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Solarworld-Pleite: "Wir wurden illegal zur Strecke gebracht"
Christoph Papsch/laif

Solar-Unternehmer Frank Asbeck erklärt, warum die Insolvenz seiner Firma rein gar nichts mit eigenen Fehlern zu tun hat.

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M_Veritatis 23.05.2017, 11:39
1. Deutschland... hat mich um den Schlaf gebracht...

Es ist grausam, mit ansehen zu müssen, wie hierzulande eine Spitzentechnologie nach der anderen ins Ausland "verschenkt" bzw. überlassen wird. - (Siehe Elektromobilität, Trans Rapid, Solarenergie, etc.)
Den deutschen Staat scheint das nicht im Geringsten zu interessieren, was sehr kurzsichtig und auf die Dauer fatal wird:
Dieses wird sich schon sehr bald in den Auftragsbüchern deutscher Hersteller niederschlagen. -
Aber wir haben ja (noch) die Rüstungsindustrie, damit läßt sich natürlich viel schneller Geld machen.
Unschön die Geschichte!

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Harrue 23.05.2017, 12:21
2. Ziemlicher Blödsinn

Die Betriebswirtschaft hatte schon in den 30-er Jahren des vorigen Jahrhunderts die Logik entwickelt, dass ein Unternehmen dann pleite geht, wenn der Unternehmer (heute Manager) die Veränderungen in den Märkten und Systemen n i c h t rechtzeitig erkennt, also nicht gegensteuert.

Der Markt ist nie schuld, nur die eigene Unfähigkeit, rechtzeitig zu reagieren.

Siehe Siemens. In der Umformung des Mobil-Telefonmarktes hin zu Smartphone haben die die ganze Sparte verscherbelt und daran ist dann ein anderes Unternehmen Pleite gegangen. Hier haben die Siemens-Manager rechtzeitig erkannt, dass die nationalen Interessen der USA via NSA die US-Konkurrenz so fördern wird (wegen der fantastischen Möglichkeiten der Ausspioniererei über die von den US-Geheimdiensten bezahlte Betriebssoftware), dass es besser ist sich aus diesen von den USA kontrollierten Markt herauszuhalten. Samsung wird geduldet, weil deren Android der NSA immer offenstand.

Ich habe es damals auch nicht verstanden, weshalb Siemens die m.E. prosperierende Mobil-Telefon-Produktion aufgab. Vorher haben die schon die PC-Produktion aufgegeben, weil sie kein Geld brachte. Übrigens wie später IBM. In dem Hardware-Markt sind die Margen minimal und das Risiko erheblich.

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blauerapfel 23.05.2017, 12:26
3. Marktwirtschaft

Wer Marktwirtschaft will, bekommt Marktwirtschaft.
Dazu gehört, daß Firmen pleite gehen können.
Oft setzt sich eben auch nicht die technisch beste Technologie durch, sondern die deutlich günstigere, zweitbeste ...

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Stefan_G 23.05.2017, 13:08
4. Zur Grafik

Zitat "Wp: Watt Peak (elektrische Leistung von 1 Kilowatt unter Standardbedingungen)"
Da steht Wp, nicht kWp, die Kosten der Module beziehen sich also auf 1 Watt unter Standardbedingungen.

Wäre allerdings unschlagbar günstig, 1 kWp für 0,30 Euro zu bekommen. Leider sind es aber immer noch 300 Euro.

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Röntgen 23.05.2017, 13:10
5. Dieser Herr Asbeck

hat schon ein erstaunliches Beharrungvermögen hinsichtlich seiner ursprünglichen Strategie. Obwohl er feststellen muss, dass in China auch bei Photovoltaik viel größere Quantitäten zu deutlich geringeren Kosten gefertigt werden, redet er von regelwidrigem Verhalten des Wettbewerbs. So wie nun ihm ging es nämlich praktisch der ganzen deutschen Solarbranche. Hier zeigt sich der Sonnenkönig doch etwas verblendet.

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Stefan_G 23.05.2017, 13:38
6. zu #5

Zitat von Röntgen
Dieser Herr Asbeck hat schon ein erstaunliches Beharrungvermögen hinsichtlich seiner ursprünglichen Strategie. Obwohl er feststellen muss, dass in China auch bei Photovoltaik viel größere Quantitäten zu deutlich geringeren Kosten gefertigt werden, redet er von regelwidrigem Verhalten des Wettbewerbs. So wie nun ihm ging es nämlich praktisch der ganzen deutschen Solarbranche. Hier zeigt sich der Sonnenkönig doch etwas verblendet.
Im wesentlichen hat er sich in der Einschätzung der Preisentwicklung für Silizium und Siliziumprodukte ganz massiv verzockt, siehe auch
http://www.deraktionaer.de/aktie/bilanz-sprengstoff--solarworld-mit-tiefen-problemen--17925389.htm
Den Preisverfall hätte man aber ahnen können/müssen, immerhin ist Silizium mit 28% das zweithäufigste Element der Erdkruste und "Zonenziehen" nicht gerade eine Geheimwissenschaft. https://de.wikipedia.org/wiki/Zonenschmelzverfahren

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karl-felix 23.05.2017, 14:22
7. Ich

Zitat von blauerapfel
Wer Marktwirtschaft will, bekommt Marktwirtschaft. Dazu gehört, daß Firmen pleite gehen können. Oft setzt sich eben auch nicht die technisch beste Technologie durch, sondern die deutlich günstigere, zweitbeste ...
denke, dass da noch eine ganze Menge anderer Faktoren eine gewichtige Rolle spielen. Nach dem Urteil in den USA z.B. , das Solarworld zur Zahlung von 760 Millionen Dollar verurteilte, war Solarworld zahlungsunfähig. So hohe zusätzliche Verbindlichkeiten kann ein so kleines Unternehmen nirgendwo auf der Welt tragen . Also musste man um zu retten was zu retten ist , so schnell wie möglich in die Insolvenz wenn man nicht wegen Insolvenzverschleppung in den Bau wollte.

Hoffen wir, dass nach dem Insolvenzverfahren die Geschäfte besser laufen . Weltweit boomt der Solarausbau, alle 84 Sekunden wird in den USA einen neue Solaranalage installiert und gegen China, Indien ,USA und Japan ist Deutschland im EE Zubau ein Zwerg .

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karl-felix 23.05.2017, 14:26
8. Nun

Zitat von Röntgen
hat schon ein erstaunliches Beharrungvermögen hinsichtlich seiner ursprünglichen Strategie. Obwohl er feststellen muss, dass in China auch bei Photovoltaik viel größere Quantitäten zu deutlich geringeren Kosten gefertigt werden, redet er von regelwidrigem Verhalten des Wettbewerbs. So wie nun ihm ging es nämlich praktisch der ganzen deutschen Solarbranche. Hier zeigt sich der Sonnenkönig doch etwas verblendet.
ich denke schon , dass die subventionierten chinesischen Solarmodule durchaus einen Anteil an den Verlusten von Solarworld hatten . Wieso sie dieses zu einem persönlichen Angriff auisnutzen ist mir schleierhaft. Verlierer sind die letzten 3300 Beschäftigten von Solarworld, die Aktionäre und Herr Asbeck.
Zwar nur ein kleiner Betrieb , aber immerhin in einer zukunftsträchtigen boomenden Branche. Ich finde das schade. .

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marcus_tullius 23.05.2017, 15:11
9. Illegal?

Ich glaube, das korrekte Wort heißt "Marktwirtschaft". Geradezu angebetet, wenn man Erfolg damit hat, und verdammt, wenn's mal nicht so klappt. Schuld sind immer die anderen.

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