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Piusbruder Gaudron: "Die Kirche in Deutschland wird zusammenbrechen"
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Die Mitglieder der Piusbruderschaft verachten Homosexualität, Religionsfreiheit und Ökumene. Papst Benedikt suchte den Dialog mit der erzkatholischen Gemeinschaft, sein Nachfolger fährt einen anderen Kurs. Im Interview spricht der Dogmatiker Matthias Gaudron über das schwierige Verhältnis zu Franziskus. Piusbruder: "Die Kirche in Deutschland wird zusammenbrechen" - SPIEGEL ONLINE

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juttakristina 04.10.2013, 11:50
150. Phil2302,

und? Inwiefern sollte das ein Widerspruch zu der Aussage des Foristen sein, den Sie kritisieren? WER hat denn die Bibel "geschrieben"? Es ist eine Zusammenstellung von Texten, die Männer mit dem eben zu ihrer Zeit geläufigen Wissensstand in einer Männergesellschaft geschrieben haben und wiederum eine Männergesellschaft hat wiederum darüber entschieden, welche Texte in den Kanon der Bibel aufgenommen werden und welche nicht, weil sie ihnen nicht in den Kram passten! Daher kann man die Bibel sowieso nicht wörtlich nehmen. Wenn es um die Grundidee geht, warum sich dann in allen Punkten krampfhaft an der beschränkten Sichtweise einer antiken patriarchalischen festklammern?

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albertgoldenstein 04.10.2013, 11:50
151. Ich frage mich gerade...

...wie lange es noch dauert, bis die Piusbruderschaft auch junge verzweifelte Männer ohne Zukunftsaussichten beschwatzt, sich mit Bombengürteln auf Marktplätzen von "Sündenpfuhlen" in die Luft zu sprengen, um "Gottes Reich auf Erden" herbeizuführen? Die grundsätzliche Geisteshaltung ist jedenfalls auch nicht anders als die gewisser "Terror-Imame".

Die Katholische Kirche war vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil also eine Kirche "überzeugter Katholiken"? Nicht etwa eine Kirche, die dank ihres damals noch größeren Einflusses auf alle Lebensbereiche eventuelle Abweichler und Zweifler durch gesellschaftliche Strafmaßnahmen ausstoßen und mundtot machen und Verfehlungen der eigenen "Würdenträger" schlichtweg unter den Teppich kehren konnte? Ja, man merkt schon, daß der Mann Dogmatik "gelehrt" hat, und nicht etwa Geschichte. Denn über die Gründungsgeschichte der Katholischen Kirche scheint er wenig bis nichts zu wissen. Und die "einzig wahre" Kirche? Da sind aber die Orthodoxen seit 1054, spätestens aber seit dem vierten Kreuzzug 1204, ganz anderer Meinung, mein Herr. Aber die wurden auch sicher vom Satan beschwatzt...

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Dengar 04.10.2013, 11:50
152. @Leser161 #94

Die Toleranz der Dogmatiker hält nur so lange an, wie sie eine Minderheit darstellen. Das hat die Geschichte oft genug bewiesen.

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fabrikarbeiter 04.10.2013, 11:52
153. omg

Zitat von sysop
Die Mitglieder der Piusbruderschaft verachten Homosexualität, Religionsfreiheit und Ökumene. Papst Benedikt suchte den Dialog mit der erzkatholischen Gemeinschaft, sein Nachfolger fährt einen anderen Kurs. Im Interview spricht der Dogmatiker Matthias Gaudron über das schwierige Verhältnis zu Franziskus.
Solche Leute sind der Grund, aus dem ich aus der Kirche ausgetreten bin. Der neue Papst hat das Problem schon richtig erkannt.

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Atheist_Crusader 04.10.2013, 11:52
154.

Zitat von sysop
Gaudron: [...] Die katholische Kirche hat aber gerade bei überzeugten Andersgläubigen viel an Glaubwürdigkeit verloren, weil im interreligiösen Dialog oft so getan wird, als wüssten wir Katholiken selbst nicht, was wahr ist und müssten die Wahrheit erst noch gemeinsam mit den Gläubigen anderer Religionen suchen.
Also vielleicht spreche ich da ja auch nur für mich, aber Religion war für mich sowieso immer die unbelegbare Behauptung, etwas zu wissen das andere Leute nicht wissen.
Von daher: zuzugeben, dass man auch nicht alle Antworten hat, dass man auch nicht völlig sicher sein kann, dass es noch Dinge gibt die man herausfinden und lernen kann... das macht in meinen Augen eher glaubwürdig, sympathisch, menschlich.

Die schlimmsten Personen sind nicht die die zweifeln, sondern die die vollkommen überzeugt sind das sie selbst das ewige Wahrheitsmonopol besitzen.

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bert1966 04.10.2013, 11:52
155.

Glaube

ist zunächst doch einmal eine Handreichung für jedes Individuum selbst, eine Hilfestellung und ein Angebot, um mit den eigenen Urfragen und auch den eigenen Unzulänglichkeiten zurecht zu kommen. Wer schon dass nicht erreichen kann, wer schon für eine ordnende Moralstruktur in sich selbst keinen Platz hat (und jeder, da hat nicht nur Franziskus völlig Recht, jeder trägt so eine Struktur gleichsam "ab Werk" in sich), wer dieser Struktur keinen Platz lässt, glaubt sie durch Statussymbole und Äußerlichkeiten komplett ersetzen zu können (das trifft nicht nur auf liturgieaffine Piusbrüder oder amtsverliebte Bischöfe z. B. in Limburg zu), der muss sich gar nicht erst darum bemühen, sein Innerstes an andere Menschen weitergeben zu wollen: da ist nichts, was der Weitergabe wert wäre. Vielmehr muss er dann doch umso mehr bereit sein, kritische Stimmen von außen zu hören und sich selbst in Frage zu stellen.

Wie kann einem Menschen, der die Theologie angeblich so sehr in seinen Lebensmittelpunkt rückt so ein Gedanke nicht kommen ? Glaube ohne Selbstzweifel ist Hochmut und Bigotterie, selbst- und nicht gottgefällig. In diesem Sinne mag der Heilige Geist auch all die erreichen, die nur tradionalitisch, rückwärtsgewandt, Neuem gegenüber unsicher und ängstlich keinen fremden Gedanken an sich heranlassen wollen !

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brille000 04.10.2013, 11:54
156. Es gibt keinen Gott!

Wie kann es sein, dass in unserer jetzigen Zeit in der sogenannten "Zivilisation" Menschen an so einen Schwachsinn glauben können? Heute, wo jedem alles Wissen dieser Welt offensteht. Hier endet Ignoranz gegenüber Naturwissenschaften in vollkommener Dummheit. Glauben ist für solche Leute bequem. Egal was passiert, der liebe Herrgott war's, denn er hat es so gewollt, aus welchen Gründen auch immer. Aber jeder kann in diesem Land (noch) glauben, was er will und das finde ich auch richtig, verstehen tue ich es nicht.

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Bondurant 04.10.2013, 11:54
157. Treffend.

Zitat von Dengar
Die Toleranz der Dogmatiker hält nur so lange an, wie sie eine Minderheit darstellen. Das hat die Geschichte oft genug bewiesen.
Und warum sollte jemand, der sich nicht nur im Besitz der Wahrheit, sondern auch des Heils für alle Menschen sieht, tolerant sein?

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Namibdesert 04.10.2013, 11:54
158. Konsequente Spinner!

Da redet doch endlich mal jemand Klartext. Es ist heute ja kaum noch möglich, einem vermeintlich gläubigen Christen einen klaren und konsequenten Standpunkt zu entlocken. Dieses aalglatte Wischiwaschi, das Sich-Nicht-Festlegen-Wollen, diese bereitwillige Biegsamkeit gegenüber dem Zeitgeist hat die christlichen Kirchen in ihre verdiente Bedeutungslosigkeit geführt. Als Atheist könnte mich das freuen (und tut es auch!). Trotzdem wäre es mir lieber, wenn sich die Menschen durch Aufklärung und Nachdenken bewusst gegen Religion entscheiden, anstatt sich ihren Glauben aus völlig sinnentleerten, Zeitgeist-getriebenen Floskeln zusammenzusetzen.

Da lobe ich mir doch die Konsequenz und Unerschrockenheit, mit der Bruder Gaudron die ganze Absurdität seines Glaubens vertritt.

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sprechweise 04.10.2013, 12:03
159.

Zitat von ein schelm ...
Das ist so nicht ganz richtig. Der Agnostiker beantwortet die Frage "gibt es Gott" einfach mit "ich weiss es nicht".
Die Frage ist schon unsinnig. Die Frage müsste heißen:

"gibt es ein Wesen mit folgenden Eigenschaften...."

Je nach geforderten Eigenschaften, kann man diese Frage mit ja, nein und "weiß nicht" beantworten. Letzteres in den Geschmacksrichtungen "vermutlich", "unwahrscheinlich" usw.

Wenn "Gott" nur auf zwei Füßen stehen soll, dann ist die Frage mit JA zu beantworten und Vögel sind dann Götter.

Wenn "Gott" den Erzählungen der "heiligen Schrift" genügen soll, dann ist die Antwort definitiv NEIN, da notorisch viele Widersprüche vorhanden sind.

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