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Pakistanischer Atomphysiker: "Muslimische Gesellschaften sind kollektiv gescheitert"
Hasnain Kazim

In islamischen Ländern rumort es, auch nach der Arabischen Revolution sind überall religiöse Kräfte auf dem Vormarsch. Der pakistanische Atomphysiker Pervez Hoodbhoy sieht ein "kollektives Scheitern" von muslimischen Gesellschaften. Im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE erklärt er seine These. Interview mit dem pakistanischen Atomphysiker Pervez Hoodbhoy - SPIEGEL ONLINE

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alijak 28.01.2013, 14:46
170. ?

Zitat von Chipslette
Auch das Christentum ist nicht total gescheitert, immerhin verdanken wir ihm sowas wie die Menschenrechte, [...], die Abschaffung der Sklaverei etc. etc. - alles Entwicklungen, für die eine christliche Gesinnung die Grundlage war.
wtf? ist das ihr ernst? die menschenrechte sind ja wohl gerade erst durch die aufhebung der religiösen/göttlichen autorität und den darauf fussenden politischen absolutismus zu stande gekommen. und die abschaffung der sklaverei fusst wiederum genau auf dieser aufklärerischen und laizistischen strömung. ich glaube sie haben hier ein wenig vorschnell geschossen. atheismus ist sicherlich nicht die lösung für alles, aber er kommt dem vernunftbetonten rationalen handeln doch um einiges näher als es bislang sämtliche religionen geschafft haben.

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bathge 28.01.2013, 14:49
171.

Zitat:
wie sollen auch andere errungenschaften zustande kommen, wenn das leben sich praktisch nur um die religion dreht ?
Gegenfrage: Wie sollen andere Errungenschaften zustande kommen, wenn sich das Leben praktisch nur um Geld und Ansehen dreht?
Überheblichkeit und Intoleranz und Feindbilder waren immer der Anfang vom Ende, von Konflikten und Radikalisierung.

Spiegel, wo bleibt der Artikel, der sich Gesellschaftskritisch mit der radikalen Religion namens "Materialismus" und "Leistungsgesellschaft" beschäftigt?!
Respekt vor dem Herren, denn er kritisiert seine Landsleute.
Keinen Respekt hab ich vor dem Hochmut der Kommentare hier.
"Selbstvertrauen ist gut, Selbstkritik ist besser. Und Selbstverliebtheit ist das Ende von Allem"

Wir messen mit zweierlei Maß. Wir wollen Wohlstand und Fortschritt, aber machen es auf Kosten anderer. Wir verurteilen Radikale und Religionen aber ziehen unseren Nutzen daraus, dass es Menschen schlechter geht als uns. Pakistan hat uns zu interessieren, da unsere u.A. T-Shirts daher kommen. Wir bleiben dort aber beim Mindestlohn und Minimalismus, anstatt Bildung und bessere Gehälter zu zahlen. Weil das dann unsere Luxusprodukte im Preis um 0,5 bis 1 Euro für ein T-Shirt anhebt.
Extreme bringen Extreme hervor. Und wir verurteilen das primitiv und schaffen ein Feindbild. Anstatt die Ursachen zu bekämpfen, bekämpfen wir Symptome.

Das ist erbärmlich - Wohlstand und Frieden entsteht nur da, wo Sicherheit und funktionierende Wirtschaft existiert. Wir sollten aus unserer eigenen Vergangenheit lernen - die Alliierten haben uns nicht in die Steinzeit zurückgesetzt.
Ansätze sind in den Länder auch zu erkennen - aber das geht nicht durch ne Spende oder kruzfristige Hilfsprojekte.
Und wenn wir schon Interessenpolitik machen, dann lasst uns es doch ehrlich sagen. Ist doch auch nix schlimmes zu sagen, dass man seine Wirtschaftlichen Interessen und Handelswegen entsprechend auch verteidigt und mit militärischer Gewalt durchsetzt. Aber diese Scheinheiligkeit und diese Gutmenschen
sind nicht mehr zu ertragen!
Ein Talib hat mehr Ehre, Würde und Respekt als ein Heuchler, Lügner und Hetzer hierzulande.

Ich sag das als Soldat und BWL´er.

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miles2hh 28.01.2013, 14:50
172. Bravo!

Zitat von moev
Was aber hauptsächlich darauf basierte das Pflänzchen des griechisch-römischen Wissens am leben zu halten da die europäer verdorren ließen. Im Vergleich zu den Europäern dieser Zeit war allein das bewahren dieses Wissen eine starke Leistung. Allerdings wurde es eben auch größtenteils nur bewahrt, neue Blüten wurden in weit geringeren Ausmaß zum wachsen gebracht.
Ja, so war es!
Nicht nur in dieser Sache, sondern auch hinsichtlich der angeblichen andalusischen Mulitkulti-Idylle (wie auch bei der schrecklichen Inquisiton) ist Aufkärung nötig!

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süterlin 28.01.2013, 14:50
173. optional

Es geht nicht um "den" Islam, das "Christentum" oder Religionen allgemein. In unserer westlichen Welt haben wir die Religion, sowie unser "Werte"system doch komplett gegen Geld eingetauscht. Wir beten keinen Mann im Himmel mehr an, aber opfern der Globalisierung und dem Wachstum alles was wir in der Vergangenheit aufgebaut haben, in der irrsinnigen Annahme das auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen (und diese Grenzen haben wir doch fast erreicht!) ein unendliches Wachstum möglich sei, machen wir so weiter bis es nicht mehr geht. In einigen Regionen Europas (Portugal, Spanien, Griechenland) "müssen" die Anwohner schon ihr Grundwasser an Private Investoren verkaufen, weil sonst schon alles weggespart wurde. Das ist nicht das Europa was sich die Gründer erdacht haben, und dieses Europa kann es auch in dieser Form nicht mehr lange geben. Wir selbst befinden uns gerade im Niedergang, nur ist es leichter auf die anderen zu schauen anstatt hier die notwendig schmerzhaften Schritte einzuleiten.

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alijak 28.01.2013, 14:50
174. Vorschusslorbeeren

Zitat von panzerknacker51
Der muslimische Kalender befindet sich gerade im 16. Jahrhundert.
Nope im 15. Jh. und zwar am "Anfang" wir haben grade 1432 in der islamischen Zeitrechnung, oder war es doch schon 33/34. Nicht so wichtig, jedenfalls sind sie noch ein kleines Stückchen davon entfernt zu erkennen, dass die Erde rund ist ;))

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bicyclerepairmen 28.01.2013, 14:52
175.

Zitat von Tubus
Der entscheidende Satz im Interview scheint mir die Feststellung "wenn alles schief läuft, blicken die Menschen auf Gott." In der islamischen Welt ist vieles schief gelaufen. Zum Teil auch als Ergebnis westlichen Kolonialismus, der schwere gesellschaftliche Zerstörungen hinterlassen hat, aber auch neoimperialistischer Interventionspolitik, die nur die Sicherung der Ölquellen im Sinn hat und hatte. Der Westen und mit ihm verbundene Eliten haben sich völlig diskreditiert und gelten nicht nur, sondern sind korrupt. Nach dem Ausfall des Kommunismus als Widerstand organisierende Ideologie blieb nur noch der Islam. Religiösen Werten verbundene Menschen gelten dem Volk als weniger korrupt. Deshalb der Zulauf zu religiösen Parteien. Eine Antwort auf die wirtschaftlichen, technischen und gesellschaftlichen Probleme moderner Gesellschaften finden sich aber nicht im Koran!
Eventuell bemerkt das der sogenannte muslimische Frühling im Magreb, in Lybien, Ägypten oder auch in Syrien in erster Linie aus der Tat und Geldkräftigen Unterstützung aus Katar, den Saudis und den Golfstaaten erst endstanden ist ?

Das das Ganze eine Art Machtkampf der Golfstaaten gegeneinander
( versus Iran ) ist, natürlich mit Billigung der USA
( noch - den großer Fehler ) deswegen die stetige Verdrängung aus Palästina, der Abschuss des einstigen Darlings Assad...

Diese ganze Kommunismus/Kolonialismusdebatte als Ursache vorzuschieben ist so dermassen Asbach und aufgrund der vorherrschenden Tatsachen im Hier und jetzt mittlerweile ziemlich abwegig.

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bibabuzelmann 28.01.2013, 14:56
176. 1000 Jahre sind zu viel ...

Sagen wir mal 500 Jahre, bis dahin gabs schon ziemlich viel Innovationen im Maschinenbau, Philosophie, Medizin und Astronomie.

Sieht man auch schön in der Terra-X Reihe

Morgenland - Teil 2 - Terra X - ZDFmediathek - ZDF Mediathek

Morgenland - Teil 2 - Terra X - ZDFmediathek - ZDF Mediathek

Morgenland - Teil 2 - Terra X - ZDFmediathek - ZDF Mediathek


Nur halt blöd, das am Ende immer wieder irgendwelche Barbaren oder religiöse Fanatiker dem ganzen Fortschritt im Wege standen. Wenn mans genau nimmt, war es im Abendland ja nicht anders. Die Kirche war genauso gegen Forschung wie jetzt einige muslimische Fundamentalisten.

Wenn man den US-Wahlkampf verfolgt hat, dann weiß man auch, dass es auch immer noch christliche Fundamentalisten gibt, die die Forschung ver- und behindern wollen, und die Schöpfungsgeschichte und sonstige Fragwürdiges propagieren und Darwin und Co. verteufeln.

Wenn man jetzt Morgen- und Abendland vergleicht, dann stellt man fest, dass der einzige Unterschied darin besteht, dass die ungebildeten Konservativen, die oft zu religiösen Fanatismus neigen in der westlichen Welt einfach nur (noch oder schon?) in der Minderheit sind. Im Morgenland sind sie aber aufgrund der schlechten Schulbildung in der Mehrheit. Schlimmstenfalls schreit irgendein Bartträger "Ungläubige" und der Mob außer Kontrolle, bestenfalls gibts eine demokratische Wahl bei der dann die konservative Islampartei gewinnt.

Solange die Leute in Arabien und Co. keine guten Schulen haben, wird sich daran nichts ändern. Natürlich ist das konservative Establishment gegen Schulen (abgesehen von Koranschulen), aber darin unterscheiden sie sich nicht einmal so stark von ultrakonservativen Christen, die auf "home-schooling" pochen.

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pek 28.01.2013, 14:58
177. Nein, nein ...

Zitat von B.Neumann
Sehr geehrter Herr Kazim, was bitte ist ein säkularer Muslim? Entweder jemand glaubt an Allah, dann ist er nicht säkular oder er glaubt nicht an Allah, dann ist er kein Muslim. Als Deutscher Muslim .....
es sind Sie, die erkennen was schief läuft, die etwas ändern können. Aber an den deutschen Muslimen ist ja nicht soviel verkehrt. Es sind die verbohrten Einwanderer, voll ihrer gesellschaftlichen Zwänge, die teilweise gar nichts mit den Suren des Koran zu tun haben, die (natürlich) hierzulande genau so weiter leben und ihr verqueres Gedankengut an die nachfolgende Generation weiter zu geben versuchen.
Gott sei Dank klappt das selten wirklich!

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alijak 28.01.2013, 15:00
178. bäms!

Zitat von S.Vazaha
aber die Religionen verkünden unisono "Du sollst nicht töten". [...] In seinen Augen muss Jesus ein Versager sein, weil er ökonomisch und wissenschaftlich keine Erfolge aufzuweisen hat.
1. Teil des Zitats: made my day :))
2. Teil des Zitats: bester Spruch des Jahres! weil völlig am Thema vorbei und trotzdem unglaublich vielsagend über das Denken religöser Menschen! Danke!

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seltenwichtig 28.01.2013, 15:00
179.

Zitat von alijak
wtf? ist das ihr ernst? die menschenrechte sind ja wohl gerade erst durch die aufhebung der religiösen/göttlichen autorität und den darauf fussenden politischen absolutismus zu stande gekommen. und die abschaffung der sklaverei fusst .....
Etwas hat es auch daran gelegen, dass die Sklaven anfingen zurückzuschießen.
Quentin Tarantino lässt grüßen. :)
Der amerikanische Bürgerkrieg konnte nur geführt werden, weil der Bevölkerung eingeredet wurde, es ginge vordergründig um die Befreiung der Sklaven.

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