ist etwas schief. Wenn ich jemanden wegen schlechter Ausbildung falsche erste-Hilfe leiste, dann ist das nur ein Problem für den Verletzten. Passanten etc. werden dadurch in keinster Weise gefährdet.
Wenn hingegen ein Lehrer mit seinem 3 Tage Crashkurs versucht einen Amokläufer aufzuhalten kann das ganz schnell mächtig in die Hose gehen.
Es gehört eine Menge Training dazu in einer Extremsituation korrekt und sicher mit einer Waffe zu reagieren.
Mir fallen spontan folgende Situationen ein, die mächtig schief laufen können.
- Es gibt einen falschen Amokalarm und es wird irgendein unschuldiger über den Haufen geballert.
- Der Lehrer ist unaufmerksam und ein Schüler nimmt ihm die Knarre ab.
- Der Lehrer hat nicht richtig aufgepasst, wie die Waffe zu sichern ist und sie geht unbeabsichtigt los.
- Der Lehrer hat selber psychische Probleme.

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vonlipwig 12.01.2013, 15:12
46.

Zitat von swabian-highlander
Es ist schon witzig, wie intolerant der/die durchschnittliche deutsche Gutmensch(in) sind, wenn es um das amerikanische Verfassungsrecht des Waffentragens geht. Ich finde die Idee sehr gut, die Lehrer mit entsprechenden Knarren auszustatten und glaube, dass man so durchaus etwas gegen Amokläufer ausrichten kann. Wenn man mir, einem ehemaligen Bundeswehrsoldaten, eine halbautomatische Pistole geben würde um in einer entsprechenden Situation zurückzuschießen, möchte ich nicht in der Haut des Amokläufers stecken. Gelernt ist gelernt und Skrupel hätte ich überhaupt keine wenn es darum geht, mir anvertraute Kinder zu schützen. Die psychologische Wirkung eines in Fetzen geschossenen Attentäters wäre wunderbar. Dann würden sich das die Idioten in Zukunft besser überlegen. Man kann nicht alle Probleme dieser Welt mit evangelischen Kirchentagen und Margot Käsmann lösen... ;)
Nun, ich arbeite als Lehrer und bin zudem damals beim Bund unter anderem an der P1 ausgebildet worden. Und was sollte dies nutzen? Wo soll ich die Waffe lagern, dass ich diese zwar erreichen kann, dies den Schülern aber nicht möglich ist? Soll ich jedesmal, wenn sich die Tür öffnet, zur Waffe greifen? Wenn ein Amok-Alarm ertönt, soll ich dann auf der Suche nach dem Täter durch das Schulgebäude streifen? Und wie unterscheide ich fliehende Schüler von dem Attentäter? Was mache ich, wenn der ein menschliches Schutzschild benutzt? Und speziell für die USA: Wie soll der Lehrer mit einer Handfeuerwaffe einen mit einer Schrotflinte oder einem Gewehr (und eventuell noch zusätzlich mit einer Schutzweste) ausgestatteten Attentäter stoppen?

Als "Gelernter" sollten sie zudem auch wissen, wie schwierig es ist, mit einer Pistole einen Wirkungstreffer zu setzen. Und wo hört man auf? bewaffnet man als nächstes die Kindergärtnerinnen, die Kassiererinnen, die Pfarrer, die Bratwurstverküfer auf Volksfesten?

Da die meisten Attentäter die Tat in selbstmörderischer Absicht planen und zudem auch bisher schon "in Fetzen" enden, kann man wohl kaum mit einer abschreckenden "psychologischen Wirkung" rechnen.

Man kann die "Probleme dieser Welt" halt auch nicht wie die Herren Wayne oder Stallone lösen.

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rkinfo 12.01.2013, 15:12
47. Schusssicher Weste der Attentäter

Zitat von swabian-highlander
Es ist schon witzig, wie intolerant der/die durchschnittliche deutsche Gutmensch(in) sind, wenn es um das amerikanische Verfassungsrecht des Waffentragens geht. Ich finde die Idee sehr gut, die Lehrer mit entsprechenden Knarren auszustatten und glaube, dass man so durchaus etwas gegen Amokläufer ausrichten kann. ... Gelernt ist gelernt und Skrupel hätte ich überhaupt keine wenn es darum geht, mir anvertraute Kinder zu schützen. Die psychologische Wirkung eines in Fetzen geschossenen Attentäters wäre wunderbar. Dann würden sich das die Idioten in Zukunft besser überlegen.
Die US-Attentäter tragen schon seit längeren schußsichere Westen. Wird echt anstengen wenn zukünftig Lehrer auch so (in hoffender Erwartung) rum laufen würden.
Selbst wenn die Polizei zuvor den Typen im Auto anhalten würde wäre das 'Tragen der Waffen' plus Munition plus Weste legal bzw. ja sein verfassungsmäßiges Recht. In den USA muß man abwarten bis der erste Schuß fällt - und dann erst zurück schießen ?

Eine effiziente 'Verteidung' wäre ggf. machbar wenn je Klassenzimmer mit Schloß für Lehre ne Weste plus Uzi-Maschinengewehr u.ä. mit 40-100 Schuß vorrätig wäre.
Da darf halt nur kein Lehrer selbst Amok laufen ... oder der Attentäter mit Handgranate oder Flammenwerfen auftauschen.
'Make love not war' ...

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Zephira 12.01.2013, 15:18
48. Teil 1

Zitat von shokaku
Besser kann man den Irrsinn nicht auf den Punkt bringen. Aber das ist nun mal die Folge einer Gesellschaft, die das Opfer auf eine Säule gestellt hat, und zum Ideal stilisiert. Modernes Märtyrertum.
Das hat in der Tat Züge klassischer Märtyrerkulte. Normalerweise findet sich das im militärischen Bereich, wo die Bereitschaft sein Leben aufzugeben gesteigert werden soll: Ein Purple Heart, der ältesten noch verliehen werdende militärische Orden weltweit, bekommt man nicht von ungefähr ausschließlich bei Verletzung oder Tod. Dass aber selbst im zivilen Bereich das Opfer mehr zählt als der tatsächliche Erfolg, das finde ich besorgniserregend.


Zitat von balmy_matrix
1. Der Amokläufer an sich rechnet in den meisten Fällen mit dem eigenen Tod, oft richtet er sich selbst oder er rechnet von der Polizei erschossen zu werden. Zumindest ist dies ein Szenario über das er sich vor seiner Tat gebührend Gedanken machen muss. Daher sehe ich nicht den Abschreckungseffekt, den die Bewaffung von Lehrern haben soll.
Warum schießt sich der school shooter nicht im stillen Kämmerlein in den Kopf, wie Tausende andere Selbsttöter? Weil das null Publicity bringt. Nur durch einen blutigen Massenmord kann er sicher sein, sich ins öffentliche Bewusstsein einzubrennen und nie mehr vergessen zu werden. Wenn er aber damit rechnen muss, schon nach wenigen Schüssen schachmatt gesetzt zu werden, wird ihm dieser Nachgesang verwehrt. Dann ist der geplante glorreiche Abgang in Wirklichkeit nur ein weiteres peinliches Scheitern.

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Zephira 12.01.2013, 15:19
49. Teil 2

Zitat von balmy_matrix
2. Sollte die Bewaffnung der Lehrkräfte tatsächlich einen Abschreckungseffekt haben wir der Amokläufer, reine Logik, sich andere Ziele aussuchen wo viele "wehrlose" Menschen zusammenkommen und er eine Beziehung zum Ort hat. Denkbar sind hier vor allem Gottesdienste, Feste, Alten- und Pflegeheime ect.
Deswegen darf ein effektiver Schutz nicht allein auf Bewaffnung beschränkt sein, sondern muss ein Bündel an Maßnahmen enthalten, die auch Menschen mit schwieriger Kindheit eine Perspektive im Leben bieten.

Trotzdem bleibt die Schule der klassische Ort der Demütigung. Warum ein Teenager auf ein Altenheim losgehen sollte erschließt sich mir nicht. Und wer sagt, dass Gottesdienstbesucher oder Feiern unbewaffnet ablaufen müssen? Da man dort die Menschen in der Regel kennt, sind Fremde sogar noch auffälliger.

Zitat von balmy_matrix
Konsequenterweise müsste man all diese Lebensbereiche bewaffnen. Dies erscheint mir jedoch unrealistisch, genauso wie ich es für unrealistisch halte, dass gewöhnliche Menschen wie du und ich in einer solchen Stresssituation die richtigen Entscheidungen treffen können.
Wieso unrealistisch? Sie haben doch vermutlich auch stets Ihren Personalausweis am Mann, selbst auf der Toilette.

Und gerade in einer solchen Stresssituation schrumpfen die Handlungsoptionen zusammen auf Flucht oder Kampf. Welche Entscheidung "richtig" ist weiß man ohnehin erst hinterher.

Zitat von balmy_matrix
Wir dürfen nicht vergessen, der Amokläufer ist vorbereitet und i.d.R. besser ausgestattet als eine Waffentragende Zivilperson. Ich denke hier zB. an Sturmgewehr, Sprengsätze oder kugelsichere Westen.
Sturmgewehre sind nützlich, wenn der Schütze im Schützengraben hockt und auf einen massiven anstürmenden Truppenverband feuert. Ansonsten ist man mit einer Halbautomatik und ruhigem Zielen besser beraten. Und eine kugelsichere Weste schützt nur begrenzt vor der kinetischen Energie des Projektils - man überlebt den Treffer (je nach Kaliber), kann aber dennoch ein physisches Trauma davontragen. Insofern ist der Ausdruck "schusshemmende Weste" angebrachter.

Zitat von balmy_matrix
3. Der einzige wirksame Schutz gegen Amokläufe ist meiner Meinung nach eine wachsame und empathische Umgebung in der sich der potenzielle Amokläufer aufhält, die bereits im Vorfeld ein Gefahrenpotenzial erkennt. [...] Man sollte den Lehrern sozialpädagogische Kurse zum Erkennen solcher Tendenzen anbieten, statt dreitägiger Waffenkurse.
Absolut richtig. Eine gute psychologische Gesundheitsversorgung, insbesondere an Schulen, wäre meiner Ansicht nach die effektivste Maßnahme gegen Suizide und school shootings.

Lehrer sollten sich allerdings in erster Linie um die Wissensvermittlung kümmern und nicht als Teilzeittherapeuten, Ersatzeltern oder Ähnliches eingespannt werden. Hier braucht es spezielle schulpsychologische Stellen und auch Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten.

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