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Prozess um Diskriminierung: Zu kleine Frau darf nicht Pilotin werden
DPA

Wer bei der Lufthansa Pilot werden will, muss mindestens 1,65 Meter groß sein. Eine 19-Jährige bewarb sich trotzdem, bestand alle Tests - und flog beim Nachmessen raus: 3,5 Zentimeter zu klein. Eine Entschädigung bekommt sie nicht, entschieden Kölner Richter. Zu klein für den Pilotenjob: Mindestgröße bei Lufthansa ist zulässig - SPIEGEL ONLINE

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Michi2010 28.11.2013, 20:17
110. Man stelle sich vor ...

da ist der nette kleine mittelständische Unternehmer, der 10 Mitarbeiter in Lohn und Brot hält, brav seine Steuern zahlt.
Der läuft heute dank des "Antidiskriminierungsgesetzes" Gefahr sich eine Schadensersatzfordrung einzuhandeln .... weil jeder wegen irdenwas diskreminiert werden kann ...
zu Klein, zu dunkel, zu gepierced, zu schawanger, stottert .... usw. usw. usw.

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Wildes Herz 28.11.2013, 20:17
111.

Zitat von wutentbrannt
Und alles, was im Gesetz steht, ist für den deutschen Michel automatisch gut und richtig. Amen.
Wir sind uns doch wohl einig, dass das Gericht im vorliegenden Fall auf Basis deutschen Rechts und des Wortlauts des Gesetzes zu urteilen hatte?

Ob eine Diskriminierung im arbeitsrechtlichen Sinne vorliegt oder nicht, kann man ja nicht im Kaffeesatz lesen o.ä. - sondern nur und ausschließlich anhand der bestehenden Gesetze beurteilen. Eine Aussage darüber, ob diese Gesetze nun "gut und richtig" sind oder nicht, ist damit überhaupt nicht verbunden.

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muffelkopp 28.11.2013, 20:21
112.

Zitat von Wildes Herz
Warum ist das keine Diskriminierung? Eben doch! Das steht doch sogar ausdrücklich im Artikel: "Die Richter stimmten zu. Hier handele es sich tatsächlich um eine Diskriminierung, die aber nicht geahndet werden könne". Das Gericht hat also ausdrücklich festgestellt, dass eine Diskriminierung vorliegt. Diese löst lediglich aus weiteren rechtlichen Gründen keine Schadensersatzansprüche aus.
Sie spalten Haare, aber sehr korrekt ;-)

Nicht die Regeln diskriminieren, sondern die Gegebenheiten. Wen soll ich verklagen, wenn ich nur 161,5 cm groß bin?

Meine Eltern? Wäre unpopulär.

Meine Gene? Würde ich auch. Brillen sind uncool und 178cm für einem Mann auf dürftig. Geht aber nicht, mist!

Die Regeln? Klar! Ich klage gegen Regeln, die zu großer Mehrheit aufgrund sinnvoller Erfahrungen getroffen wurden (z.B. keine < 12Jährigen auf dem Beifahrersitz. Sollen die Elfjährigen nun auch klagen?)

Wer diskriminiert Sie, wenn Sie nicht als hochintelligent (IQ 130+) gelten, sich aber dennoch zu Höherem berufen fühlen?

Das Leben ist aber auch gemein, oder?

Grüße von 130+ :-)

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observerd 28.11.2013, 20:23
113. Bewerber dürfen auch nicht grösser als 196cm sein ...

es liegt in der Natur der Sache dass von dieser Restriktion mehr Männer als Frauen betroffen sind. Hat hier schon ein Mann wegen Diskriminierung geklagt - mit Sicherheit nicht, mit Sicherheit wird auch keiner deshalb klagen ...

Bei bestimmten Frauen ist es längst zum Wahn geworden : "ich bin Frau, deshalb werde ich überall und ständig diskriminiert"

Hat eigentlich je eine von diesen "Dauerdiskriminierten" dagegen geklagt dass Zwangsdienste nur von Männern in diesem Staat zu leisten waren (Wehrdienst etc.). Komisch da habe ich nie etwas davon gehört.

Von einem Piloten habe ich einmal gehört dass die Mindestgrössen-Bestimmung durchaus Sinn macht :

bei einem Triebwerksausfall muss der angeschnallte !! Pilot voll das Ruderpedal bis zum Anschlag mit normaler Körperhaltung auf der zugeordneten Seite durchtreten können. Da gibt es für sehr kleine Menschen offenbar Probleme ...

Ansonsten empfehle ich dauer-diskriminierten Frauen die Gründung eines eigenen Luftfahrtunternehmens, als Konkurrenz zu Boeing und Airbus. Da können sie dann Flugzeuge konstruieren die ihren Vorstellungen entsprechen ...

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xenoxx 28.11.2013, 20:23
114. Flugschein?

Zitat von AL.S
… ich selbst plane einen Flugschein zu machen, und ich verstehe nicht warum Leute sich hier darüber aufregen dass die Frau LH verklagt. Natürlich klingt etwas albern, aber der Traum vpom Fliegen ist etwas schönes, und ich mich sehr gut mit Flugzeugen aus, und wozu gibt es bis zu 5 Piloten in einem Cockpit. Mich nervt dieser ewige "Kampf" um die Körpergröße.
Vor Erwerb einer Fluglizenz - vulgo «Flugschein» - sollen Sie vielleicht Unterricht in Grammatik und Rechtschreibung in Betracht ziehen.

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Stäffelesrutscher 28.11.2013, 20:24
115.

Zitat von sysop
Damit alle Piloten zurechtkommen, gibt es einen Größenkorridor: Bei der Lufthansa darf niemand kleiner als 1,65 Meter oder größer als 1,96 Meter sein.
Hat da schon mal ein 1,98 m großer Mann geklagt mit der Begründung, das sei Männerdiskriminierung, denn es gebe viel mehr Männer als Frauen über 1,96 m?

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gandhiforever 28.11.2013, 20:25
116. Und hoffentlich

Zitat von mundi
Das wird die Fluggesellschaft sicherlich vor dem Gericht begründen können. Warten wir doch das Urteil ab.
ist das Urteil dann dem Spiegel auch eine Meldung wert.

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elud 28.11.2013, 20:26
117. diskriminierung

Ich habe es wirklich satt, immerzu von Diskriminierung zu lesen. Schwule werden diskriminiert, weil sie keine Kinder adoptieren dürfen. Die junge Frau wird diskriminiert, weil sie zu klein ist usw. Ich habe es satt, daß selbst angesehene Magazine dieses Unwort ständig und fälschlich benutzen. Zur Erinnerung: Es sind Voraussetzungen zu erfüllen! Wenn ein Paar Vater und Mutter bieten können, darf adoptiert werden. Jedes Kind hat Anspruch auf ein normales Leben mit Vater und Mutter. Die junge Frau erfüllt die Voraussetzungen ebenfalls nicht, sie ist zu klein. Leute, wenn ich Bahn fahren will, brauche ich ein Ticket. Man diskriminiert mich nicht, sondern erwartet als Voraussetzung ein Ticket. Schafft endlich das Wort Diskriminierung ab, es wird zu oft mißbraucht.

das ist ja mal großer unsinn. normal ist definiert durch die gesellschaft in der wir leben, hat also nichts mit natürlich etc zu tun. Es gibt Vorschriften, an die es sich zu halten gibt. Sie können aber immer noch Zug fahren, auch ohne Ticket. Es gibt ja keine Glasbarriere, die sie physisch daran hindert in den Zug zu steigen. Sie müssen nur mit den Konsequenzen rechnen. Das gleiche gilt für die Frau, die sich beworben hat.

Und können wir endlich mal aufhören die Vater, Mutter, Kind Konstellation als normal zu definieren und immer auf teufel komm raus alles damit zu vergleichen. Normal ist Mutter, Vater, Kind überhaupt nicht, ist nur eine Definition einer Gesellschaft. Man kann sich also schon diskriminiert fühlen, wenn man als Mann keine Kinder haben darf nur weil man sich nicht zu Frauen hingezogen fühlt.

und zurück zur Bewerberin. Sie hat die Fähigkeiten zu fliegen, sie hat alle Tests bestanden, es ist wahrscheinlich ihr Traum zu fliegen. Da hätte Lufthansa auch mal eher sagen können, dass sie zu klein ist und sie vielleicht zu anderen Airlines verwiesen, die andere Kriterien haben. Da kann ich mir schon vorstellen, dass nach all den Auswahlverfahren Frustration aufkommt, wegen 3.5 cm. Aber es ist ja immer einfacher vom Sofa aus zu kritisieren, als sich mal in andere Personen zu versetzen.

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EvaBaum 28.11.2013, 20:27
118. Es geht um den Borkenkäfer

Zitat von rentier75
Ich weiss selbst welche Farbe die Tiere haben, das war ein kleiner Scherz. Bei uns in Sachsen spazieren neudeutsch "Ranger" durch die Wälder die tragen keine Waffen und nicht jeder Forstwirt führt eine. Desweiteren gibt es in D keinen "Waffenschein", es gibt den Jagdschein und die Waffenbesitzkarte (so heisst das wohl korrekt). Natürlich wird die Mehrheit der Förster mit der Flinte jagen dürfen, gehört ja auch dazu. Das ist aber auch nicht das Thema, sondern vielmehr geht es darum ob bestimmte Berufszugangsbestimmungen nicht einfach nur veraltet oder überholt sind. Immerhin leben wir in einem der fortschrittlichsten und weit entwickelsten Staaten der Erde, haben aber Gesetze der vorletzten Jahrhundertwende. Es gibt genügend Hobbyjäger die eine försterliche Wildhege mittels Fangschuss mehr oder weniger überflüssig macht, alles eine Frage modernster Kommunikation via Smartphone. Förster entdeckt krankes Tier, sendet SMS an nächsten Hobbyjäger, der kommt bumm..... Wir leben in Mitteleuropa. So auch die Frau, als Co- Pilotin bekommt sie einen "langen Kerl" an die Seite der dann 1 Sekunde schneller den Triebwerkslöschknopf drücken kann. Was soll diese ewige Engstirnigkeit und A4- Denke? Natürlich muss man das jetzt nicht alles wortwörtlich nehmen, aber mehr Flexibilität stünde uns allen gut und immerhin wollen wir doch gut vergütete Vollbeschäftigung erreichen.
Sie haben Recht! Im Übrigen geht es bei der Rot-Blindheit Einschränkung für bayerische Förster nicht um die Jagd. Es geht darum, die leicht rötlich gefärbten Borkenkäfer- Nester in den Bäumen erkennen zu können. Einen Jagdschein darf übrigens jeder (Rot-Grün)- Blinde machen.

PS Ein Forstwirt ist ein Waldarbeiter, ein Holzfäller. Ein Förster ist ein Ingenieur mit Verwaltungsaufgaben.

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Wildes Herz 28.11.2013, 20:27
119.

Zitat von mnbvc
Der guten Dame ging es offenkundig ums Geld. Oder wie kommt aus einer nicht erfolgreichen Bewerbung eine "Entschädigung" von 135.000€ (!!) zustande -dem mehrfachen Jahresverdienst eines Durchschnittsverdieners?
Bei einer Klage vor dem Arbeitsgericht geht es meistens "ums Geld". Das ist nicht weiter außergewöhnlich. Und ein Schadensersatz von 135.000 Euro kann durchaus gefordert werden - denn neben dem immateriellen Schaden (§ 15 Abs. 2 AGG) gibt es auch noch einen materiellen Schadensersatzanspruch (§ 15 Abs. 1 AGG), der sich z.B. auf ein entgangenes Gehalt o.ä. beziehen kann. Eine Pilotin ist auch alles andere als eine "Durchschnittsverdienerin".

Außerdem ist das Erfordernis des EuGH zu beachten, dass die Entschädigung der Höhe nach eine "wirklich abschreckende Wirkung" auf den Arbeitgeber entfalten müsse. Bei einem milliardenschweren Konzern wie der Lufthansa ist 135.000 Euro insofern eher eine sehr moderate Forderung.

Zudem ist der Entschädigungsanspruch nach § 15 AGG grundsätzlich nach oben hin völlig unbegrenzt, sofern der/die diskriminierte Bewerber/in ohne die Diskriminierung die begehrte Stelle erhalten hätte. Daher - Gegenfrage: Warum sollte sie NICHT 135.000 Euro fordern?

Zitat von mnbvc
Dass sie dann mit "nur" 10.000€ auch zufrieden gewesen wäre, passt ins Bild.
In welches "Bild" passt es, wenn eine Prozesspartei einem vom Gericht (!) vorgeschlagenen Vergleich zustimmt? Das ist Alltag in deutschen Arbeitsgerichtssälen...

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