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Proteste: Der Aufstand hinter der Maske

Sie zelten gegen den Kapitalismus. Zuerst besetzten sie einen Park in New York, dann eroberten sie den weltweiten Diskurs. Die Occupy-Bewegung zeigt, wie Revolution im 21. Jahrhundert geht.

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Websingularität 28.12.2011, 14:08
10. Hmm... Umverteilung

Zitat von lalito
Sie haben das Prinzip nicht verstanden, da ist nichts Heißes. Es geht lediglich um Umverteilung.
Und sie glauben, es lässt sich nicht genauso unrechtmäßig wieder zurückholen?
Vermutlich gilt: "Der Staat für die Reichen da".
Die einzige Befürchtung welche ich habe, ist, dass wenn dieses elitäre Treiben zu "offensichtlich" wird, es die Gewalt legitimiert.
Dann hat die staatliche Ordnung versagt, weil sie käuflich war.

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ObackBarama 28.12.2011, 14:11
11.

Wunschdenken des Autors...
Die Bewegung ist leider viel zu klein, ja winzig, mikrig,...um etwas größeres erreichen, sie hat nichts erreicht und wird leider auch nichts erreichen.

Paar Hundert Leute in einer 10Mio. Stadt wie New York ist der Tropfen auf dem heissen Stein.
Die Finazhaien in ihren Wolkenkratzern lachen sich doch kaputt..

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dieter_durchschnitt 28.12.2011, 14:13
12. business like usual

Zitat von sysop
Sie zelten gegen den Kapitalismus (...)
"Occupy" kann von den Liberalisten nicht mehr ignoriert werden.
Da erweist sich das geübte Mittel der Diffamierung als altbewährtes Mittel der politischen Auseinandersetzung.

Die Zeichnung der Occupy-Aktivisten als zwar nette, aber auch völlig weltfremde Naivlinge, darf dabei als eine der infameren Methoden der rechten Propaganda natürlich nicht fehlen.

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alterknacker 28.12.2011, 14:45
13. Die sogenannte 'hilflose' Attacke der Medien und der Parteien

Zitat von mcasim
Wie wird die Occupy-Bewegung hier dargestellt? - Leute die einander nachplappern. - Ein Medienkonzern, der am Verkauf der Masken verdient. - Methoden aus der Werbeindustrie. - Der "Pate" Lasn wird extrem unsympatisch dargestellt, - und unvorteilhaft zitiert: "Fakten sind unwichtig." - Systemfehler der gewollten Führungslosigkeit - eine unzivilisierte Meute, der man erst Gesprächsregeln beibringen muss - Rassismuss - Mitglieder, die ihre Probleme "wie Männer" regeln wollen In diesem Artikel wird kommt Occupy-Bewegung dermaßen schlecht weg, dass ich an den Artikel von vor einem Monat denken muss: Ich glaube mit Artikeln wie diesem kann man die Occupy-Bewegung tatsächlich schnell in die Beteutungslosigkeit katapultieren.
Nur als Beispiel anzusehen:

Als Generalsekretär der CSU hat man dann und wann Träume, welche sich für einen Politiker zu wahren Albträumen entwickeln. Muss wohl so sein, sonst kommen nur sehr schwer auch Ideen zustande, welche einer Partei auch nutzen bringen. Wenn solch ein Mann dann Angstzustände vor den Bürgern mit Trillerpfeifen hat, muss es schon mal einen Anlass geben, denn nur Zustände in der Politik in Deutschland, welche dazu Anlass geben, lassen diese Angst zu. Also weiß er von diesen miserablen Zuständen, auch wenn seine Partei keinerlei Anstalten macht, diese zu beseitigen. Der wichtige Rest hier: Dobrindt’s Albträume | Freies in Wort und Schrift

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EinäugigerKönigderBlinden 28.12.2011, 15:04
14. ....

Zitat von dieter_durchschnitt
"Occupy" kann von den Liberalisten nicht mehr ignoriert werden. Da erweist sich das geübte Mittel der Diffamierung als altbewährtes Mittel der politischen Auseinandersetzung. Die Zeichnung der Occupy-Aktivisten als zwar nette, aber auch völlig weltfremde Naivlinge, darf dabei als eine der infameren Methoden der rechten Propaganda natürlich nicht fehlen.
Obwohl ich große Sympathie für die Ziele der occupy-Bewegung habe, sehe ich den artikel nicht als Diffamierung. Letztlich braucht jede Bewegung, die etwas erreichen will, erreichbare Ziele, auf die sich alle Aktivisten eingien können. Wer sich die Geschichte anschaut, kann erkennen, dass die Erfolgsaussichten einer Bewegung um so geringer sind je diffuser und heterogener die Ziele sind. Einen Dikatator stürzen (wie in Lybien), eine Besatzungsmacht vertreiben (wie in Indien und den USA) etc. sind leicht verständliche Ziele, hinter denen sich zur damaligen Zeit ganz unterschiedliche Gruppen scharen konnten.

Leider sind die Ziele von Occupy bisher zu diffus, um wirklich eine Dynamik erzeugen zu können, die dann etwas verändert. Wenn z.B. Gerechtigkeit gefordert wird ist das zwar ein Ziel auf das sich viele Menschen einigen können - allerdings bedeutet Gerechtigkeit sobald es nur ein kleines bisschen konkreter wird für den FDPler etwas anderes als für den SPDler, für einen Reisbauern in China etwas anderes als für einen arbeitslosen Architekten in den USA etc.

Ich wünschte, die Bewegung könnte unsere Welt wirklich gerechter machen, daraus wird jedoch leider nichts, da sich die Gruppe um so weniger auf konkrete Aktionen einigen können wird je mehr PErsonen dazu zählen - bei 250 oder 500 Leuten kann man alles noch basisdemokratisch ausdiskutieren ist aber zahlenmässig zu klein um gravierende Veränderungen herbeizuführen, sobald es aber z.B. 1 Million oder gar 1 Milliarde Menschen sind kann kein einziger Aspekt mehr basisdemokratisch diskutiert werden.

Wenn Occupy im Sande verlaufen ist, werden wir immer noch in einem kapitalistischen System leben, arbeiten gehen und versuchen, den Lebensunterhalt für uns und unsere Kinder zu verdienen. In einem demokratischen Staat wäre all der (positiv zu bewertende) Idealismus besser in einer Partei oder Gewerkschaft aufgehoben, wo man zwar Idealist sein kann, aber trotzdem konkrete Vorschläge darüber machen muss, WIE denn die Gesellschaft gerechter gestaltet werden kann und WIE die anstehenden Probleme gelöst werden sollen. Wer solche konkreten Vorschläge nicht macht (und ich habe von Occupy bisher keinen gehört), macht am Ende nur bla bla. Leider!

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betty.ford 28.12.2011, 15:27
15. naive kapitalismusaffirmation

Zitat von Mononatriumglutamat
"Verantwortung übernehmen", am Ende gar noch für sich selbst, hat hierzulande leider keinen guten Ruf. Obwohl das natürlich die wichtigste Voraussetzung für jedwede Freiheit ist, die -- bis heute -- ausschließlich der vielgescholtene Kapitalismus gewährleisten konnte. Zugegeben: nicht überall, wo Kapitalismus herrscht, gibt es Freiheit. Aber wie Kurt Scheel schon sehr richtig erkannt hat: überall dort, wo Freiheit herrscht, gibt es auch Kapitalismus. Bislang ist Kapitalismus also eine Voraussetzung für Freiheit, und bis jemand eine bessere Wirtschaftsordnung erfindet, wird sich daran wohl auch nichts ändern.
also 1. ist der kapitalismus nicht nur eine 'wirtschaftsordnung', sondern ein gesellschaftl. verhältnis. und zwar eins, das sämtliche sozialen beziehungen überformt und noch ins persönlich-private durchgreift. 2. hat die floskel 'verantwortung übernehmen' wohl deshalb keinen guten ruf, weil sie die objektive begrenztheit der handlungsspielräume in einer durchkapitalisierten gesellschaft verschleiert und i.d.r. sowieso nicht viel mehr meint als die absage an das konzept staatlicher fürsorge. 3. sind die freiheiten in kapitalistischen demokratien durch eine 'konstitutionelle' unfreiheit limitiert, wie sie nunmal aus den anforderungen und notwendigkeiten der kapitalistischen reproduktion resultiert. freiheit heißt eben nicht nur freisetzung aus unmittelbarer herrschaft. freiheit im aufklärerischen sinne bedeutete auch die entbindung des einzelnen von der abstrakten verfügungsmacht der blind und vernunftlos prozessierenden kapitalmechanik. dieser freiheitsanspruch ist nicht minder legitim als der auf freiheit von unmittelbarer bevormundung und repression. oder, wie es schiller so schön sagt: "das werk blinder kräfte besitzt keine autorität, vor welcher die freiheit sich zu beugen brauchte."
das eigtl. problem der naiven kapitalismusverteidigung liegt - ebenso wie das der naiven kapitalismuskritik à la 'occupy' - im hang zur totalisierung. sie hat recht, wenn sie die materiellen und zivilisatorischen leistungen des kapitalismus herausstellt. wo sie die möglichkeit der erschöpfung seiner zivilisierenden potenzen und seine grundsätzliche indifferenz selbst der inhumansten und destruktivsten praxis gegenüber ausblendet, ist sie nichts weiter als ideologie - und, indem sie das ohnehin herrschende kapitalverhältnis in ihrem 'sosein' bloß bestätigt, eine form 'freiwilliger selbstunterwerfung'.
kurz: globale kapitalismusaffirmation und naiver antikapitalismus sind bloß der komplementäre ausdruck des volkstümlichen unvermögens bzw. unwillens zur theoretischen und kritischen einsicht in gesellschaft, also letztlich antiaufklärung.

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andresa 28.12.2011, 15:37
16. ...natürlich Revolution!

Zitat von AKI CHIBA
Der oft geschmähte oder auch schräg karikierte Wutbürger könnte sich zu einer fortgeschrittenen Entwicklungsform der Spezies homo sapiens mausern. Auf jeden Fall ist diese Wesenheit seinem Kokon entschlüpft. Sie versucht sich in vielfältigen Erscheinungsbildern. Sie vermag sich im Winter um Bahnhöfe herum einrichten und mehr oder weniger illegale Zeltstädte bilden. Sonderformen existieren in Parkbäumen und beschützen bedrohte Juchtenkäfer. Andere ketten sich an Eisenbahnschienen an um der Atombedrohung angemessen zu begegnen. Der aufgebahrte Lenin muss mit amsehen, wie um den Kreml herum sich das Proletariat versammelt. Die ruhmreiche Sowjetunion ist dahin und der Epigone Putin bekommt kalte Füße. Der Wall-Street wir unverhohlen ein "occupy" angedroht. In China wird man lernen müssen, dass mit Hunderten von Millionen armer Teufel bald nicht mehr gut Kirschen essen ist. Mord und Totschlag in großem Stile findet sich nur (oder erst) im islamischen Bereich. Es fragt sich allerdings, ob die Aufständischen zur o.a. fortgeschrittenen Wesenheit gezählt werden kann. Mit Juchtenkäfern haben diese "Revolutionäre" nichts zu tun. Sie riechen nur nach Yasmin und der Frühling ist vorbei. Es steht zu vermuten, dass Karl Marx milde lächelnd auf seinen fehlgeleiteten Epigonen Lenin herabblickt, welcher im Kälteschlaf erstarrt ist. Der Wutbürger ist vielleicht ein Zeichen für einsetzende Evolution - nicht Revolution.

und zwar global...schön zusammengefasst, in diesem Jahresrückblick:
Im Blick zurück entstehen die Dinge (Teil 3) | thebabyshambler

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47/11 28.12.2011, 15:38
17. Falsch gedacht ...

Zitat von ObackBarama
Wunschdenken des Autors... Die Bewegung ist leider viel zu klein, ja winzig, mikrig,...um etwas größeres erreichen, sie hat nichts erreicht und wird leider auch nichts erreichen. Paar Hundert Leute in einer 10Mio. Stadt wie New York ist der Tropfen auf dem heissen Stein. Die Finazhaien in ihren Wolkenkratzern lachen sich doch kaputt..
... " auch 1000 Impotente können kein Kind zeugen " also : es braucht einen richtigen, dann klappt das mit dem Nachwuchs. und so geht es auch mit der " Politischen Evolution " . Übrigens soll da vor mehr als 2000 Jahren ein einzelner Mann gewesen sein , ..........

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texas_star 28.12.2011, 16:24
18. zustimmung...

Zitat von ObackBarama
Wunschdenken des Autors... Die Bewegung ist leider viel zu klein, ja winzig, mikrig,...um etwas größeres erreichen, sie hat nichts erreicht und wird leider auch nichts erreichen. Paar Hundert Leute in einer 10Mio. Stadt wie New York ist der Tropfen auf dem heissen Stein. Die Finazhaien in ihren Wolkenkratzern lachen sich doch kaputt..
... gebe ihnen da recht. ich lebe selber in den USA und occupy ist wirklich nur in wenigen staedten ein thema (oder besser: war es).

ich glaube KAUM, dass 2012 "occupy" auch nur annaehernd das presse-echo finden wird, dass sie 2011 bekommen haben. denn irgendwie ist es ein alter hut.

ich persoenlich finde ein paar forderungen (soweit es sie gibt) gut, allerdings ist vieles sehr diffus und manche "forderungen" sind abstrus (mindestlohn $20, komplett offene grenzen, schuldenerlass fuer privatschulden, verbot von credit scores usw...). die "unintended consequences" von diesen forderungen sind den meisten "rumdiskutierern" auch nicht nur annaehernd bewusst.
es ist ebenfalls nicht hilfreich, dass der grossteil alles ausser wirtschaft studiert hat. vielleicht sollte wir auch ueber eine reform des gesundheitssystems diskutieren und das ganze unter ausschluss von medizinern....

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taxidriver 28.12.2011, 17:28
19. Das ist zu wenig.

Zitat von sysop
Sie zelten gegen den Kapitalismus. Zuerst besetzten sie einen Park in New York, dann eroberten sie den weltweiten Diskurs. Die Occupy-Bewegung zeigt, wie Revolution im 21. Jahrhundert geht.
Sorry, aber die Occupy-Bewegung ist für mich eine bizarre Endzeit-Party ohne echtes Ziel und ohne echten Inhalt. Insofern passt das schon mit dem "zeigen wie Revolution im 21. Jahrhundert geht"

Die Wahrheit ist doch, dass der Mensch zu einem extrem grausamen Monster mutiert ist und er diese Eskalation immer weniger begreift um so mehr sie kumulierend voranschreitet. Mittlerweile werden Milliarden hochempfindsamer Lebewesen auf brutalst mögliche Weise eingepfercht (lebenslange gefangenschaft hat es in der gesamten Entwicklungsdes irdischen Lebens nie zuvor gegeben) und die Lebensräume der anderen immer weiter zerstört.

Derweil fressen die Occupy-Leute bei ihren Demonstrationen die "Produkte" der Eingekerkerten und sorgen sich um nichts als die gerechte Vermehrung der Zerstörungsaktien (sprich Geld) der Monster untereinander. Das ist zu wenig.

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