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Schirrmachers Egoismus-These: Ohne Zweifel links
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Der Konservative Frank Schirrmacher hat ein Buch über den Irrsinn des totalitären Kapitalismus geschrieben. "Ego" ist ein intellektuelles Vergnügen und ein politisches Zeichen der Hoffnung: Der Widerstand wächst. Jakob Augstein über Frank Schirrmachers neues Buch Ego - SPIEGEL ONLINE

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redrum 11.02.2013, 12:33
40.

Der Verleger Augstein greift dankend jede linke These auf um sein paranoides linkes Weltbild zu manifestieren.
Der Kapitalismus funktioniert mehr oder weniger ganz gut, ob der Sozialismus funktioniert? Bisher gibt es keine einzige positives Atwort daruf!

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olicrom 11.02.2013, 12:33
41. Ha ha aha! Guter Witz!

Zitat von martin09
Herr Augstein hat ganz offensichtlich nicht verstanden (und wird es wohl auch nie verstehen), dass es nur marktkonforme Demokratien gegen kann. Ein Staat, der keinen freien Markt zulässt, kann nur eine Diktatur sein. Das liegt in der Natur der Sache. Denn eine Gesellschaft, die wirtschaftliche Freiheit unterdrückt, wird Freiheit niemals auch in anderer Hinsicht zulassen. Beides hängt untrennbar miteinander zusammen.
... dann leben wir also alle in einer Diktatur. Und was für einer! Wenn ich mir allein anschaue, wo Regierungen - von Amerika über GB bis Deutschland - sich einen abbrechen, um den Schrott nicht funktionierender (resp. für Gemeinwesen existenzbedrohender) Märkte zusammenzukehren bzw. wo selbst neoliberale Vorturner onkologisch auskrakende Märkte zu reglementieren und zu bändigen versuchen .... also wer da von "Marktkonformen Demokratien" schwafelt hat - außer BWL-Lehrbüchern aus den siebzigern - wohl nicht viel verstanden.

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RioTokio 11.02.2013, 12:35
42.

Zitat von albrechtstorz
D... Die Reflexe sind im kalten Krieg gut verankert worden: Kapitalismus=Freiheit=Menschengerecht Alles andere=Kommunismus und Böse ....
Wieso Reflexe?
Unser "Kapitalismus" kommt in Gestalt der sozialen Marktwirtschaft daher.
Daher gibt es Mittbestimung, ein gutes Sozialsystem etc..

Alles andere ist nach bisheriger Geschichtskenntnis - böse. Richtig.

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quak_quak 11.02.2013, 12:35
43. Hab ich das richtig verstanden?

Zitat von sysop
In Schirrmachers Buch kann man lesen: "Die Rand-Wissenschaftler testeten eines ihrer wichtigsten Spiele, das 'Gefangenen-Dilemma', mit den Sekretärinnen, die bei Rand arbeiteten, indem sie alle möglichen Szenarien kreierten, in denen die Frauen kooperieren oder einander betrügen konnten. In jedem einzelnen Experiment wählten ......
Die Wissenschaftler wollten daraus, wie die Frauen - die sich täglich sehen, über Kinder, Männer und Krankheiten austauschen, zusammen Kaffee trinken usw. - sich in einem SPIEL verhalten, auf gesellschaftliche Zusammenhänge und Verhalten in großen, anonymen Gruppen schließen?
Also in einem Spiel weiß ich, dass es eigentlich um nichts geht. Da probiere ich mich aus, gehe Risiken ein und mache auch mal Fehler zugunsten der anderen, ohne dass mich das stört.

Das heißt doch nicht, dass ich bei wirklich wichtigen Entscheidungen ähnlich entspannt bin, zumal, wenn es um Kooperation oder Solidarität mit einem mir völlig fremden Volkgenossen geht, der mich vielleicht gerade noch auf der Straße angerempelt hat? Innerhalb von Familien oder unter Freunden gelten andere Regeln - aber wenn ich Solidarität zeigen soll, indem z.B. meine Kinder nicht angemessen gefördert werden und statt dessen als billige staatliche Fördermaßnahme neben renitente, faule Kinder gleichgültiger Eltern gesetzt werden, dann hat das Spiel ein Ende.
Ebenso beim Autokauf: wäge ich ab - kleines Auto zum Schutz der Allgemeinheit vs. großer sicherer 2-Tonner zum Schutz der spärlichen Brut? Ja, vielleicht eine halbe Sekunde lang.
Was sollte das angeführte Beipiel noch mal zeigen? Dass in bestimmten sozialen Zusammenhängen Menschen kooperieren? Ja, wer hat denn das bestritten? Das würden die konservativen Parteien als erste unterschreiben...

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klauslynx 11.02.2013, 12:38
44. Irrtum

Zitat von martin09
Herr Augstein hat ganz offensichtlich nicht verstanden (und wird es wohl auch nie verstehen), dass es nur marktkonforme Demokratien gegen kann. Ein Staat, der keinen freien Markt zulässt, kann nur eine Diktatur sein. Das liegt in der Natur der Sache. Denn eine Gesellschaft, die wirtschaftliche Freiheit unterdrückt, wird Freiheit niemals auch in anderer Hinsicht zulassen. Beides hängt untrennbar miteinander zusammen.
Ich denke, Herr Augstein hat recht gut verstanden. Ein freier Markt hat keinesfalls etwas mit dem sich seit einiger Zeit abzeichnenden System zu tun, überhaupt nichts mit einem "Freien Markt!" mehr!

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Izmi 11.02.2013, 12:40
45. Eine Meinung

Zitat von Cassandra105
Was heißt wieder? Immer noch. Scheiterte doch schon Jahrhunderte lang immer wieder und erst vor kurzem in der DDR und SU (ja, auch diese scheiterten an der Gier weniger und dass die Produktionsmittel von Wenigen despotisch beherrscht wurden, das Volk hatte dort ja einen Dreck zu sagen, wie im Kapitalismus eben üblich).
Die Auseinandersetzungen um die Fortentwicklung der menschlichen Gesellschaft ist so alt wie die Menscheit selbst, liebe cassandra, aber das wissen Sie natürlich. Ebenso gab es auf dem langen Weg bis heute immer wieder Rückschritte, vor allem aber Irrwege. Und mancher dieser Irrwege entstand auch durch den Zwang konservativer und sogar rückschrittlicher, reaktionärer Ideologien, die leider falsch interpretiert und bekämpft wurden. Man kann die russische Revolution verdammen oder verteidigen, und daraus folgend auch die Entstehung der DDR - aber beide revolutionär zu nennenden gesellschaftlichen Umgestaltungen waren Versuche, die Welt zu verbessern. Dass sie scheiterten, vielleicht scheitern mussten, liegt/lag möglicherweise in der Natur des Menschen. Dennoch waren es Versuche, die unter dem zeitgeschichtlichen Aspekt unternommen werden mussten. Denn beide weisen in eine andere gesellschaftspolitische Richtung. Und diese Richtung ist richtig. Wenn bestimmt auch noch so mancher Weg auf dem Weg wieder in die Irre führen wird. Die Zukunft gehört einer wahrhaft demokratischen und damit antikapitalistischen Welt.
Doch da sind wir sicher einer Meinung!

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tlogor 11.02.2013, 12:40
46. Demokratie

Zitat von Guillermo Emmark
Ich hab es auch nicht verstanden. deshalb jetzt die Verständnisfrage: Würden Sie die Bonner Republik mit ihrem Rheinischen Kapitalismus jetzt als Diktatur bezeichnen? Adenauer, Erhard, Kiesinger, Brandt, Schmidt, Kohl - alles Diktatoren?
Das Funktionieren der Demokratie setzt die autonome Entscheidungsfähigkeit des Subjekts voraus. Die gibt es aber nicht.
Unsere Demokratie kann insoweit als Diktatur des Kapitals bezeichnet werden, als das die 4. Macht im Staat, die bei den Wahlentscheidungen eine entscheidende Bedeutung hat, wesentlich den Interessen des Grosskapitals unterliegt.
Die Zeitungen gehören wesentlich dem Grosskapital. Und die sog. öffentlich-rechtlichen Medien werden durch Parteien und Verbände kontrolliert, die ihrerseits wiederum dem Einfluss des Grosskapitals unterliegen. Politiker ihrerseits können wie etwa Roland Koch, Vorteile daraus schöpfen, dass ihnen die kapitalkonforme Politik das Überwechseln ins Unternehmerlager ermöglicht.

Es muss nicht einmal direkte Bestechung sein. Denn es heisst nicht umsonst: "Das Geld regiert die Welt".

Und damit mich hier niemand falsch versteht: ich bedaure nicht, dass es eine Marktwirtschaft gibt. Sondern, dass diese Marktwirtschaft die Politik bestimmt.

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ks82 11.02.2013, 12:42
47. Danke für diesen Artikel

Gerade als Naturwissenschaftler sage ich Danke. Egoismus ist das größte und wahre Grundproblem unserer Zeit. Naturwissenschaft und Egoismus, nanu, wie paßt das denn zusammen?

Das angesprochende Gefangenendilemma, ein Beispiel für die dahinter stehende Spieltheorie, soll dazu führen, dass die Gefangenen stets das Nash-Gleichgewicht wählen. Also denjenigen Zug, bei welchem der "Gegner" durch "Abweichen von seiner Strategie keinen einseitigen Vorteil erlangen kann". Voraussetzung für die Gültigkeit sind jedoch zwei ganz wichtige Punkte:

a) Die Kooperation zwischen den Spielern ist unmöglich
b) Zwischen den Spielern besteht eine Konkurrenzsituation mit egoistischer Gewinnabsicht

Nur unter diesen Voraussetzungen stellt das Nash-Gleichgewicht das jeweils "ideale" Ergebnis dar. Wichtig ist an der Stelle auch die Feststellung, dass das Nash-Gleichgewicht KEIN Optimum für alle darstellt, sondern nur für den Einzelnen. Konkret für das Gefangenendilemma bedeutet es, beide Spieler könnten ein besseres Ergebnis für sich erreichen, könnten sie kooperieren!

Wer nun tief in sich hinein hört wird feststellen: Menschen haben Kooperationsabsicht. Konkurrenzabsicht (Egoismus) wird durch das Wirtschaftssystem gefordert und begünstigt ist jedoch nicht integraler Teil des Menschen. Kooperationsabsicht kann in unserem Wirtschaftssystem nicht abgebildet werden. Es erzieht den Menschen allerdings zur Konkurrenz bis er selbst meint Konkurrenz sei etwas ihm angeborenes und natürliches.

Begründet, dass Konkurrenz und Gewinnabsicht herrscht, wird oft mit Verweis auf das Tierreich (Löwe frißt Gazelle, Konkurrenz um Fortpflanzung, etc.). Bei genauerem Hingucken, entpuppt sich dies aber als schlechte Beobachtung: Tiere bilden Herden und kooperieren in diesem um sich gegen Feinde zu verteidigen. Es herrscht absolut kein Egoismus. Beim Kampf der Männchen um ein Weibchen, wird der bessere Partner für dieses eine Weibchen ermittelt (zum Wohle der gesamten Art), dem anderen Männchen wird insgesamt aber nicht die Fortpflanzung verwehrt es muss sich lediglich ein anderes Weibchen suchen. Männchen verletzen sich sehr selten (meist unabsichtlich) einander, da letztes Endes dies ihrer gesamten Art Schaden würde. Über die gesamten Arten gesehen, kann man auf den ersten Blick Konkurrenz vermuten (am Beispiel von Löwe und Gazelle). Es geht aber eher um das Gleichgewicht: Würden sich Löwen derart vermehren, dass sie alle Gazellen eliminieren würden, müßten sie am Ende selbst sterben. Würden sich die Gazellen ungehindert vermehren, würden sie die Vegetation so in Mitleidenschaft ziehen, dass sie ihre eigene Nahrungsgrundlage vernichten. Löwen und Gazellen halten sich damit selbst im gegenseitigen Gleichgewicht. Lediglich der Mensch hat den Sinn für dieses Gleichgewicht verloren, sucht ständig und ungebremst nach dem "mehr". Solange bis er seine eigene Nahrungsgrundlage, die Erde, soweit geschädigt hat, dass er sich selbst damit zerstört.

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tbf325e 11.02.2013, 12:42
48.

Zitat von koelnrio
Es geht doch nicht darum, dass der Kapitalismus per se am Ende ist, sondern die Ausprägung, die wir in den letzten Jahren erlebt haben. Kapitalismus ohne soziale Komponente. Und wie es im Artikel steht, hat man die Spieltheorie auf Sekretärinnen angewendet und überrascht festgestellt, dass die sich deutlich sozialer gaben, als gedacht. Allein die Interpretation zeigt, welche Art Kapitalismus wir bekommen haben und das Ergebnis selbst zeigt, dass Menschen durchaus sehr sozial handeln. Und das wird sich Bahn brechen...................so oder so.
"... sondern die Ausprägung, die wir in den letzten Jahren erlebt haben. Kapitalismus ohne soziale Komponente."
Ein gutes Drittel des Bundeshaushalts besteht aus Sozialausgaben. Wieviel hätten Sie denn gern?

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kaiserbubu1 11.02.2013, 12:42
49. Wie recht er hat

Einige der "marktkonformen" Kommentare die ich hier lese bestätigen das es in diesem Land wirklich nur wenige gibt, denen mal ein Licht aufgeht. Bei mir leuchteten ganze Kronleuchter auf als ich Naomi Kleins Buch " Die Schocktherapie" las. Und einer der Kritiker in der "Welt" war Guido Westerwelle. Er machte sich lustig über die angeblichen Verschwörungstheorien der Autorin. Seit Wikileaks wissen wir das es alles noch viel schlimmer ist. Und Guido Westerwelle kein Kronleuchter sondern ein Armleuchter ist. Nach den gleichen Mustern der neoliberalen Ideologie die Naomi Klein beschrieb wird Südeuropa gerade von Angela Merkel annektiert. Den Beweis lieferte sie in Davos. In Ihrer Rede packte sie aus. Sie sagte sinngemäß das es erst "besonderer Situationen und Krisen bedarf" um "REFORMEN" durchzusetzen. Und das tut sie zu Gunsten von einer kleinen Elite, die sich die Welt unter den Nagel reißt. Schirrmachers Buch scheint das fortzuführen was Naomi Klein begann. Seine Theorie entspricht der Realität. Und es muss und wird ein Umdenken geben. Es kann nicht sein das wir einen totalitären Kapitalismus mit Scheinfreiheit als Zukunfstmodell akzeptieren. There is an Alternative.

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