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Nationalversammlung: Klare Mehrheit für neues Prostitutionsgesetz in Frankreich
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Statt Prostituierten drohen in Frankreich künftig Freiern drastische Strafen: Mit großer Mehrheit stimmte die Nationalversammlung für das neue Gesetz. Nun geht die Vorlage in den Senat. Frankreich: Mehrheit in Nationalversammlung für Prostitutionsgesetz - SPIEGEL ONLINE

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4qfghei3pers 04.12.2013, 19:52
1. Kann man machen...

Muß man nicht. Grundsätzlich ist jede menschliche Gesellschaft berechtigt festzulegen, was sie haben will und was nicht. Dabei berücksichtigt sie sicher auch die langfristigen Folgen jeweiliger Entscheidungen, die sich im Volk niederschlagen.
Ich habe volles Verständnis für eine Bestrafung der Freier, die ja erst die Nachfrage zur Prostitution stellen. Wer also Prostitution nicht will, trifft damit die richtige Entscheidung, zumindest eine wirksame.
Könnte man u.U. auch auf den Drogenkonsum anwenden. Nicht der Anbieter macht sich dann schuldig, sondern der Nachfrager. Der Anbieter sitzt dann auf dem Trockenen und wird sein Teufelszeug nicht los. Könnte man ja mal probieren....

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Meinungsfreiheitskämpfer 04.12.2013, 20:25
2. Pyrrhussieg

Zitat von sysop
Statt Prostituierten drohen in Frankreich künftig Freiern drastische Strafen: Mit großer Mehrheit stimmte die Nationalversammlung für das neue Gesetz. Nun geht die Vorlage in den Senat.
Weil man der Zwangsprostitution nicht Herr wird, wird nun die Prostitution an sich verboten. Dies ist ein tragischer, ideologisch motivierter Pyrrhussieg. Den Zwangsprostituierten wird es dadurch nicht besser gehen, und den Frauen, die sich freiwillig mal was dazuverdienen wollen - ja, davon gibt es eine ganze Menge, Frau Schwarzer!!! - wird der Broterwerb weggenommen.

Dies ist einfach nur ein feministisches "Männerbestrafungsgesetz" ohne wirklichen Sinn und Inhalt. Schade eigentlich.

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Adolfrausch 04.12.2013, 22:42
3. Konsequenterweise ...

.. sollte man dann auch wieder die Bereitschaft zum Geschlechtsverkehr in den Katalog der ehelichen Pflichten aufnehmen. Evt. liegt der eigentliche kulturelle Missstand darin, dass Frauen den Anspruch manifsetiert haben, fürs Vergnügen auch noch eine Belohnung zu erwarten.
Leider ist der Mann in dieser Hinsicht das schwache Geschlecht, das nicht auf die Befriedigung der biologischen Bedürfnisse verzichten kann und notfalls auch dafür bezahlt.
Nur deswegen existiert das älteste Gewerbe der Welt.
Ob sich das verbieten lässt wage ich anzuzweifeln.
Vor allem weil ja auch das Bedürfnis der Frauen nach leicht verdientem Geld im Raum steht.
Womöglich ist der nächste Schachzug des Feminismus dahin gerichtet nicht mehr für die Inanspruchnahme käuflicher Liebe bezahlt zu werden, sondern für die Verweigerung. Mir schwant böses.
Aber vielleicht geht es ja nur um das Mitverdienen des Staates, die Dame kriegt wie bisher ihr Honorar, und die Obrigkeit das Ordnungsgeld.
Wie wäre es mal mit Verzicht, liebe Männer, allein um das Wehklagen zu geniessen, wenn der Rubel nicht mehr rollt.

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Derix 04.12.2013, 23:04
4.

Zitat von
Freier künftig für gekauften Sex zu bestrafen. 138 Parlamentarier votierten gegen das Gesetz, das gleichzeitig Prostituierte straffrei stellen soll.
Also sich Anbieten ist erlaubt, aber das anzunehmen nicht? Aha, geniale Regelung.

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radfahrer78 04.12.2013, 23:15
5. Mittelschicht

1. Menschen sind nicht monogam.
2. Nur etwa 20%-30% der Männer sind Alphatiere, welche ihren natürlichen Sexualtrieb, ohne Geld dafür zu zahlen, komplett befriedigen können.
3. Jeder zweite Mann ist heutzutage Single.
4. Durch die sexualisierte Medienwelt, werden Männer heutzutage viel stärker aufgegeilt, als noch vor 100 Jahren.

Das Problem ist, wenn eine Frau Sex möchte, dann wird sie, außer sie wiegt 150 kg und ist grottenhässlich, immer einen Mann finden. Umgekehrt ist das aber keineswegs der Fall. Und dann kommt Prostitution ins Spiel.

Auf der Maslowischen Bedürfnispyramide gehört Sexualität (nicht Liebe und Zuneigung) neben Essen und Schlaf zu den Grundbedürfnissen.
Was passiert also, wenn man den Freier bestraft. Ich habe einige Zeit in den USA gelebt.
Die Vergewaltigungsraten sind um ein vielfaches höher.
Prostitution existiert natürlich weiter. Aber es findet eine gesellschaftliche Klassentrennung statt.
Im Milieu der Unterschicht gibt es nach wie vor Drogenstrich, das temporäre Wohnungs-, Keller und Hinterhofbordell, aber alles nur mit Zuhältern, unter hygenisch schlechten Bedingungen und mit Unsicherheit des Freiers betrogen oder ausgenommen zu werden. Im Prinzip gehen hier alle Kunden hin, welche es wirklich nötig haben (und das haben sehr viele Männer) und Kriminelle, Drogenabhängige usw.
Bei den oberen Zehntausend etabliert sich ein Edelescortmarkt, wo man mehrere tausend Dollar die Nacht zahlt. Auch das läuft alles nur mit Zuhälterei (wirken wie Geschäftsleute - sind auch häufig Frauen). Aber hier hat nun wirklich kein Freier Strafen zu erwarten, weil diese Kunden stören Strafen von 1.500 € nicht.
Der große Verlierer sind die Nicht-Alphatiere der sozialen Mittelschicht, welche in Frankreich wahrscheinlich die Mehrheit sind. Diese Männer sind zu ängstlich, gut erzogen oder rücksichtsvoll, so dass der Drogenstrich ausscheidet, aber finanziell zu arm, als dass man sich einen Edelescort leisten kann. Das wiederum führt zu einer großen sexuellen Frustration in der Mittelschicht.

Was ist mit weiblichen Kunden, werden die auch bestraft? Was ist mit den zehntausenden Studentinnen und Hausfrauen in Paris, die sich die Mieten und Lebenshaltungskosten, nur Leisten können, wenn sie sich noch etwas dazu verdienen?

Prostitution wird erst dann aufhören, wenn Frauen ohne Gegenleistung Sex haben und vor allem viel häufiger Sex haben wollen.
Weil, was sind Ehen und Partnerschaften anderes, als dass Frauen gegen Sex einen Versorger, Ernährer oder Gönner haben?
Um es sarkastisch, in Zeiten von niedrigen Zinsen, auszudrücken, Männer geht konsumieren, so lange Deutschland noch liberal und frei und nicht männerfeindlich und damit Menschen verachtend, wie Schweden oder Frankreich ist.

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knowit 04.12.2013, 23:23
6. Diese Leute

wollen schlicht und egreifend die menschliche (sprich männliche) Natur ignorieren. Das wahre Leben legt nun mal Nahe, daß Männer und Frauen mit einem unterschiedlich stark ausgeprägtem Sexualtrieb ausgestattet sind. Der männliche Geschlechtstrieb läßt sich genausowenig per Gesetz reduzieren wie sich der weibliche steigern ließe. Prostitution ist eine wohl unverzichtbare Möglichkeit, dieses Ungleichgewicht und den daraus resultierenden Notstand bei einigen Männern zu kompensieren. Was soll denn jetzt die Problematik lösen, wenn es dieses Ventil nicht mehr gibt? Etwa "Hilfe zur Selbsthilfe" auf Lebenszeit?? Daß ich nicht lache.. Männer wegen Ihren Trieben als primitive Wesen abzustempeln, die sich mal in den Griff bekommen sollen, ist feministischer Integrismus. Im Übrigen kann ich mir nicht vorstellen, daß die Mehrheit der in Westeuropa tätigen Prostituierten ihrer Tätigkeit gegen ihren freien Willen nachgehen, dies sollte ruhig mal näher untersucht werden. Zuhälterei war auch vorher schon in Frankreich verboten, und da hat sicherlich auch kaum jemand etwas gegen einzuwenden.

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kaufmann5555 04.12.2013, 23:30
7. War ja klar...

...das feministische Frauen über kurz oder lang verzweifelt gegen die liberalisierung der Prostitution vorgehen würden.

Tatsächlich ist es so, dass Prostitution die Macht der "bürgerlichen" Frauen über ihre Männer verringert, weil sich Männer die Befriedigung des Sexualtriebes woanders besorgen können, statt sich den Erpressungen einer unwilligen "Partnerin" unterwerfen zu müssen...

Ein Freund hat eine Afrikanerin, weil er hier sonst nix Brauchbares fand, zur Frau genommen. Die erste Meinung der Frauen, die dies erfuhren, war wortwörtlich: "Ja, die Männer sind halt Sch...gesteuert"!

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mosquitojg 05.12.2013, 00:24
8. Problem nicht klar definiert

Im_Idealfall ist Prostitution eine Privatangelegenheit zwischen einer Prostituierten und einem Freier. Inwiefern andere dabei in Mitleidenschaft gezogen werden ist sehr unklar und wird nicht genannt. Wieso sich die Gesellschaft in diese Zweierbeziehung einmischen will, ist nicht nachvollziehbar. Freiheit galt mal als die Freiheit alles zu tun, was die Freiheit anderer nicht beeintraechtigt. Prostitutionsverbote sind reaktionaer und Zeichen totalitaerer Gesellschaften, die ihre Idealvorstellungen bis ins Privatleben von Menschen vorschreiben wollen. Dabei gelten Zwangsprostituierte und Zuwanderer aus Osteuropa als billige Vorwaende, gegen die es zum einen schon Handhabe gaebe und zum anderen die europaeische Berufsfreizuegigkeit so gewollt war und Preisdumping auch in anderen Bereichen wie beim Bau etc. Bewirkt. Beim Thema Prostitution werden die Ursachen nur gerne verschleiert und politisch anders ausgenutzt.

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saarriesling 05.12.2013, 00:25
9. Frankreich .. fast ohne Worte

Hier scheinen gerade ein paar Entwicklungen in die falsche Richtung zu gehen. Nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung, das reaktionäre Gehabe gegen gleichgeschlechtliche Ehen, jetzt die Abschaffung der Prostitution. Bringt letztlich nicht allzu viel, wird wohl eher in den Untergrund gehen. Studien haben in der Vergangenheit zudem belegt, dass Pornografie und Prostitution eher zum Rückgang von Sexualstraftaten führen ... Klasse ist auch die völlige Unabgestimmtheit innerhalb Europas .. bei Schweden ist man das ja schon gewohnt ... nun kommt ein Flächenland dazu .. wandern die Freier nun massenhaft nach Spanien und Deutschland ab.. dürfen Franzosen, die die entsprechenden Dienste in Deutschland in Anspruch nehmen auch bestraft werden .. oder soll das "Problem" zu Lasten der Nachbarländer gelöst werden?!

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