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Plötzlicher Kontaktabbruch: Eisernes Schweigen
ZDF

Doris D. hat eine Busenfreundin, 34 Jahre lang. Monika ist immer da, bei der Hochzeit, bei der Taufe der Tochter, bei der Beerdigung des Bruders. Dann bricht sie den Kontakt von einem Tag auf den anderen ab. Geschichte einer Funkstille. Plötzlicher Kontaktabbruch: Eisernes Schweigen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama

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miss.moon 03.04.2012, 16:40
160.

Zitat von picard95
Jeder hat solche Erfahrungen schon gemacht. Vielleicht nicht in dieser Konsequenz mit totaler Funkstille, aber ansonsten ist an diesem Artikel eigentlich nur erwähnenswert dass die Freundin daran seelisch zerbricht. ...Ein Fall für professionelle Hilfe bei einem Seelendoktor.
Finde ich so nicht. Mir ist das gleiche passiert, erst mit einem Mann und dann mit meiner besten Freundin. Bei dem Mann hat es Jahre gedauert, bis ich endgültig abschließen konnte, bis ich nicht mehr tagtäglich an ihn denken mußte.

Bei meiner Freundin ebenfalls. Plötzlich war Funkstille, es kam nichts, nur eine bescheuerte Ausrede. Ich habe mich hineingesteigert, bis ich mir irgendwann gesagt habe, dass es jetzt gut ist, dass es nicht mein Problem ist, wenn sie keine Worte findet. Dass es nicht mein Problem ist, wenn sie nicht damit fertig wird, dass ich ein eigenes Leben habe. Es hat zwei, drei Monate gedauert, in denen ich massiv getrauert habe - jawohl, getrauert um meine Freundin, die zwar noch lebte, aber plötzlich alle Brücken abgebrochen hat. Sie war quasi tot. Für mich. Es hat ein, zwei Jahre gedauert, bis ich es endgültig akzeptieren konnte und damit abgeschlossen habe.

bei vielen anderen Menschen ist es so: sie kommen, sie gehen. Aber nicht, wenn dieser eine Mensch ein Seelenverwandter gewesen ist, dann ist es anders, dann geht es tief und tut einfach nur verdammt weh. Und warum sollte die Frau ein Fall für den Seelenklempner sein, wenn sie Gefühle hat? Manche Menschen kommen schnell über Trauer und Trennung hinweg, andere eben nicht.

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Zephira 03.04.2012, 16:41
161.

Zitat von Floh73
Wir Aussenstehende urteilen über zwei Frauen, bei dem die eine scheinbar ein großes Defizitproblem im Konflikt und Kommunikationsaustausch hat und die andere dadurch schon Züge von Stalking vorweist.
Mich hat das in der Tat an einen bitterbösen Film mit Audrey Tautou erinnert. Den Titel nenne ich mal nicht, will ja niemanden spoilern ;) Dort geht es aber auch darum, dass ein Konflikt von zwei Seiten beleuchtet wird und sich je nach Blickwinkel krass unterschiedlich darstellt.

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muwe6161 03.04.2012, 16:48
162.

Zitat von koboldine_2011
Was hat Sie daran gehindert, ihm zu sagen, dass Ihnen sein Verhalten zutiefst zuwider ist?
Natürlich habe ich das gemacht und zwar sofort mit spontanem Unverständnis, später langwierigen Erklärungen und schliesslich sogar schriftlich.

Nur war seine Reaktion in keiner Weise angemessen.
Letztlich war seine Reaktionen verletzend.

Der Totalabbruch erfolgte Monate später, auf eine Wiederholung der verletzenden Antworten hatte ich keine Lust, also wich ich den wiederholten Fragen aus.

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ColynCF 03.04.2012, 16:48
163. Jeder ist ersetzbar, auch ein Freund

Zitat von vrdeutschland
Bitte die Leute aus der Vergangenheit abhaken, wenn sie nicht wollen.
Ja, das ist auch meine Erfahrung. Ich hab mich mehr als einmal zum Depp gemacht, weil ich alten Freunden ewig hinter her gerannt bin. Aus einem falschen Treueverständnis, vielleicht aber irgendwann auch weil Verlassen-werden immer als persönliche Niederlage gewertet wird. Sowohl von einem selbst, aber auch vom Umfeld, das die Geschichte eventuell mitbekommt. Deswegen geht es bei vielen Beziehungen am Ende nur noch um den letzten Triumphpunkt: wer verläßt wen? Wer bleibt als einsamer Verlierer zurück?

Aus meiner Erfahrung gibt es in so einer Situation wirklich für einen selbst nur den harten Cut. Am besten auch die Nummer aus allen Telefonverzeichnissen streichen, damit man nicht beim Scrollen immer wieder an die alte Beziehung erinnert wird und man dann jedesmal der versuchung widerstehen muss, doch wieder auf den "Anrufen"-Button zu drücken - was dann in einer neuerlichen Niederlage und wieder verletztem Selbstwertgefühl führt.

Sicher soll man versuchen, alte Freundschaften am Leben zu halten und ggf. zu retten. Aber niemals weiter als es der eigene Stolz zulässt. Bekommt man am Ende gar nach vielen selbstaufopfernden Versuchen den "Freund" zurück, dann ist man evtl. innerlich beleidigt, lässt dies den "Freund" spüren, was er wieder als Oppression empfindet. Solange bis das Spiel womöglich von vorne losgeht. Wenn da 2 entsprechende Charaktere aufeinander treffen kann das ewig gehen.

Also: Cut - Strich drunter. Wenn ich in so einer Situation bin, dann gehe ich dem anderen auch bewußt aus dem Weg, weil ich ihn/sie nun auch nicht mehr sehen will. Langsam baut sich dann das eigene Selbstwertgefühl wieder auf. Denn ganz ehrlich: zu 90% war das die Ursache des Verlustgefühls, nicht der Verlust des "Freundes" selbst.

Jeder ist ersetzbar.

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rammbock 03.04.2012, 16:50
164. ..

Ich kenne das aus einer anderen Perspektive.
Von einen depressiven Menschen, die können Beziehung nicht mehr aufrecht erhalten, und merkwürdigerweise erwischt das oft Menschen von denen man es nicht erwartet.
Kann hier auch so sein.

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rosarot70 03.04.2012, 16:51
165.

Ich habe auch schon oft Freundschaften ohne Erklärung abgebrochen. Bei mir steckte nie ein besonderes Ereignis oder eine tiefe Verletzung dahinter. Bin nur einfach irgendwann genervt.
Über die unzuverlässige Freundin, die jahrelang zu jeder Verabredung zu spät kommt und bei jedem Umzug keine Zeit hat. Über den wehleidigen Freund, der nur von sich erzählt, immer seiner Ehefrau für all seine Probleme die Schuld gibt und sich dennoch nicht trennt.
Über die dominante Freundin, die erwartet, dass ihre Tipps auf jeden Fall umgesetzt werden, die immer Recht haben will.....

Anfangs versuche ich mich in Toleranz, jeder Mensch hat seine Macken. Dann merke ich, das die Treffen nur noch lästige Pflicht sind. Manchmal spreche ich an, was mich stört, manchmal auch nicht. Irgendwann, manchmal erst nach Jahren, breche ich einfach so den Kontakt ab.
Sicher fällt es leichter, wenn man eher ein Mensch ist, der gerne auch mal alleine ist, wie es bei mir der Fall ist.
Und immer war ich erleichtert, mir hat die Person im Nachhinein einfach nicht gefehlt. Es war eher so, als würde ich mich von Ballast befreien. Hab es nie bereut.
Es ist nicht fair, aber bequem. Das gebe ich zu. Und vielleicht auch ein Zeichen der Zeit: wechselnde, instabile soziale Kontakte. Ich bin halt auch nur ein Kind der Individualisierungsgesellschaft.

Dafür lerne ich schnell neue Menschen kennen, die mich dann ein paar Monate oder Jahre begleiten. Dies war immer eine Bereicherung und es wäre nicht möglich gewesen, wenn ich noch all die Freunde aus meiner Schulzeit, Studienzeit und sonstigen Lebensetappen hätte.

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