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Rentner: Tod im Paradies

Tausende deutscher Pensionäre leben im thailändischen Pattaya. In dem Hotel "Villa Germania" verwirklichen sie ihren Traum von Freiheit, mit Alkohol und Frauen. Es ist ein Leben unter der Zeitglocke: Ihr Kanzler heißt Helmut Schmidt, ihr Kapitän Franz Beckenbauer.

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Pnin 27.03.2009, 22:14
90. ...

Zitat von poiuyt
ist nach pattaya gefahren um beweise für seine vorurteile die er schon in deutschland hatte zu finden. die keywords sind klar, alte männer, deutsche, thai girls, suff, zigaretten usw. wenn einer mit dieser einstellung da hin fährt und genau diese parameter verzweifelt sucht wird er dies natürlich finden.
Der Artikel ist überschrieben mit: RENTNER
Tod im Paradies.

Es ist also völlig klar, dass hier lediglich ein kleiner Ausschnitt beschrieben wird.

Abgehandelt werden die Altersdeutschen, die dort ein sinnentleertes Restleben abgurken, sich groteskerweise eine quasi-deutsche Klischee-Parallelgesellschaft schaffen und sich dabei einen Dreck um die Thais scheren, diese vielmehr einfach für Ihre Bedürfnisse benutzen. Alle anderen müssen sich doch nicht angepisst fühlen...oder?

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RainerSelbst 27.03.2009, 22:15
91. Der Neid der Zurueckgebliebenen

"Ein Land, das nur schlechte Nachrichten liebt...." und ein Autor, der es nicht verknusen kann, wieder in das ganzjaehrige Sauwetter nach D zurueck zu muessen. Was fuer ein trauriger Artikel!
Ich bin grade am Mittwoch morgen in einem typischen Maerz-Schneesturm zum Flughafen nach Frankfurt gefahren, um ganz schnell in meinen Flieger nach Californien einzusteigen. Der Blick aus dem Fenster reicht doch, um jeden davon zu ueberzeugen, dass man besser schnellstens ins Warme abhaut, und zwar moeglichst lange.
An den unverhohlen-neidischen Autor noch dieser kleine Fragebogen:
Wenn Sie waehlen muessen zwischen folgenden Optionen, welche erscheint Ihnen am sympathischten?
A) Schneesturm - Palmenstrand?
B) -2 Grad - +32 Grad?
C) noergelnde Menschen - laechelnde Menschen?
D) Dauerregen - Dauersonne?

Wer's mag kann ja in D bleiben.

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red-snapper 27.03.2009, 22:30
92. Land des Lächeln

Große Teile des Artikel stimmen schon,
allerdings werden solche Artikel über Pattaya ständig irgendwo gedruckt(also nichts Neues),
aber Thailand ist nicht nur Pattaya.

Was allerdings stimmt,
das sich die Deutschen im Ausland selbst der größte Feind sind,
da muß man sich nur in Spanien umsehen.

Gerade zu NAIV
sind allerdings die Beiträge einiger User hier,
die das Ausnutzen der armen Thailänder durch die bösen reichen Deutschen beklagen!
Ich will hier nicht alle Menschen (egal ob Deutscher oder Thailänder) über einen Kamm scheren.
Thailänder sind im allgemeinen knallharte "Geschäftsleute",
die sehr wohl ihr persönliches Profit im Auge haben.
Viele lassen sich durch das berühmte Lächeln täuschen,
das in vielen Fällen allerdings eine Fassade ist,
denn wenn man dieses Lächeln verliert und seine wahren Gefühle zeigt,
verliert man sein Gesicht,
und es gibt nicht viele Dinge für einen Thailänder,
die schlimmer sind, als sein Gesicht zu verlieren!
Neid und Missgunst gegenüber anderen Thailändern kommt mindestens genauso häufig vor wie unter uns Deutschen,
nur verdeckt man es hinter dem berühmten Lächeln.
Und meist rupfen nicht die bösen Deutschen die Thailänder,
sondern genau umgekehrt,
woran die aber selber Schuld sind.
Haben Sie eigentlich gewußt,
das schon den Kindern in der Grundschule eingebläut wird,
das die thailändische Rasse anderen Rassen überlegen ist!

Trotz allerdem ist Thailand ein schönes Land,
wenn man sich anpasst(was vielen Deutschen schwer fällt).
Man sollte nie laut und ausfallend werden,
lieber lächeln,
auf keinen Fall einen raushängen lassen,
was für ein toller Hecht man ist und wieviel Kohle man hat
und man sollte es auch tunlichst vermeiden,
einen Thailänder zu kritisieren,
was er gerade für einen Mist gebaut hat und schon garnicht in Gegenwart anderer.

Also immer schön bescheiden und freundlich bleiben,
die örtlichen Sitten beachten,
dann wird man von einigen Thais zwar als armer Schlucker belächelt,
man kann aber dann auch erleben,
das einem geholfen wird ohne das erwartet wird,
das man ihn bezahlt.

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centaur 27.03.2009, 22:39
93. Aua

Zitat von poiuyt
ich wohn da seit etwa 20 jahren, ich hab drei bücher über thailand und 5 über myanmar geschrieben, in englisch, denn in deutschland will niemand das tatsächliche hören !
Sollte man mit so viel 'schriftstellerischer' Erfahrung nicht wenigstens Satzzeichen korrekt setzen können?

[QUOTE]Ich weiss von was ich rede.

Sind Sie da ganz sicher?

Zitat von
sie und ihresgleichen sind medienwiederkauer
'Wiederkäuer', mit "ä". Nicht einmal zum fehlerfreien Beleidigen reicht es.

Zitat von
die herumfahren um beweise für ihren extrem beschränkten horizont zu finden.
Kommen Sie mal wieder runter von Ihrem lächerlich niedrigen Podest.

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LaraBerlin 27.03.2009, 23:49
94. Hirntod

Zitat von starbuck58
Leider ist mir nicht bekannt, welche Art von Reportagen Sie sonst bevorzugen, aber dieser Bericht stellt nicht gerade einen journalistischen Höhepunkt für eine ausgezeichnete Zeitschrift wie den Spiegel dar. Es ist eher ein trauriges Beispiel für den Niedergang des Journalismus.
Ich weiß nicht, wie Sie zu dieser Meinung kommen. Da das Thema unpolitisch ist, greift hier nochmal die frühere Qualität der Artikel im SPIEGEL, hier braucht nicht neoliberal verfälscht und vernebelt zu werden.

Der Autor hat einen Ausschnitt des Lebens von Deutschen in Pattaya beschrieben, nicht mehr und nicht weniger. Dass es diese Leute gibt, wissen wir. Auf Koh Samui habe ich schon vor vielen Jahren viele alte Deutsche mit Thai-Mädchen in der Hand gesehen, und fand es widerlich.

Manch einer mag das ja loben (vielleicht noch den gleichaltrigen "zu anspruchsvollen/zickigen" deutschen Frauen ein Schnippchen schlagen zu können, Rache?. Hinweis auf ein Interview mit Rainald Grebe über das Verhalten von deutschen Männern in Südostasien:

"Wie die Deutschen dort über Frauen reden, zum Beispiel. Ein Typ vom Generalkonsulat meinte etwa: „Hier kannst du echt alle habe.“ Oder: „Ich hatte jetzt ein Jahr eine Indonesierin. Wunderbar, da kannst du auf den Boden kotzen und die wischt es sofort auf.“"

http://www.tagesspiegel.de/kultur/Ra...art772,2758170

Im Grunde ist es erbärmlich, wenn 70-Jährige Viagra schlucken, um Mädchen gegen Bezahlung beschlafen zu können (3 Minuten?), die ihre Enkelinnen sein könnten.

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blowup 28.03.2009, 00:03
95. Mitnichten

Zitat von Pnin
Abgehandelt werden die Altersdeutschen, die dort ein sinnentleertes Restleben abgurken, sich groteskerweise eine quasi-deutsche Klischee-Parallelgesellschaft schaffen und sich dabei einen Dreck um die Thais scheren, diese vielmehr einfach für Ihre Bedürfnisse benutzen. Alle anderen müssen sich doch nicht angepisst fühlen...oder?
Erstmal bin ich der Meinung, dass in diesem meisterhaft geschriebenen Artikel überhaupt nichts "abgehandelt" wird, wie in der Seminararbeit eines mittelmäßigen Schülers.

Zweitens denke ich, dass es in Deutschland wesentlich mehr "Altersdeutsche (gibt), die dort ein sinnentleertes Restleben abgurken", voll an Absurditäten in einer Welt, die kaum mehr zu verstehen ist. Ich bin sicher, der Autor wäre auch in der Lage, eine ähnlich beeindruchende Reportage über eine Eckkneipe in Köln Kalk zu schreiben.

Und wer schließlich wen für seine "Bedürfnisse benutzt", ist auch nicht klar. Ist das deutsche Überheblichkeit, die Thais für blöd zu halten? Das sind in der Regel Deals auf Gegenseitigkeit. Oder spricht da der Neid, dass es in Thailand alte Männer gibt, die auf körperliche Nähe nicht verzichten müssen und die der Prostata-Krebs wegen eines noch regen Sexuallebens später erreicht?

Auf jeden Fall kann man diesen Männern Mut und Entschlossenheit nicht abschreiben, im Alter die Suche nach dem persönlichen Paradies nicht aufgegeben zu haben und dafür einen gravierenden Wechsel und persönliche Risiken auf sich genommen haben.

Auch wenn Sie letztlich an dem Vorhaben scheitern - sie haben sich nicht einfach abgefunden mit den Leben in Kälte, ohne Nähe, auf dem Abstellgleis und an der Armutsgrenze. Deshalb gehört Ihnen meine stille Sympathie als wahrhaft tragische Gestalten. Ihr Scheitern ist tragisch, während die, die sich hier in ihr vermeintliches Schicksal "mit Anstand und Würde" fügen, schlichtweg Verlierer sind. Sie haben bereits vergessen, wie sich ein Körper im Bett anfühlt und ihre Sehnsucht mit dem Arbeitsplatz abgegeben.

Besser verbrennen als verglimmen. Besser scheitern als sich fügen.

Shok Dee!

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alte unke 28.03.2009, 00:17
96. Genau das ist der Knackpunkt

Zitat von Pnin
Der Artikel ist überschrieben mit: RENTNER Tod im Paradies. Es ist also völlig klar, dass hier lediglich ein kleiner Ausschnitt beschrieben wird. Abgehandelt werden DIE Altersdeutschen, die dort ein sinnentleertes Restleben abgurken, sich groteskerweise eine quasi-deutsche Klischee-Parallelgesellschaft schaffen und sich dabei einen Dreck um die Thais scheren, diese vielmehr einfach für Ihre Bedürfnisse benutzen. Alle anderen müssen sich doch nicht angepisst fühlen...oder?
Hervorhebung oben von mir.

Der Autor beschreibt EINE Gruppe von Altersdeutschen.

Daraus liest man dann: DIE Alterdeutschen in Pattaya.

Könnte es sein, dass es ganz viele Altersdeutschen in Pattaya gibt, die ganz anders ticken? Die aus völlig anderen Gründen dort wohnen? Die Ganz anders leben?

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flakes1000 28.03.2009, 00:21
97. Bashing

Ich finde solche Artikel schwierig. Was der Autor hier betreibt ist ein vom ersten Satz an sehr gezieltes Bashing einer bestimmten sozialen Gruppe. Ich stimme völlig damit überein, dass solche Dauersextouristen ein großes Problem darstellen, und ich würde mich selbst sehr unwohl fühlen in Gegenwart solcher Leute. Aber mir gefällt nicht wie hier argumentiert wird: Es scheint als suche der Autor fast verzweifelt nach Hinweisen, vagen Situationsfetzen und kurzen Aussagen, um die beschriebenen Herren zu bemitleidenswerten Vollidioten zu stilisieren, die nur verlieren können. Warum ist es so faszinierend, Menschen als gescheitert darzustellen? Und wie kann man sich auf so dämlich herablassende Weise darin verlieren?

In meinen Augen wird hier vor allem sozialer Statusdünkel demonstriert: Diese deutschen Rentner sind alt und kaum gebildet, denn sie lesen die Bild, saufen, trinken, poppen. Sie sind für den Autor schon deshalb asozial, weil sie sich nicht der gängigen Mittelschichtserwartung unserer Gesellschaft an ein "würdiges Altern" unterordnen, sondern einfach das machen, worauf sie Bock haben. Der Sextourismus dient dem Autor in meinen Augen nur als unangreifbarer Schild zur Rechtfertigung einer zu simplen und gehässigen Interpretation.

In Wirklichkeit ist das Problem, dass hier Auflehnung betrieben wird gegen einen ganzen Haufen gesellschaftlicher Dogmen, über die in Deutschland einfach nie geredet wird. Diese Auflehnung mag rücksichtslos sein, verzweifelt und bemitleidenswert, aber wieso geilt man sich daran so auf?
Es ist Auflehnung gegen ein Land mit schlechtem Wetter und schlechter Stimmung, gegen die lähmende Langeweile nach 30 Jahren Ehe, gegen die Stigmatisierung des Alters, das man bitteschön asexuell und passiv hinter Büchern zu verbringen hat. In letzter Konsequenz ist es Auflehnung gegen ein überkommenes gesellschaftliches Dogma, das alles über 60 für Schrott erklärt.

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tylerdurdenvolland 28.03.2009, 00:25
98. .

Zitat von Paul Kessler
Diese Vaterlandsverräter, die da im Artikel beschrieben werden......statt sich in Deutschland die wenigen Ersparnisse vom Bankster abnehmen zu lassen, Ärzte und Pflegeheimbetreiber reich zu machen, die krummgebuckelt erworbene Immobilie für die Heimkosten draufgehen zu lassen - leben diese Leute einfach easy.
Danke! Sie haben unsere dringenden Sorgen beschrieben!
Wie soll das noch enden, wenn sich nach dieser Reklame für Thailand im Spiegel, nun noch mehr Menschen dazu entschliessen plötzlich irgendwo anders ihr Leben zu geniessen! Wo bleibt das deutsche Pflichtbewusstsein?

Deutsche! Der Staat, die Banken, die Hedgefonds, die Aktienmärkte, die Derivate Verkäufer, die Leerverkäufer... Sie alle brauchen euer Geld! Seid nicht so selbstsüchtig und tut nur noch das was euch Spass macht. Sowas kann man nun mal nur einer einer kleinen Kaste von Leistungsträgern und Elite zugestehen, sonst funktioniert das hier alles nicht mehr!

Ihr seid Vaterlandslose Gesellen!

Tyler Durden

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fusbalsau 28.03.2009, 01:17
99. fette Deutsche und tätowierte Greise

Zitat von starbuck58
Obwohl Sie lange in Südostasien (unterwegs?) waren, bedienen Sie hier die gängigen Vorurteile (fette Deutsche, zierliche Thai-Mädchen, abartig). Es gibt zwischen (nicht fetten) Deutschen und (nicht mehr ganz so zierlichen Thais)durchaus erfolgreiche Partnerschaften...
Das bezweifelt doch keiner. Na gut - zumindest ich nicht.

Aber in Pattaya finden Sie extrem auffälig viele von ersteren. Ob nun dicke Deutsche oder tätowierte amerikanische Greise mit Teenagern Händchen haltend.

Angeblich haben jetzt auch die Russen Pattaya für sich entdeckt.

Als ich vor vier Jahren für 2 Tage sozusagen molochtouristisch dort auf der Durchreise war, gab es auf 110000 Einwohner 30000 registrierte! Prostituierte. Da gibts sogar rothaarige Thaimädchen :)

Also in Thailand als Rentner den Winter verbringen ist sicher nicht das Schlechteste. Es gibt nur leider immer noch zu viele Leute, bei denen man immer dazu sagen muss, dass Pattaya nicht repräsentativ für Thailand ist - und auch nicht repräsentativ für Thailandurlauber. Dafür ist allein der Strand dort viel zu dreckig und hässlich.
Vor ein paar Wochen im Urlaub auf Ko Lanta habe ich einige deutsche Exil-Rentner getroffen, die ohne Suff und Viagra einen ganz zufriedenen Eindruck machten.
Aber mit der Aufgabe, das ist das Hauptproblem. U.a. deswegen finde ich die Geschichte gut und glaubhaft.

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