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Protokoll einer Krippenplatzsuche: Die Not besiegt das Gewissen
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Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz? Schön und gut. Die Suche danach bleibt dennoch eine entwürdigende Prozedur. Eine Mutter berichtet von Telefonaten noch vor der Geburt, über Bord geworfenen Überzeugungen und Vermarktung der eigenen Familie. Krippenplatz: Protokoll einer Suche - SPIEGEL ONLINE

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Papierleschweizer 01.08.2013, 09:56
1. Eine Frage

Eine Frage hätte ich Frau Jukschat: Wieso setzen Sie Kinder in die Welt, wenn Sie keine Zeit für sie haben? Glauben Sie, dass Staatserziehung die Zeit mit den Eltern kompensiert?

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boingdil 01.08.2013, 09:57
2. Mehrfachanmeldungen durch zentrale Listen vermeiden?

Die Mehrfachanmeldungen sind ein Riesenproblem, sowohl für Eltern wie auch für Kitas. Aber soll es dann zentrale Listen geben, mit einer Platzzuweisung der Behörden? Oder Kita-Bezirke, ähnlich wie Schulbezirke? Ich bin mir nicht sicher, ob das hilfreich ist.
Ein Kernproblem des Konstrukts ist, dass der Rechtsanspruch gegenüber der Kommune besteht, die Träger aber oft andere sind (Kirchen etc.). Diese werden zwar kommunal finanziert, aber die Kommune entscheidet nicht selbst über Aufnahme oder Ablehnung.

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d14469potsdam 01.08.2013, 10:00
3. Na ja

Ja, 14 Monate ist ein bißchen früh. Wenn beide Partner einen Job haben, muss es doch möglich sein, das lange ersehnte Wunschkind doch etwas länger als 14 Monate zu Hause zu betreuen. Wir setzen unsere Kinder auf die Welt, um gleich wieder krampfhaft zu versuchen, sie in Betreuungseinrichtungen abzuschieben. Warum haben solche Leute Kinder? Man könnte ja zugunsten der Kinder auch einmal auf einen Urlaub verzichten... Rabeneltern.

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hannahcalenbach 01.08.2013, 10:01
4. "Entwürdigende Prozedur"???

Was, bitte, ist an ein bisschen Einsatz und Suche "entwürdigend". Es ist unfassbar, mit welcher Anspruchs- und Vollversorgungsmentalität diese sich jetzt vermehrende Generation Bullerbü alles vor den Ar... getragen bekommen möchte. Ich fasse es nicht! Einfach mal in ein paar andere Länder und ein paar Generationen zurück blicken. Ein unselbständiges Volk ist da herangewachsen.

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frieda1975 01.08.2013, 10:02
5. Den Artikel kann ich bestätigen

Wir wohnen in Hamburg und ich habe eine Ochsentour hinter mir. Wir haben auch ein Winterkind und das nächste Winterkind ist unterwegs.. Eigentlich sollte man es besser wissen, aber das lässt sich nun ja nicht planen (Ironie!!). ich war nach diversesten Absagen unendlich dankbar, zum Februar 2012 einen Krippenplatz für meine Tochter zu bekommen. Die Krippe ist/war toll. Nun musste ich sie gestern unter Tränen dort an ihrem letzten Tag abholen, da wir den eigentlich erst im Februar benötigten Elementarplatz im Februar nicht bekommen. Ein Wechsel geht eben nur zum August. Nun geht mein kleines Mädchen für meinen Geschmack zu früh in ihre neue Kita. Und für Nr. 2 darf ich dann auch bald anfangen zu betteln. In der neuen Kita meiner Tochter gibt es 4 Plätze für unter 18 Monate alte Kinder. Wenn wir davon keinen bekommen, werde ich wohl später anfangen, zu arbeiten. Denn Kinder in zwei "Einrichtungen" ist eine Katastrophe. Nie die gleichen Schließzeiten, morgens am besten in 2 Richtungen los. Naja, ich werde hier sicher ein paar Kommentare hören a lá: Wenn es so schwierig ist, dann bleiben Sie zu Hause; warum überhaupt Kinder....
Aber:
a) ich habe das Gefühl, dass 6 Stunden in der Krippe/Kita meiner Tochter sehr gut getan haben
b) ich habe sehr lange studiert und arbeite gern
c) wir benötigen ein Zusatzeinkommen, da Hamburg sehr teuer ist

Beste Grüße

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asentreu 01.08.2013, 10:04
6. Was soll man dazu jetzt sagen?

100 gute Gründe bloß nie ein Kind zu bekommen? Selbst wenn man denn den ersehnten Krippen- oder KITA- Platz hat, ist das nicht die Lösung aller Probleme. Bei meinen Arbeitskollegen und -kolleginnen sehe ich das immer wieder. Da macht die KITA freitags einfach um eins zu, Vollzeitarbeit -> undenkbar! Da schließt die KITA einfach mal immer Sommer oder sonst wann ein paar Wochen, ob die Eltern da frei nehmen können? Denen doch egal! Was das Land braucht, eben weil immer mehr Mütter arbeiten wollen (müssen?), sind KITAs mit an heutige Verhältnisse angepasste Öffnungszeiten werktags 7-17 Uhr ist da das Mindeste. Umso erfreulciher ist es das bei uns im Krankenhaus (in dem ich und meine Kollegen arbeiten) jetzt mal was Vernünftiges zustande gebracht wurde! Eine KITA mit Öffnungszeiten 5-21 Uhr Montag- Samstag und Nachtnotbetreuung, insgesamt nur 10 Schließtage an gesetzlichen Feiertagen und zwischen den Jahren. So kann man sich Vollzeitarbeit ermöglichen, auch im Schichtsystem und da sin Bayern. Die 300€ für 8-9 Stunden Krippen- Betreuung zahlen die Kollegen gerne! Es muss in die Köpfe der KITA- Verantwortlichen endlich mal rein das die KITA nicht mehr dazu da ist, damit Mami mal in Ruhe zum Frisör oder den Haushalt machen kann, heutzutage wollen (müssen?) die Frauen voll mitarbeiten.

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asentreu 01.08.2013, 10:09
7. @Papierleschweizer und d144469potsdam

es sind unverschämte Kommentare wie ihre, die mich bis jetzt vom Kinder kriegen abhalten! In ihren Köpfen scheint es scheinbar völlig normal zu sein das ich als Frau mich selbst, alle meine Bedürfnisse (Mütter haben gefälligst keinen Urlaub zu brauchen) sowie meine beruflichen Ambitionen (bespaße dein Einzelkind gefälligst zuhause!) zurückzustellen habe nur um mich dem Minigötzen "Kind" zu unterwerfen. Sorry Leute, aber wie man sein Kind erzieht und betreut ist Privatsache, da habt ihr nicht drüber zu urteilen! Und auch Eltern brauchen Freiraum! Diese "24/7 helikoptermäßig ums Kind rumschwirren Treibhauserziehungsatmosphäre" führt sicher nicht zu selbstbewussten und selbstständigen Kindern!

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ruediger99 01.08.2013, 10:09
8.

Zitat von Papierleschweizer
Eine Frage hätte ich Frau Jukschat: Wieso setzen Sie Kinder in die Welt, wenn Sie keine Zeit für sie haben? Glauben Sie, dass Staatserziehung die Zeit mit den Eltern kompensiert?
Ihrer herablassende Art zu Folge haben Sie ebenfalls nicht unbedingt eine gute Erziehung genossen.

Ist Ihnen nicht mal der Gedanke gekommen, dass beide Eltern arbeiten gehen müssen um das gemeinsame Leben zu bestreiten? Damit meine ich noch nicht einmal ein Haus, zwei Autos und zwei Mal Urlaub im Jahr. Nein, nur das überleben. Es sei noch hinzugefügt das ich nicht in dieser Lage bin, jedoch ist es mir möglich, im Gegensatz zu Ihnen, über meinen Tellerrand zu schauen.

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MünchenerKommentar 01.08.2013, 10:11
9. Zvs

Man könnte doch die gute alte ZVS-Software wieder rauskramen, und (zumindestens für die größeren Städte) versuchen eine Optimierung der Plätze hinzubekommen (bzgl. Abstand zur Wohnung, Geschwistern, Öffnungszeiten). Dass sich jeder überall bewerben muss, ist doch nicht sinnvoll. (Und wenn es sein muss, kann man ja anhand eines Sprachtests (oder auch Gebrabbeltests) Punkte vergeben, ob ein Kind in einen zweisprachigen Kinderhort darf.

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