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Piratenabwehr: Deutsche Reeder fordern schnelle Bewaffnung ihrer Schiffe
DPA

Die deutschen Reeder wollen ihre Schiffe mit eigenen bewaffneten Schutzmannschaften vor Piraten schützen. Sie forderten den Bundestag dazu auf, ihnen möglichst schnell die Bewaffnung von Handelsschiffen zu erlauben - damit sie schon Anfang 2013 zugelassen werden können. Deutsche Reeder wollen Waffen gegen Piraten einsetzen - SPIEGEL ONLINE

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Flari 01.09.2012, 21:48
120.

Zitat von amnesis
So wie bei den Philipinen auch, da wird eine andere Route gewählt. Also bleiben wir auf der gleichen Route, liefern den "Piraten" dauerhaft Nachschub und rüsten beide Seiten auf. Logik? Man bekämpft die Ursachen nicht in dem man Schiffe militärisch ausrüstet. Den Öko-Zeigefinger können Sie getrost vergessen, dafür interessiert sich in der Wirtschaft keiner. Aber Sie dürfen gerne mal ausrechnen wieviel Emissionen die verschieden Transportsyteme pro km/Tonne verbrauchen (LKW, Bahn, Lufttransport und Schiffgut), vielleicht erkennen Sie etwas.
Vielleicht sehen Sie sich einmal eine Landkarte mit wichtigen Punkten für den Erdöltransport vom Persischen Golf zu den Erdölhäfen im Mittelmeer, von denen auch Deutschland über Pipelines versorgt wird, an:

25.958045, 52.368162 nach 43.325178, 5.170897 - Google Maps

Und dann schätzen Sie einfach mal den zusätzlichen Aufwand für die Umrundung des Kaps ab, wobei die Tanker ja dennoch durch das erweiterte Operationsgebiet (bis zu 2000sm vor Somalia) der Piraten fahren müssen.

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tzahal 01.09.2012, 21:52
121. Keine

Also, was ist denn nun der Grund, warum keine "Automaten" an Bord sollen? Man erkennt einen Angriff erst auf relativ kurzer Distanz, und NACH Aufnahme des Angriffs durch die Piraten, da braucht es die "Stahlwand".
Die Begründung für "keine Automaten" muß ja geradezu brillant, einfach genial sein.

Oder soll das deeskalierend wirken? Eine der berühmten deutschen Friedensmissionen - zur See? Mit Gummibärchen schmeißen?

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Flari 01.09.2012, 22:42
122. Ergänzung

Zitat von Flari
Vielleicht sehen Sie sich einmal eine Landkarte mit wichtigen Punkten für den Erdöltransport vom Persischen Golf zu den Erdölhäfen im Mittelmeer, von denen auch Deutschland über Pipelines versorgt wird, an: Und dann schätzen Sie einfach mal den zusätzlichen Aufwand für die Umrundung des Kaps ab, wobei die Tanker ja dennoch durch das erweiterte Operationsgebiet (bis zu 2000sm vor Somalia) der Piraten fahren müssen.
Die zusätzlichen Kosten für die lange Fahrt ist dabei (bei Tankern) übrigens nicht einmal so entscheidend.
Logischerweise ist die ganze, weltweit vorhandene Tankerflotte kapazitätsmässig den aktuellen Bedürfnissen angepasst.
Verdreifacht sich die Fahrtzeit für eine Route, braucht man dort also auch die dreifache Menge an Schiffen.
Woher will man die auf die Schnelle nehmen, wenn man nicht alte Schrotthaufen reaktivieren möchte, die nicht ohne Grund ausgemustert wurden?

Ach ja: Die Philippinen waren nie eine Piratenhochburg, solange man nicht die Produktpiraterie damit meint.
Und die ist nicht auf dem Seeweg zu umschiffen.. *gg

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Nachteuie 02.09.2012, 00:38
123. Wie wärs mit

Also in der Luftfahrt hatte man ie Idee der "Airmarshalls" - bewaffneten Staatsbediensteten die als Passagier in Zivilflugzeugen mitfliegen und Entführungen verhindern oder zumindest erschweren sollen. Warum also keine "Seamarshalls" einführen? (Gut) Bewaffnete und (Gut) trainierte Polizeieinheiten die von den Reedern vom Bund für ihre Schiffe gemietet werden können und die dann auf gewissen Strecken an Bord der Schiffe mitfahren. Als ausgebildete Fachleute wären sie in der Lage und berechtigt Waffen wenn nötig fachgerecht und angemessen einzusetzen und eventuelle Überlebende gefangen zu nehmen und den zuständigen Gerichten zuzuführen. Und die Waffen wären unter behördlicher Kontrolle. Entsprechende Reglungen beim Einlaufen in fremde Häfen/fremde Territorialgewässer kann man regeln, bei den Airmarshalls hat das ja auch erstaunlich glatt geklappt.

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Flari 02.09.2012, 01:45
124.

Zitat von tzahal
Also, was ist denn nun der Grund, warum keine "Automaten" an Bord sollen? Man erkennt einen Angriff erst auf relativ kurzer Distanz, und NACH Aufnahme des Angriffs durch die Piraten, da braucht es die "Stahlwand". Die Begründung für "keine Automaten" muß ja geradezu brillant, einfach genial sein. Oder soll das deeskalierend wirken? Eine der berühmten deutschen Friedensmissionen - zur See? Mit Gummibärchen schmeißen?
Es wäre schön, wenn Sie sich etwas schlauer machen würden, wie und warum Gesetze gemacht werden und für wen sie wo gelten.
Das gilt natürlich auch für alle anderen, die meinen, man könnte ja mal eben Ausnahmen wie für die Hoteliers machen..

Kann man, aber wie?
Niedrigere MwSt-Sätze des umliegenden Ausland im Gastgewerbe erschwer(t)en die Preisgestaltung deutscher Beherbergungsbetriebe im grenznahen Gebiet.
Ok, das ganze war eh eine schwarz-gelbe Lüge, aber selbsverständlich gilt der neue Steuersatz auch für jeden Betrieb in D, der davon an sich überhaupt nicht betroffen wäre. Also für alle..

DK kassiert übrigens 25%, LT 21%, UK und SK 20%, Ungarn 18%, CZ 14%, sogar Österreich und Italien noch 10%.
Da musste es für D natürlich 7% sein...

Aber genauso müsste ein "Waffen-Gesetz" für die Handelsflotte für alle betreffenden Schiffe gelten, wobei schon wieder fraglich ist, ob dieses dann auf die Handelsflotte beschränkbar wäre.
Die Fischerei- und Kreuzfahrtflotte ist ja ggf. auch betroffen.
Und Privatjachten ebenso..
Also an sich jedes deutsche Schiff unter deutscher Flagge.
Zur Not ein Schlauchboot mit mehr als 5PS....

Bisher ist in D ausserhalb staatlicher Gewalt jeglicher (Schuss)Waffenbesitz und deren Benutzung personenbezogen geregelt.
Jede Ausrüstung von nichtstaatlichen Fahrzeugen (oder anderen Dingen) mit festinstallierten Schusswaffen wäre eine Abkehr von diesem Prinzip und benötigt eine kpl. Änderung des Waffengesetzes.
Selbst die Mitführungserlaubnis vollautomatischer Waffen benötigt das gleiche.
Je nach Art auch die Änderung des Kriegswaffenkontrollgesetzes.

Manches ist etwas komplizierter, als es im ersten Augenblick erscheinen mag.
Ich möchte nicht, dass ein Grosskotz mit einer Gatling auf dem Vorschiff auf der Ems, Weser, Rhein, Elbe, etc. rumshippert..
Und ich möchte auch nicht, das durchgeknallte Waffennarren, die man auch hier in jedem Waffenthread antrifft, in Panik wild durch die Gegend ballern, weil sie ein harmloses Boot für einen Piratenüberfall halten.

So weit die bisherigen Erkenntnisse sind, passiert es ja immer wieder, dass harmlose Menschen provilaktisch umgenietet werden.
Da waren doch auch die italienischen Soldaten, die vor Indien ein Fischerboot durchsiebten und das Pech hatten, dass es Überlebende gab...
Das ist natürlich nicht immer so.
Egal, wie man es interpretiert.

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Capt. 02.09.2012, 06:46
125. optional

Alle die gegen eine Bewaffnung und das Recht auf Selbstverteidigung sind, sollten mal eine Reise auf einem Schiff durch dieses Gebiet machen. Ich musste da öfters durch, und mir ging jedes Mal der Ar.... auf Grundeis. Die Mär vom armen Fischer zieht nicht mehr. Diese Mafia agiert international. Es geht auch nicht nur um Somalia, sondern auch an den Küsten Westafrikas und anderen Teilen der Welt muß man sich vor Piraten schützen.

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Friedrich der Streitbare 02.09.2012, 08:52
126. Mal wieder halbherzig

und vom Gutmenschengewissen getrieben. Selbstverständlich vollautomatische Waffen !

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zitzewitz 02.09.2012, 09:12
127.

Zitat von sysop
Die deutschen Reeder wollen ihre Schiffe mit eigenen bewaffneten Schutzmannschaften vor Piraten schützen. Sie forderten den Bundestag dazu auf, ihnen möglichst schnell die Bewaffnung von Handelsschiffen zu erlauben - damit sie schon Anfang 2013 zugelassen werden können.
Die TÜV und Ökosiegel zertifizierte Sicherheitsmannschaft tritt dann mit ihren Pistolen und Flinten gegen mit Kalaschnikow, schweren MG und Bazookas ausgerüstete Piraten an? Klingt nicht gerade nach einem guten Plan.
Entweder man gesteht den deutschen Schiffen eine angemessene Selbstverteidigungsbewaffung (MG, leichte Flak) zu oder lässt es ganz bleiben.

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dimetrodon109 02.09.2012, 09:59
128. Vor

Zitat von sysop
Die deutschen Reeder wollen ihre Schiffe mit eigenen bewaffneten Schutzmannschaften vor Piraten schützen. Sie forderten den Bundestag dazu auf, ihnen möglichst schnell die Bewaffnung von Handelsschiffen zu erlauben - damit sie schon Anfang 2013 zugelassen werden können.
hundert Jahren gab es schon mal die gleiche Situation. Chinesische Piraten "bedrohten" die deutschen Handelschiffe. Der Kaiser ließ extra Schiffe zum Schutz bauen. Diese Schiffe waren dann zwar nie in diesen Gewässern, aber das Presseecho war riesig, die Reeder aber waren nicht bereit den Schutz der Marine zubezahlen.
Gegen Piraten gibts nur einen Schutz Konvois, aber da ja jeder Reder nur ans schnelle Geld denkt...., werden weiter einzelne Schiffe auf die bekannt riskanten Routen geschickt. Waffen auf diesen Schiffen helfen da nichts, sie provozieren nur neue Gewalt.
Alter Wein in neuen Schläuchen.

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dimetrodon109 02.09.2012, 10:04
129. Welche

Zitat von dunnhaupt
Der nächste Schritt in diesem Seeräuberkrieg sind dann wohl von Kriegsschiffen begleitete Konvoys. Dabei wäre es billiger, den Piraten ihre Landbasis zu nehmen, doch das traut man sich wohl nicht.
Landbasis? Wieder Dörfer mit Strohhütten beschießen, und durch Zufall einen Onkel eines vermeindlichen Seeräubers treffen oder dessen Kinder. ja toller Vorschlag.
Es gibt dort keine Infrastruktur die es sich zu treffen lohnt.
2 jahre lang in Konvoi an dieser Küste vorbeifahren und denen geht das Geld aus. Einfach und unspektakulär. Basta

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