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Rabiate Erziehungsmethode: Brüllen lassen, bis sie resigniert verstummen
Getty Images/ Rubberball

Eine rabiate Erziehungsmethode aus den USA überzeugt jetzt auch deutsche Eltern: Wenn die Kinder nicht schlafen wollen, sperren sie diese ein. Clever oder Missbrauch?

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SWB 08.11.2016, 12:53
1. Spiegel Minus

Und für diese dünne Suppe habe ich jetzt Geld bezahlt? Du liebe Güte ... Von Artikeln, die hier kostenpflichtig angeboten werden, erwarte ich deutlich mehr Tiefgang. Derart Klägliches hingegen lässt sich doch gewiss über die zahllosen Werbebanner finanzieren und würde dann nicht mein Vertrauen in "Spiegel Plus" unterminieren.

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jboerner 08.11.2016, 12:56
2. Schmarren

Mit 6 Jahren ist eh alles zu spät. Schlafrythmen trainiert man ab 3, spätestens 6 Monate, möglich ist es schon nach einem Monat, also ca. dem ersten Wachstumsschub. Da vermittelt man dem Baby eben durch entsprechenden Tagesablauf, Dunkelheit und Ruhe, wann Schlafenszeit ist. Und unterstützt das durch wiederkehrende, in größer werdenden Abständen durchgeführte Beruhigung, damit sie lernen, dass sie sich zwar darauf verlassen können, dass jemand kommt- sie aber selber einschlafen sollen.
Wenn das Kind mit 6 Jahren noch nicht gelernt hat, dass es nachts schlafen soll, dann wurde schon früher etwas falsch gemacht, und vermutlich vor allem die Konsequenz. Die Tür abzusperren ist da einfach Faulheit und reichlich mies- erst nicht gescheit beigebracht, und dann mit rigorosen Mitteln nachgeholt. Andere Strafen und auch vor allem: Erklären, warum das schlecht ist (Mama und Papa müde->keine Energie zum Spielen) dürften da sinniger sein.

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it-rocks 08.11.2016, 13:20
3. Frechheit

Es war definitiv das letzte Mal, dass ich einen Spiegel Plus Artikel gekauft habe, wenn solch ein Artikel, dass ist, was man dafür bekommt. Wirklich eine Frechheit und ein Armutszeugnis...

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chrisko77 08.11.2016, 13:25
4. Was kommt als nächstes aus den USA?

Das Einsperren eines Kleinkinds in ein Zimmer, sei es aus Resignation, Frust, Unfähigkeit oder sonst was ist also eine "rabiate Methode aus den USA"? Sitmmt, da wären wir lieben, freundlichen und herzensguten Europäer bestimmt nie von selbst darauf gekommen ;-) Schade ums Geld diesmal..

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Didoxion 08.11.2016, 13:33
5. Kinder haben ebenso wie Erwachsene das Bedürfnis

nach einem erfüllten Tag zu schlafen. Das kann mal etwas früher oder später der Fall sein, prinzipiell signalisiert jedes vernünftige Ritual, dass Schlafenszeit ist. Wenn das Kind aus den Ritual ausbricht, dann weil es gestört wird. Die Ursachen sind vielfältig, Krankheiten, aufwühlendes Erleben, Ängste - vieles kann das Kind vom Schlafen abhalten. Was es dann braucht, ist kein Schloss, sondern Nähe. Nach eigener Erfahrung ist der beste Garant für gut schlafende Kinder, wenn diese wissen, dass sie jederzeit die elterliche Nähe suchen und finden können. Das bedeutet, dass die ersten 24-36 Monate eine gemeinsames Schlafzimmer mehr als sinnvoll ist, und danach eine offene Schlafetage (weit offene Türen in der Nacht). Das Kind schließt die Tür eigenständig nach ein paar Jahren, wenn es die damit einhergehende Autonomie genießen will.
Aus unseren Kindern sind inzwischen erfolgreiche junge Männer geworden, die wohl gar nicht auf die Idee kämen, das Bedürfnis eigener Kinder nach Beistand und Nähe mit einer verschlossenen Tür zu beantworten.
Aus derartigem Verhalten von Eltern spricht emotionale Dummheit, die große Chancen hat, eine interaktiv gestörte Familie zu erzeugen.

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lisa_s 08.11.2016, 13:42
6. Wirklich unverschämt.

Auch wenn es sich um einen Cent-Betrag handelt - was hier als kostenpflichtiger Artikel angeboten wird, ist unverschämt und unwürdig. Ein schlecht recherchierter, ziemlich kurzer Aufsatz, den 12.Klässler besser schreiben können. Für Spiegel-Online: peinlich.

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kaisergarten 08.11.2016, 13:46
7. Mißbrauch

Ich glaube nicht, dass das Herdentier Mensch seinen Nachwuchs in der Nachbarhöhle ablegte.
Ich glaube nicht daran, dass man Babys und Kleinkinder "verwöhnt", bloß weil man Ihnen in den ersten Lebensjahren die Nähe und Geborgenheit schenkt die sie selbst benötigen und einfordern.
Wenn man selbst einen Tag/ Nachtrythmus einhält pendelt sich das auch bei Babys ein. Aber nicht jedes Baby kann alleine schlafen und vor allem nicht durchschlafen. Warum auch? Früher wäre es dann gefressen worden. Durchschlafen geht eh erst, wenn die Zwerge soviel essen können, dass sie auch mal 6-8 h ohne Nachschub in der Nacht auskommen.
Wenn allerdings Kinder, die schon schreiben können, nachts nicht schlafen wollen oder können, dann würd ich mir gaaanz andere Gedanken machen. Da stimmt dann irgendwas grundsätzliches nicht. Vermutlich bei den Eltern. Einsperren scheint mir da eine recht eigenartige Methode und löst dann auch das ursächliche Problem nicht.

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ingofischer 08.11.2016, 13:50
8.

Zum Glück wandelt sich derzeit die Ansicht, dass mit einer möglichst freien zügellose Erziehung/Verziehung mit einem Mindestmaß an Regeln und Sanktionen zu einer tollen Persönlichkeitsentwicklung des Kindes führen. Immer öfter sitzen die Eltern achselzuckend vor Ihrem Nachwuchs, der schon eher gewohnt ist die Eltern herumzukommandieren als andersherum. Das Thema "Schlaferziehung" ist dabei nur eine Facette dieses Umdenkens, welches ich persönlich begrüße. Solch relativ drastischen Maßnahmen sind m.E. jedoch nicht nötig, wenn man nicht erst reagiert, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Unsere 3 Kinder kommen jedenfalls nicht allein aus dem Bett - sie kennen und akzeptieren die klaren Regeln, welche schon schon im Kleinkindalter konsequent durchgesetzt wurden. Das bringt Frieden im Familienalltag und macht es überhaupt erst möglich sich entspannt und gutgelaunt mit den Kindern ausgiebig zu beschäftigen.

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evilynnigirlie 08.11.2016, 13:55
9.

Abgesehen davon, dass ich von einem interessant klingenden Bezahlartikel deutlich mehr Infos erwartet hätte (und bessere Recherche), kann ich diesen Brutalo-Erziehungsmethoden a lá Ferbern und so weiter nichts abgewinnen. Viele Kinder entwickeln Schlafprobleme. Manchmal hat das auch was mit mangelnder Bewegung draussen (!) zu tun, manchmal mit mangelnder Zuwendung tagsueber der Eltern, manchmal weil das Kind schlicht Angst hat. Oder: Das Kind braucht einfach nicht so viel Schlaf wie angenommen. Meine Tochter (4) besteht seit ein paar Wochen darauf, wieder bei Mama und Papa zu schlafen. Wir versuchen zwar, sie in ihr eigenes Zimmer ins eigene Bett zu stecken, wenn sie aber weint, dann lenke ich ein. Warum? Weil sie 4 ist. Ich nehme an, sie hat Angst alleine oder will schlicht nicht alleine sein (das ist ihre Antwort, wenn man sie fragt). Die Zeit, wo sie ihre eigene Zimmertuer zumachen will, kommt frueh genug. Muss ich so einen kleinen Menschen zu etwas zwingen, das eigentlich nicht nötig ist - auch wenns vielleicht bequemer fuer mich wäre? Find ich nicht. Aber das muss jedes Elternteil fuer sich selbst entscheiden.

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