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Protokoll einer Schwangerschaft: "Das ganze Kind hat so viele Fehler"

SPIEGEL-Redakteurin Sandra Schulz ist im vierten Monat schwanger, als sie erfährt, dass ihr Kind das Down-Syndrom haben wird. Es bleibt nicht die einzige Diagnose. Soll ihr Kind leben oder sterben?

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ronald1952 11.04.2019, 15:36
50. Ich selbst

Vater von 4 Kindern finde die Entscheidung von Sandra Schulz
sehr gut. Es soll nicht heißen das ich ein Gegner der Abtreibung bin wenn es denn unbedingt sein muss. Ist schließlich die Entscheidung
der Mutter so sollte es sein. Aber darüber Nach zu denken durch einen Bluttest bestimmen zu wollen ob ein Kind lebt oder nicht finde ich gelinde gesagt einfach nur Verkommen. Genauso ist unsere Gesellschaft. Es mag bestimmt in vielen Fällen sehr gewichtige Gründe für eine Abtreibung geben, aber das scheint mir hier doch wohl nicht angebracht. Wir Menschen stehen auf einem zu hohen Roß scheint mir, es sollte an der Zeit sein von dort herunter zu kommen.
Nicht alles in unserem Leben lässt sich durch die Wissenschaft regeln. Man stelle sich doch nur mal vor, hier ist es ein Bluttest und was ist die nächste Stufe? Mir gefällt die Haarfarbe nicht, oder die Augen, oder sonstwas.Für mich hat das nichts mit Ethik oder Moral zu tun sondern einfach der Tatsache das wir aus den Augen verlieren was wir eigentlich sind! Wer anfängt Selektion zu betreiben wird dies auch Ausweiten wenn Er oder Sie kann.
schönen Tag noch,

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supergrobi123 11.04.2019, 15:56
51. Alles relativ.

Zitat von jelouis
wie auch immer sich die (zukuenftigen) Eltern in einer solchen Situation entscheiden, zwei Dinge sollten wir in meinen Augen doch mehr Wert beimessen : ersten wuerde ich , Sie, jeder von uns nicht existieren wenn sich unsere Eltern aus welchen Gruenden auch immer gegen das Leben( uns!) entschieden haetten. Zweitens sollten wir, jeder einzelne von uns, dankbar sein, wenn wir selbst gesund und zufrieden sein koennen, denn es ist bei weitem keine Selbstverstaendlichkeit.
Auch, wenn es 2 Jahre zu spät kommt...
Wer einen schwerstbehinderten Fötus abtreibt, entscheidet sich nicht gegen Leben. Sondern nur gegen dieses schwerstbehinderte Leben.
Ich bin da quasi ein Beispiel für. Das erste Kind meiner Eltern wurde zwar nicht abgetrieben, verstarb aber als Baby.
Hätte sie überlebt, wäre es höchst fragwürdig, ob meine Eltern mich (dann Kind Nr. 3) überhaupt geboren hätten.
Ich existiere als nur, dank des Ablebens meiner Schwester.
Die Entscheidung für eine Abtreibung ist also mitnichten eine Entscheidung gegen das Leben und gegen die Existenz von Menschen, es ist die Entscheidung FÜR gesundes Leben! Möglicherweise mehr als eines davon. Und wahrscheinlich ein schöneres Leben für Kind(er) und Eltern. Und ganz nebenbei für geringere Kosten für die Allgemeinheit.

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white eagle 11.04.2019, 16:11
52. Das Schöne an der Wahrheit

Zitat von Paul Max
Ich nehme an Sie gehören zu den Menschen (Zeuge Jehovas?), die dankend auf jedes Antibiotikum, Chemotherapeutikum oder eine Immuntherapie im Falle einer Infektionskrankheit oder von Krebs verzichten, damit sich die/Ihre ewige Seele endlich (von Ihnen befreit) vervollkommnen kann? Gruß an die Seele.
Man sollte nicht so viel spekulieren, sondern sich lieber informieren. Die Zeugen Jehovas lehnen die Reinkarnation ab, wie überhaupt die Mehrheit der Kirchen.
Das Schöne an der Wahrheit ist ja, dass sie keinem so richtig passt....

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white eagle 11.04.2019, 16:12
53.

Zitat von Paul Max
Sie sind sicher, wie Ex-Papst Benedikt heute veröffentlicht hat (der DLF berichtete), der Auffassung, dass es Missbrauch in der Kirche auch nur wegen der Gottlosigkeit gibt, an der vor allem die sog. 68er Schuld tragen?
Was soll denn das? Lesen Sie den Text. Wenn das vorurteilsfrei geschieht, werden Sie anders denken als jetzt.

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quantumkosh 11.04.2019, 16:16
54. In der Tat...

Zitat von supergrobi123
Vernüftige Menschen richten sich in ihrem Leben nach Fakten, Wägbarem und Messbarem. Dinge, für deren Existenz es keinerlei Indiz gibt (wie der einer "Seele") sollten bei keiner wichtigen Entscheidung jemals eine Rolle spielen. Dann können Sie Lebensentscheidungen auch gleich mit Feenstaub und Koboldgold argumentieren.
... wer sich in seinen Argumenten auf imaginäre Teekessel zwischen Erde und Mars (Russells Teekanne) beruft, der hat keine!
Als mittelbar betroffener (Bruder mit gonosomaler Trisomie, Neffe m. osteogenesis imperfecta) kann ich zumindest für mich sagen das für mich NUR ein Abbruch in Frage käme bei jedweder Diagnose in der Richtung. Das so etwas lebenslange Abhängigkeit von den Eltern und deren Einsatzbereitschaft 24/7/365 bzw. von Pflegepersonal nach nachlassen der Körperlichen Leistungsfähigkeit ersterer bedeutet, das meinen die meisten zu "wissen", was es wirklich bedeutet begreifen Betroffene allerdings meist erst später. Zudem sollte den Eltern bewusst sein das der investierte Aufwand nicht einmal im Ansatz so vergolten wird wie von einem "normalen" Kind. Und ich rede nicht vom Geld, bis jetzt zumindest, es sollte klar sein das ein betroffenes Kind einen hohen Kostenfaktor darstellt, und dies bis zum bitteren Ende, meine Eltern (Pensionäre) werden heute noch für den Unterhalt meines Bruders herangezogen!
Da kann mir persönlich ein "aber Seele ist messbar"-Buhei gestohlen bleiben.

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kmmzaa 11.04.2019, 16:51
55. Eugenics

Zitat von supergrobi123
Der vielleicht wichtigste Wissenschaftszweig der Menschheit, die Medizin, existiert nur, um Krankheiten und Gebrechen zu heilen, zu lindern oder gar nicht erst auftreten zu lassen. Noch nie ist jemand bei der Erfindung eines neuen Medikaments auf die alberne Idee gekommen, dessen Sinnhaftigkeit mit der dummen Frage "ist krankes Leben denn weniger lebenswert als gesundes?" anzuzweifeln, da jeder von uns laut und mit Inbrunst: "Ja! Selbstverständlich" antworten würde. Dies gilt auch für Trisomie 21! Selbstverständlich ist das Leben ohne Trisomie 21 lebenswerter. Gäbe es eine Pille, die komplikationslos Trisomie 21 heilen könnte, würde sie doch jeder Betroffene sofort einsetzen! Und gäbe es eine Pille, die irgendwie auch bei Erwachsenen noch Trisomie 21 auslösen könnte, würde diese Pille keiner nehmen, geschweige denn seinen Kindern verabreichen! Wenn wir die Wahl hätten, entschieden wir uns klar GEGEN Trisomie 21. So wie auch gegen alle möglichen anderen Krankheiten, für die wir in der Vergangenheit bereits Heilung gefunden haben. Da gibt es überhaupt keine 2 Meinungen! Und wir HABEN die Wahl! Wir können frühzeitig feststellen, ob ein Fötus krank ist und diesen Fötus dann abtreiben! Und anschließend ein gesundes Kind zeugen! Ja, damit verwehrt man dem ersten Zellklumpen das spätere Leben als behinderter Mensch. Aber man ermöglicht beim zweiten Versuch gesundes Leben! Vielleicht ermöglichen betroffene Eltern, die mit der Versorgung eines schwerbehinderten Menschen an ihre Grenzen stoßen würden, sogar 2 oder mehr gesunden Kindern ein schönes Leben!? Und ganz nebenbei emöglichen sie sich selbst auch noch ein höheres Maß an Glück und Zufriedenheit? Wer sich aus irrationalen Emotionen oder Weltanschauungen heraus für ein behindertes Kind entscheidet, soll dies bitte tun. Ich finde es aber mehr als grenzwertig, dass die Menschen, die die objektiv bessere Wahl für alle Beteiligten treffen, implizit als moralisch schlechtere Menschen stigmaisiert werden.
Sie sollten sich mal intensiv mit der Eugenicsbewegung beschaeftigen. Wie wuerde ihre Meinung sich aendern wen die Gesellschaft entscheidet (oder gesellschaftlicher druck) das sie, aus welchen Gruenden auch immer (zu gross, zu klein, zu weiss, zu schwarz, etc.), nicht als ein lebenswerter, produktiver Mensch betrachtet werden sollten und daher abgetrieben werden sollten?

Ich denke das die meisten pro-Abtreibung foristen heir keine Ahnung ueber die Eugenicsbewegung haben. Nur mal einen Hinweis: Hitler hat die Endloesungs-idee nicht erfunden es kam aus den USA von dem Eugenics-movement das das Ziel hatte die Schwarze-bevoelkerung unter Kontrolle zu halten.
Jetzt werden 90% der DS Babies abgetrieben! Das riecht schwer nach der "Endloesung" in meiner Meinung!!
Welche Menschengruppe ist als naechstes dran??

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Ed Roxter 11.04.2019, 17:28
56.

Zitat von kmmzaa
Ich denke das die meisten pro-Abtreibung foristen heir keine Ahnung ueber die Eugenicsbewegung haben. Nur mal einen Hinweis: Hitler hat die Endloesungs-idee nicht erfunden es kam aus den USA von dem Eugenics-movement das das Ziel hatte die Schwarze-bevoelkerung unter Kontrolle zu halten. Jetzt werden 90% der DS Babies abgetrieben! Das riecht schwer nach der "Endloesung" in meiner Meinung!! Welche Menschengruppe ist als naechstes dran??
Zuerst einmal ist kaum jemand "Pro Abtreibung", daher heißt die entsprechende "Bewegung" ja auch "Pro Choice". Die Frage, ob eine Abtreibung vorgenommen werden soll oder nicht, ist vermutlich in den meisten Fällen eine der schwersten Entscheidungen, die ein(e) jede(r) Betroffene(r) im Leben trifft - leider nicht zuletzt angesichts des immer noch vorhandenen Stigmas, das diesem Thema anhaftet. Hier wird nicht "pro Abtreibung" votiert, sondern dafür, legal und hoffentlich irgendwann auch ohne gesellschaftliche Ächtung diese Entscheidung unter Einbeziehung aller notwendigen Faktoren und Abwägungen frei treffen zu können - mitnichten, fröhlich alles "minderwertige menschliche Material aus dem Uterus zu kratzen".

Die Frage, welche Menschengruppe als nächstes dran sei, ist eine rhetorische Nebelkerze - die Eugenik und andere krude Kriterien haben wir zum Glück hinter uns gelassen, das Spektrum ist wirklich klein. Natürlich gibt es Fälle, in denen Eltern von bspw. Kindern mit Down-Syndrom ihre Elternschaft als glückbringend und erfüllend empfinden und sich dies beim Nachwuchs genau so darstellt - und natürlich haben diese Fälle ein Anrecht auf gesellschaftliche/staatliche Unterstützung für ihren Sonderfall. Wer denkt, das stemmen zu können, hat ja auch alle Freiheit, keine Abtreibung vorzunehmen. Die Entscheidung für die Abtreibung muss aber eben - unter allen o.g. Voraussetzungen - auch möglich sein, da es genau so auch Fälle gibt, in denen sich für alle Beteiligten, Eltern und Nachwuchs, nur Unglück abzeichnet.
Mit Eugenik hat das alles aber immer noch nichts zu tun, sondern ausschließlich mit individuellen Schicksalen und Umständen.

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kmmzaa 11.04.2019, 18:05
57.

Zitat von Ed Roxter
Zuerst einmal ist kaum jemand "Pro Abtreibung", daher heißt die entsprechende "Bewegung" ja auch "Pro Choice". Die Frage, ob eine Abtreibung vorgenommen werden soll oder nicht, ist vermutlich in den meisten Fällen eine der schwersten Entscheidungen, die ein(e) jede(r) Betroffene(r) im Leben trifft - leider nicht zuletzt angesichts des immer noch vorhandenen Stigmas, das diesem Thema anhaftet. Hier wird nicht "pro Abtreibung" votiert, sondern dafür, legal und hoffentlich irgendwann auch ohne gesellschaftliche Ächtung diese Entscheidung unter Einbeziehung aller notwendigen Faktoren und Abwägungen frei treffen zu können - mitnichten, fröhlich alles "minderwertige menschliche Material aus dem Uterus zu kratzen". Die Frage, welche Menschengruppe als nächstes dran sei, ist eine rhetorische Nebelkerze - die Eugenik und andere krude Kriterien haben wir zum Glück hinter uns gelassen, das Spektrum ist wirklich klein. Natürlich gibt es Fälle, in denen Eltern von bspw. Kindern mit Down-Syndrom ihre Elternschaft als glückbringend und erfüllend empfinden und sich dies beim Nachwuchs genau so darstellt - und natürlich haben diese Fälle ein Anrecht auf gesellschaftliche/staatliche Unterstützung für ihren Sonderfall. Wer denkt, das stemmen zu können, hat ja auch alle Freiheit, keine Abtreibung vorzunehmen. Die Entscheidung für die Abtreibung muss aber eben - unter allen o.g. Voraussetzungen - auch möglich sein, da es genau so auch Fälle gibt, in denen sich für alle Beteiligten, Eltern und Nachwuchs, nur Unglück abzeichnet. Mit Eugenik hat das alles aber immer noch nichts zu tun, sondern ausschließlich mit individuellen Schicksalen und Umständen.
1. Pro-choice ist ein misnommer und ich weigere mich diesen Ausdruck zu benutzen weil er irrefuehrend und sprachlich inkorrekt ist!
2. Mit einer Abtreibungs rate von 90% und den Druck der auf die werdenden Muetter ausguebt wird von den Aerzten, etc. wenn DS festgestellt wird weisst mehr als eindeutig darauf hin das Eugenics immer noch "alive and well" ist.
Als einen weiteren Beweis bitte Planned Parenthood (USA) nachschauen. Die Gruenderin war ein Teil des Eugenics-movement mit dem klaren Ziel die Geburtsrate der Schwarzen Bevoelkerung und anderer Minderheiten zu kontrollieren (auf Null zu senken) und dies ist immer noch Planned Parenthoods Mission (siehe: die meisten Kliniken sind in den Nachbarschaften wo Minderheiten leben).

Ich stimme mit ihnen ueberein das es letztendlich die Wahl der Mutter ist aber der gesellschaftliche Druck ist, in meiner Meinung, nicht akzeptabel!

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ogoehni 11.04.2019, 18:21
58. Mutig

der Entschluß der Eltern, sich für dieses Kind zu entscheiden. Auch diese Kinder haben ein Recht ein Leben in Würde zu führen. Wenn ich Eltern mit Kindern, die ein Handicap haben sehe, habe ich einfach Hochachtung für ihre Betreuungsleistung.
Leider fällt dieser Beitrag des in einer politische Debatte, um bezahlbare Tests zur Früherkennung von Erkrankungen.
Hier werden damit Positionen bezogen, dass Eltern solche Tests nicht durchführen sollen, weil alle Kinder Geschenke sind. Warum man aber
bei der Abtreibungsdebatte Beispiele von ,,Notsituationen" für Frauen immer wieder veröffentlicht hat, aber jetzt das Selbstbestimmungsrecht der Frauen in Frage stellt, ist sehr bedenklich. Hier wird eine Doppelmoral aufgebaut, gesunde Kinder dürfen abgetrieben werden, bei Kindern mit Beeinträchtigungen ist es verwerflich.

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andrejdelany 11.04.2019, 19:21
59.

Eltern, die sich "bewusst" für ein behindertes Kind entscheiden, sollten es auch bis ins hohe Alter pflegen müssen und nicht mit 18 ins Pflegeheim abschieben können. Das dürften nur Eltern, denen ein Unglück geschehen ist. Beide. Auch nach einer Scheidung irgendwie beide jahrzehntelang verantwortlich sein. Nur dann würde ich diese "bewusste" Entscheidung auch anerkennen und aufrichtig akzeptieren. Also nicht nach ein paar Jahren auf die Allgemeinheit abschieben. So nicht. Und vor der Entscheidung sollten sie ein paar dieser Pflegeheime besuchen und die erwachsenen Kinder betrachten. Ich weiß wovon ich rede, also brauche ich keine moralischen Vorwürfe zu meiner Ansicht. Die Pro-Entscheidung kann mehr als ein Leben zerstören.

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