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Schlank durch Fett: Einmal Hähnchen mit Schlagsahne, bitte
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Schluss mit Magerquark und Knäckebrot! Ein Harvard-Mediziner rät von Kalorienzählerei ab und sorgt mit einer neuen Ess-Regel für Aufsehen: Wer Fettpolster loswerden will, muss mehr Fett essen. Spinnt der Mann? Von Hilmar Schmundt

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0forearth 15.08.2016, 14:01
30.

Zu der Kalorien-Diskussion: Natürlich wird man an Gewicht zunehmen, wenn man mehr Kalorien isst, als man braucht, und es spielt keine große Rolle, ob diese Kalorien aus Fett oder Kohlenhydraten oder Proteinen kommen. Ein Beispiel: Insulin mag zwar die Verbrennung von Fett verlangsamen, aber wenn man andererseits sehr viel Fett isst, kann man so viel Fett verbrennen, wie man will und wird trotzdem mehr einlagern als verbrannt wurde. Sogar Proteine können in Fett oder Kohlenhydrate umgewandelt werden, wenn man zu viel davon isst.

Aber das bedeutet keineswegs, dass man sich allein auf die Kalorien konzentrieren sollte, wie hier fälschlicherweise einige Nutzer annehmen. Denn dabei lassen sie das Hungergefühl außer Acht. Wichtig dabei ist: Die Art des Essens bestimmt, wie hungrig oder satt man wird und das bestimmt wiederum, ob man mehr oder weniger Kalorien isst, das heißt, ob man zunimmt oder abnimmt. Leicht verdauliche Kohlenhydrate machen niemanden deshalb fett, weil dadurch die Fettverbrennung verlangsamt wird, sondern weil sie aufgrund der Insulinwirkung auf den Blutzuckerspiegel schon kurze Zeit später wieder hungrig machen! Fett, andererseits, macht zwar vielleicht länger satt, aber man isst trotzdem schnell zu viel davon, weil schon kleine Mengen fettreicher Lebensmittel erhebliche Mengen an Kalorien enthalten. Bis nach einer halben Stunde endlich das Sättigungssignal im Gehirn ankommt, hat man vielleicht schon sein Tagessoll überschritten. Aus meiner Sicht lautet das Zauberwort darum "ausgewogene Ernährung": Proteinreich, mit viel Volumen und langsam verdaulichen Kohlenhydraten und vielen Ballaststoffen, auch wenn das ebenfalls nichts Neues ist.

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ruhepuls 15.08.2016, 15:03
31. Eben nicht..

Zitat von Rechtschreibprüfer_der
Doch, genauso funktioniert der Stoffwechsel. Schiebe ich oben kurzkettige KH rein (Zucker), kommt bei den Zellen Brennstoffmenge x an. Und zwar sehr schnell, da kurzkettige KH schnell aufgespalten werden. Schiebe ich oben mittel-und langkettige KH rein, kommt bei den Zellen ebenso Brennstoffmenge x an. Nur nicht so schnell, da die Aufspaltung länger dauert. Die Brennstoffmenge x, die ankommt, ist in beiden Fällen aber die selbe.
Was bei den Zellen ankommt hängt u.a. von der Zusammensetzung der Darmflora ab. Langkettige KH werden beispielsweise teilweise in kurzkettige FS umgewandelt. Und in welchem Maße das geschieht hängt wiederum von der Darmflora ab. Die kurzkettigen FS werden aber auch teilweise - individuell verschieden - mit dem Stuhl ausgeschieden und stehen damit der Energienutzung nicht mehr zur Verfügung (was sich leicht im Stuhl messen lässt). Was dann in der Zelle passiert hängt u.a. von der Schilddrüse etc. ab.

Insofern stimmt die Formel "Oben X Kilokalorien rein = in der Zelle Y Einheiten Energien" nicht. Das ist eben eine "physikalische Milchmädchenrechnung".

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genezyp kappen 15.08.2016, 15:05
32. Mitnichten keine große Rolle

Zitat von 0forearth
"es spielt keine große Rolle, ob diese Kalorien aus Fett oder Kohlenhydraten oder Proteinen kommen."
Interessanterweise kaum daß ich von meinem Speiseplan jegliche Mehlspeisen, Gebäck, Kartoffeln und Reis sowie gesüßten Joghurts und Getränke gestrichen habe, fiel mein BMI innerhalb von sechs Monaten von 35 auf unter 25. Ich halte mich mit BMI kleiner 25 jetzt schon seit fast einem Jahr. Nix mit Yoyo. Dabei esse ich nicht weniger als vorher, tendenziell eher mehr. Und nein, mein Bewegungspensum hat sich auch nicht geändert. Soviel zum Thema, Kalorien seien alle gleich.

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ruhepuls 15.08.2016, 15:13
33. Naja...

Zitat von schwatt_wie_puma
Inwiefern widerpsricht das dem obigen Post? Wenn Sie dem Körper mehr Engergie zuführen als der Körper verbraucht, speichert dieser die überschüssige Energie in Form von Fett. Dass in dieser Bilanz auch individueller Stoffwechsel eine Rolle spielt, ändert nichts an der Richtigkeit der Aussage. Die meisten adipösen Menschen in den Industrieländern konsumieren übrigen sowohl zu fettig als auch zu kohlehydrathaltig, was schon alleine daran liegt dass viele einschlägige Nahrungsmittel beides gleichzeitig in hoher Menge enthalten (Eis, Burger, Pizza...). UNd so stark unterscheiden sich die individuellen Stoffwechsel in aller Regel auch nicht, dass z.B. 30 Kg Übergewicht damit zu erklären wären, dass jemandes Stoffwechsel nun mal leider Energieform XY besonders effizient nutzt.
Ich stimme Ihnen gerne zu, dass die Menschen in den Industrienationen sich schlecht (zu einseitig, auch zu üppig) ernähren. Nur gilt das nicht nur für die Übergewichtigen, sondern auch für viele Normalgewichtige. Daher geht die Formal: "Oben 2.000 kcal rein = unten 20Kg Übergewicht" nicht auf.

Aus der eigenen Praxis kann ich Ihnen auf Anhieb eine ganze Reihe Patienten nennen, die - obwohl kalorienkontrolliert lebend - nichts abnehmen, sondern auch noch mit 1000 Kcal/Tag zulegen. Bei sonst normaler Lebensweise hinsichtlich Bewegung. Erst wenn man es schafft, den Stoffwechsel wieder zu aktivieren haben die eine Chance. Ganz abgesehen davon, dass jemand, der sehr wenig isst, eben auch wenig Vitamine, Elektrolyte usw. aufnimmt, was langfristig problematisch ist. FDH ist also keine Lösung.

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ruhepuls 15.08.2016, 15:18
34. Proteinreich..?

Zitat von 0forearth
Zu der Kalorien-Diskussion: Natürlich wird man an Gewicht zunehmen, wenn man mehr Kalorien isst, als man braucht, und es spielt keine große Rolle, ob diese Kalorien aus Fett oder Kohlenhydraten oder Proteinen kommen. Ein Beispiel: Insulin mag zwar die Verbrennung von Fett verlangsamen, aber wenn man andererseits sehr viel Fett isst, kann man so viel Fett verbrennen, wie man will und wird trotzdem mehr einlagern als verbrannt wurde. Sogar Proteine können in Fett oder Kohlenhydrate ......
Proteinreich ist auch mit Vorsicht zu genießen. Immerhin kann der Stoffwechsel im Rahmen der Gluconeogenese aus Proteinen ebenfalls Glucose erzeugen.

Am sinnvollsten wäre daher den Löwenanteil der täglichen Nahrung aus stärkearmen Gemüsen zu beziehen. Hat zwei Vorteile: Eben der geringe Anteil an einfachen Kohlenhydraten, sowie hohes Volumen (Magenfüllmenge) bei gleichzeitig niedriger Energiedichte (damit die Kalorienfans auch zufrieden sind). Außerdem kommt man so auch an reichlich Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

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Jasro 15.08.2016, 17:18
35. Es stimmt einfach nicht...

Zitat von Rechtschreibprüfer_der
Doch, genau das ist es: eine Kalorie ist eine Kalorie ist eine Kalorie. Lediglich eine Energieangabe, mehr nicht. Das ist das Gleiche, als wenn behauptet wird bei der Verbrennung von Benzin und Diesel entstehen unterschiedliche thermische Energien. Entstehen aber nicht.
Der menschliche Organismus ist kein "Auto", das Kalorien wie "Benzin" verbraucht.

Übergewicht ist nicht einfach nur eine Folge von zu viel Kalorien, sondern auch von einem völlig aus dem Ruder gelaufenen Stoffwechsel als Folge von übermäßiger Zufuhr von Kohlenhydraten, durch die welchen die Bauchspeicheldrüse und die Nebennieren ständig überreizt werden.

Wobei die angehäuften Fettpolster am menschlichen Körper ihrerseits ebenfalls keine "passiven Energiespeicher" sind, sondern vielmehr in negativer Weise aktiv in den Stoffwechsel eingreifen.

Eine weitere, mögliche negative Folge ist dann Typ-2-Diabetes

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gerd.leineune 15.08.2016, 19:55
36.

Zitat von antaeus79
Die Kalorien des Menschen sind unantastbar Es wäre schade, wenn Menschen unneurotisch und glücklich lebten, wenn Frauen anfingen, Emanzipation ernst zu nehmen, wenn niemand den Selbstwert vom Bauchumfang abhängig machte, wenn Ernährungsschlaubis wirklich Ahnung von Biochemie hätten, und wenn Wissenschaftler sich wissenschaftlichen Fragen widmeten anstatt Zeit und Geld mit Klimbim zu verschwenden. Das will doch niemand, oder?
Von mir aus können Sie 500 Kilo wiegen.
Aber tragen Sie sämtliche Konsequenzen daraus, insb. die Kosten.

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Influxx 16.08.2016, 07:25
37.

Ich bleibe für mich bei 'die Dosis macht das gift'. Abwechslungsreich, ausgewogen, nichts grundsätzlich verteufeln, weder das Weißbrot, noch das schweinesteak. Dazu Sport. Dann passt das schon.
Schade ist, dass der Arktikel die Carbs pauschalisiert. Genau wie Kalorie nicht gleich Kalorie ist, und es auch Fette zu unterscheiden gilt.

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silberwoelfin 16.08.2016, 07:38
38. Einfach logisch

Das Ganze ist nicht neu, aber logisch. Wer sich etwas mit dem menschlichen Stoffwechsel auskennt und zB. weiß, dass Diabetiker häufig aufgrund von schlecht eingestelltem Insulin zunehmen, für den ist das keine Überraschung. Kalorien aus Kohlenhydraten sind zwar per se nicht schlecht, werden aber zu schnell verwertet und eingelagert.

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florentine 16.08.2016, 10:26
39. Vermischung verschiedener Aussagen

Hier wird aus der Erkenntnis, dass Essen mit Fett länger sättigt als Essen ohne Fett (was ich nicht generell leugnen würde, was aber durchaus individuell verschieden sein mag) gefolgert, dass Kalorienzählen nichts bringt, weil die Kalorien unterschiedlich sind.
Die Frage ist nur, unterschiedlich in Bezug auf was.
Auf die Gesundheit? Definitiv. Wer nahezu 100% seiner Kalorien aus KHs zu sich nimmt landet in einem Proteinmangel, hat einen dauernd schwankenden Insulinspiegel, usw. Wer zu viel Protein konsumiert bekommt Nierenprobleme. Also ja, bezüglich der gesundheitlichen Konsequenzen ist nicht jede Kalorie gleich.
Auf die Sättigung? Auch hier, ja. Eine gesunde Mischung mit nicht zu wenig Protein sättigt deutlich länger als eine (fast) reine Fett/KH Kombination, wie es z.B. Chips oder Schokolade sind.
Auf die Abnahme? NEIN! Wenn ich 2000 kcal verbrauche, und 1000 zu mir nehme, dann ist es für die Abnahme erstmal völlig egal, wie sich die 1000 zusammensetzen. Insofern bringt Kalorienzählen natürlich was. Dass es Nährstoffkombinationen gibt, bei denen man mit weniger Kalorien gesünder und satter ist als mit anderen Kombinationen, ist für die Abnahme nur relevant, wenn man nicht auf die Kalorien schaut.
Fazit: Menschen werden nicht dick, weil sie zu wenig Fett essen. Sie werden dick, weil sie zu viele Kalorien essen (zu viele=mehr als sie verbrauchen). Ob es ihnen mit einer anderen Ernährung leichter fallen würde, weniger Kalorien zu sich zu nehmen, steht auf einem anderen Blatt.

Aber bitte hier nicht Hungergefühl und Kalorien vermischen.

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