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Schlägerei am Mount Everest: "Sie wollten mich töten"
AFP/ Jonathan Griffith

Er war gekommen, um den höchsten Berg der Welt zu besteigen. Doch anstatt den Gipfel des Mount Everest zu erklimmen, geriet Ueli Steck in eine wüste Schlägerei mit etwa 100 Sherpas. Der Profibergsteiger im SPIEGEL-Gespräch über die schlimmsten Minuten seines Lebens. Schlägerei am Mount Everest: Ueli Steck im Interview - SPIEGEL ONLINE

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mem79 12.05.2013, 18:38
60. Guter Beitrag...

Zitat von neunxklug
Interview? Recherche? Komplette Pannenaktion! Auch Steck hatte noch am Berg im BC sein Ehrenwort gegeben und unterschrieben, dass keiner über den Vorfall weiter spricht. west-Profis und Sherpas hatten sich unter Vermittlung eines Nepal. Offiziers gegenseitig entschuldigt und Respekt bekundet. Und Herr Steck, sobald in Sicherheit, möchte die Sherpas für alles verantwortlich machen, und wenn die nicht schuld sind, dann die andren Bergsteiger, aber nicht er und sein Team. Fakt ist, und einfach auf dem tollen Everestblog von Alan Arnett nachzulesen, dass Moro am Berg sein Egoding durchzog und Absprachen aller andren Teamleiter fernblieb, bzw. ignorierte. Dass er, über Funk überall am Berg zu hören, die Sherpas auf Nepali! (er arbeitet dort auch als Hubschrauberpilot) beschimpfte und in einem weiteren offenen Funkgespräch den Sherpas nach Abstieg ins untere Lager ein "Fucking Fight" anbot. Dort erregte sich natürlich eine größere Gruppe von Sherpas, aber die weitaus meisten bildeten eine Kulisse für die folgende Auseinandersetzung in der ein unbeteiligter Westler aus welchen Gründen auch immer einen Stein in der Hand hielt und ein aus den Reihen der Sherpas fliegender Stein Herrn Steck verletzte. Jagdszenen unterblieben und die Auseinandersetzung wurde von westl. Teamleitern geschlichtet. Dass Herr Steck die Atmo nicht mehr angenehm war und er Hals über Kopf flüchtete, ist verständlich. Moro und der dritte Bergsteiger stiegen allerdings nur ins Tal ab. Wenn Herr Steck jetzt versucht, sich vor Publikum und Sponsoren mit dieser hanebüchenen Geschichte aus seiner Verantwortung herauszuwinden versucht - Respekt vor soviel Armseligkeit! Das lässt die Sherpas, die hier nicht zu Wort kommen, noch mehr als die Helden der Herzen am Chomolungma vulgo Everest dastehen.
Sehr gute Ergaenzung zu dem Artikel.... die Wahrheit bekommt kommt ja bei sowas selten heraus, aber danke dass Sie den Artikel mit "der anderen Seite" ergaenzt haben. Haetten die Spiegel-Autoren vielleicht auch machen sollen....

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Aquifex 12.05.2013, 18:38
61.

Zitat von saba1
Steck gehört also zu den echten Bergsteigern? Und "Motherfucker" gehört zu deren Wortschatz? Wenn ein Deutscher das zu einem Schweizer in Zürich sagen würde, der säße zehn Jahre im Knast - inklusive vorherigem Kieferbruch. Jetzt hier in den Medien sich über Sherpas zu beklagen, ist lächerlich: Wer schleppt denen denn die gesamte Ausrüstung den Gipfel hoch? Hier aber wollen Leute wie Steck noch immer für heldenhafte Besteigungen gefeiert werden, die jedes Sherpa-Kind mit links schafft.
Also zunächst mal hat Steck hier überhaupt nichts gesagt, sondern sein Kollege.
Ja, Steck ist ein echter Bergsteiger, und nichtmal "irgendeiner".

Die Sherpas schleppen auch für diese "echten" Bergsteiger kein Material auf die Berge, weil das "diese echten Bergsteiger" selber tun.
Und was Sherpa-Kinder schaffen, damit wäre ich mal vorsichtig. Man hat es Reinhold Messner damals in Sherpa-Kreisen nicht glauben wollen, daß er den Everest ohne Sauerstoff bestiegen hat. Man hat offizielle Untersuchungen gefordert, weil dies einem Sherpa vorher nie gelungen war. Schon damals fühlte man sich in der Ehre gekränkt, weil ein Europäer eine solche Sensation schaffte. Mittlerweile haben auch etliche Sherpas solche Touren unternommen.
Ihre Leistungen am Berg sind sagenhaft und aller Ehren Wert. Apa Sherpa hält den Rekord der häufigsten Everestbesteigungen mit sagenhaften 21. Dennoch habe ich meine Zweifel, daß ein Sherpa einem Steck irgendwo tatsächlich nachsteigen könnte, wenn der mal loslegt. Eiger Nordwand in 2:47 h...es gibt einen Menschen weltweit, der das schneller kann...

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Aquifex 12.05.2013, 18:41
62.

Zitat von saschad
Weil die Sherpas an Leuten wie Messner nichts verdienen? Oder warum spricht das Bände? Erzählen Sie doch 'mal, bitte.
Weil Messner etwas schaffte, was vorher nie einem Sherpa gelang: den Everest ohne Flaschenluft zu besteigen. Hillary gelang der Gipfelerfolg an der Seite eines Sherpas, Tensing Norgay, der den Gipfel mit ihm Seite an Seite betrat - jedenfalls ist das immer die offizielle Lesart gewesen - was auch alleine nur Sinn macht.

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richardheinen 12.05.2013, 18:42
63. egal, welche Gründe

zur Schlägerei geführt haben: Was hat der Knabe da oben zu suchen?

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Aquifex 12.05.2013, 18:49
64.

Zitat von besserbescheidwisser
Laut hat der "große Bergsteiger Ueli Steck" sehr wohl den Sherpa-Service genutzt indem er deren Seile, trotz vorheriger Warnung, benutzt hat und damit die Sherpas in Lebensgefahr gebracht hat.
Hat er ja nicht. Er und seine Gruppe haben die Seile gequert, nicht benutzt.

Zitat von besserbescheidwisser
Wenn Steck wie Sie schreiben "in der Lage ist, den Everest alleine ohne weitere Hilfe zu besteigen" hätte er die Sherpa-Seile nicht benutzt und es wäre nie zu einem Konflikt gekommen
Siehe oben.

Zitat von besserbescheidwisser
Danach mussten sich die Sherpas zu allem Überfluss noch als "Motherfucker" beleidigen lassen Wenn dieses Verhalten nicht arrogant ist weis ich echt nicht mehr...
Es war halt nicht Steck.

Zitat von besserbescheidwisser
Ich hab vor einem halben Jahr eine Doku über Sherpas gesehen. Diese waren trotz des oft unkooperativen Verhaltens Ihrer Auftraggeber immer extrem freundlich und bescheiden. Wenn solche Leute dann ein Handgemenge anfangen ist vllt etwas mehr vorgefallen als Herr Steck hier schildert oder er kann sich wegen der Höhenluft nicht mehr an alle Details erinnern.
...das müßten Sie dann jetzt aber eben belegen. Das kann aber niemand. Man sagt auch, daß Franzosen grundsätzlich freundlich wären. dennoch gibt es auch immer wieder Schlägerreien mit französischer Beteiligung. So allgemein lassen sich solche Aussagen halt nicht treffen.

Sie haben natürlich schon recht: Daß Sherpas eine Schlägerei am berg anfingen, habe ich auch noch nie gehört. Daß sowas aber möglich ist, wäre dadurch nicht ausgeschlossen. Andererseits wird man aber Ueli Steck nicht gerecht, wenn man ihn als Everest-Masse-Tourist darstellt, der nur mit Hilfe von zig Sherpas im Himalaya bestehen könnte. das KLettern hat er drauf wie kaum jemand sonst.
Natürlich hat auch er einen Teil seiner Ausrüstung in entsprechenden Trekks transportieren lassen, wie es im Himalaya anders nicht geht.
Die Fix-Seile sind aber eine andere Story.

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mainstreet 12.05.2013, 18:58
65. Viel mehr Unglück verhindert!

Man hätte den Everest als höchstem Berg der Welt schon längst aus dem Bergsteigerhorizont eines jeden Bergsteigers herausnehmen müssen um die Unglückszahl die dort passieren mal endlich zu reduzieren. Eine mit Zahnrädern der Seilschaft betriebene Handseilbahn bis auf ca 7500 Meter wo zwei Personen in diese Höhe schaufeln würde viel mehr Bergrettungen ermöglichen und wäre sehr umweltfreundlich da nichts motorisiert ist.
Von 7500 Metern wäre im Unglückfall auch in den meisten Fällen eine Hilfe einfach und Bergsteiger oder andere die über den Kumbuseisfall aufsteigen wollen können dies weiterhin tun aber mit der Handseilbahn wäre bei jedem Wetter immer Hilfe möglich.. Anmerkung : Ich habe selbst Bergsteigergrundwissen -Deutscher Alpenverein..
Gerade am Everest wäre eine Zahnradbetriebene Handseilbahn sinnvoll und was es in den Alpen zuviel mit motorbetriebenen Liften gibt könnte man am Everest richtig umweltverträglich gestalten ohne die Landschaft zu vergunstalten. Auch in den Alpenländern gibt es solche kleinen Handbetriebenen Seilbahnen vorzugsweise um die Milch in das Tal zu bringen.

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aljoschu 12.05.2013, 18:59
66. Ruf und Echo

Zitat: "Viele Sherpas sehen in uns Parasiten, die an ihrem Berg sind, ohne den Profit zu steigern. Es wird in Zukunft noch mehr Bergsteiger geben, die eine Abreibung bekommen."

Nachdem das Risiko für die Bergsteiger offenbar in den letzten Jahren erheblich abgenommen hat (heutzutage rennt doch jede Couch-Kartoffen den Himalaya hoch), kommt endlich wieder der alte Nervenkitzel für die weißen Berg-Massas ins etwas fade gewordene Kraxelspiel. Endlich wird der Spaziergang wieder etwas aufregender.

Wie man in die erhebende Bergluft hineinruft, so schallt es heraus. (alter Bergsteigerspruch)

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AxelSchudak 12.05.2013, 19:00
67. Zusammenfassung soweit mgl.

Zitat von Na zdrowie
wen es interessiert, eine darstellung der sherpas:
Die widerspricht nicht der Darstellung, die sich aus Zeugenaussagen von anwesenden Bergsteigern (eine russische Gruppe war sogar in Sicht des oberen Vorfalls) zusammenstellt.

Da nicht jeder englisch kann, hier eine Zusammenfassung des Vorfalls im Berg, soweit sie mir aus Quellen verfügbar ist:
1.) Die Sherpas (etwa 20) waren dabei, Seile von Lager 2 zum Lager 3 zu spannen. Dabei wollten Sie ungestört sein und die Bergsteiger, die diese Leinen nutzen, sollten in Lager 2 warten.
2.) Mindestens 2 Gruppen haben in Absprache mit dem westlichen Leiter eine Route abseits der Leine genommen, darunter die von Steck und Moro. Die andere war die in Sichtweiter kletternde russische Gruppe.
3.) Die Steck/Moro-Gruppe musste, am Ende der Kletterstrekce zum Erreichen ihres existierenden Zeltes auf Höhe Lager 3, die fixierte Leine überqueren. Die Führungsgruppe der Sherpas hat zu diesem Zeitpunkt ÜBER dem Kreuzungspunkt gearbeitet.
4.) Das Überqueren fand einzeln, ohne Seilabsicherung statt. Der Erste (Griffith) überquerte die Leine (wohl ohne Berührung), danach kam Steck.
5.) Zu diesem Zeitpunkt bemerkten die darüber arbeitenden Sherpas die Überquerung, laut Aussage Moros fing einer der Sherpas an zu schimpfen, hieb wütend auf das Eis ein und seilte sich danach schnell auf Höhe Stecks ab. Laut Aussage der Sherpa kam es hier zu "physischem Kontakt", während die russiche Gruppe keinen Konflikt bemerkte. Laut Moro fühlte sich Steck bedroht und er trat hinzu, wurde von dem Sherpa mit der Hacke bedroht und beleidigte diesen darauf.
6.) Die Sherpas seilten sich ab, die Gruppe ging zum Zelt.

Es scheint das der Führer der Sherpas und Moro beide ihre Gemüter nicht ganz im Griff hatten. Möglicherweise dachte der Sherpa, die Gruppe wäre unter Nutzung der Seile direkt hinter ihnen her geklettert. Das die Sherpas über der Kreuzungsstelle waren, und das Einschlagen auf Eis über Steck deutet aber darauf hin, dass die Geschichte, die drei hätten Sherpas bei der Übersteigung gefährdet, nicht stimmt.

Die Beschimpfung der Sherpas über Funk durch Moro, und die nicht zu rechtfertigende Schlägeraktion der Sherpas im Lager, kommen dann hinzu, sind aber wohl hinreichend dokumentiert.

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lotuseater76 12.05.2013, 19:00
68. also diese Herren...

Bergsteiger scheinen ja keine gute Kinderstube genossen zu haben. Bei dem arroganten getue dann auch noch Sherpas als Mother@@@@@ zu bezeichnen ist nicht nur respektlos sondern spricht auch für wenig geist! In diesen Und übrigens anderen kulturkreisen sollte man aufpassen wie die Mütter anderer Menschen bezeichnet. Was sind das denn für Deppen dort in der Wand! Sie habens verdient ordentlich einen auf die Fresse zu bekommen. Ich hätte auch noch draufgehauen!
Ansonsten ist der Bericht nicht sehr glaubwürdig. 7000$ lohn für einen Scherpa in 2 Monaten? Das muss mir mal jmnd erklären!

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malehrlichsein 12.05.2013, 19:01
69. Wie wäre es denn...

mit der ganzen und einzigen Wahrheit, Herr Steck? Oder gibt es nur die Ihrige? Drehen sie doch mal die Lage um....sie sind Sherpa, fixieren ein paar Seile für Touries und über ihnen kriechen ein paar Dummies aus fernen Landen mit etwas wenig Sponsorengeldern (deshalb die Eile) ohne Rücksicht auf Eisschlag dumm herum trotz bitten, dies nicht zu tun...dabei fällt ihnen fast ein Stück losgetretens Eis auf die durch einen leichten Plastikhelm geschützte Birne..die Schultern sind nicht geschützt. Kennen sie doch selbst aus ihren Anfängen in den Schweizer Klettersteigen. Da wird man bächtig mös, wenn so ein paar Deppen Steine lostreten über ihnen, oder? Und wenn die dann noch "Motherfucker" oder mehr zu ihnen sagen und vielleicht auch noch Körpersprache mittels Mittelfinger anzeigen....na dann möchte ich Sie mal sehen, wenn Sie sich oben begegnen....Ausserdem mehr Demut vor anderen Kulturen, wenn Sie nicht in der sehr korrekten Schweiz herumklettern! Hauen Sie ihrem Bergkumpel für seine Dummhaut selbst was auf´s Maul, er hat es mindestens verdient. Und nicht mehr mit so einem Deppen klettern gehen. Und erst mal ein Buch über do´s und dont´s über andere Kulturen lesen. Habe ich auch so gemacht, als ich in die Schweiz gekommen bin. Bin heile wieder rausgekommen ohne Schläge, weil ich mich über die "lustige" Sprache nicht lustig gemacht habe. Grüezi!

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