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Religion als soziale Utopie: Die Jesus-Alternative
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Die Tatsachenmenschen haben abgewirtschaftet: In der Krise wird deutlich, dass Kapitalismus und Neoliberalismus keine Hoffnung bereithalten. Die Aufgabe der Politik wäre es, ihnen mit der Kraft der Utopie zu begegnen. Ostern, das Fest der Auferstehung, erinnert an diese Kraft. S.P.O.N. - Im Zweifel links: Die Jesus-Alternative - SPIEGEL ONLINE

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io_gbg 02.04.2013, 11:00
420.

Zitat von Neinsowas
...war, dass der Mensch sich bewusst wird, dass er nicht alleine auf dieser Welt lebt, alleine regieren und herrschen kann, für sich Gesetze machen kann, eigene Beschlüsse fassen,...sondern dass es immer ein DU gibt, mit dem er teilen sollte. GEBEN, nicht NEHMEN war sein Konzept.
Woher wollten sie Jesu Konzept denn kennen oder gar was er wollte?

Es gibt keine bekannten Quellen, die über das Wirken, über Äußerungen oder gar über das Denken Glaubwürdiges vermitteln.

Die Propagandaschriften der jungen Religion, die lange nach dem Tod eines Jesu, von dem man fast nichts weiß, entstanden, sind zwar Quelle für die ersten zwei Jahrhunderte der Entwicklung christlichen Denkens, haben aber in Bezug auf Leben und Werk Jesu keinen Quellenwert.
Sie sind historische Propaganda.

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M. Thomas 02.04.2013, 11:06
421. @reuanmuc

Bitte sehr: "der Kapitalismus" hat die Eigenschaft, einen möglichst großen Anteil an allen Produktionsmitteln auf möglichst wenige Habende und Kontrollierende zu konzentrieren - und das mit allen Mitteln bis hin zur Kriegsführung. Er schottet sich reflexhaft auf globaler wie nationaler Ebene von denen ab, die er um diese Mittel u.a. mit Waffengewalt enteignet; im Fall unserer europäischen und transatlantischen Verbündeten suggeriert er denjenigen, die für alles arbeiten und denen nichts gehört maximale Angst, dass sich jede Veränderung an diesem Prozess bedrohlich auf sie auswirken könnte da sie angetan dazu wäre, ihnen das Wenige, das sie noch haben, auch noch zu nehmen. Angst ist das zentrale Wesen der "Agenda" und führt zu freiwilliger Blindheit unter den direkt Betroffenen - nach dem Floriansprinzip hofft jeder, zufällig nicht Opfer von Einsparungs- also Gewinnausweitungsprogrammen zu werden, ergo wenigstens für einige Zeit wenigstens ein bisschen (mit-) konsumieren zu können. Den Rest erledigen beispielsweise Fremdenängste, die man politisch gut lancieren und wiederum zur Begründung von (Rohstoff-) Eroberungskriegen erklären kann.
DAS ist das Wesen "des Kapitalismus".

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Steve Holmes 02.04.2013, 11:09
422.

Zitat von Scheidungskind
Dies impliziert jedoch auch ein zunehmendes Maß an sozialer Ungleichheit, denn Gerechtigkeit, ...
Ich empfinde Ungleichheit als gerecht. Nicht jeder Mensch hat die gleichen Talente, den gleichen Fleiß oder dasselbe Glück. Ungleichheit entwickelt sich ganz natürlich aus dem Wettbewerb. Es können und sollen nicht alle auf dem Siegertreppchen stehen sonst könnte man sich den Wettlauf gleich sparen.

Zitat von Scheidungskind
Familie oder Tugendhaftigkeit haben im Nützlichkeitskalkül keinen Wert.
Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Für mich hat Familie einen großen Wert und ich lasse sie mich gerne viel kosten. Andere Menschen leben lieber allein.

Mit Tugendhaftigkeit kann ich nichts anfangen aber ich will sie auch keinem ausreden.

Zitat von Scheidungskind
Zudem opfert der Pragmatismus regelmäßig langfristige Ziele den kurzfristigen Erfolgen.
Gerade langfristige Ziele kann man nur mit pragmatischer Planung erreichen die auch beinhaltet auf kurzfristige Erfolgserlebnisse bewusst zu verzichten.

Zitat von Scheidungskind
Frau Merkel und Sie scheinen sich nicht bewußt zu sein, dass die Agenda 2010 ein Notprogramm für die Krise war und – auf Dauer praktiziert - von Nachteil für dieses Land und ebenso für Europa sein wird.
Die Agenda 2010 hat die deutsche Gesellschaft auf die Herausforderungen des globalen Wettbewerbs unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung eingestellt. Man darf da aber nicht stehen bleiben. Eine Agenda 2020 ist überfällig. Der Reformbedarf ist noch lange nicht erschöpft.

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bakunicus 02.04.2013, 11:10
423. himmel hilf ...

Zitat von sysop
Die Tatsachenmenschen haben abgewirtschaftet: In der Krise wird deutlich, dass Kapitalismus und Neoliberalismus keine Hoffnung bereithalten. Die Aufgabe der Politik wäre es, ihnen mit der Kraft der Utopie zu begegnen. Ostern, das Fest der Auferstehung, erinnert an diese Kraft.
eigentlich habe ich mir fest vorgenommen zu diesem faden nichts zu schreiben, denn ich bin nicht bibelfest und kenne auch nicht die von augstein zitierten bücher und autoren wie ernst bloch.

aber augstein ist doch weiß gott nicht der einzige der sagt dass der kapitalismus und freie markt, die globalisierung, ihr heilsversprechen nicht einlösen können.
und wenn man manche kommentare liest ( @ steve holes & co. ) auch gar nicht einlösen wollen.

natürlich sind nicht alle menschen gleich, und das darf und soll sich auch in verschiedenen einkommen und besitz spiegeln.
aber womit wir es zu tun haben ist grenzenloser reichtum, eine zum teil über viele generationen akkumulierter besitz, der den neugeborenen schon lange bevor sie sich beweisen können den strick der besitzlosigkeit um den hals legt.
mit der folge dass sie von bildung und gesundheit ausgeschlossen sind, zur bittersten armut verdammt.
fast 3 milliarden menschen die von weniger/gleich 2 US dollar /tag "leben" müßen.
in einer welt mit einem BSP von 60 billionen US dollar / annum.

mal ganz grob überspitzt sind das 8570 dollar pro kopf, für eine 4 köpfige familie 34.000 US dollar im jahr, für alle familien auf der ganzen welt.
das nur mal als richtwert was totale gleichheit bedeuten würde.

dass nun manche 500.000 US dollar im jahr verdienen, und andere nur 15.000, mit einer solchen spreizung könnte man leben ( im wahrsten sinne des wortes ), abr eben nicht mit den 800 millionen die nur 1 dollar am tag oder weniger haben wie in haiiti z.b., die lehmkekse mit fett gegen den hunger essen müßen.

es ist mir egal ob man es utopisch nennt das beenden zu wollen, oder sozialistisch, oder christlich, oder humanistisch.
ich weiß nur dass es dringend nötig ist, dass das himmelschreindes unrecht ist, dass das "unmenschlich" ist ...

es muß einen weg und einen willen geben das zu beenden.

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reuanmuc 02.04.2013, 11:11
424.

Zitat von agua
Sie koennen sich ueber andere Menschen erheben,weil sie denken,sie gehoeren zu den oberen Zehntausend,weil sie das Ziel des guten Geldverdienens erreicht haben,nicht erkennend,dass sie abgesehen von diesem erreichten Ziel eventuell in grosser Armut leben.
Haben Sie schon mal bemerkt, dass Sie genau wie die Kommunisten argumentieren, indem Sie bestimmen wollen, was für die Menschen gut ist oder Glück bedeuten soll? Religion ist dasselbe wie Kommunismus, die Diktatur der Glückseligkeit.

Beschützung ist die häufigste Form von Freiheitsberaubung.

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nomadas 02.04.2013, 11:11
425. Kalter Kaffee

Opium für`s Volk, lieber Herr Augstein, haben sie noch vergessen oder mit Absicht ignoriert. Doch egal, was Ihnen auch völlig fehlt, ist es den Unterschied zu raffen, zwischen glauben und wissen. Doch, nur keine Bange, da sind sie nicht alleine. Glaube-Hoffnung-Liebe...und die Liebe ist dabei das Größte, Herr Augstein, sie Oberschlaumeier! Das muss man mal packen, fassen, raffen, mon chèr! Überall wo ein Menschlein "Gott spielt", muss es in die Hose gehen. Das ist ja das Gott-lose per se. Nun gut, auch für sie, lieber Augstein gilt mein lieber Augustinus, mit meinem Lieblingszitat: Wer sich von der Wahrheit nicht besiegen lässt, der wird vom Irrtum besiegt. Als kleine nachösterliche Lektüre ist zu empfehlen:"Utopia" von Thomas Morus. Dort können sie einen Hauch dessen verspüren, was der Unterschied ist zwischen Utopie und Religion. Nur zu, es tut nicht weh! Gott ist die Liebe! Amen!

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io_gbg 02.04.2013, 11:14
426.

Zitat von Neinsowas
...für die Sache an sich ist es doch völlig wurscht, ob Jesus gelebt hat oder doch nicht oder wie....!
Nein, ist nicht wurscht, dass sich Leute auf eine irrationale Ideologie berufen sollten.
Denn darauf zielt Augsteins Artikel letztlich ab: Ersetzt die eine menschenverachtende säkulare Ideologie durch die utopische rosinengepickte religiöse Ideologie (die nur deswegen als freidliebend bezeichnet wird, weil man die negativen Aspekte, die z. B. in den "heiligen" Schriften klar stehen, einfach weggelassen werden.

Tatsachenbehauptungen müssen prinzipiell belegt werden können.
Was Jesu angeht gibt es da so gut wie nichts, außer das es einen Menschen gegeben hat, der so hieß und der von den Römern hingerichtet wurde.
Daraus haben dann Propagaandisten eine Religion gezimmert.

Zitat von
Das neue Testament - man verwechsele es nicht mit dem alten!
Gut, dass Sie sich selbst diese Notiz schreiben!
Ich habe in diesem Thread sonst noch keinen Foristen erlebt, der den Unterschied nicht kennt.
Zitat von
- gibt zumindest Denkanstösse, oder?
Nun, der Religion gelten beide, At und NT als sakrosankt, "heilig".
Und sicher, sowohl die negativen wie auch positiven Seiten können Denkanstöße geben.
Ich meine aber, es gibt Geeigneteres, viel Geeigneteres, als religiöse Propagandaschriften, will man Denkanstöße bekommen.

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Steve Holmes 02.04.2013, 11:16
427.

Zitat von Arrivato
Am Beispiel Japans nach der Fukushima-Katastrope erkennt man, dass Talent und Fleiß langfristig nicht unbedingt zum Erfolg führen, ...
Nicht unbedingt, sie sind aber eine gute Voraussetzung. Aber ohne ein Quäntchen Glück geht es halt nicht.

Zitat von Arrivato
Aus welchem Grund m u s s es denn "relative Armut" geben?
Weil in einer freien Gesellschaft der Wohlstand ungleich verteilt ist. Wie schon gesagt gehört Talent, Fleiß und Glück dazu. Dann gibt es auch in einer reichen Gesellschaft immer welche die relativ wenig haben.

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smokyfields 02.04.2013, 11:16
428. Fein geschrieben....

...frxxl. Ergänzend vielleicht: Genauso wie die phantasielosen Deppen als erstes an Bruder Jakobs Gehalt denken, wenn sie meckern, genauso halten's doch unserer "Volksvertreter", mit einem Unterschied: Sie denken zuerst an ihr Salär. Eben Durchschnitt.

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agua 02.04.2013, 11:18
429. An#349 Forist Steve Holmes

Sie schrieben:Der Markt ist immer staerker als der Staat.Ich wiederholte diesen Sstz zu Beginn meines Beitrages.Nun antworten Sie:Jeder ist Marktteilnehmer...Wenn der Markt staerker ist,werden die Menschen vom Markt regiert,siehe:derzeitige Finanzdiktatur.Politiker dienen den Maerkten und vertreten nicht die Bevoelkerung.Somit erledigt sich die Demokratie und die Gesellschaft macht einen gewaltigen Rueckschritt.Was die Drogen betrifft:Welches Interesse sollte ein Staat daran haben,dass seine Bevoelkerung Drogen nimmt.Warum nehmen die Menschen Drogen?Sei es uebermaessiger Alkoholkonsum oder andere Rauschmittel,ist es immer eine Flucht aus der Realitaet,weil Menschen diese nicht ertragen und einen Weichzeichner brauchen.

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