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Selbstversuch : Wie es sich anfühlt, Veganer zu sein
Timo Zett für den SPIEGEL

Sieben Tage ohne Fleisch, Käse, Leder, Wolle, Milch, Honig - verbunden mit der Frage: Und wenn wir alle Veganer wären? Wo kämen wir da hin? Ein Selbstversuch von Barbara Supp

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MatthiasPetersbach 29.08.2016, 17:07
80.

Zitat von Andreas Diethelm
Leute, denen Denken, Zuendedenken schon gar, zu anstrengend ist, betreiben einen erheblichen rhetorischen Aufwand, die andern von den Vorzügen ihres Weigerung zu überzeugen.
Meinen Sie jetzt die Veganer?

Egal. Daß jemand beim Nachdenken zu anderen Ergebnissen kommen kann, passt nicht in ihr Weltbild?

Sorry, Argumentation ist das nicht. Eher schlechter Stil.

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jujo 29.08.2016, 20:05
81. ...

Zitat von bitwewolte
Ich habe noch nie gerne Eier gegessen. Von Milch bekam ich Bauchschmerzen. Die Tiere, aus denen meine Schnitzel und Würstchen bestanden, taten mir leid und ich würgte diese Speisen widerwillig herunter. So war es, seit ich mich erinnern kann. Darum lasse ich mir jetzt nicht gerne sagen, mein Essverhalten wäre zu extrem. Ich selbst halte mich mit Meinungen über Allesesser auch zurück. Können wir uns nicht einfach gegenseitig machen lassen, was jeder für richtig hält? Ich kann diese ganze Aggression bei dem Thema nicht nachvollziehen. (Ich kann auch nicht nachvollziehen, wie Leute so wenig Mitgefühl haben können, unter fragwürdigsten Bedingungen hochgezüchtete Tiere auszubeuten, aber das sage ich aus o.g. Gründen nicht sehr oft.)
Genau das ist der Punkt die gegenseitige Akzeptanz und Toleranz. Da fehlt es. Ich werde mir abgewöhnen müssen, auch nur in Gedanken, von "Körnerfressern" zu reden, Die Gegenseite sollte aufhören von "Tierleichen" Ernährung zu reden.

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BlackRainbow666 29.08.2016, 21:34
82. die mehrfach zitierte Ledersandale

ist umwelttechnisch genauso "harmlos" wie Plastik. Wenn der Karnist nicht nur seine Religion verteidigen, sondern sich ernsthaft mit Argumenten auseinandersetzen wollte (bzw seinen eigenen Schutzbehauptungen), könnte er "gerben" googeln und sich nebenbei fragen, warum er Kunstlederschuhe bei baumwollbeutelbenutzenden Veganern für umweltschädlicher hält als Plastikprodukte und -verpackung im eigenen Haushalt.

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MatthiasPetersbach 30.08.2016, 09:15
83.

Zitat von BlackRainbow666
ist umwelttechnisch genauso "harmlos" wie Plastik. Wenn der Karnist nicht nur seine Religion verteidigen, sondern sich ernsthaft mit Argumenten auseinandersetzen wollte (bzw seinen eigenen Schutzbehauptungen), könnte er "gerben" googeln und sich nebenbei fragen, warum er Kunstlederschuhe bei baumwollbeutelbenutzenden Veganern für umweltschädlicher hält als Plastikprodukte und -verpackung im eigenen Haushalt.
Der Karnist weiß, was gerben ist. Der hat das auch schon selbst gemacht. Mit - sorry to say- Hirn.

Und er weiß, daß es auch keine Anstrengung ist, sich bei Manufaktum oder beim ortsansässigen Schuhmacher für ein paar Euronen sich eine Sandale zu kaufen, die aus pflanzlich gegerbtem Leder besteht. Zumindest keine größere Anstrengung als sich in allen Herren Länder auf der Suche nach veganen Gummibärchen zu machen.

Und entgegen Ihrer offensichtlichen Glaskugelfähigkeiten versuche ich, im Haushalt kein unnützes Plastik zu verwenden.

Vielleicht ist die Sandale wirklich ein schlechter Vergleich - ich halte allerdings den (von mir unterstellten) Tausch des Veganers "Tierwohl vs Umweltverschmutzung" für den falschen Weg.

Und ich bin der Ansicht, daß andere Meinungen bei anderen Leuten nicht dadurch begründet sind, daß sie überhaupt nix überlegen, sich mit nichts auseinandergesetzt haben und dumm auf irgendwelche fehlerbehaftete Schutzbehauptungen beharren.

Das meine ich auch nicht von Veganer, deren Argumente für mich auch nicht komplett nachvollziehbar sind und auch so manchen blinden Fleck beinhalten (schrieben Sie nicht was von Baumwolle?)

Wie ich überhaupt nix davon halte, den Mitmenschen zu diffamieren.

Der hat eine andere Meinung - na und? Ist doch ok, oder?

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BlackRainbow666 30.08.2016, 12:40
84. @MatthiasPetersbach

Meinungen sind völlig ok, so lange unter den Meinungen niemand leidet. Wie man der Menge [Niemand] die Menge [nichtmenschliche Tiere] hinzufügt, ohne dass einem ein Logikfehler auffält, ist mir allerdings schleierhaft. Dass Sie kein "unnützes" Plastik verwenden, ist interessant, wie ist unnütz definiert? Wir beiden werden jedenfalls keinen PC Aus Grasfasern haben. Wenn es nicht anders möglich ist, ist es also schon ok, Plastik zu benutzen? Und wenn ich dann ein Plastikprodukt weniger benutze als Sie, darf ich mir zum Ausgleich Kunstlederschuhe kaufen? ... Zum pflanzlichen Gerben: was kommt als nächstes, alle essen nur Biofleisch? So gut wie niemand interessiert es, wie seine Lederschuhe gegerbt wurden. Und wenn wir nun gemeinsam herausfinden, dass weder Leder- noch Plastik ethisch vertretbar sind (und zwar jedes Plastik), dann sind wir weg von den Schutzbehauptungen und können barfuß laufen oder Baumwolle oder Hanf tragen oder zumindest nur Second Hand. Wenn Sie mir jetzt mit Transport und biologischem Anbau kommen ... selbstverständlich achten Veganer eher darauf, dass Produkte bio, regional, saisonal sind. Zusammengefasst: ich verlange von Ihnen nur, was ich auch selbst tue. Karnisten predigen Veganern aber oft den Verzicht auf Dinge, auf die sie selbst nicht verzichten.

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MatthiasPetersbach 30.08.2016, 13:32
85.

Zitat von BlackRainbow666
Meinungen sind völlig ok, so lange unter den Meinungen niemand leidet. Wie man der Menge [Niemand] die Menge [nichtmenschliche Tiere] hinzufügt, ohne dass einem ein Logikfehler auffält, ist mir allerdings schleierhaft. ……... Zusammengefasst: ich verlange von Ihnen nur, was ich auch selbst tue. Karnisten predigen Veganern aber oft den Verzicht auf Dinge, auf die sie selbst nicht verzichten.
Nun, ich verstehe in der Tat unter Niemanden keine Tiere. Wie der Duden.

Aber zusammengefasst: eigentlich haben Sie von mir garnichts zu verlangen.

Und ich predige nicht. Ich erwarte von Ihnen nicht irgendeinen Verzicht. Von mir aus können Sie den Planeten auf IHRE Art zugrunde richten so wie ich ihn auf meine.

Ich weise nur auf gewisse Diskrepanzen oder -FÜR MICH- Unverständlichkeiten im Denkmodell "Veganertum" hin. Können Sie was draus machen - oder nicht.

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cekay1 31.08.2016, 04:20
86. Die Tabakindustrie

Zitat von irobot
Alles Leute, die sich ständig selbst belügen. Beim Essen auf "ethisch" machen, sich sonst aber einen Dreck um die Umwelt kümmern. Das sind zumindest meine Erfahrungen im eigenen Bekanntenkreis. Laut rumschreien, wenn 'ne Möhre nicht in den Schlaf gestreichelt worden ist, aber drei Mal im Jahr mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen. Heuchler! Die erinnern einen irgendwie an die "Selbstgestrickten" aus den 80ern. Immer schön vor der drohenden Umweltzerstörung warnen, aber selber mit stinkenden Benzinfürzen à la VW Käfer, Ente oder VW Bulli durch die Gegend gurken. Merke: nirgendwo geht es verlogener zu als beim Umwelt- und Tierschutz.
hat uns alle über Jahrzehnte systematisch mit allen Tricks belogen. Die Nahrungsmittelindustrie soll jetzt plötzlich heilig sein? Ich esse nur vollwert vegan (Gemüse, Obst, Reis und Bohnen) weil es mir persönlich extrem gut damit geht! Mitmenschen wie Tiere und der Planet sind mir egal, weil er schon noch 50 Jahre halten wird...

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MatthiasPetersbach 31.08.2016, 12:32
87.

Zitat von irobot
Alles Leute, die sich ständig selbst belügen. Beim Essen auf "ethisch" machen, sich sonst aber einen Dreck um die Umwelt kümmern. Das sind zumindest meine Erfahrungen im eigenen Bekanntenkreis. Laut rumschreien, wenn 'ne Möhre nicht in den Schlaf gestreichelt worden ist, aber drei Mal im Jahr mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen. Heuchler! Die erinnern einen irgendwie an die "Selbstgestrickten" aus den 80ern. Immer schön vor der drohenden Umweltzerstörung warnen, aber selber mit stinkenden Benzinfürzen à la VW Käfer, Ente oder VW Bulli durch die Gegend gurken.
jajaja, DIE, die SO sind und die dann immer auch DIE sind, die SO sind……

Sorry, hier haltlose Zusammenhänge zu konstruieren, die wenig bewiesen oder nachvollziehbar sind, ist einfach panne. Das ermüdet - und ist keine Diskussion. Nichtmal ein Argument.

Bei aller Skepsis zu den angesprochenen Essgewohnheiten - es wäre nur ein Argument dagegen, wenn es ursächlich zusammenhängen würde - vegan und dreimal in Urlaub fliegen. Tut es aber nicht.

Im übrigen hat auch die Frage der Umweltzerstörung nichts damit zu tun, ob ich mit nem Bulli fahre. Der Kritiker muß nicht als Eremit oder Asket leben, um zu kritisieren: In Wahrheit hat er dann nämlich schon verloren. Auch Greenpeace verschmutzt die Meere.

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sonntagsberg 31.08.2016, 13:42
88. Ihr Bauer...

Zitat von MatthiasPetersbach
Nun, DEN Zusammenhang führen ja immer nur Leute an, die auf Stammtischniveau argumentieren. Der niedere Fleischpreis ist m.E. an garnix schuld. Im übrigen kann man auch wenig Fleisch essen und trotzdem das billigere kaufen. Das "lizensierte" Bio ist jetzt auch nicht das Wahre. Mir ist lieber, mein Bauer behandelt seine Rinder gut und die wachsen draussen auf - OHNE daß der gute Mann noch Abgaben für irgendwelche Stempelorganisationen bezahlen muß. Aber das ist ein wenig ein Randthema.
Ich frage mich, wo Sie leben. Für 99,9% aller Verbraucher gilt, daß sie selbstverständlich keinen eigenen Bauern haben, der selber schlachtet und von dem sie Fleisch beziehen können. Und eben für diese 99,9% ist es sinnvoll, daß es eine Biozertifizierung gibt, damit sie sicher sein können, daß ordentliche Haltungs- und Fütterungsbedingungen eingehalten werden.

Insofern ist in einem dicht besiedelten Land die Biozertifizierung selbstverständlich "das Wahre". Zumal, wenn ich auch noch darauf schaue, daß ich, wo irgend möglich, regional angebaute und hergestellte Produkte kaufe.

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