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Neustart nach Jobverlust: Seien Sie wütend, trinken Sie Rotwein, lassen Sie sich Zeit
Corbis

Wie soll es nur weitergehen? Wer seine Karriere gegen die Wand fährt, muss sich etwas einfallen lassen. Der Wirtschaftspsychologe Heinrich Wottawa verrät, wie man nach einem Rauswurf mehr Erfüllung im Beruf finden kann.

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lotoseater 26.03.2015, 16:08
30.

Zitat von Heinrich Wottawa
- Welche Vorteile hätte ein Scheitern womöglich für mich? Es ist außerordentlich schwer, eine markante Persönlichkeit zu werden, wenn man ganz gerade von kleinem zu mittlerem zu größerem Erfolg schreitet, ohne "Abstürze" dazwischen. Wahrscheinlich kennen Sie solche Aufsteiger - denen fehlen meist irgendwie Substanz und innere Sicherheit. Scheitern bietet eine großartige Chance für Reifungsprozesse, gerade weil vertraute, überkommene Muster aufgebrochen werden und man sich neu anpassen muss. Vielleicht haben Sie das bei Misserfolgen in Ihrer Vergangenheit selbst schon erlebt. Dann wissen Sie, wie wertvoll solche Erfahrungen sein können. Wenn Sie noch nie Schiffbruch erlitten haben, wird es höchste Zeit dafür.
Danke, Herr Wottawa. Erzählen Sie das mal den Personalern in deutschen Unternehmen. Da gilt Scheitern ganz und gar nicht als wertvoll, sondern als Ausschlusskriterium.

Ich hätte in meinem Leben liebend gerne auf das eine oder andere Scheitern verzichtet (denn nicht jedes davon war selbstverschuldet), wenn ich stattdessen (gerne auch ohne "wertvolle Reifung") von Erfolg zu Erfolg geschritten wäre.

Ach ja: Einem Menschen in einer Lebenskrise zu empfehlen, sich mit ein paar Flaschen Wein in eine einsame Hütte zu verkriechen, das halte ich für grob fahrlässig. Da fehlt nur noch die Anleitung fürs Knotenküpfen.

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Selberimbewerbungsmodus 26.03.2015, 16:09
31. Mal so richtig ausschlafen...

... kann man nur einen Tag. Der Stress lässt einen danach nicht zur Ruhe kommen. Und je länger die Arbeitslosigkeit dauert, um so geringer sind die Chancen am Arbeitsmarkt. Job to job zu bewerben ist die einzige Chance etwas zu bekommen. Deshalb ist es ratsam sich während einer Bewerbung kontinuierlich weiter zu bewerben. Den Letzten fressen die Ämter.

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skorpianne 26.03.2015, 16:13
32. Geschichte.

Zitat von karlsiegfried
Ratschläge zu geben ist immer eine schöne Sache. Insbesondere dann, wenn man diese, wie der Ratgeber Herr Heinrich Wottawa, niemals im Leben gemacht hat.
Also ich habe es schon so gemacht. Firma ging den Bach runter, ich habe erst mal 10 Monate "pausiert". Allerdings auf eigene Kosten. Und mir nach 8 Monaten in Ruhe einen neuen Job gesucht. Da war ich dann auch wieder total entspannt in den Vorstellungsgesprächen. Mir hat das sehr geholfen. Auch jetzt, 5 Jahre später noch.

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unixv 26.03.2015, 16:14
33. sozialen Sicherungssysteme??

Ja, bei uns! Ich arbeite Ehrenamtlich an einer Tafel! Was für viele " und es werden Täglich mehr!" der letzte Rettungsanker ist, hat aber mit den sozialen Sicherungssystemen nicht das geringste zu tun, ist ein Privates und Kirliches Unternehmen ohne Profit! Wenn ich unsere Arbeits und Sozialminister höre und sehe, könnte ich nur noch K....!
Dafür können wir uns bei SPD und Grüne bedanken, die haben die tolle Agenda 2010 = wie mach ich unsere Bürger arm und sorg dafür das sie kaputt gehen eingeführt!

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tobe666 26.03.2015, 16:27
34.

Das mag bis Anfang 2000 noch so gewesen sein und ich war auch immer dieser Meinung. Aber, aus eigener Erfahrung im vergangenen Jahr kann ich Ihnen sagen, dass man in Deutschland durchaus verhungern kann, und zwar dann wenn den Mitarbeitern der jeweiligen sozialen Sicherungssystemen alles scheißegal ist und sie versuchen Zeit zu schinden. Kurze Zusammenfassung, unverschuldet vom Finanzamt Konto gesperrt am Freitag Nachmittag. Keine Bargeldreserven zu Hause. Montags dann zum Amt um ALG zu beantragen (mein Kunde hat seine Rechnung nicht bezahlt). Unterstützung vom Staat dauert auch in Notsituationen mindestens 10 Tage, es gibt keine Essensgutscheine und auch so intressiert es keinen wenn man am verhungern ist. Ich war dann gezwungen zu betteln, und zwar vor dem Finanzamt und vor der Agentur für Arbeit. ALG Antrag wurde erst 5 Wochen später genehmigt, nachdem mein Vermieter mir mit fristloser Kündigung gedroht hatte und ich dieses Schreiben ans Amt weitergeleitet hatte...

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karend 26.03.2015, 16:38
35. Weitermachen

Zitat von Eros1981
Netter Artikel, ich werde selbst in einigen Monaten arbeitslos sein, habe aber ehrlich gesagt überhaupt keine Ahnung wie es beruflich weitergehen soll. Gelernt habe ich Bürokaufmann. Mit 25 Jahren wurde ich arbeitslos, da mein Arbeitgeber pleite ging. Als Bürokaufmann habe ich trotz hunderter Bewerbungen nie wieder Fuß fassen können. Vom Jobcenter kam auch keine Hilfe, statt sinnvoller Fortbildungen, wurde ich in Maßnahmen gesteckt, in denen mir beispielsweise der Unterschied zwischen "den" und "denn"erklärt wurde. Das war für mich verschwendete Lebenszeit. Die letzten Jahre habe ich als Produktionshelfer und im Sicherheitsdienst gearbeitet. Von der Bezahlung und den miesen Arbeitsbedingungen will ich mal lieber gar nicht anfangen zu schreiben. Im Augenblick bin ich als Integrationshelfer an einer Grundschule tätig und betreue einen verhaltensauffälligen Jungen. Diesen Job bin ich aber Ende des Schuljahres los. Tja, mit fast 34 Jahren stehe ich mal wieder vor dem Nichts. So wie es aussieht, werde ich ein Leben als Dauerarbeitsloser führen. Ich sehe beruflich wirklich absolut keine Möglichkeiten mehr.
Alles, nur nicht aufgeben! Auch wenn es schwer fällt, es wird schon noch ein Job kommen, der Ihnen gefällt und von dem Sie leben können. Bewerben Sie sich weiter - aber nicht blindlings, sondern dort/auf den Job, der Sie anspricht. In ein Loch zu fallen, geschieht schnell, machen Sie dennoch weiter (mein Lieblingszitat: If you're going through hell, keep going). Lassen Sie sich nicht entmutigen.

Alles Gute!

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karend 26.03.2015, 16:41
36. Dranbleiben! Erneuter Versuch

Zitat von Eros1981
Netter Artikel, ich werde selbst in einigen Monaten arbeitslos sein, habe aber ehrlich gesagt überhaupt keine Ahnung wie es beruflich weitergehen soll. Gelernt habe ich Bürokaufmann. Mit 25 Jahren wurde ich arbeitslos, da mein Arbeitgeber pleite ging. Als Bürokaufmann habe ich trotz hunderter Bewerbungen nie wieder Fuß fassen können. Vom Jobcenter kam auch keine Hilfe, statt sinnvoller Fortbildungen, wurde ich in Maßnahmen gesteckt, in denen mir beispielsweise der Unterschied zwischen "den" und "denn"erklärt wurde. Das war für mich verschwendete Lebenszeit. Die letzten Jahre habe ich als Produktionshelfer und im Sicherheitsdienst gearbeitet. Von der Bezahlung und den miesen Arbeitsbedingungen will ich mal lieber gar nicht anfangen zu schreiben. Im Augenblick bin ich als Integrationshelfer an einer Grundschule tätig und betreue einen verhaltensauffälligen Jungen. Diesen Job bin ich aber Ende des Schuljahres los. Tja, mit fast 34 Jahren stehe ich mal wieder vor dem Nichts. So wie es aussieht, werde ich ein Leben als Dauerarbeitsloser führen. Ich sehe beruflich wirklich absolut keine Möglichkeiten mehr.
Alles, nur nicht aufgeben! Auch wenn es schwer fällt, es wird schon noch ein Job kommen, der Ihnen gefällt und von dem Sie leben können. Bewerben Sie sich weiter - aber nicht blindlings, sondern dort/auf den Job, der Sie anspricht. In ein Loch zu fallen, geschieht schnell, machen Sie dennoch weiter (mein Lieblingszitat: If you're going through hell, keep going). Lassen Sie sich nicht entmutigen.

Alles Gute!

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privado 26.03.2015, 16:45
37. Tips...

...von einem, der als Beamter nie in die Verlegenheit gekommen ist, sich selbst einen neuen Job suchen zu müssen. Auf Ratschläge solcher Personen kann man getrost verzichten. Ist so, als ob Dir ein Fisch erzählen möchte, wie man sich auf Land zu verhalten hat.

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lachina 26.03.2015, 17:14
38.

Zitat von Rechtschreibprüfer_der
ALG1 gibt es in DE ein Jahr lang. Ältere AN bekommen etwas länger ALG1. Die erwähnten 6 Monate resultieren daraus, dass der Arbeitslose wohl noch nicht die Anwartschaft für ein Jahr ALG1 hat.
Die 12 Monate gibt es, wenn man zwei Jahre lang einbezahlt hat. Das System ist in Deutschland extrem ausdifferenziert. Da es mittlerweile so viele prekäre Arbeitsverhältnisse gibt, hat der Gesetzgeber reagiert und auch 3 Monate Alg1 eingeführt ( für Jobs für 6 Monate Dauer) nachzulesen http://www.alg-i.de/bezugsdauer.html

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picard95 26.03.2015, 17:20
39. Neustart?

Nachdem mein Arbeitgeber (trotz Milliardengewinne) mich bzw. die ganze Abteilung entsorgt (dank Umstrukturierung) hat, konnte ich nicht mehr Fuß fassen.

2014 habe den langjährigen Job verloren, dazu die Scheidung und trotz Bewerbungscoaching und (sehr) guten Arbeitszeugnissen werde ich wohl den studierten IT-Bereich mit Mitte 40 verlassen müssen. Es gab zwar einige Vorstellungsgespräche, aber auch sehr viele Bewerber und letztendlich erfährt man ja nicht mehr weshalb man nicht genommen wurde.

Schon 2004 wurde die Tochterfirma, in der ich auch einige Jahre arbeitete, von der Mutterfirma aus strategischen Gründen geschlossen (trotz Gewinnen); man wollte sich nicht mit der IG Metall am Hauptsitz anlegen.

Jetzt nach 6 Monaten Arbeitslosigkeit wird jeder Tag zum reinen Frusterlebnis. Man fühlt sich wertlos und nutzlos.

Die sozialen Kontakte sind minimiert (wer hat schon gerne Umgang mit einem Arbeitslosen?) und auch eine neue Partnerin ist nicht in Sicht.

Ich hätte nie gedacht wie tief man sinken kann.

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