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Portugal: Hunderttausende protestieren gegen Sparpolitik
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Sie fordern den Rücktritt der Regierung und ein Ende des Sparkurses: Hunderttausende Portugiesen sind in rund 30 Städten des Landes auf die Straßen gegangen. Erst vor wenigen Tagen hatte die Regierung neue Steuererhöhungen angekündigt. Portugal: Hunderttausende protestieren gegen Sparpolitik - SPIEGEL ONLINE

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Progressor 03.03.2013, 08:16
10. Einsicht nötig

Die Wahlbevölkerung im Gemeinschaftswährungsraum kann nicht mehr bestimmen, welche Politik in ihrem Lande gemacht wird. Da eine Haftungsgemeinschaft besteht, müssten nämlich die Geberländer praktisch dann für alles geradestehen. Das ist unzumutbar.

Weiterhin übernehmen die Lohnstückkosten im Euroraum die Funktion der nicht mehr vorhandenen Wechselkurse. Damit bekommt die Lohnhöhe eine dermaßen wichtige Aufgabe, dass sie durch die Politik bzw. durch die Tarifvertragsparteien nicht mehr bestimmt werden kann. Es sind exakte makroökonomische Vorgaben dann, die einzuhalten sind.

Mit anderen Worten: Protestieren ist sinnlos. Die Leute müssen begreifen, dass sie nichts mehr zu sagen haben.

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ex rostocker 03.03.2013, 08:55
11. Wo bleibt der Beitrag Portugals?

Die geforderten Neuwahlen werden am korrupten portugiesischen System nichts ändern. Auch die Vorgänger-Regierung des Sozialisten Socrates hatte keinerlei Rezept gegen die Krise.
Für Portugal sind weitere Einschnitte alternativlos. Endlich einmal muss die reiche Oberschicht des Landes herangezogen werden, um den Haushalt zu sanieren, und die im Lande lebenden Ausländer müssten genauso Steuern zahlen wie die Portugiesen, auch auf Einnahmen, die sie "zu Hause" erzielen.
Übrigens, das Durschschnittsalter der portugiesischen PKW beträgt 5,7 Jahre - in Deutschland sind es 9,8 Jahre.Wie wäre es, wenn die Portugiesen solche Luxus-Ausgaben künftig unterließen und stattdessen in die iberische Wirtschaft investieren (und z. B. BMW, Volkswagen und Mercedes durch spanische Autos ersetzen) ?

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mrmink 03.03.2013, 09:03
12. Traurig

Ich war in Lissabon. Es ist nur traurig wenn man diese einst so stolze Stadt sieht. Ganze historische Straßenzüge verfallen. Die ganze Infrastruktur liegt 'im Dreck'. Und in anderen Städten sieht es nicht anders aus. Da gäbe es soviel Arbeit für Tausende, aber Frau Merkel will weiter sparen und unsere Steuergelder bekommen die Banken. Ein Konjunktur Programm ist das was fehlt!! Die Menschen hätten Arbeit, es würden auch wieder Steuern für den Staat fließen und allen wäre geholfen. Doch was will man von unserer CDU/FDP Regierung verlangen die ja eh nur von dem Lobbyismus geleitet wird.

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jasoon 03.03.2013, 09:18
13. Hallo Herr Schäuble,

Zitat von sysop
Sie fordern den Rücktritt der Regierung und ein Ende des Sparkurses: Hunderttausende Portugiesen sind in rund 30 Städten des Landes auf die Straßen gegangen. Erst vor wenigen Tagen hatte die Regierung neue Steuererhöhungen angekündigt.
lt. Ihrer Aussage sind Portugal und Spanien doch auf dem richtigen Weg!! (nur Wohin?)
Was wollen die Leute eingentlich noch??

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Palmstroem 03.03.2013, 09:18
14. Europa verliert Marktanteile

Zitat von Progressor
Die Wahlbevölkerung im Gemeinschaftswährungsraum kann nicht mehr bestimmen, welche Politik in ihrem Lande gemacht wird. Da eine Haftungsgemeinschaft besteht, müssten nämlich die Geberländer praktisch dann für alles geradestehen. Das ist unzumutbar. Weiterhin übernehmen die Lohnstückkosten im Euroraum die Funktion der nicht mehr vorhandenen Wechselkurse. Damit bekommt die Lohnhöhe eine dermaßen wichtige Aufgabe, dass sie durch die Politik bzw. durch die Tarifvertragsparteien nicht mehr bestimmt werden kann. Es sind exakte makroökonomische Vorgaben dann, die einzuhalten sind. Mit anderen Worten: Protestieren ist sinnlos. Die Leute müssen begreifen, dass sie nichts mehr zu sagen haben.
Falsch - die Leute müssen begreifen, dass man für gutbezahlte Arbeit interessante Produkte braucht, die auf dem Weltmarkt nachgefragt werden!
Europa hat in den letzten zwanzig Jahren ein Drittel seines Anteils am Welt-Bruttoinlandsprodukt verloren - vor allem an Asien und Südamerika. Ein Drittel - das sind rund 60 Millionen Arbeitsplätze, die im internationalen Wettbewerb verloren gegangen sind.
Und genau hier liegt das Problem.

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ralfhettich 03.03.2013, 09:19
15. Mittelstand bricht weg

Bei meinen häufigen Besuchen von Portugal zeigt sich immer mehr, dass der Mittelstand in die Verarmung rutscht. Dies zeigt sich auch im Konsumverhalten. So sind Neuzulassungen bei den Autos - gut erkennbar an den Nummernschilder - äußerst selten geworden. Bei den Einkäufen im Supermarkt werden nur die billigsten Waren genommen und Sonderangebote bis auf das letzte Stück leergekauft. Dagegen haben die chinesische Läden mit ihren konkurrenzlosen Preisen Hochkonjunktur und der portugiesisch geführte Laden nebenan mit einem ähnlichen Artikelstamm geht pleite.
Die angesprochenen Investitionsprogramme werden nutzlos verpuffen. Dies zeigt sich zum Beispiel bei den neu gebauten Autobahnen. Die Verkehrsdichte ist äußerst gering. - man hat das Gefühl einsam und allein durch die schöne Landschaft zu fahren.
Dies liegt an den hohen Gebühren und den teuren Treibstoffpreise. Und über die Landstraßen fahren meist nur die Lieferautos und die Kleinwagen von Vertretern der Kaffee- und Bierhersteller sowie Telefongesellschaften.
Sonntags sind auch diese Straßen wie ausgestorben. Ausflugsfahren können sich die Portugiesen einfach nicht leisten.
Die Regierung hat bei den Großprojekten schon reagiert und einen geplanten Flughafen bei Lissabon sowie eine Hochgeschwindigkeitstrasse, die Lissabon und Madrid verbinden sollte gestrichen. Diese Arbeiten werden eh von spanischen oder gar deutschen Firmen übernommen und helfen der Bevölkerung wenig.

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BettyB. 03.03.2013, 10:00
16. Und hier herrscht Verwunderung

Wenn Mutti auch Millionäre mit der Herdprämie beglückt und Hoteliers beschenkt, da freuen sich die Deutschen mehrheitlich und begreifen nicht, dass der Verzicht auf die Belastung der Reichen zugunsten der Allgemeinheit (Steuern und Investitionen hoch und nicht Steuern und Investitionen runter) die richtige Lösung wären. Aber hier geht es: Mutti Arm in Arm mit der Finanzoligarchie und die Armn klatschen. Tja, wieso klapt das in Portugal nicht? Hilft Sonne beim Denken?

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cipo 03.03.2013, 10:00
17.

Zitat von sysop
Bei den Kundgebungen am Samstag bezifferten die Veranstalter nach ersten Schätzungen die Zahl der Teilnehmer in Lissabon auf 500.000 und in Porto auf 400.000.E[/url]
In den portugiesischen Medien sprechen die Veranstalter von 800.000 Teilnehmern allein in Lissabon. Wie kommt SPON also auf 500.000?

Vor ein paar Tagen wurde hier in einem anderen Artikel die Jugendarbeitslosigkeit in Portugal auch mit unter 25% beziffert: "In Krisenländern wie Griechenland und Spanien ist sogar mehr als jeder zweite Jugendliche ohne Job. In Portugal und Italien ist fast jeder Vierte betroffen."

EU beschließt Jobgarantie für Jugendliche - SPIEGEL ONLINE

Dabei hatte SPON selbst kurz zuvor noch die Angaben der portugiesischen Statistikbehörde genannt, die übrigens auch nicht die ganze Realität widerspiegeln: "Die Krise auf dem portugiesischen Arbeitsmarkt verschärft sich: Rund 40 Prozent der jungen Arbeitnehmer finden keinen Job mehr."

Portugal: Jugendarbeitslosigkeit steigt auf 40 Prozent - SPIEGEL ONLINE

Es ist schon seltsam, wie leichtfertig mit den Daten umgegangen wird. Qualitätsjournalismus sieht anders aus.

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shokaku 03.03.2013, 10:01
18. Hier könnte ein Titel stehen

Zitat von Progressor
Die Wahlbevölkerung im Gemeinschaftswährungsraum kann nicht mehr bestimmen, welche Politik in ihrem Lande gemacht wird.
Ich will mal zynisch sein: Das ist doch genau das, was uns von den Fanboys von EU und Euro als große Errungenschaft verkauft wird. Die Zuständigkeiten werden nach Brüssel und Frankfurt abgegeben, da muss sich der Urnenpöbel damit nicht mehr befassen. Der ist ja eh zu doof dazu.


Zitat von Progressor
Mit anderen Worten: Protestieren ist sinnlos. Die Leute müssen begreifen, dass sie nichts mehr zu sagen haben.
Das kommt natürlich darauf an, WIE protestiert wird. Sich mit berufsempörten Visagen monatelang auf seine vier Buchstaben zu setzen, und darauf zu warten, dass Andere die eigenen Probleme wegräumen bringt natürlich genau gar nix. Das haben die Occutards ja zweifelsfrei bewiesen.

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cipo 03.03.2013, 10:09
19.

Zitat von jasoon
lt. Ihrer Aussage sind Portugal und Spanien doch auf dem richtigen Weg!! (nur Wohin?)
Auf dem Weg in die Suppenküchen der Wohlfahrtsverbände und damit in die komplette Abhängigkeit. Ist doch toll, die Leute durch immer neue, immer höhere Steuern erst in die Armut zu treiben und sie dann in den Suppenküchen, die in Portugal wie Pilze aus dem Boden schießen, gnädig durchzufüttern.

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