Forum: Blogs
Optimismus statt Schwarzmalerei: Sagen, was gut ist!
DPA

Das Publikum giert nach schlechten Nachrichten. Und so kritisieren sich Medien, Politik und Öffentlichkeit gegenseitig und verzerren die Wirklichkeit. Das ist falsch - und gefährlich.

karstenauswerder 20.08.2017, 12:30
1. So sind wir nun mal?

Ein sehr fundierter Artikel. Auf einer Seite ärgere ich mich oft über die ständig aufgeblähten negativen Nachrichten. Nur - vor vielen Jahren habe ich während eines Urlaubs im damals noch sozialistischen Rumänien das "Neue Deutschland" der DDR gekauft. Fast ausschließlich Jubelartikel über Erfolge und Berichte über irgendwelchen wichtigen Tagungen. Gähnend langweilig. Also dann lieber Spiegel und Co. Jeder ist schließlich selbst dafür verantwortlich was er in sein Gehirn lässt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
swenschuhmacher 20.08.2017, 13:40
2.

Für diesen Pessimismus sind die Medien zu einem guten Stück mitverantwortlich. Wie anders ist es zu erklären, dass die Menschen in Bezug auf die Welt so pessimistisch eingestellt sind, während in Bezug auf das eigene Leben Optimismus herrscht? Dabei ist es gerade dort am wenigsten angebracht, denn wir alle werden alt, werden statistisch betrachtet vielleicht arbeitslos, lassen uns scheiden, haben Unfälle oder schwere Krankheiten und sterben bei ungesunder Lebensweise früher als erwartet.

Kein Wunder, dass die Menschen auf Populisten und Angstmacher hereinfallen, wenn sie in den Medien ständig mit Katastrophen, Terror und Umweltzerstörung konfrontiert werden. Dass nur schlechte Nachrichten die Menschen interessieren, stimmt übrigens nicht. Es gibt genügend Lifestylemagazine und Websiten, die nur gute Laune verbreiten oder Katzencontent bieten und gerade deshalb so beliebt sind. Auch wenn man sich die meistgelesenen Artikel hier ansieht, stellt man fest, dass das überraschen oft Artikel aus dem Bereich Gesundheit, Wissenschaft, Stil sind, wie neulich das Rezept für Tagliatelle mit Rucolapesto, und nicht irgendwelche außenpolitischen Querelen.
Das soll jetzt aber nicht heißen, dass über Terroranschläge und Kriege nicht mehr berichtet werden soll. Für ein Magazin wie den Spiegel gehört es auch zum Selbstverständnis, kritisch über die aktuellen Zustände zu berichten. Aber bevor man zum 10. Mal in der Woche Trumps Geschwätz kritisiert, könnte auch mal hinterfragen, ob dessen Äußerungen für den Durchschnittsleser in Deutschland überhaupt so große Relevanz haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vanessa_steining 20.08.2017, 16:42
3. Ironie

Die Ironie dabei ist, dass der Autor genau dasselbe macht, was er kritisiert: sagen, was schlecht ist und was seiner Meinung nach falsch läuft.
Wer sich ein bisschen mit Psychologie beschäftigt (z.B. Cialidini) weiß, dass das sowieso kaum was bringt und dass es viel effektiver ist, gutes Verhalten zu loben als schlechtes zu kritisieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tmayer 20.08.2017, 16:45
4. Danke für den Artikel

Der Spiegel betreibt ja parallel auch die Rubrik "Früher war alles schlechter" und darüber bin ich froh. Mit meinen Mitmenschen kann ich aber darüber nicht reden. Wenn ich den Versuch starte, ihnen bei all dem Gejammer zu erklären, wie gut es ihnen eigentlich gehen muss, wenn sie darüber jammern können, dass das Essen nicht perfekt war, dann stößt man auf Unverständnis.

Beitrag melden Antworten / Zitieren