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Offensive des Ensslin-Bruders: Das Rätsel der Stammheimer Todesnacht
dapd

Wie kam RAF-Gründerin Gudrun Ensslin am 18. Oktober 1977 im Gefängnis zu Tode? Bruder Gottfried Ensslin will endlich wissen, was in jener Nacht in Stuttgart-Stammheim geschah. Er prangert Ungereimtheiten bei der Untersuchung an und hat die Wiederaufnahme des Verfahrens beantragt. RAF in Stammheim: Bruder will Tod von Gudrun Ensslin 1977 klären - SPIEGEL ONLINE

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les2005 19.10.2012, 13:12
70. Wozu

Zitat von sysop
Wie kam RAF-Gründerin Gudrun Ensslin am 18. Oktober 1977 im Gefängnis zu Tode? Bruder Gottfried Ensslin will endlich wissen, was in jener Nacht in Stuttgart-Stammheim geschah. Er prangert Ungereimtheiten bei der Untersuchung an und hat die Wiederaufnahme des Verfahrens beantragt.
Wozu hätte man denn die Terroristen denn ermorden sollen? Und warum ausgerechnet nach der Befreiung der Geiseln?

Selbstmord aus Frust oder in einem raren Moment der Erkenntnis, auf ganzer Linie gescheitert zu sein, scheint mir recht plausibel. Und nachdem diese Truppe von Größenwahn befallen war, wundert es mich nicht daß sie zum gleiche nMittel wie der Gröfaz griffen.

Was läßt sich schon je lückenlos aufklären. Mit etwas Phantasie findet man immer 'Indizien'. Wenn ich als Gefängniswärter in eine Zelle komme, in der jemand erschossen mit Pistole liegt, drängt sich der Gedanke an Selbstmord nunmal schon auf. Das zu hinterfragen macht erst Sinn, wenn man hinter jeder Ecke eine gewaltige Verschwörung wittert. Das Leben ist doch meist weit banaler, als es viele wahrhaben wollen.

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brille000 19.10.2012, 13:12
71. und wenn wir schon mal dabei sind, da räumen wir halt richtig auf ...

Ich glaube einfach nicht an einen Selbstmord dieser Leute. Damit hätten sie dem deutschen Staat einen zu grossen Gefallen getan. Sie hatten einfach keinen Grund dafür. Der deutsche Staat, oder besser dessen "Staatsschützer" (man kennt die Geistespotenzen dieser Schutz-Pfeifen ja aus neueren Pannen) hatten einfach die Idee, jeden Grund für weitere Terrormassnahmen zur Befreiung dieser Leute von vornherein auszuschliessen, in dem man diese Leute einfach eliminiert, neutralisiert oder wie immer es im neueren Vokabular der unser aller "Freiheitsschützer" heissen mag. Normalerweise bezeichnet man dies als Mord. Und so wird es wohl auch gewesen sein.

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archie21 19.10.2012, 13:13
72. Neue Erkenntnisse zum Fall

Zitat von gazettenberg
Mich würde interessieren, wie Sie solche Plausibilitätsbetrachtungen anstellen. Wie können Sie erkennen, ob jemand seine Aussage "konstruiert" oder die Wahrheit sagt? Kennen Sie den Wachmann persönlich?
Nein, natürlich nicht. Da ja überall viel gelogen wird, auch und gerade in den Medien, ist man immer auf solche Überlegungen angewiesen. Wem nützt es? Ist das in Praxis machbar und wahrscheinlich, was die da behaupten? Ein Hochsicherheitstrakt, in den unerkannt Waffen eingeschmuggelt werden, ist z.B. nicht recht denkbar. Denkbar ist allerdings, daß man das absichtlich zugelassen hat. Nach neueren Erkenntnissen aus zuverlässiger Quelle trug sich das entscheidende Gespräch im Kanzleramt so zu: ("IM" soll hier "Innenminister" heißen)

BK: "Es muss aber wie ein Selbstmord aussehen."
IM: "Nein, viel besser - es wird ein Selbstmord *sein*!"
BK: "Und wie wollen Sie das erreichen?"
IM: "Ganz einfach, die erschießen sich selbst, die haben nämlich Waffen."
BK: "Was haben die?"

IM: "Ja, Pistolen, da haben wir für gesorgt. Die Wachhabenden müssen deshalb immer erst die Videoüberwachung fragen, ob die auch noch schön im Versteck sind, bevor sie die Zellen betreten."
BK: "Aber die erschießen sich doch nicht freiwillig?"

IM: "Die sind schon völlig fertig, das haben wir von unserem Gefängnispsychologen. Die machen sich gegenseitig fertig, und wir helfen dabei. Deshalb haben wir sie auch zusammengesperrt. Bringen Sie mal 24 Stunden mit Baader zu, dann würden Sie sich auch erschießen wollen. Schlau, was?"

BK: "Klingt gut. OK, dann machen wir das so."

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Thomas Kossatz 19.10.2012, 13:15
73.

Zitat von aber_nicht_doch
Welche Rolle das spielt? Eine gewaltige! Wenn es ein staatlich angeordneter Mord gewesen sein sollte ist das eine Hintergehung des Rechtsstaates. Eine Strafe, die ohne einer Gerichtlichen Instanz durchgeführt worden.....
Sie bringen es auf den Punkt, und ich erweitere es: Auch wenn man die Terroristen abgehört hat und den Selbstmord nicht verhindert, muss man das wissen, den es beleuchtet die Frage, warum Scghleyer sterben musste.

Alles spricht für Selbstmord. Und gerade deshalb gibt es keine Gründe, nach all der zeit die Akten zu öffnen. Das muss ein demokratischer Staat aushalten. Er unterscheidet sich von der Diktatur nicht dadurch, dass dort bessere Menschen leben oder weniger Fehler gemacht werden, aber sie kommen an die Öffentlichkeit und können kontrolliert werden.

Glaubt ernsthaft jemand, dass das NSU Desaster außerhalb der wenigen demokratischen Staaten weltweit aufgeklärt würde?

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_unwissender 19.10.2012, 13:22
74. Glaube an den Staat?

Zitat von euroberliner
...denn? Legendenbildung nach Jahrzenten? Will der Bruder, doch dem Staat unterstellen, seine Schwester umgebracht zu haben? Ich glaub es nicht, das gewisse Leute nicht einsehen wollen, dass die Terroristen einfach selbst einsahen, nur Selbstmord, ist die richtige Erlösung. Ihre Ziele, die BRD aus den Angeln zu heben, war gescheitert. Das sollte der Bruder auch einsehen.
Glaube an den Staat?
Das bedeutet natürlich auch, den Sprüchen auf den Leim zu gehen, die die NS-Diktatur wie eine himmlische Heimsuchung interpretieren. Davor war ja Rechtsstaat. Danach auch!
Deswegen konnte auch keiner etwas tun.

Eine sehr bequeme Sicht. Jedenfalls aus der Perspektive derer, die davon profitieren.

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olaf m. 19.10.2012, 13:23
75. ??? "Dann kam Bangemann...

Zitat von Medienkenner
Es gab ja damals schon einen im iva-Verlag erschienenen Bericht einer Internationalen Untersuchungskommission. Darin wurde festgehalten, daß -nach der "Todesnacht"- Sandspuren an Baaders Schuhen gefunden wurden. Es darf geraten werden, ob der Sand aus dem Stammheimer .....
...dran." ?
Oder meinen Sie einen anderen Politiker ?
Martin Bangemann wurde unter durchaus als "schräg" zu charakterisierenden Umständen 2001 Vorstand der spanischen Telefonica (und danach Mitglied des Aufsichtsrats der "Hunzinger Information AG").
Bitte sorgfältig recherchieren bzw. argumentieren...

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z_beeblebrox 19.10.2012, 13:24
76.

Zitat von Thomas Kossatz
Wenn man ohne jede tatsächliche Grundlage gleich allen mißtraut, dann ist das keine gesunde Skepsis mehr, sondern Paranoia. Im übrigen werden sie selbst ein Opfer ihrer Methoden: Mit dem "Ehrenwort" zitieren sie Barschel - und dessen Selbstmord ist mindestens deutlich zweifelhafter als der der Terroristen.
Nein, ein großer Unterschied ist es defintiv nicht!
Beide Vorgänge und die daraus resultierende offizielle Deutung sind extrem zweifelhaft.
In beiden Fällen hat der Deutsche Staat bis dato kein großes Interesse gezeigt, diese Vorgänge überhaupt aufzuklären.
Und das in einem Rechtsstaat ...

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hobbysechs00 19.10.2012, 13:26
77. nach dem was ich fuer widerwaertigseiten von Behoerden

insbesondere auslaenderbehoerden auswaertiges Amt - Behandlung von ausserezropaeischer menschen erlebe- ist einefaschistoide persönlichkeit im sinne v Adorno immer noch in unserem staatswesen lebendig und ich traue durchAus dem Geheimdienst zu die morde organisiert zu haben

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mborevi 19.10.2012, 13:27
78. Inzwischen war genug Zeit, ...

Zitat von sysop
Wie kam RAF-Gründerin Gudrun Ensslin am 18. Oktober 1977 im Gefängnis zu Tode? Bruder Gottfried Ensslin will endlich wissen, was in jener Nacht in Stuttgart-Stammheim geschah. Er prangert Ungereimtheiten bei der Untersuchung an und hat die Wiederaufnahme des Verfahrens beantragt.
... die Akten angemessen zu frisieren. Deren Offenlegung bringt also nichts. Nach aller Erfahrung aus jüngster Zeit und als Zeitzeuge der damaligen Ereignisse halte ich eine Liquidierung durch den sogenannten Verfassungs"schutz" oder eine vergleichbare Geheimorganisation für die wahrscheinlichste Hypothese.

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gute_frage 19.10.2012, 13:27
79. Anwälte sind weder Gefangene noch normale Besucher

Zitat von _unwissender
wissen Sie, wie die Gefangenen kontrolliert wurden? wissen Sie, wie die Besucher kontrolliert wurden? wissen Sie, wie oft die Zellen durchsucht wurden? Dann wissen Sie sicher auch, wie es kam, dass mehrre gleichzeitige Ausfälle von Überwachungseinrichtungen die Aufklärung dessen, was da passierte, verhindert.
Da baut sich mit der Zeit durchaus ein Bekanntheitsgrad auf und ein Vertreter des Rechts hat sicher auch so viel Ansehen, dass dieser nach dem x-ten Besuch nicht so streng oder eben gar nicht kontrolliert wird.

Dass in dieser Nacht ein Stromausfall war, ist bekannt.
Warum sollte es nicht der Beginn eines missglückten Befreiungsversuches gewesen sein ? Die Landshut wurde ja zum Zweck der Freipressung entführt. Vielleicht gab es einen Plan B, während des Ultimatums zu versuchen, die Gefangenen zu befreien, wozu diese die eingeschleusten Waffen benutzen sollten, der dann aber ebenfalls gescheitert ist. Doppelte Niederlage und Enttäuschung in einer einzigen Nacht, das ist schwer zu verkraften.

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