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Selbstversuch : Wie es sich anfühlt, Veganer zu sein
Timo Zett für den SPIEGEL

Sieben Tage ohne Fleisch, Käse, Leder, Wolle, Milch, Honig - verbunden mit der Frage: Und wenn wir alle Veganer wären? Wo kämen wir da hin? Ein Selbstversuch von Barbara Supp

Seite 3 von 9
Moewi 28.08.2016, 21:47
20.

Zitat von peterbruells
Milchkühe werden nach Abfallen der Milchleistung nicht „weggeworfen“, sondern geschlachtet. Fast alles Rindfleisch in Deutschland stammt von Milchkühen, bzw. deren Kälber, die nicht selber zu Milchkühen werden. Und bei rund 8.000 Rindschlachtungen pro Tag, werden wohl kaum „Tausende pro Tag“ weggeworfen. Das wäre eine zu hohe Quote.
Also möchten Sie um Zahlen feilschen.

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Moewi 28.08.2016, 21:52
21.

Zitat von pit66
... zweiten Weltkrieg noch miterlebt hat, über das Thema Veganer / Vergetarier gesprochen. Ihre Meinung zu dem Thema: Alles Luxusprobleme. Besser kann man es gar nicht auf den Punkt bringen.
Absolut! Fleischkonsum ist Luxus - und er beginnt die Ressourcenbasis des Planeten bedenklich einzuengen (neben vielem anderem Luxuskram).
"Luxus" für immer mehr beginnt die Lebensbasis ALLER aufzufressen.

Luxusprobleme - Luxus macht Probleme.

Sage ich als Omnivore.

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lituma 28.08.2016, 22:13
22. Wie immer...

versucht der ein oder andere sogleich eine Rechtfertigung für Tierausbeutung zu basteln. Ein wirklich rationales (!) Argument warum man heute noch Fleisch-, Eier- oder Milchprodukte konsumieren und dafür Tiere ihrer Freiheit berauben, einsperren, misshandeln und töten sollte, sucht man jedoch vergebens. Und nein, weil es halt so lecker ist, ist kein Argument. So ist es recht; wie immer bloß nichts hinterfragen!

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Havenpirat 28.08.2016, 22:27
23. wenn wir alle Veganer wären

würden sehr viele Nutztierassen und deren Anhang aussterben.

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bekassine 28.08.2016, 22:29
24. Das ist ja wohl eher ein Witz.

Zitat von muhagl
Veganismus ist einfach zu exzessiv.
Veganismus ist exzessiv?!
Was sind denn 60 Millionen geschlachtete Schweine/Jahr alleine in Deutschland, 1,7 Millionen geschlachtete Rinder, 350 Millionen geschlachtete Hühner, von den vergasten Eintagsküken und den nach Spanien verfrachteten männlichen Milchkälbern wollen wir gar nicht erst reden.

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Paul Panda 28.08.2016, 22:51
25. Spätkapitalistische Auswüchse

Zitat von derdudea
Sind das allerdings. Statt religiösen Fundamenralismus sucht sich unsere übersättigte Gesellschaft ihre Götzen im Gesundheits- und Ernährungskult sowie im Ökofaschismus. Und dessen Speerspitze sind die Veganer...quasi der IS der Ökobewegung. Und wie mein Vorredner schon andeutete...wartet mal bis die in einer Position sind, das anderen aufzwingen zu können.....
Ja, genau das denke ich auch. Als Student Anfang der Siebziger habe ich die Grünen belächelt - heute sind sie in der Position, uns ihre Ideen aufzuzwingen. Wer weiß, was aus den Veganern dereinst wird!

Überspitzt formuliert würde ich Ihrem Post hinzufügen: Veganer sind die Auswüchse einer spätkapitalistischen, sich zu Tode langweilenden, übersättigten Konsumgesellschaft, die sich neue Probleme sucht, weil sie keine alten mehr hat. Und dass die rein vegane Ernährung sogar krank macht, glauben inzwischen sogar viele Experten.

Die Grundidee, den Fleischkonsum zu reduzieren, die Massentierhaltung abschaffen zu wollen und Tiere nicht wegen Produkten, die man aus ihren Körpern herstellt, zu quälen oder gar auszurotten, ist grundsätzlich begrüßenswert.

Ein großer Fortschritt wurde bereits vor vielen Jahrzehnten erzielt: Bis ins 20. Jahrhundert schlachtete man noch Elefanten, Wale, Schildkröten und andere Tiere, um Produkte des täglichen Bedarfs (z.B. Seife, Klaviertasten oder Regenschirme) oder Schmuck daraus herzustellen. Zum Glück haben wir heute dafür neue Chemikalien und Kunststoffe.

So weit - so gut, aber: Auf Eier und Molkereiprodukte kann und will ich nicht verzichten - auch nicht auf Schuhe, Gürtel oder Geldbörsen aus Leder. Es muss doch Methoden zur Gewinnung dieser Produkte geben, ohne Tiere dabei zu quälen. Wir müssen lediglich Abstand von unserer "Geiz ist Geil" Mentalität nehmen.

Es sind der Fundamentalismus, der Fanatismus, die Besessenheit und die Kompromisslosigkeit der Veganer, die mir irgendwie Angst machen.

Ich kenne keine Veganer, aber falls mich mal einer besuchen sollte, soll er sich sein Essen gefälligst selber mitbringen, da ich ihm keine Extra(Soja)-Wurst braten werde.

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jujo 28.08.2016, 22:58
26. ...

Zitat von lituma
versucht der ein oder andere sogleich eine Rechtfertigung für Tierausbeutung zu basteln. Ein wirklich rationales (!) Argument warum man heute noch Fleisch-, Eier- oder Milchprodukte konsumieren und dafür Tiere ihrer Freiheit berauben, einsperren, misshandeln und töten sollte, sucht man jedoch vergebens. Und nein, weil es halt so lecker ist, ist kein Argument. So ist es recht; wie immer bloß nichts hinterfragen!
Ich rechtfertige mich nicht. Ich esse Fleisch (nicht täglich) weil es mir schmeckt und weil es für mich zu einer ausgewogenen Ernährung dazu gehört. Ich versuche allerdings nur Produkte zu kaufen die nicht aus der Massentierhaltung kommen.

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Paul Panda 28.08.2016, 23:01
27. Alternative Lösung

Zitat von lituma
versucht der ein oder andere sogleich eine Rechtfertigung für Tierausbeutung zu basteln. Ein wirklich rationales (!) Argument warum man heute noch Fleisch-, Eier- oder Milchprodukte konsumieren und dafür Tiere ihrer Freiheit berauben, einsperren, misshandeln und töten sollte, sucht man jedoch vergebens. Und nein, weil es halt so lecker ist, ist kein Argument. So ist es recht; wie immer bloß nichts hinterfragen!
"Ausbeutung" ist ein Begriff, der sich auf Menschen bezieht. Ich wäre vorsichtig, ihn auch auf Tiere anzuwenden. Ich glaube, die Tiere, von denen Sie hier schreiben, wären in freier Wildbahn sowieso nicht überlebensfähig und würden elend zu Grunde gehen. Doch wenn sie nicht existierten, könnten sie natürlich auch nicht ausgebeutet werden und würden nicht leiden - insofern ist Ihre Aussage schon überdenkenswert.

Ich glaube, es gäbe noch einen anderen Weg: Tierprodukte von "glücklichen" Tieren. Dazu wäre aber ein Umdenken in der Gesellschaft erforderlich, und allen skrupellosen Geschäftemachern im Nahrungsmittelbereich müsste das Handwerk gelegt werden. Lobbyismus müsste verboten - und die Tierschutzgesetze strenger formuliert und angewendet werden. Klingt utopisch, aber ich fände dies erstrebenswerter als die Abschaffung aller tierischen Produkte.

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june_ 28.08.2016, 23:12
28. Die Argumente

fuer den Fleischkonsum, sind, aehnlich wie beim Rauchen, stets dieselben und bei weitem nicht immer fundiert. Der Mensch ist kein Allesfresser, wie gerne angenommen wird, sondern ein Fruchtesser (vergleiche die Gebisse derselben), kann also sehr wohl auf Fleisch verzichten. Vor allem das Mass des heutigen Konsums und der daraus resultierenden Bioindustrie ekelt doch mehr und mehr Menschen derartig an, dass sie auf radikale Weise auf die Missstaende aufmerksam machen wollen, und dazu auch konsequenterweise ihr eigenes Verhalten anpassen. Auch wenn es nicht moeglich ist, voellig auf tierische Ressourcen zu verzichten, bedeutet ein bewusst gewaehlter Schritt zurueck auch, dass man dem Leben anderer in so fern Respekt zollt, als dass man sein einiges Gewaltpotential in dieser Richtung zumindest verringert.

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brooklyner 29.08.2016, 00:52
29.

Zitat von outsider-realist
Na ja.....ziemlich pauschaliert und einfach dargestellt, oder? Palmfett ist kein Produkt ausschl. für Veganer sondern wird von jedem täglich genutzt und steckt in unzähligen Artikeln.Man kann allerdings darauf achten ob dieses nachhaltig hergestellt wurde. Amazonas und Co werden vor allem für Anbau von Tierfutter abgeholzt. Kein Veganer würde sich für perfekt halten (kenne jedenfalls niemanden) und keiner wird es jemals sein. Es ist übrigens nichts verwerfliches daran B12 nachträglich zu sich zu nehmen. Hatte ich ubringens noch nie nötig.
Palmfett oder -öl ist weder nachhaltig noch ökologisch hergestellt, die Zertifikate, die solches behaupten, sind das Papier nicht wert. Das Schlimme ist, dass deutsche Kerzenhersteller, fragt man sie nach nachhaltigen Produkten, behaupten, ihres sei von der guten Sorte- Alles Mumpitz. Ich bin Kerzenhersteller und daher nach Indonesien und in die Philippinen gereist, um vor Ort zu sehen, ob das stimmt. Es ist alles ein grosser Betrug. Man muss nur in der Pause mit den Plantagenarbeitern ins Gespräch kommen und schon sieht man, dass alles Augenwischerei ist, was die Repräsentanten der Firmen so daher labern. Was wir jetzt nutzen, ist Rapswachs aus Mecklenburg, das geht so einigermassen, allenfalls besser als der Sojamist aus den angelsächsischen Ländern. Aber Palmöl geht einfach GAR NICHT!

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