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Ökonomie: "Die Welt hat viel zu sehr auf Pump gelebt"

Hasso Plattner ist Multimilliardär. Im Jahr 2008 hat auch er sehr viel Geld verloren. Dennoch verteidigt der SAP-Mitbegründer das System - den Kapitalismus, den Aktienmarkt und sogar die hohen Manager-Boni.

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Ignorant00 04.01.2009, 15:52
110. Riposte!

Zitat von Ulrich Ochmann
Meine volle Zustimmung. Nicht ein einziger hier postender Kritier des Interviews ist konkret auf einzelne Aussagen eingegangen. Es werden eigentlich immer nur dieselben billigen Schemata herangezogen: 1. Plattner -> reicher Mann -> muss ein böser Kapitalist sein 2. SAP -> große Firma -> muss eine doofe Sklavenhalterfirma sein 3. Kapitalismus -> andere sind reicher als ich -> muss ein schlechtes System sein 4. Finanzsystem -> macht auch mal einen Spekulanten reich, wenn dieser richtig gewettet hat -> ist ungerecht Wenn die vielen Plattner-Gegner dazu übergingen, konkrete Passagen aus dem Interview zur Kritik heranzuziehen und analytisch zu beurteilen, dann wäre die Kritik um einiges greifbarer und glaubwürdiger.
Wie man sieht kann man herrlich anderer Meinung sein! Da habe ich doch vor einiger Zeit genau den Befürwortern des Interviews dies vorgeworfen:
Lobhudelei ohne Konkretisierung, was denn an diesem Interview so toll ist (wobei ich Sie hiermit ausdrücklich davon ausnehmen möchte - da Sie detailliert in mehreren Posts auf die Argumentation Plattners eingegangen sind).

Ich zumindest habe in vielen Postings auch konkrete Kritik am Interview lesen können,- dass ein mehrere Seiten langes Interview nicht von jedem Kritiker auch in derselben epischen Breite auseinandergepflückt wird erscheint mir verständlich.

Ihre 4 Punkte der Darstellung der Argumente kann ich jedoch ganz und gar nicht teilen, und erscheinen mir nur polemisch:
1. HÄH, wo steht das denn, war nicht Grundtenor der Postinge (und wenn - polemische Einzelmeinungen kamen von beiden Seiten)?
2. SAP wird stark kritisiert, was ich auch nicht so ganz verstehe, denn die meiste Kritik hat mit dem Interview nichts zu tun - allerdings auch nicht mit Ihrer Pauschalierung "Sklavenhalterfirma"
3. Reine Unterstellung, dass alle Kapitalismuskritik neidgesteuert ist- lässt sich auch nicht an Postings belegen oder?
4. Auch nicht bewusst gelesen, wobei man gerne mal die negativen Auswirkungen ungezügelten Spekulantentums diskutieren könnte und zumindest die Rolle von Wetten im Forum thematisiert wurde.

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Der Pragmatist 04.01.2009, 15:53
111. Ohne Kapitalismus kein Fortschritt

Zitat von Ulrich Ochmann
Meine volle Zustimmung. Nicht ein einziger hier postender Kritier des Interviews ist konkret auf einzelne Aussagen eingegangen. Es werden eigentlich immer nur dieselben billigen Schemata herangezogen: 1. Plattner -> reicher Mann -> muss ein böser Kapitalist sein 2. SAP -> große Firma -> muss eine doofe Sklavenhalterfirma sein 3. Kapitalismus -> andere sind reicher als ich -> muss ein schlechtes System sein 4. Finanzsystem -> macht auch mal einen Spekulanten reich, wenn dieser richtig gewettet hat -> ist ungerecht Wenn die vielen Plattner-Gegner dazu übergingen, konkrete Passagen aus dem Interview zur Kritik heranzuziehen und analytisch zu beurteilen, dann wäre die Kritik um einiges greifbarer und glaubwürdiger.
Ich warte immer noch auf Beitrsaege der Kapitalistenhaser, die uns einmal aufklaeren, welche erfolgreiche Firma denn wohl im Sozialismus gegruendet wurde und tausenden und abertausenden zu wohlhabenden Menschen gemacht hat.

Firmen wie SAP, Microsoft, Oracle und wie sie alle heisen und die damit verbundene Technologie waeren ohne Kapiatlismus nicht gegruendet worden.

Und noch eine wichtige Bemerkung: Ohne Kapitalismus wuerden hier nicht taeglich tausende im SPIEGEL Forum ihre Hetztiraden gegen den Kapitalismus zur Schau stellen koennen, denn ohne Kapitalismus gaebe es weder computer moch internet. Aber auch darauf werden die Kapiatlisenhasser eine, wenn auch unsinnige, Antwort haben.

Pragmatist

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Kognitive_Dissonanz 04.01.2009, 16:31
112. Ist die Medizin auch schädlich, so erhöhen wir halt die Dosis...

.

"Die Welt hat viel zu sehr auf Pump gelebt - und tut es noch", sagte Plattner weiter...


Diese Aussage ist so richtig wie sie falsch ist. Sie dokumentiert die kollektive Unkenntnis über Zusammenhänge unseres Geld- und Bankensystems, das eine stetig wachsende Verschuldung fordert um seiner selbst willen, einfach um weiter zu existieren...
Die Welt hat gar keine Wahl, sie MUSS - innerhalb unseres historisch gewachsenen Geldsystems - "auf Pump leben", um den Kollaps zu verhindern, bzw. um den unvermeidlichen, sich abzeichnenden, totalen Crash in die Zukunft zu verschieben. Es braucht für die wachsende Versorgung mit Geld eine wachsende Verschuldung. Wer das nicht weiss und sich dieser unumstößlichen Tatsache nicht bewusst ist, der trifft halt solche unqualifizierten Aussagen wie oben zitiert. Symptomdiagnose ohne Kenntnis der Ursache hilft nicht weiter:

http://www.infokrieg.tv/geldsystem_u...008_10_31.html

Kein einziger Geldschein kommt in den Wirtschaftskreislauf, der nicht "gepumpt" wird, für den nicht irgend ein Marktteilnehmer zum Schuldner werden muss. Derzeit ist es der Staat oder die Staaten, die sich gerade weiter verschulden müssen, die jetzt milliardenschwere Konjunkturpakete auflegen müssen (aus zukünftigen Steuergeldern) um den unvermeidlichen Kollaps auf unbestimmte Zeit in die Zukunft zu verschieben. Die dabei auftretende Spannung zwischen wachsenden Vermögen bei stetig zunehmender Verschuldung erzwingt - mathematisch simpel - eine krisenhafte Entladung, wie sie heute als Spitze des Eisbergs auftritt und auf die von den jenigen Oekonomen lange schon eindringlich hingewiesen wurde, die man lieber nicht so gern in eine Talk-Show einläd.

Das absurde in diesem System ist, dass es ohne ständig neue Schulden überhaupt kein Geld mehr gibt.

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Ignorant00 04.01.2009, 16:38
113. Pragmatiker oder Polemiker?

Zitat von Pragmatist
Ich warte immer noch auf Beitrsaege der Kapitalistenhaser, die uns einmal aufklaeren, welche erfolgreiche Firma denn wohl im Sozialismus gegruendet wurde und tausenden und abertausenden zu wohlhabenden Menschen gemacht hat. Firmen wie SAP, Microsoft, Oracle und wie sie alle heisen und die damit verbundene Technologie waeren ohne Kapiatlismus nicht gegruendet worden. Und noch eine wichtige Bemerkung: Ohne Kapitalismus wuerden hier nicht taeglich tausende im SPIEGEL Forum ihre Hetztiraden gegen den Kapitalismus zur Schau stellen koennen, denn ohne Kapitalismus gaebe es weder computer moch internet. Aber auch darauf werden die Kapiatlisenhasser eine, wenn auch unsinnige, Antwort haben. Pragmatist
Zu Ihren drei Absätzen:

Ein Kritiker ist nicht gleichzusetzen mit Hasser!
Wie definieren Sie "erfolgreiche Firma und tausende und abertausenden wohlhabend machen"? Geht es darum den Mitarbeitern ein Leben ohne grundlegenden Mangel wie Hunger, Obdachlosigkeit zu ermöglichen oder den Anteilseignern Reichtum?

Auch in anderen Wirtschaftssystemen gab es technologische Weiterentwicklungen.
Wenn man z.B. OpenSource Befürwortern Glauben schenken mag, wieviel Wohlstand und Weiterentwicklung wird durch SAP, Microsoft etc. verhindert?

Natürlich hätte ich darauf eine Antwort, aber leider bezeichnen Sie diese schon im Vorfeld als unsinnig, was eine Auseinandersetzung wenig sinnvoll macht.

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Celestine 04.01.2009, 17:28
114. xy ...

Zitat von webman
hallo....... die antworten von herrn plattner kannst du austauschen... herr hundt, herr sinn, herr westerwelle, herr kauder, herr ackermann, herr henkel und wie sie noch alle heissen - sie hätten genauso geantwortet.... webman ........greetings nach münster :))
Hallo,
dann haben Sie wohl nicht richtig zugehört: Zu z.B. Herrn Sinn gibt es einen Unterschied wie Tag und Nacht. Das Gelaber von Herrn Henkel kann ich ebenso wenig ertragen. So einseitig kapitalistisch äußert sich Herr Plattner eben nicht. All diejenigen, die Sie oben angeben, können Sie in eine Schublade stecken - die Ansichten ähneln sich wie die eineiiger Zwillinge, die ihr leben lang imselben Zimmer gelebt haben.

Ein entscheidender Unterschied noch:
Als Unternehmer hat Herr Plattner sein Geld auf eigenes Risiko verdient und hätte im schlimmsten Fall auch alles verlieren können, im Gegensatz zu den Herren angestellter Manager, die sogar für Werte- bzw. Arbeitsplatzvernichtung auch noch mit dicken Tantiemen etc. belohnt werden. Geht bei einem selbstständigen Unternehmer wie Plattner etwas schief, verhalten sich die Banken idR erbarmungslos und holen das Geld aus dem Privatvermögen - und zwar bis zum letzten Cent ...

Haben Sie das Interview überhaupt gelesen? Ich fand auch nicht alles okay, aber zum Teil doch beachtlich gut.
Insofern fand ich die einseitige Kritik mancher Foristen,
die gar nicht auf den Inhalt des Interviews eingingen, sondern vor allem das Unternehmen SAP kritisierten, ziemlich ungerecht.

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Celestine 04.01.2009, 17:57
115. xy ...

Zitat von Kognitive_Dissonanz
. "Die Welt hat viel zu sehr auf Pump gelebt - und tut es noch", sagte Plattner weiter... Diese Aussage ist so richtig wie sie falsch ist. Sie dokumentiert die kollektive Unkenntnis über Zusammenhänge unseres Geld- und Bankensystems, das eine stetig wachsende Verschuldung fordert um seiner selbst willen, einfach um weiter zu existieren... Die Welt hat gar keine Wahl, sie MUSS - innerhalb unseres historisch gewachsenen Geldsystems - "auf Pump leben", um den Kollaps zu verhindern, bzw. um den unvermeidlichen, sich abzeichnenden, totalen Crash in die Zukunft zu verschieben. Es braucht für die wachsende Versorgung mit Geld eine wachsende Verschuldung. Wer das nicht weiss und sich dieser unumstößlichen Tatsache nicht bewusst ist, der trifft halt solche unqualifizierten Aussagen wie oben zitiert. Symptomdiagnose ohne Kenntnis der Ursache hilft nicht weiter: Kein einziger Geldschein kommt in den Wirtschaftskreislauf, der nicht "gepumpt" wird, für den nicht irgend ein Marktteilnehmer zum Schuldner werden muss. Derzeit ist es der Staat oder die Staaten, die sich gerade weiter verschulden müssen, die jetzt milliardenschwere Konjunkturpakete auflegen müssen (aus zukünftigen Steuergeldern) um den unvermeidlichen Kollaps auf unbestimmte Zeit in die Zukunft zu verschieben. Die dabei auftretende Spannung zwischen wachsenden Vermögen bei stetig zunehmender Verschuldung erzwingt - mathematisch simpel - eine krisenhafte Entladung, wie sie heute als Spitze des Eisbergs auftritt und auf die von den jenigen Oekonomen lange schon eindringlich hingewiesen wurde, die man lieber nicht so gern in eine Talk-Show einläd. Das absurde in diesem System ist, dass es ohne ständig neue Schulden überhaupt kein Geld mehr gibt.
Wie soll man solche Zusammenhänge in einem Interview beschreiben? Man ist ja auch von den Fragen abhängig.
Bei mir das Interview so ein einseitiges Bild nicht hinterlassen. Dies wurde allein durch die Beschreibung der Lehman-Zertifikate deutlich. Dass Herr Plattner im Rahmen eines Interviews die komplizierten Zusammenhänge der globalen Makroökonomie nicht noch eingehender analysiert hat, können Sie nicht voraussetzen. Wurden Sie schon einmal interviewt? ;-)

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Celestine 04.01.2009, 18:01
116. xy

Zitat von Ignorant00
Auch in anderen Wirtschaftssystemen gab es technologische Weiterentwicklungen.
Ich bin zwar dezidiert eine Gegnerin des "Raubtierkapitalismus" und des sog. Neoliberalismus bzw. Marktradikalismus, aber ich möchte doch trotzdem von Ihnen wissen, welches Wirtschaftssystem Sie meinen bzw. welche technologischen Weiterentwicklungen ganz konkret. So weit ich es beurteilen kann, waren die Fortschritte im Vergleich doch eher als bescheiden zu bezeichnen. ;-)

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webman 04.01.2009, 18:39
117. risk...

Zitat von Celestine
Hallo, dann haben Sie wohl nicht richtig zugehört: Zu z.B. Herrn Sinn gibt es einen Unterschied wie Tag und Nacht. Das Gelaber von Herrn Henkel kann ich ebenso wenig ertragen. So einseitig kapitalistisch äußert sich Herr Plattner eben nicht. All diejenigen, die Sie oben angeben, können Sie in eine Schublade stecken - die Ansichten ähneln sich wie die eineiiger Zwillinge, die ihr leben lang imselben Zimmer gelebt haben. Ein entscheidender Unterschied noch: Als Unternehmer hat Herr Plattner sein Geld auf eigenes Risiko verdient und hätte im schlimmsten Fall auch alles verlieren können, im Gegensatz zu den Herren angestellter Manager, die sogar für Werte- bzw. Arbeitsplatzvernichtung auch noch mit dicken Tantiemen etc. belohnt werden. Geht bei einem selbstständigen Unternehmer wie Plattner etwas schief, verhalten sich die Banken idR erbarmungslos und holen das Geld aus dem Privatvermögen - und zwar bis zum letzten Cent ... Haben Sie das Interview überhaupt gelesen? Ich fand auch nicht alles okay, aber zum Teil doch beachtlich gut. Insofern fand ich die einseitige Kritik mancher Foristen, die gar nicht auf den Inhalt des Interviews eingingen, sondern vor allem das Unternehmen SAP kritisierten, ziemlich ungerecht.
hallo...

herr plattner trägt zwar unternehmerisches risiko, aber kein existenzielles...
es sei ihm gegönnt !
was er verdientermassen macht heisst "märklineisenbahn"...
er spielt nur noch mit seinem geld....investiert und hofft auf gewinn - wenn der nicht eintritt wird er es wohl als spiel sehen....wie früher mit seiner eisenbahn....und das ist auch gut so....
aber hier von unternehmerischem risiko zu sprechen wäre zu vermessen...
gruss
webman

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Celestine 04.01.2009, 20:27
118. xy

Zitat von webman
hallo... herr plattner trägt zwar unternehmerisches risiko, aber kein existenzielles... es sei ihm gegönnt ! was er verdientermassen macht heisst "märklineisenbahn"... er spielt nur noch mit seinem geld....investiert und hofft auf gewinn - wenn der nicht eintritt wird er es wohl als spiel sehen....wie früher mit seiner eisenbahn....und das ist auch gut so.... aber hier von unternehmerischem risiko zu sprechen wäre zu vermessen... gruss webman
Aber irgendwann einmal musste Herr Plattner ein unternehmerisches Risiko eingehen - als Gründer des Unternehmens. Davon war bei mir - eigentlich unmissverständlich! - die Rede. Sonst wäre er in die heutige (privilegierte?) Lage erst gar nicht gekommen. Oder hatte er das Unternehmen etwa geerbt?

Es ging bei mir also um das unternehmerische Risiko und nicht darum, was Herr Platnner heute mit seinem Geld tut.

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Steve Holmes 04.01.2009, 20:51
119. .

Zitat von Ignorant00
Konsequenz wäre ein staatlicher-weltweiter Ordnungsrahmen der die Verwirklichung dieser Punkte ermöglicht, allerdings ohne ein allesplanender Moloch zu werden.
Meinen sie etwa genau so effizient, schlank und umsetzungsstark wie die UNO?

Menschen in unterschiedlichen Regionen haben unterschiedliche Wertvorstellungen. Selbst in einem relativ kleinen Land wie Deutschland kann man das feststellen. Weltweit gilt das noch viel mehr. Also wird es auch nie eine "Weltordnung" geben. Jedes System steht daher im Wettbewerb zu anderen Systemen. Wenn es jemandem in Deutschland nicht paßt, kann er versuchen sich politisch zu engagieren oder er wandert in ein Land aus, in dem er sich besser aufgehoben fühlt.

Dieser Wettbewerb der Systeme ist auch daher wichtig, um unsere Politiker nicht faul und überheblich werden zu lassen.

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