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Soziale Ungleichheit: Herkunft wird benotet

Je gebildeter und reicher die Eltern, desto besser die Note.*Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie und zeigt: Seit Pisa hat das deutsche Bildungssystem nicht*genug dazu gelernt. Experten warnen zwar vor Lehrerschelte* - attackieren aber die derzeitige Notengebung. Soziale Ungleichheit: Auch Herkunft wird benotet - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL

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Pens 14.12.2011, 22:11
30.

Zitat von hartenstein123
Lehrer, die ihre Schüler nicht nach ihren Noten sondern nach Herkunft oder Geschlecht beurteilen, sollte das Lehramt entzogen werden, wegen Diskriminierung strafrechtlich verfolgt werden (Freiheitsentzug ohne Bewährung + saftige Geldstrafe) und Berufsverbot erteilt werden. So einfach ist das!!!
Jawoll, endlich profunde Sachkenntnis im Thread, zumal es ohne weiteres im Einzelfall nachzuweisen ist, dass der Lehrer den jeweiligen Schüler nach Herkunft bewertet hat.

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cluster15 14.12.2011, 22:12
31. nö

Zitat von pitufox
Auch ich muss sagen, dass diese Studie hier zu ungenau dargestellt wurde. Denn schließlich ist es seht wichtig zu wissen ob die Kinder jetzt direkt bevorzugt wurden, da sie aus reichem Elternhaus stammen oder sie einfach besser sind aufgrund von Nachhilfe usw. Allerdings muss man annehmen das letzters stimmt, da um zu beweisen das ersteres stimmt man die Lehrer hätte fragen müssen und ich bezweifel mal einfach, dass diese solche Angaben machen würden.
Am Ende wurde aber genau das gemacht. Die Daten, die dem Ganzen zugrundeliegen stammen aus anderen Studien die mit eigenen Tests die Leistungen der Kinder abgefragt haben, und diese Leistungen wurden dann mit den Noten bzw. den Empfehlungen der Lehrer für weiterführende Schulen verglichen.

Andersherum: ein Teil der Schüler lieferte in den Tests z.B. der TIMMS-Studie schlechtere Leistungen ab, als die Benotung der Lehrer in der Schule vermuten ließ und unter diesen Schülern war ein signifikant höherer Anteil aus betuchtem Hause.....

Zitat von pitufox
Also ist diese Statistik keine Neuheit sondern zeigt nur alte Probleme die schon jedem bekannt sind auf.
Da allerdings haben Sie recht (wenn Sie es auch anders meinten). Ich erinnere mich da an einen ausführlichen Artikel in der Zeit von 2000 in der es um ein Studie ging, die schon damals in Hamburg zu demselben Ergebnis kam. Der Artikel findet sich sicher dort.....

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tunga 14.12.2011, 22:19
32. Leider

Zitat von rechnernetzstecker
Als Außenstehender frage ich mich natürlich: Wieso sollten Lehrer wohl-situierte Schüler in der Notengebung bevorzugen? Der einzige Grund, der mir in den Sinn kommt, sind gewisse Zuwendungen zum Vorteil der Lehrer, die somit korrupt wären. Was mich betrifft, kann ich mir das nicht vorstellen, dass eine Grundschullehrerin nach zwei Jahren Unterricht in einer Klasse denjenigen eher die Gymnasiumseignung attestiert, deren Eltern ihr am Ende dieser Zeit einen Blumenstrauß schenken. Das wäre maßlos naiv und sorglos-dumm von den Grundschultanten. Aber einer der beiden Gründe muss ja wohl zutreffen, denn göttlicher Befehl wird es keiner gewesen sein, wenn Noten manipuliert werden.
entspricht es der harten Realität oder glauben Sie ernsthaft so eine Grundschultante wagt es ernstaft dem ortsansässigen Arzt oder Bürgermeister etc. eine Hauptschulempfehlung für den Sprössling zu geben.
Träumen Sie weiter.

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tunga 14.12.2011, 22:25
33.

Zitat von Schäfer
"Bildungsferne" bringen nicht nur wieder Bildungsferne hervor, weil das Angebot nicht stimmt, sondern auch besonders deshalb, weil Eltern immer auch Vorbilder sind. Wer wie seine Eltern werden will, dem ist nicht zu helfen. Das verschleuderte Geld hätte man sinnvoller in Begabtenförderung angelegt.
Mir dünkt, ein leicht überheblicher Unterton in ihren Ausführungen zu vernehmen. Immer dieses vermaledeite rechte Armzucken.

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Schäfer 14.12.2011, 22:26
34. positiv denken

Warum eigentlich immer einen Vergleich mit anderen Ländern ziehen? Fragwürdig ist der sowieso, weil nie alle Parameter berücksichtigt werden.

Da wäre es doch einmal etwas neues, unsere heutige Situation chronologisch zu betrachten. Da fiele der Vergleich insofern positiv aus, dass anteilsmässig noch nie so viele aus der Unterschicht die Chance hatten, Wissenschaft zu betreiben, wie heute. Zu Humboldts Zeiten waren es sicher unter 5%.

Indem Dinge von unterschiedlichen Seiten beleuchtet werden, werfen sie auch unterschiedliche Schatten. Benchmarking halte ich jedenfalls für eine unangemessene Herangehensweise.

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quabah 14.12.2011, 22:31
35. Wie wurden Sie entscheiden?

Alle 3 Schüler sind von den Leistungen und Noten genau in der Mitter zwischen Gymmi und Realschule.

Schüler A: geordnetes Elternhaus, Mutter "Nurhausfrau" macht mit Sebastian jeden Tag gemeinsam Hausaufgaben und übt mit dem Kind regelmäßig Mathe und Diktate. Sebastians Hausaufgaben -insbesondere den Aufsätzen- merkt man an, dass er sie nicht selbständig gemacht hat, dafür sind Ausdruck und Wortschatz zu wenig kindlich. Sebastian ist ein sehr stilles Kind, dass sich nicht gerne am Unterricht beteiligt.

Schüler B: Wächst in ärmlichen und bildungsfernen Verhältnissen auf, nach hießen Sommertagen kommt Leonardo mit Sommersprossen und roter Nase in die Schule, leider aber ohne Hausaufgaben, da er am See war und sich seine Eltern für die Schule weniger interessieren als für die täglichen Soaps. Oft kommt Leonardo zu spät zur Schule und verfügt nicht über die nötigen Materialien, wie z.B. einen Zirkel. Leonardo ist ein aufgewecktes Kind, leider ist er aber oft übermüdet und aggressiv.

SChüler C: Pauls Vater ist Ingenieur, seine Mutter arbeitet halbtags als Sozialarbeiterin und ist zu dem noch engagiert im Flüchtlingsbeirat, Paul hat seine Hausaufgaben immer erledigt, es ist ersichtlich dass er sie selbständig erledigt hat. Das einzige Mal als er keine Hausaufgaben hatte, hatte er eine Entschuldigung seiner Mutter dabei, die um Verständnis bat, da eine kulturelle Veranstaltung -die Paul mit ihr besucht hatte- länger gedauert hatte, im übrigen würde Paul die Aufgabe am Wochenende nachholen. Nach einer längeren Erkrankung Pauls nahm sein Vater Kontakt mit dem Mathelehrer auf, um zu erfragen was er mit Paul nacharbeiten müsste. Den anderen Stoff hat er wärend seiner Krankheit schon mit seiner Mutter erarbeitet. PAul spielt zur Zeit Fußball im Verein, wird aber wahrscheinlich bald lieber in den Schwimmverein wechseln. Er besucht eine alternative Musikschule, in der er neben Schlagzeugunterricht auch weitere Instrumente erlernt. Paul ist noch ziemlich verspielt und lässt sich im Unterricht leicht ablenken.


Wer von den dreien wird sicher das Abitur schaffen?

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cluster15 14.12.2011, 22:33
36. als Nachtrag

ein Artikel aus dem Jahre 1997 (nicht 2000, mein Gedächtnis war auch schon besser)...

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pitufox 14.12.2011, 22:42
37.

Zitat von maturin001
Lassen sie mich nochmals zusammenfassen: Reich = Intelligent, reiches Kind = intelligentes Kind, da vererbt. Arm = doof, deswegen auch Hartz 4 = doof. Ich frage mich, warum wir überhaupt noch Noten brauchen.
Ich glaube da haben sie etwas falsch verstanden. Es hieß intelligente Eltern = wahrscheinlich intelligentes Kind, und um das in ihren Worten zu sagen doofe Eltern = wahrscheinlich doofes Kind. Denn mit Reichtum hat Vererbung nun leider gar nichts zu tun. Das einzige was man kritisieren kann ist das aus einem doofen Kind mit reichen Eltern ein in der Schule mittelmäßiges Kind rauskommen kann aufgrund von Nachhilfe. Allerdings kann auch aus einem fleißigen doofen Kind ein in der Schule mittelmäßiges Kind rauskommen, da zumindestens in unserem Schulsystem Fleiß sehr viel bringt. Deshalb sollte man nicht immer die Reichen gleich verteufeln, denn aus reichem, doofen, faulem Kind wird auch trotz Nachhilfe nicht viel.

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falkvang 14.12.2011, 22:51
38. Jetzt mal Fakten:

Ich bin ein "Arbeiterkind" und denke, dass ich deshalb ein wenig Fakten in die Diskussion bringen kann. Als es bei mir damals darum ging, auf welche weiterführende Schule ich gehen sollte, wollten alle meine Lehrer, dass ich zum Gymnasium gehen sollte. Meine Eltern dachten an die Hauptschule. Vielleicht an die Realschule. Ihre Argumente waren: "Ein Arbeiterkind lässt man nicht nach oben" und "mit dem Abitur wirst du eher keine Stelle bekommen". Zum Glück haben sich meine Lehrer durchgesetzt! Und mit jedem Artikel über die angebliche Chancen-Ungerechtigkeit werden sich wieder mehr Eltern durchsetzen, die sagen: "Mein Kind geht zur Hauptschule, als Arbeiterkind hat es keine Chance"!

Bitte bedenkt das, wenn hier andere Argumente genannt werden. Sehr viele bildungsferne Eltern verhinderen die Karierre ihrer Kinder.

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mrsa 14.12.2011, 22:51
39.

Zitat von ogs
Nein :-) Die von Ihnen angesprochenen Einflüsse gibt es natürlich. Die lassen sich aber durch ein intelligentes Forschungsdesign problemlos eliminieren. Neu an dieser aktuellen Studie ist übrigens nur, dass sich im Bildungssystem in den letzten 50 Jahren offensichtlich nichts geändert hat. Ansonsten locken Sie mit diesen Ergebnissen keinen Hund hinterm Ofen vor.
Sie schlagen also vor, die Forschung so zu designen, dass die gewünschten Ergebnisse herauskommen? Klingt mir irgendwie nicht nach freier, offener Forschung nach den Ursachen, sondern eher nach einer Anleitung, wie Forschungergebnisse manipulativ eingesetzt werden können.

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