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Neue Daten zur Gerechtigkeit: Wie sozial ist die soziale Marktwirtschaft?
DER SPIEGEL

Fakten statt Vorurteile: Eine neue, umfangreiche Studie untersucht, ob es in Deutschland gerecht zugeht.

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lordhallysan 28.08.2017, 06:38
1. Und dafür habe ich Geld bezahlt?

Dachte der Artikel hätte mal neue interessante Fakten und habe extra dafür bezahlt. Aber alles was hier steht, stand in mehreren kleinen Artikeln hier im Spiegel schon und nur weil das jetzt von sonem Troll mal in einem Artikel zusammengefasst wurde soll ich blechen?! Das war der erste und letzte Artikel für den ich auf Spiegel bezahlt habe. Mal ganz davon abgesehen steht hier nichteinmal das seit den 90er der reallohn der unteren 10% um 11 % gesunken sind und die der oberen 20-30% real um 12% gestiegen sind.

Nichts was man nicht schon wusste, reine Abzocke der Artikel.

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Jarek M 28.08.2017, 07:22
2. Eine der aussagekräftigsten Statistiken...

... und zwar eine die man in dieser Betrachtung sicherlich nicht besprochen findet, es sei denn in saisonaler Betrachtung, sind die realen Einzelhandelsumsätze. Also auf gut Deutsch: wie viel Leute kaufen nach der Bereinigung der Inflation. BTW, die Statistik beinhaltet Online-Umsätze.

https://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2015/01/A1530.jpg

Wie man sieht wurde in den vorherigen Krisen (Ölkrise, Anfang der 80er) die Kurve flacher, hat sich dann aber wieder gefangen. Dann, ab der Wiedervereinigung ist der Binnenkonsum sinkend bis stagnierend.

Ich kenne die evtl. Erklärungen dafür (Sättigung, Preisverfall, Sparen etc), aber keine von ihnen ist auch nur zufriedenstellend. Letztendlich haben die nachfrageentscheidenden Bevölkerungsgruppen einfach nicht genug Geld nach Abzug der Fixkosten. Vieles von den Exportüberschüssen und hier erwirtschafteten Gewinnen findet nicht zurück auf den Binnenmarkt und Investitionsneigung in solch "wachstumstoten" Markt zu investieren, hölt sich in Grenzen.

Bedenklich stimmt v.a., dass der Binnenkonsum so lange stagniert. Es ist langsam eine systemische Sache geworden, die noch von der Exportstärke des Landes verstärkt wurde, weil bei solch hoher Exportquote (ca. 50% vom BIP) sämtliche Einkommen (Löhne, Transfers) der Bevölkerung verstärkt von der Politik und Wirtschaft v.a. als Kostenfaktoren gesehen werden.

Auch wenn es vielen unbegreiflich erscheint - eine Volkswirtschaft ist kein Unternehmen und sollte nicht als ihr Ziel die Gewinnerwirtschaftung sehen.
Wie erklärt das alles die Ungerechtigkeit? Ganz einfach - ein Teil der Bevölkerung, der v.a. diese Entwicklung auszubaden hat, sind die unteren 50%. Die haben (immer noch) 0 Vermögen, bekommen in der Zukunft prekäre Renten und werden auch nichts erben.

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ein_verbraucher 28.08.2017, 07:34
3. Es liegt am Euro. Punkt!

Alles ist auf das doppelte verteuert "worden" und die Gehälter sind nicht in gleichem Maße gestiegen. Kein Wunder, wenn ein Golf der vormals 30.000 DM gekostet hat dann 30.000 Euro kostet mein Gehalt aber 2.500 DM auf 1.250 "schrumpft"....dann gibt es halt nicht mehr viel "Inklusion" die bei mir ankommt. Und diese Preistendenzen und nicht vorhandenen Lohnsteigerungen kann man, wenn man das auch möchte, überall feststellen!

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hornochse 28.08.2017, 08:24
4. Soziale Marktwirtschaft!?

Ist doch längst abgeschafft spätestens mit Rot/Grün unter Schröder wurde das was die Väter der Republik erarbeiteten zu Fall gebracht eingeleitet durch Herrn Kohl und seinem Stab.

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tomwessel85 28.08.2017, 08:26
5.

Wenn Sie Geringverdiener entlasten möchten, dann sollten Sie endlich diese unsägliche Rundfunkzwangsfinanzierung beenden. Für jemanden der trotz Arbeit netto mit wenig Geld seinen Lebensunterhalt bestreiten muss sind diese knapp 20€ sehr teuer! Auf ein Arbeitsleben von 40 Jahren hochgerechnet sind das 9600€, die völlig unverzinst einfach weg sind.

Gleiches gilt für den sehr teuren Strom für Privathaushalte in Deutschland, schaut man sich die Stromrechnung genau an, dann sieht man wer seit Jahrzehnten für teuren Strom sorgt, obwohl dieser auf der Anbieterseite jedes Jahr billiger wird.
Der Staat sollte jedem Menschen einen Grundbedarf von bspw. 500kWh/a zubilligen ohne auf diesen Steuern/Abgaben/Entgelte draufzuschlagen. So kann ein sparsamer Geringverdiener seine Stromkosten locker dritteln!

Wird aber alles nicht gemacht, jemand wie der Schulz labert nur von Gerechtigkeit ist aber selbst der größte Umverteiler für die Konzerne und die eigene Tasche.

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quark2@mailinator.com 28.08.2017, 09:02
6.

Eigentlich reichen 2 Zahlenreihen aus.

Eine ist teilweise angegeben - nämlich da, wo der Besitz der unteren Hälfte und der oberen 10% angegeben sind. Da fehlt nur, daß die Summe der unteren 30% = Null ist (die unteren 10+% sind verschuldet) und es fehlt die Angabe für die oberen 1% bzw. 0,1%, denn dann wird deutlich, daß von den oberen 10% die meisten auch nicht soviel haben und es weniger wird.

Die andere Zahl, für verschiedene Jahre angegeben, ist die Anzahl der Menschen, welche am/unter Existenzminimum leben. Das Verfassungsgericht hat ja festgestellt, daß Hartz4 dem entspricht. Also nehmen wir H4, addieren da Wohngeld usw. und kommen auf monatlich 1.200,- EUR. Volker Pispers hat das alles mal vorgerechnet (siehe YouTube) und kam auf 13 Mio. Menschen in DE.

Danke, Herr Schröder und Nachfolgende. Die SPD sollte ihr 'S' langsam verschrotten.

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Leser161 28.08.2017, 09:25
7. Sehr interessant

Seit dem Zusammenbruch des Ostblocks ist der Bürger vom Wohlstandszuwachs lt. BIP abgekoppelt. Der Kommunismus ist besiegt, man braucht die Bürger wohl nicht mehr als Verbündete. Entweder der Souverän ist Masochist oder Demokratie scheint nur mit äusseren Feinden zu funktionieren. Das enttäuscht mich.

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01099 28.08.2017, 09:31
8.

Wenn in den ersten Sätzen schon der Name "Bertelsmann" auftaucht, kann ich mir das Geld für den Artikel auch sparen.

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neurobi 28.08.2017, 09:39
9.

Zitat von SperstenOnest
Ich müsste wenn ich mir die Hauspreise und Lebensmittelpreis im Vergleich zu 1990 anschaue (Milka 50 Pfennig) heute das 6 fache verdienen was meine Eltern 1990 verdient haben. 4 fach wegen Inflation, und der Rest wegen höherem Abschluss. So Danke Merkel ich wähle radikal.
Also soweit ich mich erinneren kann kostet ein Milka 1990 1, x Mark und heute 80 Cent. Meine Lieblingschips kosteten 3,29 Mark und heute 1,29 Euro und um Grundnahrungsmittel etws näher zu kommen, ein Brötchen 40 Pfennig, heute schon für 10 Cent zu haben.

Aber gerade bei letzteren kann man sehr gut sehen, was falsch läuft.
Die 10 Cent für ein Brötchen können nur erzielt werden, wenn die Gehälter der beteiligten entsprechend gedrückt werden, z.T. sogar vom Staat subventioniert werden.
Was ist in den letzten 30 falsch gelaufen?
Es wurde immer nur der Druck die Arbeitnehmer aufgebaut und im Gegenzug die großen Unternhemen vom Druck befreit.
Letztere haben sich internationalisiert und spielen die Staaten gegeneinander aus. Und sie haben sich durch Aktien-Gesellschaften annonymisiert und so ist kein Verantwortlicher mehr zu packen. Gestütz wird das Lohndumping noch durch internationale Organisationen (EU -> Entsenderichtlinie) und Handelsabkommen.

Auf der anderen Seite sind Arbeitnehmer immer noch natinal aufgestellt. Selbst innerhalb der EU sind sie nicht über Staatsgrenzen hinweg organisiert. EU-weite Sozialstandarts? Fehlanzeige.

Ich drücke Herrn Macron die Daumen bei dem Versuch, die EU-Entsenderichtlinie so zu ändern, dass immer die Bestimmungen des Landes gelten, wo die AN eingesetzt werden. Sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, wird aber auf Grund der Struktur der EU fast unmöglich.

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