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Slomkas Gabriel-Interview: Das ZDF und der kritische Journalismus
ZDF

Ist Marietta Slomka nach ihrem Interview mit Sigmar Gabriel jetzt die Heldin der Öffentlich-Rechtlichen Freiheit? Nein. Nicht jede unkundig-freche Frage ist kritischer Journalismus, und nicht jede patzige Antwort ein Zeichen für politische Unabhängigkeit. Jakob Augstein über das Interview von Gabriel und Slomka - SPIEGEL ONLINE

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maoamsterdam 02.12.2013, 15:53
360. das Gespenst Waehlerwille...

Was eine unsaegliche Diskussion. Frau Slomka kritisiert dass der SPD Vorstand ueber einen Koalitionsvertrag abstimmen laesst. Aber wenn es ein verfassungsrechtliches Problem gaebe, dann hat das nichts mit der Mitgliederbefragung zu tun sondern nur damit, dass generell die Parteien Koalitionsvertraege schliessen. Das waere dann gemaess dem Argument dieser "Verfassungsrechtler' unvereinbar mit dem Verbot des imperativen Mandats. Aber auch nur rein hypothetisch. Das haette dann aber schon bei allen vorherigen Koalitionsvertraegen kritisiert werden muessen.
Und zurueck zu Frau Slomka, wie oft und hartnaeckig will sie eigentlich nachfragen wenn ihr die Antwort die sie erhaelt nicht gefaellt? Bis sie eine bekommt die ihr zusagt? Und dadurch dass sie mit so Scheinargumenten kommt, verpasst sie es, spannende Fragen zu stellen bzw. bei diesen nachzubohren (warum stimmen die Mitglieder nicht gleich auch ueber die Ressorts und Minister in spe ab (schwache Antwort von Gabriel)? Welche Rolle wird Gabriel uebernehmen wenn die SPD zustimmt? etc.).
Und nochwas: ich lese immer wieder vom angeblichen Waehlerwillen der die GroKo will. Was ein Nonsense... Da kann man so ziemlich alles rein interpretieren wa man will. Ich behaupte einfach mal frech, der Waehler will Schwarz-Gruen....

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Retent 02.12.2013, 15:53
361.

Zitat von rottweiler28
Es ist keineswegs nur ein Staatsrechtler. Es haben sich mindestens fünf mit entsprechenden Bedenken zu Wort gemeldet - und eine fachkundige Gegenmeinung habe ich bislang nicht vernommen.
Meine fachkundige Gegenmeinung erhalten Sie gratis. Das Verfassungsrecht wird in keinster Weise angegriffen. Die gewählten Abgeordneten der Fraktion sPD werden überhaupt nicht durch die Parteibasis betroffen. Sie können ihr Mandat frei und unabhängig ausüben, sie können die Kanzlerdarstellerin wählen oder nicht.
Bei der CSDU haben sich die Parteigranden geeinigt, dass sie miteinander eine Koalition eingehen wollen, auch mit der sPD. Die Basis hat leuchtende Augen und sind froh, dass das die Oberen so beschlossen haben.
Bei der sPD ist es umgekehrt, da dürfen die Basisten beschließen ob es zur CSDUsPD Vereinigung kommen soll. Kein Verfassungsbruch, lediglich eine andere Stimmlage!
Und nun die Wohrheit: die sPD Basis wird zustimmen, sie werden gerade zu diesem Ergegbnis medial gedrängt, da bekommen nun die sPD Granden leuchtende Augen und sind froh, dass das die Unteren so beschlossen haben. /:-)

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portisat 02.12.2013, 15:55
362. Marietta Slomka

vom Hofberichtserstattungssender ZDF hätte gern, dass die Große Koalition zustande kommt. Damit das bequeme Leben für sie und ihre Kollegen weitergehen kann. Deshalb macht sie die SPD-Mitgliederbefragung madig. Ich finde die SPD ist mit dieser Befragung auf dem richtigen Weg, denn das repräsentative System stößt immer öfter an seine Grenzen, weil es überwiegend Lobby-Interessen bedient und sich zum Nachteil der Volksmehrheit auswirkt.

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Was bedeutet das alles? 02.12.2013, 15:58
363. Es bleibt eine Quatschfrage, wie immer man das Interview auch wendet

Schlimm ist zunächst, daß Frau Schmollka den Quatsch ihrer Frage nicht von vornherein erkannte. Noch schlimmer ist, daß sie Gabriels argumentative und geduldige Antwort nicht verarbeiten konnte. Indiskutabel ist schließlich, daß sie ihren Quatsch auch Tage nach dem Interview immer noch nicht einsehen will.
Es bleibt die Überlegung, welchen Sinn die Quatschfrage sonst noch gehabt haben könnte? Richtig. Es kann nur der sein, der SPD irgendwie und auf Teufel komm raus ans Bein zu pinkeln. Auch das sprach Gabriel zu Recht an.
Weil auch das abgestritten wird, enthielt die Quatschfrage nicht einmal mehr in homöopathischer Konzentration einen Sinngehalt. Dieses Interview ist daher ein abschreckendes Beispiel, daß jetzt auch öffentlich-rechtliche Sender nur noch als scheinkritische, potemkinsche, inhaltsleere Journaille auftreten.

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Humboldt 02.12.2013, 16:01
364. Die liebe Frau Slomka...

Zitat von GGArtikel5
Erinnern Sie sich noch, als Frau Slomka Mappus gewaltig auf den Zahn fühlte? Damals hat die CDU aus allen Rohren geschossen. Habe ich da etwa Herrn Augsteins Stimme überhört?
Versteht ihr es einfach nicht? Augstein und auch viele Foristen stoßen sich an diesem schlechten Interview von Frau Slomka und nicht an "kritischem Nachfragen". Nicht jedes "kritische Nachfragen" ist auch journalistisch gut. Das Mappus Interview vor 2 Jahren nach dem "schwarzen Donnerstag von Stuttgart" war sehr gut von Frau Slomka, weil sie sich von offensichtlich "gelogenen" Behauptungen von Mappus ("Pflastersteine") nicht beirren ließ und gut vorbereitet die "Wurfgeschosse" als von Schülern geworfenen Kastanien entlarvte und den Politiker damit konfrontierte.

All diese Qualitäten ließ Frau Slomka beim Gabriel-Interview vermissen und blamierte sich! Das überrascht mich eigentlich am meißten! Ich will kein "kritisches Nachfragen" nur des "kritischen Nachfragens" wegen, frei nach dem Motto: da ist ein Politiker, der muss also ein Schwein sein!

Von daher fand ich Gabriels Reaktion erfrischend menschlich und auch nach dem dritten Ignorien seiner angemessenen Antwort von Frau Slomka auch in der Form angemessen. Sonst können wir gleich Androiden (ohne Emotionschip!) im Politik- und Regierungsgeschäft einsetzen!

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davidrohde 02.12.2013, 16:02
365. Ausgerechnet Augstein... Kritischer Journalismus?

Dieser Blog ist "zweck-moralisierender" Selbstzweck und schmeichelt der SPD! Wenn jemand schreibt, dass dem Volk demokratische Verfahren suspekt sind und Politikerschelte gefährlich ist, dann ist dies kein kritischer Journalismus, der die "Straße" kennt... Herr Augstein "schmust" hier mit den Strukturen und der Nomenklatura/den Eliten, übersieht aber, dass die Bürger Verständnisprobleme mit einem Teil der sogenannten politischen Eliten haben, nicht mit der Demokratie!

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seppfett 02.12.2013, 16:03
366. nochmal

Es wird hier nicht die über Koalition entschieden, sondern über den Inhalt dieses Koalitionsvertrages. Da muss die Koalition noch lange nicht scheitern- man kann ja auch noch nach bessern (schüchtern). Da diese Art der Verträge in der Regel einen starken Einschnitt in den Zielen einer Partei bedeuten, ist diese Mitgliederbefragung ein demokratischer, innerparteilicher Akt, so wie es die Verfassung ausdrücklich in Artikel 21 verlangt. Bitte die CDU fragen warum die es nicht auch so halten!

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1965 02.12.2013, 16:04
367. Da muss ich mir doch mal einen Stimmzettel anfordern

Zitat von bts2011
Es ging und geht doch gar nicht darum, daß Frau Slomka (und nicht nur sie) meint, die Entscheidung in der Union durch den Vorstand sei besser. Es geht darum, daß das Wahlvolk insgesamt sich am 22.9. für eine große Koalition entschieden hat und dies nun durch die SPD-Mitglieder (zu denen übrigens auch Nicht-Deutsche und damit Nicht-Wahlberechtigte gehören) abgesegnet oder torpediert werden soll. Damit haben Mitglieder der SPD mehr Stimmrecht als alle anderen Wähler - egal ob Mitglied einer anderen Partei oder nicht.
Auf meinem stand nichts von einer großen Koalition, ich konnte nur Parteien wählen. Mit welcher Intention ich z.B. der SPD, der CDU, den Grünen oder anderen meine Stimme gab ist für Sie doch gar nicht ersichtlich. Somit ist Ihre Argumentation nicht schlüssig.

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Frank Zappa 02.12.2013, 16:04
368.

Zitat von prologo1
Hallo krikantus Und warum wird der wesentliche Punkt von Slomkas Fragen unterdrückt? Sind die SPD Parteimitglieder die besseren Wähler, weil diese zweimal .....
Bei anderen Parteien stimmen die nur die Mitglieder des Vorstands ab.
Die dürfen auch "zweimal wählen".
Die Mitglieder dieser Gremien sind also auch "die besseren Wähler"

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ADie 02.12.2013, 16:06
369. Sie hätte ihn aber nicht 10mal tun müssen

Zitat von bdickinson33
Frau Slomka hat einfach ihren Job gemacht.....
Ja, und das gleich X-mal. Wie Herr Augstein schon schrieb, hatte Herr Gabriel ihre Frage schon mehrfach zutreffend beantwortet. Aber Slomka hat sich diese These dieser Jura-Professoren aus dem Elfenbeinturm dermaßen zu eigen gemacht, dass sie nicht mehr davon ablassen konnte, weiter herumzuzicken. Das ist das Gegenteil von kritischem Journalismus.

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