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Noteninflation: Was ist eine Eins noch wert?
picture alliance / dpa

Immer mehr Absolventen verlassen die Uni mit Bestnoten. Laut einer Untersuchung spielt das Alter der Professoren eine Rolle - und ihr Geschlecht.

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unzensierbar 23.06.2017, 10:04
1.

Wie ich schon oft gesagt habe, liegt das Problem nicht an der Noten-"inflation", sondern an dem was von Arbeitgebern, etc. erwartet wird. Wenn Arbeitgeber nur noch 1er Studenten eine Stelle anbieten, müssen Unis eben nachziehen indem sie mehr 1er Noten vergeben.

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dirsch 23.06.2017, 10:14
2.

Scheint mir eher eine ungesunde Entwicklung zu sein. Wenn es nur noch Einsen und Zweien gibt, sind die Ansprüche zu niedrig.
Mir hat man noch beigebracht, dass z.B. Aufgaben ausgewogen sind, wenn die Notenverteilung der Gausschen Glockenkurve entspricht, dass im Grunde eine 3 nicht wirklich eine schlechte Note ist sondern guter Durchschnitt.
Auch wenn "Durchschnitt" heute eher negativ besetzt ist....

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fred45 23.06.2017, 10:14
3. Vergleichbarkeit nicht gegeben

All diese Studien und Berichte kranken daran, dass nur auf die Abschlussnote geschaut wird. Es wird nicht berücksichtigt, dass in die technischen und naturwissenschaftlichen Fächer schon während des Studiums extrem sieben. Da schaffen es dann die besten 20 bis 40% (geschätzt aufgrund eigener Beobachtungen) bis zum Abschluss, und die haben natürlich dann auch super Noten. In Jura hingegen wird jeder, egal was für eine Performance er (oder sie) hinlegt, bis zur Abschlussprüfung mitgeschleppt. Kein Wunder dass der Notenspiegel dann ganz anders ausschaut. Durch diese stark vereinfachenden Vergleiche wie in dem SPON Artikel werden die guten Absolventen der Fächer mit konstanter Selektion gegenüber denen aus Fächern, die sich einen Dreck kümmern, ob das Fach überhaupt was für den Kandidaten ist, abgewertet. Ich finde das unfair sowohl gegenüber den Absolventen als auch den Professoren.

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hansulrich47 23.06.2017, 10:17
4. Es gibt längst andere Kriterien

Zum Beispiel: Hat ein Bewerber auf eine Position 'schwierige Fächer' (wie Mathe, Chemie usw) schon in der Schule abgewählt? Hat er solide Kenntnisse in Fremdsprachen? Oder hat er nur ein wenig von allem gemacht? (Also nix richtig.) Liegt der Schwerpunkt seines Abis auf Babbelfächern? Und natürlich: Kommt er aus Bayern oder Bremen?

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Trockenfisch 23.06.2017, 10:19
5.

Zitat von unzensierbar
Wie ich schon oft gesagt habe, liegt das Problem nicht an der Noten-"inflation", sondern an dem was von Arbeitgebern, etc. erwartet wird. Wenn Arbeitgeber nur noch 1er Studenten eine Stelle anbieten, müssen Unis eben nachziehen indem sie mehr 1er Noten vergeben.
Das ist doch aber Unfug, wenn es nur noch eine geringe Anzahl Einser Abschlüsse gibt dann müssen die Arbeitgeber die offenen Stellen mit Zweier Absolventen besetzen. Jetzt ist es doch für die Unternehmer eher schwer eine Auswahl zu treffen wenn nur Top Absolventen auf dem Markt herumgeistern.

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ctreber 23.06.2017, 10:28
6. Notenverteilung angeben

Das habe ich gemacht, als mein Abschluss noch nicht so lange her war - da war eine 1 weit links vom Buckel der Normalverteilung, in der dünnen Zone...

Ich würde mir als Studienabgänger über die Inflation Sorgen machen - was für einen Eindruck hinterlässt das? Gefällt mir das, dass alle die gleiche Note haben, also anscheinend das Gleiche vermögen?

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dirsch 23.06.2017, 10:33
7. @fred45

Wenn vorher gesiebt wird, kommen aber auch Leute mit einer Drei oder Vier weiter - und die wird dann plötzlich zur Eins?
Oder siebt man alles aus, was schlechter als Eins ist? Dann sollte man aber anschließend das Niveau anpassen, sonst war das Aussieben unsinnig.

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darksystem 23.06.2017, 10:45
8.

Zitat von fred45
Durch diese stark vereinfachenden Vergleiche wie in dem SPON Artikel werden die guten Absolventen der Fächer mit konstanter Selektion gegenüber denen aus Fächern, die sich einen Dreck kümmern, ob das Fach überhaupt was für den Kandidaten ist, abgewertet. Ich finde das unfair sowohl gegenüber den Absolventen als auch den Professoren.
Es kann doch nicht sein dass ein Einser-Studenten aus dem ersten Semester auch eine 1 im Abschlusssemester hat weil nur er überhaupt geistig dazu in der Lage ist das Studium zu vollenden?

Die Leistung muss sich steigern wenn die Anforderungen steigen und der Notenspiegel muss das wiedergeben. D.h. eine 4 reicht zwar um das erste Semester zu bestehen, aber um über das zweite zu kommen braucht es eine Leistung welche im ersten Semester einer 3 entsprochen hätte u.s.w...

Wenn eine 1 im erstem Semster = 1 im letztem Semsester ist, fragt man sich warum es so wenige 3er und 4er Absolventen gibt? Weil die Anforderungen eben doch steigen, die Notenvergabe das aber nicht wiedergibt.

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Berg 23.06.2017, 10:46
9.

Wenn nicht die Fachrichtungen genannt werden, ist diese gesamte Notenrechnerei wertlos.

Dazu eine einfache Überlegung:
- Absolventen Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauwesen, Kraftwerkstechnik, Automobilbau werden in ihren Arbeitsstellen konkrete Arbeitsergebnisse abliefern müssen, 100pro perfekte, richtige, ökonomisch optimale Arbeitsergebnisse n (Konstruktionen, Technologien, Pläne, Projekte), die also im Studium eine glatte 1 bedeutet hätten.
- Absolventen Psychologie, Soziologie, Politikwissenschaft, Sprachen werden in ihren Arbeitsstellen mit Worten, Reden, Schriften zu tun haben, mit verschiedenen Standpunkten, unterschiedlichen Lösungen. Ehe ein Arbeitserfolg eintritt, vergeht viel Zeit.
Solche Unterschiede gibt es unter Uni-Absolventen.

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