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Prozesse: 18 Sekunden Zündstoff

Der Schüler, der in einem Berliner U-Bahnhof einen Fremden brutal zusammentrat, bekam von der Boulevardpresse die Höchststrafe. Jetzt ist das Gericht an der Reihe.

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Alzheimer 06.09.2011, 11:27
170. ...

Das Urteil wird vom Gericht gefällt, ob es der Boulevardpresse oder den Täterverstehern gefällt, ist absolut zweitrangig.
Überwachungskameras im U-Bahnbereich gaukeln nur Sicherheit vor, wenn nicht von Sicherheitspersonal sofort reagiert werden kann. Es werden Beweise gesichert, aber das hilft dem Opfer in der Tatsituation nichts.

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teratom 06.09.2011, 11:27
171. Hetze des Boulevards

naja zumindest hat die vielzitierte "Hetze der Boulevard- und Trivialpresse" dazu geführt, dass er zwei Fachanwälte hat, für nen mittellosen Gymnasiasten nicht schlecht...

Also ein "Warnschuss" mag ja ganz gut sein, ob der aber im vorliegende Fall noch gerechtfertigt ist, wag ich doch zu bezweifeln, wenn man sich mal, unabhängig von der Person des Täters, die Fakten anschaut, das Opfer wird zuerst mit ner Bierflasche niedergestreckt und anschließend mit gezielte Tritten gegen den Kopf malträtiert, von einer existierenden Hemmschwelle kann doch dar nicht mehr die rede sein. Sicherlich hat Alkohol eine enthemmende Wirkung, aber er entfernt sie nicht...

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HansC 06.09.2011, 11:28
172. Das geht milde aus...

Trotz der absolut professionellen Reaktionen(Geständnis, Reue, Entschuldigung, Alkoholmissbrauch) oder gerade deshalb wird das Gericht wohl irgendeine Bewährungsstrafe verhängen. nebenbei hat der Täter ein paar Therapien angefangen und zum Glauben gefunden. Wie aus dem Bilderbuch.

Dagegen steht, dass er mit deutlichen Spass und bei selektiver Amnesie einen anderen Menschen fast getötet hat.

Für mich wiegt die augenscheinliche, unbändige Freude des Täters, als er einen Menschen zu Klump getreten hat, schwer. Und ich hoffe diesen Teil seiner Persönlichkeit weiß das Gericht zu "würdigen".

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lukeserious 06.09.2011, 11:28
173. Danke

Danke, für diesen vernünftigen und sachlichen Artikel, der weder verharmlost noch überspitzt oder hetzt.

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discipulus 06.09.2011, 11:30
174. !

Zitat von hartwurzelholz
... Schweres Schädel-Hirntrauma trotz weicher Gummisohlen. ...
Wäre es nicht dem mutmaßlichen Opfer zuzumuten gewesen, einen Schutzhelm zu tragen, um der Schadensminderungspflicht genüge zu tun. Der mutmaßliche Täter kam durch Tragen von Schuhen mit weicher Sohle dieser Verplichtung nach. Der Richter wird beide Verhaltenweisen als mildernde Umstände zu würdigen haben

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mr_supersonic 06.09.2011, 11:31
175. Das ist das Problem...

Zitat von mmotw
"zwar ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, aber keine lebensbedrohlichen Verletzungen" Ein schweres SHT _ist_ eine lebensbedrohliche Verltzung!
Genau meine Rede!
Anstelle herauszupicken, was den Täter so antreibt, sollte man endlich aufhören Verletzungen zu verniedlichen.
Vielleicht gibt es dann ein Umdenken, wie verletzlich wir Menschen sind, was dann neue Wege erschliessen könnte im Umgang mit z.B. Alkohol....

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gaga007 06.09.2011, 11:33
176. Vergleichen Sie bitte mal ...

Zitat von Teufelsabbiss
... haben diese Herrschaften noch immer nicht kapiert, dass eine auf Rache aufbauende Justiz wie in den USA nicht zu weniger, sondern zu mehr Straftaten führt. Ganz offenbar hat der Junge etwas verstanden und tut alles um wirklich zu reifen...
Vergleichen Sie selbst:
New York vor "Zero Tolerance"

- Die meisten der 6221 Züge der New Yorker U-Bahn sind beschmiert. 500 Polizisten kontrollieren die Bahnen, trotzdem blühen Überfälle und Drogenhandel.

- 1990 registriert die Polizei mehr als 100.000 Raubüberfälle. Statistisch wird jeder fünfte New-York-Tourist ausgeraubt, der Central Park ist hochgefährlich.

- Wildpinkler gehören zum Straßenbild, öffentliche Parks und Plätze sind vermüllt und fest im Besitz der Drogenszene.

- Totschlag ist die Haupttodesursache bei 15- bis 24-Jährigen. 40% aller Verbrechen wurden während der Unterrichtszeit begangen – von Jugendlichen unter 16.

... und nach Einführung von Zero Tolerance

- Zahl der U-Bahn-Polizisten wird auf 900 aufgestockt. Beginn des Clean-Car-Programms: Zug um Zug wird gereinigt. Wer beim Schmieren erwischt wird: Geldstrafe oder ein Jahr Knast.

- Zahl der Raubüberfälle sinkt um die Hälfte. Die Polizei ist fast überall im Stadtbild präsent.

- Wer wiederholt beim Wildpinkeln oder Wegwerfen von Müll erwischt wird, muss bis zu ein Jahr ins Gefängnis.

- Jährlich landen 130.000 New Yorker mindestens einmal für 24 Stunden hinter Gittern.

- Die Zahl der Einbrüche geht bis 1996 um über 30 Pozent zurück. Die Justiz urteilt im Schnellverfahren: 8 bis 25 Jahre Knast.

http://www.bz-berlin.de/aktuell/berl...le1201234.html

Und das einzige, was dieser Junge verstanden hat, ist, wie man sich vor Gericht zu geben und was man zu sagen hat, um bei einem Richter ein gutes, strafmilderndes Bild abzugeben.

Alle Entschuldigungen und Beileidsbekundungen sind doch nur "oskar-reife Schauspielerleistung" und unglaubwürdig.

Aber die Justiz wird erneut darauf reinfallen !

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Auswahlaxiom 06.09.2011, 11:33
177. Vielleicht

Zitat von marks & spencer
Es geht nicht um Rache, sondern darum, jemanden wegzusperren, der eine Gefahr für die Gesellschaft darstellt.
Und ob das so ist, ist eben die Frage. Zum Glück entscheiden das Gerichte und nicht der Stammtisch.

Zitat von
Ich habe keine Lust, das nächste Opfer von diesem Typen zu sein. Im Knast kommt ihm vielleicht die Erleuchtung, wie er sein Leben zum Besseren ändern kann.
Ja, vielleicht. Wahrscheinlicher ist, dass er sich im Knast auf eine versaute Zeit danach einrichten wird. Meinen Sie, dass das aus Torben eine bessere Person macht?

Es ist wesentlich zielführender, den Täter in die Gesellschaft zurückzuholen, statt einen weiteren Zombie zu schaffen. Und zwar, damit Sie nicht das nächste Opfer werden.

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calido46 06.09.2011, 11:34
178. Tut mir leid,

aber die Meinung vieler Mitforisten kann ich nicht teilen! Der junge Mann hat einen anderen fast totgetreten (und hätte ihn niemand gestört, vielleicht wäre es sogar so weit gekommen!)
Im Tierreich hört der Überlegene auf, wenn ihm der "Gegner" die Kehle zeigt! Mittlerweile ist es doch so, daß auch bei Auseinandersetzungen auf dem Schulhof, bei Dorffesten usw. auch dann noch nachgetreten wird, wenn der Kontrahent schon am Boden liegt.
Und viele dieser Täter fühlen sich auch noch im Recht (der andere war halt ein loser!) Und ich weiß, wovon ich spreche, denn ich arbeite in einer JSA mit solchen Jugedlichen!

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darkwingduck 06.09.2011, 11:35
179. Gut aber wie?

Zitat von ditor
Wichtig wäre alkoholisierten Tätern obligatorisch langjährige Alkoholverbote zu erteilen, in diesem Fall dauerhaft.
Ein guter Vorschlag.
Aber wie will man das durchsetzen?
Eintrag in den Personalausweis, denn dann jeder Alkoholverteiler (Wirt, Kiosk, etc.) abchecken muß?
Regelmäßige Kontrolle mit dem Pusteröhrchen?

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