Forum: Blogs
NSU-Prozess: "Mein Leben ist das einer Toten"
DPA

Andreas T. war am Tag des Mordes an Halit Yozgat in dessen Internetcafé. Und er war Mitarbeiter des Verfassungsschutzes. Vor Gericht versuchten die Vertreter der Nebenklage, Einsicht in alle Akten zu T. zu erlangen. Das ist nachvollziehbar - aber für den Strafprozess kaum sinnvoll. NSU-Prozess: Aussage eines ehemaligen Verfassungsschützers - SPIEGEL ONLINE

Seite 1 von 2
h.vonbun 03.12.2013, 19:35
1. Omnia

Der Artikel spricht für sich! Menschen, Schicksale, Opfer der Verdächtigungen, Vorurteile, zerstörte Familien, unendliches Leid und Schmerz, all das interessiert hier nicht. Deutschland verweigert sich und allem voran die Behörden samt Justiz, aus unserer Vergangenheit zu lernen.

Beitrag melden
rainers2 03.12.2013, 19:44
2. Was ist in einem Prozess relevant?

Wieso man die Forderung nach Herausgabe sämtlicher verfügbarer Akten über einen unmittelbar an einem der Tatorte und aller Wahrscheinlichkeit nach auch zur Tatzeit dort befindlichen Bürgers mit staatlichem Auftrag, in einem Prozeß wegen vielfachen Mordes, zur bloßen auf 'verständlichen' Befindlichkeiten der Hinterbliebenen beruhenden, aber juristisch irrelevanten Einlassung herabstufen kann, bleibt mir bei einem Artikel einer Autorin mit Sachkompetenz ein völliges Rätsel.

Beitrag melden
bio1 03.12.2013, 19:46
3. Alles Zufall?

Zitat von sysop
Andreas T. war am Tag des Mordes an Halit Yozgat in dessen Internetcafé. Und er war Mitarbeiter des Verfassungsschutzes. Vor Gericht versuchten die Vertreter der Nebenklage, Einsicht in alle Akten zu T. zu erlangen. Das ist nachvollziehbar - aber für den Strafprozess kaum sinnvoll.
Es ist verwegen, wie Gisela Friedrichsen zum Schluss kommt, dass "Niemand unter den Juristen (...) T. vermutlich tatsächlich für einen Tatbeteiligten" halten würde.

Ich vermute: Wenn sich Frau Zschäpe bei einem Ceska-Mord so verdächtig gemacht hätte wie T., dann würde sie medial und gerichtlich dafür verurteilt werden!

Es ist schon bemerkenswert, dass der ehemalige Verfassungschützer T. -zufälligerweise- am Tatort gewesen sein soll.

Beitrag melden
martin-kö 03.12.2013, 20:06
4. Wer glaubt noch an die Ehrlichkeit des Verfassungschutz?

Niemand! Der Herr T. hat den Mord mitbekommen und das versucht zu verschweigen. Der Hessische Verfassungsschutz hat ihn gedeckt! Warum? Hätte man eine weiße Weste, würde man alle Unterlagen herausgegeben haben. Nun wird man - selbst bei einem Herausgabebeschlusss - nur unvollständige und manipulierte Akten zu erwarten haben. Beihilfe ist nicht auszuschließen, aber so ist das, wenn der Verfassungsschutz sich selbst schützt.

Beitrag melden
dieter-ploetze 03.12.2013, 20:13
5. sehr verdächtiger schutz durch behörden

also,T.vom verfassungsschutz,verbrannt als agent
ist der ja nun sowieso,er ist bekannt.
was gibt es dann da zu schützen?der verdacht ist
wirklich naheliegend,dass hier versucht wird zu
vertuschen.man kann durchaus annehmen,dass die
behörden in den akten nicht gut wegkommen,wie auch
immer.daher sehe ich das allerdings als skandal!

Beitrag melden
gantenbein3 03.12.2013, 20:31
6. Kann man es

Zitat von sysop
Hat der Gesetzgeber das gewollt? Auf der einen Seite die Strafprozessordnung mit ihrer nüchternen Inszenierung des Rechts und dem Ziel, möglichst schnell die Schuldfrage zu klären - und auf der anderen Seite die Inszenierung des unermesslichen Leids von Opfern, die etwas verlangen, was vermutlich tatsächlich ohne Bedeutung für das Strafverfahren ist. Beide Anliegen prallen im Gerichtssaal aufeinander.
...denn nicht einfach den AnwältInnen überlassen, darüber zu befinden, ob etwas "vermutlich tatsächlich ohne Bedeutung für das Strafverfahren ist?" Die können das nämlich sehr gut beurteilen, wie ich zuverlässig weiß. Es ist eines Rechtsstaates unwürdig, wenn man als Anwalt Bitte-bitte-machen oder darum kämpfen muss, Akten zu erhalten, welche die Staatsanwälte kennen und von denen sie meinen, dass sie uninteressant seien und daher nicht benötigt würden. Das hat mit einer "Inszenierung des unermesslichen Leids von Opfern" überhaupt nichts zu tun, sondern ist einfach dem Umstand geschuldet, dass StaatsanwältInnen die Dinge aus ihrem Blickwinkel nicht nur anders sondern gelegentlich auch durchaus falsch sehen.

Beitrag melden
Hugh 03.12.2013, 20:38
7. Verschwörungstheorien wurden zur Wahrheit

Zitat von
Denn um die Person T., seinerzeit Mitarbeiter des hessischen Landesamtes für Verfassungsschutz, ranken sich die wildesten Verschwörungstheorien.
Ja, und? Weshalb sollten die nicht wahr sein?

Bis Juni haben wir alle nicht den VTs geglaubt. Heute sind wir schlauer.

Fest steht, der Mann war zur Tatzeit am Tatort. Warum?
Wirklich privat, oder doch dienstlich, und in welcher Funktion?
Fest steht auch, er hat darüber gelogen. Warum? Er hat versucht sich der Aussagepflicht zu entziehen. Und die Aufklärungsarbeit der Polizei und Staatsanwaltschaft damit erheblich behindert und verzögert. Warum?
Warum wird zumindest jetzt seine Akte nicht herangezogen? Der Verdacht besteht ja schon lange, dass unsere Schlapphüte in den NSU Skandal verwickelt sind. Durch sein und das Verhalten von Staatsanwaltschaft und Richter wird der Verdacht gestärkt, es solle etwas im Dunklen bleiben.
Wie schon geschrieben, was wir gestern noch für Unsinn hielten, ist heute die Wahrheit.
Warum wurden also all die Akten über die extreme Rechte geschreddert?
Was verbirgt dieser Mann, was steht in seinen Akten, das weder der Staatsanwalt noch der Richter in der Öffentlichkeit sehen möchten?

Was wird hier verschwiegen?

Beitrag melden
Alter Baum 03.12.2013, 21:01
8. ???

Ein Verfassungsschützer am Tatort - jeder andere stände unter Mordverdacht! Da stimmt doch etwas nicht!

Beitrag melden
Stäffelesrutscher 03.12.2013, 21:05
9.

Zitat von sysop
Andreas T. war am Tag des Mordes an Halit Yozgat in dessen Internetcafé. Und er war Mitarbeiter des Verfassungsschutzes. Vor Gericht versuchten die Vertreter der Nebenklage, Einsicht in alle Akten zu T. zu erlangen. Das ist nachvollziehbar - aber für den Strafprozess kaum sinnvoll.
Es steht aber der Verdacht im Raum, dass Andreas Temme das Gelände ausgekundschaftet hat.

Beitrag melden
Seite 1 von 2
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!