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Petersplatz in Rom: 200.000 Menschen feiern Ostermesse mit Papst Franziskus
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Papst Franziskus hat auf dem Petersplatz in Rom seine erste Ostermesse gefeiert - rund 200.000 Gläubige aus aller Welt waren dabei. Sie empfingen den das neue Oberhaupt der katholischen Kirche mit Jubel. Papst Franziskus feiert Ostermesse in Rom - SPIEGEL ONLINE

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river runner 02.04.2013, 17:52
100. Eine Anregung für die nächste Predigt von P. Cantalamessa

Zitat von Maga
Ich interpretiere Roy anders: Die Fundamentalismen in den Religionen sind Folge der Globalisierung. Diese führt zu einer Entkulturisierung von Religion. Die entkulturisierte Religion wiederum bietet einfache Antworten auf komplexe Fragen. Und das tun die Pfingstkirchen: Ihre Theologie ist an geistiger Schlichtheit kaum zu überbieten; dafür bieten sie "Happenings" und mehr "Action" als die katholische Kirche.
Um zu verstehen, worauf Roy hinaus will, habe ich noch einige Rezensionen gelesen. In der unten zitierten Rezension wird die wichtige Frage gestellt, was die Antworten der aufgeklärten Zivilgesellschaft auf die Provokationen der fundamentalistischen Erscheinungsformen einer ‚neuen Religiösität’ sein werden.

Ende der Religiosität?
Olivier Roy: Heilige Einfalt » CULTurMAG


Zitat von Maga
Die Herausforderung wird darin bestehen, "kreativere" Antworten auf die Pfingstkirchen zu finden ohne sich deren Inhalten und deren geistiger Schlichtheit anzunähern.
Ich poste die Rezension auch deswegen an Sie, weil ich darin eine Anregung für die nächste Predigt von Pater Cantalamessa gefunden habe, die Sie gerne an ihn weitergeben können. :-). Diesmal nicht Franz Kafka, sondern Berthold Brecht. Dieser Gedanke von ihm verdient es doch wirklich, im Petersdom vorgetragen zu werden:

„Ich habe bemerkt“, sagte Herr K., „daß wir viele abschrecken von unserer Lehre dadurch, daß wir auf alles eine Antwort wissen. Könnten wir nicht im Interesse der Propaganda eine Liste der Fragen aufstellen, die uns ganz ungelöst erscheinen?“

Zitat von Maga
Denn im Zweifelsfall ist das Original immer attraktiver als die Kopie.
Nicht für die 50 % der Menschheit, die die falsche Figur haben.

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Maga 02.04.2013, 21:24
101. ...

Zitat von river runner
Um zu verstehen, worauf Roy hinaus will, habe ich noch einige Rezensionen gelesen. In der unten zitierten Rezension wird die wichtige Frage gestellt, was die Antworten der aufgeklärten Zivilgesellschaft auf die Provokationen der fundamentalistischen Erscheinungsformen einer ‚neuen Religiösität’ sein werden. Ende der Religiosität?
Über die Gefahren entwurzelter Religionen: River runner, ich sehe die größte Gefahr für die christliche Religion in dieser geistigen und spirituellen Entwurzelung, die sich in der Hinwendung zu den Pfingstlern ausdrückt. Dagegen nehmen sich die Provokationen der Antireligiösen wie ein Klacks aus.




Zitat von river runner
Ich poste die Rezension auch deswegen an Sie, weil ich darin eine Anregung für die nächste Predigt von Pater Cantalamessa gefunden habe, die Sie gerne an ihn weitergeben können. :-). Diesmal nicht Franz Kafka, sondern Berthold Brecht. Dieser Gedanke von ihm verdient es doch wirklich, im Petersdom vorgetragen zu werden: „Ich habe bemerkt“, sagte Herr K., „daß wir viele abschrecken von unserer Lehre dadurch, daß wir auf alles eine Antwort wissen. Könnten wir nicht im Interesse der Propaganda eine Liste der Fragen aufstellen, die uns ganz ungelöst erscheinen?“
Werde ich an Pater Cantalamessa - gibt es einen schöneren Namen für einen Pater ;-) - weiterleiten, wenn ich ihn sehe. Ja, man muss nicht auf alles gleich eine Antwort parat haben, alles reglementieren und alles regulieren. Geistliche Bürokraten sind nicht angenehmer als säkulare...


Zitat von river runner
Nicht für die 50 % der Menschheit, die die falsche Figur haben.
;-)

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udo46 02.04.2013, 23:05
102.

Zitat von mundi
Als (nicht ganz) neutraler Beobachter, kann ich leider in Ihren Beiträgen, lieber udo46, nicht so ganz viel Liebe, Respekt und Toleranz finden. Vielleicht (nur zur Sicherheit) sollten Sie neben dem Diesseits, auch an das Jenseits denken. Frohe Ostern noch.
Ich sagte es doch schon einmal:
Mein mangelnder Respekt richtet sich nicht gegen Menschen allgemein, sondern gegen Menschen als Mitglied, Träger und Verbreiter eines religiösen Systems, das diese dazu bringt, Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu begehen oder zumindest zu fördern, die sie ohne dieses System nicht begehen bzw. fördern würden.
Ich nannte die Beispiele: Hetze gegen praktizierende Homosexuelle, Ausgrenzung Homosexueller allgemein, Verstümmelung von Kleinkindern (die RKK praktiziert das zwar nicht, aber hat grosses Verständnis dafür bei anderen Religionen), Stigmatisierung von geschiedenen Wiederverheirateten und Kondomverkäufern, Frauendiskriminierung usw.
Da hält sich zudem meine Toleranz in Grenzen.

Und Liebe ist keine Giesskanne.
Sie verwechseln das mit Empathie.
Empathie sollte man für seinen leidenden Mitmenschen empfinden und generell seine Mitmenschen nicht zuvörderst als seine potentiellen Feinde betrachten.

Lieben kann man - wenn überhaupt und wie gesagt - nur Menschen. Manche lieben auch Tiere, nun gut.
Aber was gar nicht geht, ist jemanden zu lieben, der durch immerwährende Abwesenheit glänzt.
Dieses ständige Beschwören der Liebe Gottes resp. der Liebe zu Gott hat etwas Künstliches, Aufgesetzes, im schlimmsten Fall etwas Pathologisches, Halluzinatorisches - und ist im Übrigen durch den inflationären verbalen Gebrauch völlig entwertet.

Und dann geht doch mancher her und behauptet, wer keine Gottesliebe in sich spürt, ist irgendwie kein richtiger Mensch. ;-)
Diese Leute sollten mal ihr Verständnis von Liebe überprüfen oder von professioneller Seite überprüfen lassen.

Was das Jenseits betrifft, so bin ich da ganz entspannt.
Ich teile nämlich nicht die kindliche Vorstellung vom Jenseits, wie es die Religionen propagieren.
Meine Devise lautet: Ich bin neugierig, und zwar darauf, ob ich nach meinem Tod die ungelösten Fragen des Lebens beantwortet bekomme oder nicht - ganz ohne das dämliche Vermenscheln der N a c h toderfahrung und die vorgegaukelten Gewissheiten durch die Religion.

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to5824bo 03.04.2013, 04:01
103. Pfarrbesoldung @

Zitat von Maga
Liebe river runner, ich schätze Graf gar nicht - und nicht erst, seit er eine bessere Bezahlung von Pfarrern gefordert hat, um mehr "Talente" in die Kirche zu holen. Wenn bessere Bezahlung die Motivation wäre, dann sollte man auf diese "Talente" besser verzichten. Abgesehen davon habe ich den Eindruck, dass der Mann geistig noch in der Zeit Calvins und Zwinglis lebt.
Sehr geehrte Maga,
zunächst ein mal ist Prof. Graf von Haus aus Lutheraner und hat mit Zwingli und Calvin ungefähr so viel zu tun wie der Ochs mit dem Bergsteigen.
Man kann ihn als derzeit oberliberalen protestantischen Theologen sehen und einschätzen, wie man/frau möchte (wenn man/frau es vermag, denn sehr gelehrt ist er auch).
Tatsache ist aber allemal:
Ev. Theologinnen diverser ev. Landeskirchen haben seit 1998 reale Einkommensverluste in Höhe von ca. 20% wehrlos hinnehmen müssen.
Z. B. durch ersatzlose Streichung des Weihnachts- und des Urlaubsgeldes sowie diversen Einschränkungen bei der Höhergruppierung.

Ich finde es nachgerade unverschämt, wenn Sie sich als katholische Laiin, als die sich schon des öfteren bezeichneten, zu diesem Bereich protestantischen kirchlichen Lebens bar jeder Ahnung in einer noch dazu hochnäsigen Form meinen äußern zu können und zu müssen.

Kümmern Sie sich bitte meinetwegen um die Pfarrbesoldung und Motivation der Geistlichen Ihrer Kirche; aber verschonen Sie uns mit Ihren ungebetenen Ratschlägen!

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Maga 03.04.2013, 08:57
104. ...

Zitat von to5824bo
Sehr geehrte Maga, zunächst ein mal ist Prof. Graf von Haus aus Lutheraner und hat mit Zwingli und Calvin ungefähr so viel zu tun wie der Ochs mit dem Bergsteigen. Man kann ihn als derzeit oberliberalen .....
Mir kommen die Tränen, aber ich werde weiterhin schreiben, was ich will und wie ich es will. Sogar dann, wenn es Ihnen "hochnäsig" vorkommt.
In den Zeiten Calvins und Zwinglis bedeutet auch nicht, dass Graf Lutheraner ist, sondern dass er offensichtlich noch im Zeitalter des Konfessionskrieges lebt.

btw, ich bin keine "Laiin", sondern ein Laie.

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mundi 03.04.2013, 11:21
105. mangelnder Respekt?

Zitat von udo46
Ich sagte es doch schon einmal: Mein mangelnder Respekt richtet sich nicht gegen Menschen allgemein, sondern gegen Menschen als Mitglied, Träger und Verbreiter eines religiösen Systems, das diese dazu bringt, Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu begehen oder zumindest zu fördern, die sie ohne dieses System nicht begehen bzw. fördern würden. Ich nannte die Beispiele: Hetze gegen praktizierende Homosexuelle, Ausgrenzung Homosexueller allgemein, Verstümmelung von Kleinkindern (die RKK praktiziert das zwar nicht, aber hat grosses Verständnis dafür bei anderen Religionen), Stigmatisierung von geschiedenen Wiederverheirateten und Kondomverkäufern, Frauendiskriminierung usw. Da hält sich zudem meine Toleranz in Grenzen......
Wenn ich Ihre Einleitung verstehe, haben Sie nichts gegen Menschen, die Ihre Meinung vertreten.
Menschen, die nach ihrer Religion zu leben versuchen, gehören dazu nicht.
Sie werfen Verschiedenes undifferenziert in einen Topf.
Zum Detail.
Die Katholiken lehnen in ihrer Mehrheit die Verstümmlung von Kindern, ob Jungen oder Mädchen strikt ab.
Das Ausleben der Homosexualität wird in vielen Kulturen als widernatürlich empfunden und ist bei den Katholiken eine Sünde.
Gegen Menschen, die homosexuell sind, wird nicht gehetzt. Sie besitzen alle Rechte.
Die Ehe als Sakrament gilt als unauflöslich. Niemand wird gezwungen, kirchlich zu heiraten. Die Trennung ist keine Sünde. Deshalb haben auch diese Menschen alle Rechte.
Wer dann eine andere Person heiratet, hat sein Treueversprechen und ein Kirchengebot gebrochen. Man verzichtet dadurch freiwillig auf volle Mitgliedschaft in der Kirche. Es ist genauso wenig eine Stigmatisierung, wie die eines Politikers, der nicht mehr in einer bestimmten Partei Mitglied sein möchte, weil ihm die Satzung nicht passt.

Kondomhandel:
Zu den Aufgaben von kirchlichem Personal gehören weder Handel mit Kosmetika, Tuperware oder Kondome.

Sollten Sie, wie allgemein üblich mit der AIDS-Keule kommen:
Keuschheit und eheliche Treue werden verlangt. Diese sind verbindliche Gebote.
Methoden der Verhütung werden dem menschlichen Gewissen, als oberster Instanz überlassen.
Vermutlich starb der homosexuelle Schauspieler Rock Hudson deshalb an AIDS, weil er zwar das Keuschheitsgebot der Kirche missachtete, aber dem Papst zuliebe keine Kondome benutzte.

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