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Nebenjobs für Studenten: "Studentische Hilfskräfte verdienen zu wenig"
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Bachelorstudenten dürfen nur rund zehn Euro verdienen: Für Hilfskräfte an Hochschulen ist der Stundenlohn gedeckelt - und damit viel zu gering, findet ein Experte der Bildungsgewerkschaft GEW. Er ruft zum Protest auf.

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drui 23.02.2019, 20:25
30. Nun

Man muss auch sagen, dass die Hiwi-Jobs nicht unbedingt wegen des Geldes so beliebt sind. Arbeitet man in seinem Studienfach, bringt das diverse Vorteile: Der Arbeitsweg ist kurz, man lernt verschiedene künftige Prüfer kennen, man kann sich viel besser vernetzen, bekommt Infos aus erster Hand, bessere Einblicke in diverse Projekte und in das wissenschaftliche Arbeiten. Natürlich macht es sich auch im Lebenslauf mindestens so gut wie ein Praktikum, das meist überhaupt nicht finanziell vergütet wird. Trotzdem sollten die Hiwis besser bezahlt werden mit mindestens 1+x € über dem Mindestlohn, das sollten den Unis ihre Nachwuchskräfte schon wert sein.

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Falcipain 23.02.2019, 22:22
31.

@19 Sie meinen in der freien Wirtschaft in der man mach 10-11 Stunden Arbeit die Stechuhr betätigt um wieder zurück an die Arbeit zu gehen? Gerade als Naturwissenschaftler... Ihre Argumente sind keine. Es sollte das bezahlt werden was geleistet wird. Es muss nicht E13 sein, gerne auch geringer. Als Doktorand hat man schließlich schon 5 Jahre Ausbildung hinter sich und während seiner Masterarbeit (9-10 Monate)auch gezeigt wissenschaftliche Fragen selbstständig bearbeiten und niederschreiben zu können. Jedenfalls war das bei mir so.

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murksdoc 24.02.2019, 08:00
32. Sichtweise

Aus der Sicht eines ehemaligen Projektleiters in der universitären Forschung, der jahrelang damit verbracht hat, Forschungsanträge aller Art für (immer zeitlich befristete) Projekte zu schreiben, einzureichen, umzuschreiben, zu diskutieren, zu verteidigen und ab und zu auch Projekte genehmigt bekommen hat (die Summe der von mir "eingeworbenen" Drittmittel der EU, DFG, BMFT, aber auch von einzelnen Industriepartnern- und Stiftungen betrug am Ende mehrere Millionen Euro. Die Erfolgsquote der Forschungsanträge lag dennoch weit unter 50%): ich hätte jedem auf so einer Forschungsstelle (befristet) beschäftigten Mitarbeiter sofort und immer mehr bezahlt (von den genehmigten Personalkosten sind am Ende der Laufzeit der Projekte IMMER Beträge übriggeblieben, die nicht ausgeschöpft werden konnten oder mussten). Die Bezahlung richtet sich aber IMMER nach den aktuellen Tarifverträgen des öffentlichen Dienstes. Da spielen Alter, Ausbildungsstand, Zahl der Kinder und alles mögliche eine Rolle. Zu verhandeln gibt es da garnichts (und für einen selbst fällt ausser Arbeit und Ärger auch nichts dabei ab). Wenn uns (wie oft) die Bezahlung in Anbetracht der Arbeitsleistung der Hilfskräfte lächerlich niedrig vorkam, hat die Hilfskraft jeden Tag einfach ein paar Arbeitsstunden (oder Überstunden bei Zeitverträgen) mehr aufgeschrieben. So kann man den, der einen ausbeutet und betrügt, gemeinsam ein bisschen "zurückbetrügen". Auf Anfrage habe ich aber leider vergessen, wann und wo das war ("Alzheimer" hat auch manchmal seine Vorteile)

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kanadasirup 24.02.2019, 09:01
33. Weinen

Mir kommen die Tränen!
Zum Glück liest das hier kein Azubi in den Bereichen Betonbau, Mechatronik, Elektrik oder sonstwo.
10 Euro die Stunde für Kopierarbeiten?
Wie wäre es mit 5 Euro die Stunde für Betongießen?
Probiert's mal aus für 3 Wochen - danach verschiebt sich die Wahrnehmung.

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Urzweck 24.02.2019, 10:44
34. Student oder Fachkraft

Wenn ein Student (d/m/w) an einer Uni Aufgaben durchführt, die einen Abschluss (= eine Prüfung) voraussetzen, dann ist das Problem dass sie dafür nicht qualifiziert ist, und nicht dass sie zu gering bezahlt wird.
Eine Uni soll Studenten m.E. schlecht bezahlen. Dann kommen die Studenten hoffentlich wegen der Aufgabe an die Institute und erliegen nicht der Versuchung ihr Studium schleifen zu lassen, weil sie stattdessen Geld verdienen wollen.

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markus_wienken 24.02.2019, 13:02
35.

Zitat von irgendeinleser
Kommt darauf, in welchen Bereichen. Beispielsweise wo die Studierende in der IT-Industrie verwendbar sind, dort sind die Tarife auch in Berlin eher niedrig. Zumindest in den betroffenen Fächern müssten Sie Ihrer Vorstellung von Angebot und Nachfrage zufolge deutlich angehoben werden. Zudem sind gute studentische Hilfskräfte meiner Erfahrung nach in der Lehre (und als wissenschaftliche Hilfskräfte) im Vergleich zum gelieferten Nutzen äussert kosteneffektiv.
Gute Studenten, welche man im IT-Bereich einsetzen kann arbeiten nicht für einen Hungerlohn an der Uni/FH sondern für gutes Geld bereits in der freien Wirtschaft.

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Postskriptum 24.02.2019, 19:46
36.

Die Gewerkschaft GEW versucht hier nur noch längst verloren Pfründe zu retten. In der heutigen Zeit sind Gewerkschaften nur noch ein Anachronismus. Gerade in Berlin kann man sehen wie verheerend und unsinnig die Klagen waren. Einzelpersonen werden zwar Recht bekommen haben aber viele Studenten verloren daraufhin ihren Job in den Bibliotheken. Und vielleicht nochmal zur Einordnung des Bachelors. Zwar soll er ein Berufsqualifizierter Abschluss sein, tatsächlich ist er aber für die Praxis wenig wert. So sind Studenten immer noch ungelernte Kräfte.

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briefzentrum 24.02.2019, 22:21
37. Studentische HiWis - Brutto für Netto

Selbstverständlich wünsche ich jedem Studenten 20 Euro Stundenlohn oder mehr. Aber die Welt ist eben ungerecht. Allerdings stehen die Studenten keineswegs an der Spitze der ungerecht Entlohnten in Deutschland. Studentische Hilfskräfte werden an der Uni in der Regel nur unterhalb der Geringfügigkeitsgrenze (450 Euro) beschäftigt. Maximum ist 19 Stunden pro Woche, wobei dies meist schon für die wissenschaftlichen Hilfskräfte gilt. Studentische Hilfskräfte werden meist zwischen 10-20 Stunden pro Woche beschäftigt. Innerhalb dieser Grenzen sind sie als Studenten nicht sozialversicherungspflichtig. Sie bekommen den Stundenlohn also als Nettogehalt. Theoretisch müssen sie Lohnsteuer bezahlen, die bei fehlenden Zweitjobs aber wegen der Freigrenzen im Jahresausgleich meist wegfällt. Zu einem regulären Brutto-Stundenlohn wird das Ganze also erst, wenn die Studis Zweit- und Drittjobs haben. Allerdings wird bei McDonald, H&M oder den örtlichen Kneipen meist weniger bezahlt als an der Uni. Die Bezahlung von Doktoranden wäre ein eigenes Thema, eignet sich aber auch nicht für gängige Stereotype über Wissenschaftssklaven. Dass der GEW das alles zu wenig ist, ist ja klar und ihr gutes Recht. Ich kenne aber keine studentische Hilfskraft, die deswegen einer Gewerkschaft beigetreten ist. Irgendwas machen die Gewerkschaften also trotzdem falsch.

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romanpg 24.02.2019, 23:07
38.

Ich hatte auch mal eine HiWi Stelle. An meiner Universität gibt es einen Flächentarifvertrag. Sprich alle HiWi mit gleichem Ausbildungsstand bekommen den selben Stundenlohn vom 9,31€ ohne Abschluss. Dabei wird nicht nach der Art der Tätigkeit differenziert. Daher habe ich für meine Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe im Bereich IT das selbe Gehalt erhalten wie ein Freund von mir dessen Stelle darin bestand jede Woche 19 Stunden in einer wenig besuchten Institutsbiiothek rumzusitzen und ab und zu mal ein paar Bücher wegzuräumen.

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Korken 25.02.2019, 09:09
39. Unnötiges aufbegehren

HiWi-Stellen sind einfach beliebt und man hat als Student wahnsinnig Vorteile für sein Studium. Nicht wegen gemauschel sondern der Erfahrung wegen. Hierfür überhaupt Geld zu bekommen ist schon toll. Ich frage mich, wie man durch Streik in Berlin überhaupt mehr Geld durchgesetzt hatte, willige, die den Job angenommen hätten gab es zur Genüge. Hier dürfte das alte Problem Berlins zum tragen kommen, nicht gescheit haushalten zu können, die anderen Bundesländer überweisen ja.

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