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Pädophilie-Debatte: Missbrauchsbeauftragter nimmt Grüne in Schutz
DPA

"Auch schmerzhafte Ergebnisse werden veröffentlicht, das ist genau der richtige Weg": Mit klaren Worten hat sich Johannes-Wilhelm Rörig in die Debatte um die Pädophilie-Aufarbeitung bei denGrünen eingeschaltet. Einen Rücktritt Trittins lehnt der Missbrauchsbeauftragte ab. Pädophilie-Debatte um Trittin: Rörig nimmt Grüne in Schutz - SPIEGEL ONLINE

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platin-iridium 17.09.2013, 14:12
80.

Zitat von Klaus100
Na, das ist ja mal ein Freispruch von diesem unabhängigen Johannes-Wilhelm Rörig.
Wo ist das - bitte - ein "Freispruch"?

Zitat von radamriese
also, nur, um rotgrün nicht zu schädigen, meint ein Missbrauchbeauftragte, dass alles gar nicht so schlimm ist.Ich bin entsetzt.
Viele - auch Sie - haben in ihrer besinnungslosen "Freude", den verhaßten Grünen endlich "etwas am Zeug flicken zu können" - den Artikel nicht gelesen:

Frauen aus der Union schalten sich in die Debatte um die Pädophilie-Vergangenheit der Grünen ein. Sie verlangen in einem Brief eine klare Position von Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt: "Als Mutter" dürfe sie zu den Verstrickungen von Jürgen Trittin "nicht schweigen".

Perfider geht's nicht mehr, heuchelnd-moralischen Druck auf eine Grüne in ihrer Rolle als Mutter - doch lesen wir weiter:

Zitat von
Einen Schritt weiter ging die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe, Gerda Hasselfeldt: Sie forderte Trittin zum Rückzug von der Spitzenkandidatur auf. Ginge es um den politischen Gegner, wäre Trittin "einer der ersten, die sich entrüstet und einen Rücktritt gefordert hätten", sagte Hasselfeldt der "Rheinischen Post". Ähnlich hatten sich bereits JU-Chef Philipp Mißfelder und CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt geäußert.
Ausgerechnet Dobrindt und Mißfelder, die übelsten Schmutzschleudern aus dem liberal-ultrakonservativen (CSU) Lager... .

Man kann Jürgen Trittin nur raten: "Jetzt erst recht..."

Nach dem Wahlkampf ist Zeit für die Aufarbeitung - für ein Programm, was vor 32 Jahren von einer Splittergruppe verabschiedet wurde - und nie Einzug in das Grundsatzprogramm der Bundespartei der Grünen gefunden hat?

Seid's noch zu retten?

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olymp666 17.09.2013, 14:13
81. Kein Titel

Zitat von linx
Das dieses Thema plötzlich kurz vor einer Bundestagswahl erneut hervor geholt wird ist ein Armutszeugnis und zeigt um welche angebliche morlaische Aufklärung es geht, um keine.
Nun ja, die Grünen selbst wollten ja die Aufklärung.
Was würde man den Grünen wohl vorwerfen, wenn Sie
die Veröffentlichung erst nach der Wahl gemacht hätten ?
Da hat niemand von außen mitgemischt.

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rambo-1950 17.09.2013, 14:13
82. Egal ob 1981 oder heute.......

wer Straffreiheit für sexuelle Handlungen mit Kindern fordert, muss seine abartige Fürsprache nach über 30 Jahren nicht versuchen schön zu färben!
Es ist unglaublich was für Leute Politik machen und
das "doofe" Wahlvolk maßregeln...............!

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de-be 17.09.2013, 14:13
83.

Wieso gab es eigentlich Anfang der 80er, als die "Straffreiheit jeglicher einvernehmlicher Sexualität" noch in den grünen Programmen stand, nicht diese Empörung, wie heute?

Gewiss lag es nicht daran, dass niemand die Programme kannte. Nein, diese Forderung wurde ganz offen diskutiert und war in den Medien zu finden.

Lag es nicht vielleicht einfach daran, dass niemandem die mögliche Tragweite dieser auf den ersten Blick doch sehr positiven Formulierung auffiehl, die sich zwischen vielen berechtigten und mittlerweile überwiegend umgesetzten Forderungen nach Entkriminalisierung und besserer rechtsstellung homosexueller Beziehungen versteckte?
Die Naivität, einigen wenigen Pädophilen in falscher Toleranz für eine kurze Zeit eine zu große Plattform geboten zu haben, kann man den damaligen Grünen vorwerfen. Aber mehr nicht!

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kumi-ori 17.09.2013, 14:15
84. Ich störe mich hier an dem Begriff "Verstrickung"

Zitat von Klaus100
Na, das ist ja mal ein Freispruch von diesem unabhängigen Johannes-Wilhelm Rörig. Der Mann disqualifiziert sich für alle Zeiten. Pädophilie ist keine akzeptable Neigung. Die Grünen müssen ihre Verstrickung aufarbeiten, obwohl zur Zeit Wahlkampf ist.
Und ich störe mich an der pseudo-moralistischen Empörung.

Ich bin Ihrer Meinung, das Pädophilie nicht akzeptabel ist und dass den Personen mit dieser Veranlagung nach Möglichkeit geholfen werden soll, dass kein Schaden entsteht.

Trittin hat für diese Passagen im Wahlprogramm Verantwortung übernommen und ist daher der Ansprechpartner Nummer 1, wenn es um die Aufarbeitung geht.

Allerdings handelte es sich hierbei um ein Wahlprogramm, das schon längst wieder kassiert worden ist, und das dem Wähler ja schon bereits zum aktuellen Zeitpunkt zur Abstrafung bereitlag. Es war auch nicht ein geheimes Dokument, das aus irgendwelchen Safes gekramt wurde und jetzt erst ans Licht kam und es waren schließlich die Grünen selbst, die diese Diskussion über die damalige Diskussion erst initiierten.

Ich halte diesen Punkt für einen verirrten Querschläger aus den Zeiten der sogenannen "sexuellen Revolution", als man mit den verqueren Ansichten aus den Fünfziger und Sechziger Jahren aufräumte und dabei bisweilen deutlich über das Ziel hinausgeschossen ist. Aber mir ist nicht bekannt, dass das Kommunalwahlprogramm der Göttinger Grün-Alternativen Partei in einem konkreten Fall zu päderastischen Vergehen geführt hätte.

Dass nun die Union hier wild schäumt, zumindest fürs Fernsehen, ist eindeutig dem Wahlkampf geschuldet. Die Mutterkreuz-Affäre der CDU-Frauen ist mindestens ebenso peinlich wie die dümmlichen Äußerungen der Grünen von damals. Werden doch hier die Opfer tatsächlich begangener Verbrechen als Wahlkampfknüller missbraucht.

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I am not convinced 17.09.2013, 14:17
85.

Zitat von darthmax
in der grünen Partein ist Herr Trittin nun nicht der einzige gewesen der in Pädophilie irgendwie verstrickt war, wie war das gleich noch mit Cohn-Bendit? Es gab zu Beginn eine recht starke Fraktion, die die Freigabe forderte, worüber sich seinerzeit aber die Presse nicht aufregte, da es nicht wichtig war.
Die Grünen waren damals ein Konglomerat verschiedenster Gruppierungen. Neben Umweltschützern, Atomkraftgegnern und Pazifisten gehörten auch K-Gruppen und Studentenbewegte zu denen, die sich bei den Grünen und deren Vorläufern engagierten, und eben auch einige, die zwischen sexueller Freizügigkeit und Gleichberechtigung von Homosexuellen auch pädophile Neigungen einschleusten.
Deswegen finden sich in den frühen Parteiprogrammen eben auch der Göttinger AGIL Forderungen aller dieser Gruppen. Trittin selber ist sicher nicht der Fraktion zuzurechnen, die Pädophilie legalisieren wollte. Er stammte aus der Studentenbewegung (AStA-Mitglied) und speziell aus den K-Gruppen. Er wird sich damals sicher hauptsächlich dafür interessiert haben, dass seine kommunistischen Vorstellungen im Parteiprogramm vertreten sind und den Rest wenig hinterfragt haben.

Natürlich trägt er dafür eine rechtliche (ViSdP) und moralische Verantwortung, möglicherweise muss er aus dieser Verantwortung auch Konsequenzen ziehen. Aber sicher nicht wenige Tage vor der Bundestagswahl angesichts der scheinheiligen Empörung der Union und von Teilen der FDP.

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graylion 17.09.2013, 14:18
86.

Zitat von sysop
"Auch schmerzhafte Ergebnisse werden veröffentlicht, das ist genau der richtige Weg": Mit klaren Worten hat sich Johannes-Wilhelm Rörig in die Debatte um die Pädophilie-Aufarbeitung bei denGrünen eingeschaltet. Einen Rücktritt Trittins lehnt der Missbrauchsbeauftragte ab.
Richtig. Ich bin Missbrauchsueberlebender und ich kann die Aufarbeitung durch die Gruenen nur begruessen. es ist ein Armutszeugniss fuer die anderen parteien, wenn sie diese Offenheit fuer eigenes politisches Heu nutzen. Ich wuerde mir wuenschen, dass auch nur eine andere Partei in Deutschland aehnlich mutig waere, statt mit Schmutz zu werfen.

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Spr. 17.09.2013, 14:18
87. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere ja noch an die damalige Debatte!

Zitat von sysop
"Auch schmerzhafte Ergebnisse werden veröffentlicht, das ist genau der richtige Weg": Mit klaren Worten hat sich Johannes-Wilhelm Rörig in die Debatte um die Pädophilie-Aufarbeitung bei denGrünen eingeschaltet. Einen Rücktritt Trittins lehnt der Missbrauchsbeauftragte ab.
Dann wird dieses Hochspielen von Trittin als fast-schon-Kinderschänder nämlich als purer Schmutz-Wahlkampf entlarvt!

Für die Jungen und Vergesslichen: Es ging damals im Wesentlichen darum, dass ein 18-jähriger, der beim Rumschmusen mit seiner 17-jährigen Freundin erwischt wurde, von deren Eltern als Kinderschänder angezeigt werden konnte. Selbst dann, wenn die Freundin zwei Wochen später Geburtstag hatte und 18 geworden ist. Was auch gar nicht so selten gemacht wurde, wenn den Eltern der Freund ihrer Tochter nicht gepasst hat.

Darüber haben auch nicht nur die Grünen debattiert, das war damals ein Thema, dass die gesamte Gesellschaft für wichtig befand - und Änderungsbedarf feststellte.

Wobei sich damals die gleichen Gruppen gegenüber standen. Die Konservativen wollten die Gesetze und vor allem die Strafen eher noch verschärfen und stellten die Grünen als potentielle Kinderschänder hin, um sich selbst als Saubermänner inszenieren zu können.

Die Grünen waren damals so naiv zu glauben, dass sie damit nur den Jugendlichen helfen. Was aus heutiger Sicht nur menschlich ist, denn jeder weiß zwar, dass es Kinderschänder gibt - aber doch immer nur woanders! Zumindest bevor die sehr, sehr vielen Missbrauchsfälle von Kindern durch hauptsächlich katholische Geistliche in das Blickfeld der Gesellschaft rückten.

Den Grünen und besonders Herrn Trittin jetzt zu unterstellen, dass eben solchen Missbrauch zu legalisieren das damalige Anliegen gewesen wäre, ist doch sehr weit hergeholt und ganz offensichtlich einzig und allein dem Wahlkampf geschuldet!

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Adrian E. 17.09.2013, 14:19
88. Text lesen!

Allen, die sich jetzt empören, empfehle ich einfach, den Text zu lesen. Im ganzen Dokument geht es um die Diskriminierung Homosexueller. Man muss daran denken, dass damals Homosexualität kriminalisiert und pathologisiert wurde; die meisten der Forderungen im abgebildeten Programm sind heute selbstverständlich, waren es aber damals nicht, und es ist anzuerkennen, dass Gruppen wie der Alternativ-Grünen-Liste Göttingen auch in der damaligen Zeit, als das noch nicht so selbstverständlich war wie heute, klar gegen die Diskriminierung von Homosexuellen eintraten. Im Text ist nur von Homosexuellen die Rede, Pädophilie kommt mit keinem Wort vor, man muss schon den Nummern der Paragraphen nachgehen, um zu sehen, dass auch Paragraphen gegen Sex mit Kindern geändert (wenn auch im Gegensatz zu dem gegen Homosexualität nicht aufgehoben) werden sollten. Das ist natürlich klar zu verurteilen, und man kann wohl sagen, dass es besser gewesen wäre, wenn Trittin damals aufgrund der Erwähnung des betreffenden Paragraphen sich geweigert hätte, das Dokument an die Presse weiterzugeben. Andererseits ist der Text klar als einer der "Homosexuellen Aktion" gekennzeichnet, weshalb man es durchaus als plausibel ansehen kann, dass jemand von einer politischen Gruppierung, die gegen die Diskriminierung von Homosexuellen eintritt, ein solches Dokument, bei dem es, wenn man es liest, ausschließlich um Homosexualität geht, an die Presse weitergibt und davon ausgeht, dass die Verantwortung für die Details von der angegebenen Homosexuellen Aktion übernommen wird.
In erster Linie muss wohl die Homosexuellenbewegung Vergangenheitsbewältigung betreiben, diese haben entsprechende Forderungen nach Straffreiheit bei Sex mit Kindern ohne Ausnützung eines Machtverhältnisses (als ob das möglich wäre...) aufgestellt. Grünen, liberalen und alternativen Kreisen, welche Forderungen der Homosexuellenbewegung unterstützten, kann man je nach dem vorwerfen, dass sie nicht genau genug hingeschaut haben, aber die Verantwortung wiegt sicher weniger schwer als diejenige der Aktivisten aus der Homosexuellenbewegung, welche in Texte gegen die Diskriminierung Homosexueller auch Forderungen im Zusammenhang mit Kindern hineingeschmuggelt haben, ohne dass dies beim Lesen der Dokumente auf den ersten Blick klar wird.
Bei der Abschaffung der Diskriminierung Homosexueller hat es große Fortschritte gegeben, weshalb die Bewegung jetzt wohl bereit sein sollte, sich den düsteren Aspekten ihrer Geschichte zu stellen.
Gar nicht gerechtfertigt ist es meines Erachtens, dies für den Wahlkampf zu missbrauchen.

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hauie 17.09.2013, 14:20
89. Dagmar Döring (FDP)

...hat vor anderthalb Monaten als Konsequenz ihre Bundestagskandidatur zurück gezogen, nachdem in dieser Pädophilendebatte ihr Aufsatz aus den 80 ern bekannt wurde. Trittin sollte genauso handeln und die Konsequenzen tragen, wenn er sein Gesicht noch wahren will! Aber wie ich ihn kenne wird er nichts machen und warten bis Gras über die Sache wächst, da er einfach zu machtgeil ist.

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