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Neustart nach Jobverlust: Seien Sie wütend, trinken Sie Rotwein, lassen Sie sich Zeit
Corbis

Wie soll es nur weitergehen? Wer seine Karriere gegen die Wand fährt, muss sich etwas einfallen lassen. Der Wirtschaftspsychologe Heinrich Wottawa verrät, wie man nach einem Rauswurf mehr Erfüllung im Beruf finden kann.

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bales 26.03.2015, 12:56
1. nichts tun ist geil.

Als ich im Jahre 2005 meine Arbeit verlor, war das der schönste Tag meines Lebens. Ich hatte mir damals geschworen, nie mehr zu malochen.So war es dann auch. Ich habe das Leben genossen und meine Ausgaben etwas eingeschränkt. Geht alles. Jetzt krieg ich Rente. Das Faulenzen bin ich ja gewöhnt. Gibt nix schöneres.

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gardinchen 26.03.2015, 13:14
2. gereift

da kann man ja nur hoffen, dass ein neuer Arbeitgeber auch bereit ist für eine gereifte Persönlichkeit...

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Eros1981 26.03.2015, 13:15
3. Bin Anfang September meinen Job los

Netter Artikel, ich werde selbst in einigen Monaten arbeitslos sein, habe aber ehrlich gesagt überhaupt keine Ahnung wie es beruflich weitergehen soll.

Gelernt habe ich Bürokaufmann. Mit 25 Jahren wurde ich arbeitslos, da mein Arbeitgeber pleite ging. Als Bürokaufmann habe ich trotz hunderter Bewerbungen nie wieder Fuß fassen können.

Vom Jobcenter kam auch keine Hilfe, statt sinnvoller Fortbildungen, wurde ich in Maßnahmen gesteckt, in denen mir beispielsweise der Unterschied zwischen "den" und "denn"erklärt wurde. Das war für mich verschwendete Lebenszeit.

Die letzten Jahre habe ich als Produktionshelfer und im Sicherheitsdienst gearbeitet. Von der Bezahlung und den miesen Arbeitsbedingungen will ich mal lieber gar nicht anfangen zu schreiben.

Im Augenblick bin ich als Integrationshelfer an einer Grundschule tätig und betreue einen verhaltensauffälligen Jungen. Diesen Job bin ich aber Ende des Schuljahres los.

Tja, mit fast 34 Jahren stehe ich mal wieder vor dem Nichts. So wie es aussieht, werde ich ein Leben als Dauerarbeitsloser führen. Ich sehe beruflich wirklich absolut keine Möglichkeiten mehr.

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fliffis 26.03.2015, 13:34
4. verhungern kann man sehr wohl

nun, das sehe ich aus eigenem Erleben doch anders. Würde mir nicht seit kurzem ein Freund ab und an Lebensmittel vorbei bringen, hätte ich wohl tatsächlich verhungern können. Krankenkasse, Arbeitsagentur, Bank, Energieversorger: die haben alle ihre festen Regelungen, die die jeweiligen Sachbearbeiter "leider nicht ändern können" - und man wird von jedem weitergeschickt zur nächsten Stelle. Die einzige Chance wäre noch gewesen, mich vor eine Klinik zu setzen und "ich will mich umbringen" zu rufen - dann hätte es wohl so etwas wie eine soziale Sicherung (sverwahrung) gegeben und 3-4 warme Mahlzeiten am Tag. Dafür muss man aber erstmal die Wohnung verlassen können - und das dann auch noch überzeugend spielen können. ... Nicht einmal die eindringlichsten Schilderungen haben irgendjemanden veranlasst, nach dem rechten zu sehen - nur Sorgen, die machen sich viele, viele Menschen, wie ich so höre. Das Gesundheitsamt/soziale Dienst schickt einen Brief ("wir haben gehört, ihnen geht es nicht gut") mit einem Terminvorschlag für ein Gespräch in 2 Wochen; und sagt diesen Termin wg. einer kurzfristigen Krankheit kurzfristig per Post ab (das passiert, keine Frage). Wenn's schlecht läuft, wird hier nix gesichert. Hätte ich im übrigen auch nicht gedacht... Und ist sicher kein typischer Fall. Passiert mir aber gerade.

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exil-berliner 26.03.2015, 13:46
5. Ein beruflicher Wechsel (Neuausrichtung) finanziell leistbar?

Wenn man beruflich scheitert hat das sicherlich mit der aktuellen "Berufung" zu tun. Aber beruflich eine neue Richtung einschlagen ist nur schwer möglich, wechselt man komplett den Bereich heißt das erstmal weniger Gehalt - und das Überleben ist mit dem erreichten Gehaltslevel aktuell schon schwer genug.
Sich beraten lassen, naja ganz ehrlich.. es ist wie bei den Psychologen, ernsthaft für berufliche Probleme anderer Menschen interessieren sich fremde Menschen selten, gute Ratschläge sind daher in der Praxis selten!

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MichaelundNilma 26.03.2015, 14:09
6. Wieder ein Theoretiker

Die Zeiten wo man gelassen bleiben konnte, sind lange vorbei. Der Schock kommt, aber er wird nicht abklingen. Zur Realität, wer seinen Job verliert, erhält u.U. nur noch für 6 Monate Arbeitslosengeld. Danach geht es direkt in Hartz 4. D.h. eigenes Vermögen aufbrauchen, eigenes Kfz, ist es wertvoller als 7500 E, verkaufen, neue Wohnung suchen, die vom Amt auch bezahlt wird. Jede Arbeit annehmen, vornehmlich in Erfüllung als Leiharbeiter, ohne Rücksicht auf Qualifikation und unter allen Bedingungen. Haben sie dann ein Haus mit Wohnraum über 130 m2 zur späteren Altersvorsorge, vielleicht auch noch über ein Darlehen gekauft, so muß auch dieses verkauft werden und das daraus erfolgte „Einkommen“ erst verwertet werden. Hat man dann noch Schulden, kann man getrost gleich Privatinsolvenz anmelden. Haben sie Familie wird es eng. Haben Sie Freunde, haben sie bald keine mehr.

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shooop 26.03.2015, 14:16
7. @fliffis

Ich glaube,Sie haben bloß die Lösung noch nicht gefunden. Wenn Sie krank sind, gehen Sie in eine Klinik! Ich weiß wovon ich rede, habe selbst im "städtischen Irrenhaus", wie ich es liebevoll nenne, Hilfe in scheinbarer Aussichtslosigkeit gefunden. Die haben dort auch Sozialarbeiter, die Ihnen im Behördensumpf helfen! Sie wären nicht der erste, der in einer Krisensituation psychisch einknickt und Hilfe braucht. Wenn Ihre Probleme finanziell sind, gehen Sie aufs Hartz- Amt.

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moneysac123 26.03.2015, 14:17
8. Bessere Alternative!

Warum mit wut und alkohol sich selbst schädigen? Sehen Sie Arbeit nicht als so wichtig an, dass sie ohne sie unglücklich sind. Genießen Sie das Leben, tun Sie all die Dinge, die sie schon immer tun wollten. Machen Sie sich selbständig, aber nicht mit einer dummen Idee ohne Potenzial, sondern mit etwas wirklich originellem oder etwas, was Sie schon immer tun wollten. Wenn Sie einen Job wollen, müssen Sie andere Dinge zu bieten haben, als wenn Sie eine wirklich originelle Idee zum Erfolg bringen wollen. Unternehmergeist vs. angepasst sein. Bildung ist in jedem Fall eine wichtige Voraussetzung und "drive". Seien Sie clever. Und Bitte, Bitte: Sehen Sie einen Jobverlust nicht als "Absturz", sonst werden Sie sich auch so fühlen, so denken, so handeln. Ich verstehe beim besten Willen nicht, wie der Kollege dazu raten kann, ein Scheitern einzugestehen. Ihre Ehe scheitert, alles andere ist aufstehen und Kämpfen. Es ist/war nur ein Job! Je weniger Sie ausgeben für Dinge die sie eh nicht brauchen, desto unabhängiger sind Sie. Eine Freunin sagte mir mal, sie genieße ihr Leben, denke nicht an Karriere und Zukunft, denn sie werde immer genug verdienen können um zu überleben. Hat man eine Unfall ist es sowieso egal ob man vorher einen Job hatte, wenn manpflegebedürftig ist sind auch 100t Euro schnell weg.

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exil-berliner 26.03.2015, 14:19
9. Nach 6 Monaten H4

Zitat von MichaelundNilma
Zur Realität, wer seinen Job verliert, erhält u.U. nur noch für 6 Monate Arbeitslosengeld. Danach geht es direkt in Hartz 4.
Erschreckend, dass es in Deutschland nur noch 6 Monate das reguläre Arbeitslosengeld gibt (man hat ja teilweise Jahrzehnte einbezahlt).

Ich für meine Person würde wenn der Jobverlust eintritt in Österreich erstmal 12 Monate das ALG mitnehmen und versuchen Burnout Symtome zu reduzieren. Entspannung trotz finanziellem Engpass (nur 60% des letzten Nettogehalts).

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