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Soziale Ungleichheit: Herkunft wird benotet

Je gebildeter und reicher die Eltern, desto besser die Note.*Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie und zeigt: Seit Pisa hat das deutsche Bildungssystem nicht*genug dazu gelernt. Experten warnen zwar vor Lehrerschelte* - attackieren aber die derzeitige Notengebung. Soziale Ungleichheit: Auch Herkunft wird benotet - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL

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stammtischschreck 14.12.2011, 22:59
40.

Zitat von hartenstein123
Lehrer, die ihre Schüler nicht nach ihren Noten sondern nach Herkunft oder Geschlecht beurteilen, sollte das Lehramt entzogen werden, wegen Diskriminierung strafrechtlich verfolgt werden (Freiheitsentzug ohne Bewährung + saftige Geldstrafe) und Berufsverbot erteilt werden. So einfach ist das!!!
Hallo,
ohne zu sehr Lehrer in Schutz zu nehmen, aber bei wem würden Sie denn z.B. Ihre Altersversorgung abschließen: bei einem seriösen Herrn im Anzug, der mit Zahlen und Fakten um sich wirft, oder einem Typen, der an der Tür klingelt und etwas sagt wie: "Isch Disch mache reiche Mann!"
NATÜRLICH schwingt Unterbewusstes mit, auch bei Lehrern z.B. im Umgang mit den Eltern. Dass sich das statistisch niederschlägt, ist nicht wirklich verwunderlich.

Ich erlebe als Grundschulelternteil gerade, dass Dinge wie: Helfen bei Schulaktivitäten, regelmässige Präsenz auf Elternveranstaltungen usw. sicherlich dazu führen, dass man einen einfacheren Zugang zu Lehrern hat, was sich vermutlich auch auf das Verhalten Lehrer<->entsprechende Kinder auswirkt. Diese Art der Kontaktpflege ist in anderen Gesellschaftsbereichen genauso üblich, selbst wenn es nicht ausdrücklich auf den eigenen Vorteil abzielt (Gespräch mit dem Postzusteller, beim Bäcker usw.). Dass z.B. Eltern ohne hinreichende deutsche Kommunikationsfähigkeit dazu keine Chance haben, ist offensichtlich.

Da ich entgegen voranstehender Meinung glaube, dass "echte" Intelligenz viel weniger erblich ist als allgemein angenommen, stellt sich für mich die Frage, wie/ob man Kinder bereits im 1./2.Schuljahr
so beurteilen kann, dass man eben nicht die bis dahin (im Erfolgsfall i.d.R. von den Eltern) geleistete Erziehungsarbeit, sondern das Leistungsvermögen der Kinder bewertet.

Dazu müssen Ungleichheiten deutlich früher angegangen werden.
In der Schule kann beim aktuellen Stand von Lehrpersonal, Klassenstärke und heterogenen Voraussetzungen wohl nur marginal
ein Ausgleich der bereits vorhandenen Ungleichheiten erfolgen.

Die Lehrer sind da eher eines der schwächsten Glieder.

Ich schließe meine Augen nicht davor, dass ein guter Teil der Lehrer auch nicht das Engagement aufbringt, etwas ändern zu wollen. Aber selbst bei gutem Willen sind die Chancen begrenzt.

Gruß

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anna cotty 14.12.2011, 23:13
41. Anonym

Zitat von hartenstein123
Lehrer, die ihre Schüler nicht nach ihren Noten sondern nach Herkunft oder Geschlecht beurteilen, sollte das Lehramt entzogen werden, wegen Diskriminierung strafrechtlich verfolgt werden (Freiheitsentzug ohne Bewährung + saftige Geldstrafe) und Berufsverbot erteilt werden. So einfach ist das!!!
Ich nehme an, dass es sich um unbewusste Reaktionen handelt.

In Irland wird das Zentralabitur ( Leaving Certificate) auch zentral korrigiert. Jeder Schueler erhaelt eine Pruefungsnummer und so bleibt alles total anonym. Wenn Maedchen trotzdem im allgemeinen besser abschneiden, liegt es daran, dass sie fleissiger sind als Jungen und sich besser vorbereiten.
Das ist die einzige Moeglichkeit, wie man unbewusste Reaktionen von Seiten der Lehrer ausschalten kann.

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Steve Holmes 14.12.2011, 23:16
42.

Zitat von mm01
Könnte es evtl. daran liegen, dass "gebildete und reiche" Eltern mehr Interesse daran haben, dass ihre Kinder lernen? Notfalls wird eben mit Nachhilfeunterricht nachgeholfen.
Ob es bezahlter Nachhilfeunterricht ist oder Hilfe durch die Eltern. Wer selber nur einen Hauptschulabschluss und ein geringes Einkommen hat kann das nicht leisten. Das weiß natürlich auch ein erfahrener Grundschullehrer der eine Gymnasialempfehlung aussprechen soll.

Dass ein wohlhabendes und gebildetes Elternhaus ein Vorteil ist wird sich nie ändern. Erziehung und Bildung erfolgt nun einmal zum großen Teil im Elternhaus.

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philathei 14.12.2011, 23:34
43. Merkwürdige Prämisse

Zitat von sysop
Je gebildeter und reicher die Eltern, desto besser die Note.*Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie und zeigt: Seit Pisa hat das deutsche Bildungssystem nicht*genug dazu gelernt. Experten warnen zwar vor Lehrerschelte* - attackieren aber die derzeitige Notengebung.
Die These, daß der soziale Status der Eltern sich auf die Beurteilung ihrer Kinder auswirke, und zwar über deren tatsächliches Leistungsniveau hinaus, setzt doch eines voraus: die betreffenden Lehrer müssen über die häuslichen Verhältnisse ihrer Schüler systematisch und gründlich informiert sein.

Das mag t e i l w e i s e in der Grundschule noch zutreffen, auf dem Gymnasium aber sicher nicht.

Außerdem gibt es bei der Übergangsempfehlung einen großen Spielraum. Wer keine Empfehlung für das Gymnasium erhält, der ist so durchgehend leistungsschwach, daß irgendeine Beeinflussung der Lehrkräfte durch den m ö g l i c h e r w e i s e bekannten Sozialstatus der Eltern nicht mehr entscheidend ist. Und in der Regel wird doch heute eher wohlwollend empfohlen als restriktiv.

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Steve Holmes 14.12.2011, 23:46
44.

Zitat von maturin001
Offensichtlich ist der Fall, daß Schulen hierzulande nicht funktionieren können ohne massive Mitwirkung der Eltern.
Für die Bildung und Erziehung der Kinder sind in erster Linie die Eltern verantwortlich. Das beginnt lange vor der Einschulung und geht auch während und nach der Schulpflicht weiter. Die Erreichung eines bestimmten Schulabschlusses ist ja nur ein Element einer ganzheitlichen Bildung.

Zitat von maturin001
Die Tatsache, daß besonders an höhere Bildungsanstalten die Insassen verstärkt unter Druck gesetzt werden - gemäß konservativer Vorstellungen, die eine Renaisance erleben - verstärkt den unfairen Ausleseprozeß. Es wird sicherlich eine brauchbare Elite produziert,doch dabei eine große Anzahl an Talenten verheizt. Wie man es auch dreht und wendet, dieses Verfahren ist in höchstem Maße unproduktiv.
Man sollte dass am Ergebnis beurteilen und dann steht Deutschland in Europa und der Welt besser da als die meisten Länder und wird auch von vielen als Vorbild betrachtet. Das gilt ganz besonders für Bayern und Baden-Württemberg.

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Steve Holmes 14.12.2011, 23:54
45.

Zitat von maturin001
Lassen sie mich nochmals zusammenfassen: Reich = Intelligent, reiches Kind = intelligentes Kind, da vererbt. Arm = doof, deswegen auch Hartz 4 = doof. Ich frage mich, warum wir überhaupt noch Noten brauchen.
Auch arme doofe Eltern können intelligente Kinder zu Welt bringen. Sie sind aber in der Regel nicht in der Lage sie intellektuell zu fördern. Wirklich talentierte und motivierte Kinder werden auch ohne spezielle Förderung schulisch und beruflich erfolgreich werden.

Es geht wohl eher um die durchschnittlich Begabten und Leistungswilligen. Die können mit entsprechendem Engagement der Eltern bis zum Abitur gepäppelt werden.

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hartenstein123 15.12.2011, 01:18
46. Lehrer entscheiden so

Zitat von opinion13
Sie haben zwar eine starke Meinung, aber keine Ahnung. Wischen Sie sich den Schaum vom Mund und lesen Sie noch mal gaaanz langsam den letzten Absatz. Die Studie lässt in der geschilderten Form zu viele Fragen offen. Dass Intelligenz zu einem großen Teil vererbt wird, ist heute allgemein bekannt. Natürlich ist ein Kind aus bildungsbürgerlichem Haushalt bei entsprechendem Umfeld (auch OHNE Nachhilfe)in der Schule im Vorteil ggü. einem alleinerzogenen H.IV Sprößling, dessen Eltern vielleicht selber ohne Schulabschluss sind. So where's the news? Dass z.B. die Balkengrafiken mit Werten zwischen 149,60 und 151,35 (welch Diskrepanz!) bei 135 abgeschnitten wurden, um überhaupt einen signifikanten Unterschied darstellen zu können ist Manipulation pur und zeigt die Inhaltslosigkeit der Studie.
Es geht nicht um Statistken sondern um Realität. Viele Lehrer benachteiligen Kinder besonders Jungs aus ärmeren Schichten, trotz gleichen Leistungen. Meine 3 Jungs haben nur Privatschulen besucht, da gab es keine Unterschiede, obwohl zwei von meinen Kindern adoptiert sind und die Lehrer dies auch wussten. Einige
ihrer Freunde, die auf staatlichen Schulen waren, sind benachteiligt wurden. Da hilft nur Druck durch Anwälte.

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sikasuu 15.12.2011, 01:34
47. Schau mal richtig hin!

Zitat von hartenstein123
Lehrer, die ihre Schüler nicht nach ihren Noten sondern nach Herkunft oder Geschlecht beurteilen, sollte das Lehramt entzogen werden, wegen Diskriminierung strafrechtlich verfolgt werden (Freiheitsentzug ohne Bewährung + saftige Geldstrafe) und Berufsverbot erteilt werden. So einfach ist das!!!
Findest du deine Kumpel nett? Die reden deine Sprache, haben deine Interessen, finden deinen Fußballklub gut.....
So und jetzt stell dich mal vor eine Gruppe von 30 Kindern. Na? welche sind nett?
Genau die, die deine Sprache sprechen, die gleichen Bücher kennen, ähnliche Umgangsformen haben.....
So und du willst fair sein, aber die Sachen die in deinem Hinterkopf abgehen sind dir gar nicht bewusst.
.
Der gleiche Text in einer schön geschwungenen Schrift wird besser bewertet als in einer "Sauklaue". Die gleichen Inhalte (nicht Deutsch als Fach) in deinem Sprachstil ausgedrückt wird (siehe oben)
.
Du kannst dich gar nicht dagegen wehren! Du bevorzugst ohne es zu wollen die Leute aus dem gleichen Stall!
Abstellen kann man es nicht, aber ändern kann man es. Ändern, in dem man den "Noten" nicht so viel Gewicht bei misst, sondern den Kindern die Möglichkeit gibt sich im Prozess zu beweisen und zu bestätigen.
Das geht in einer Schule die alle 4-6 Jahre über Noten Lebenschancen zuweist NICHT!
.
Das geht aber wohl in einem Lernumfeld, das nach allen Seiten durchlässig ist und in dem sich Kinder nach ihren Fähigkeiten und Interessen entwickeln können. Vom 1-2-3... bis zum 18-19-20 sten Lebensjahr.

D.h. Ganztagsschule (nicht den Krüppel der hier angeboten wird) sondern eine Schule die mit Frühstück beginnt und über den Tag verteilt, mit Essen, Spiel, Freizeit die nötigen dem Alter entsprechenden Lernangebote macht.
.
D.h. Förderung des Einzelnen, nach Maßgabe und Anspruch. Dem Eingeschränktem Kind genau so wie dem Überflieger....
usw.
Das kostet GELD, viel Geld. Aber dieses Geld ist besser in Bankrettung als in Bildung angelegt...
unddas kostet Kompetenzen! Haaaalt aber nicht in diesem, unserem Bundeslande......
und das war es dann:-(((((Schule, Pädagogik, Lehrer und Wissenschaft könnte wohl, wenn sie dürften, aber es lässt sie keiner.
.
In diesem Sinn
"tu was vernünftiges, lies nicht immer!"
Sikasuu

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ColoradoAvalanche 15.12.2011, 01:49
48.

Zitat von maturin001
Lassen sie mich nochmals zusammenfassen: Reich = Intelligent, reiches Kind = intelligentes Kind, da vererbt. Arm = doof, deswegen auch Hartz 4 = doof. Ich frage mich, warum wir überhaupt noch Noten brauchen.
Willkommen am Stammtisch!

Meine größte Kritik an der Studie st das nicht eindeutig belegt wird wie hier miteinander verglichen wird. Das Kinder aus Akademikerfamilien bessere schulische Leistungen erbringen ist ein Fakt, die Frage ist warum? Viele Studien legen nahe das ein gewisser genetischer Einfluss auf Intelligenz vorhanden ist und das Eltern mit hohem Bildungsabschluss und Einkommen mehr Wert auf Bildung bei den Kindern legen.
Dies wird aber allzugern von bestimmten politischen Gruppierungen negiert. Inzwischen hab ich den Eindruck in Deutschland geht es mehr darum gute Akademikerkinder zu bestrafen anstatt versuchen den schlechten Schülern zu helfen und diese zu fördern. Wenn man die guten auf das Niveau der Schlechteren bringt sind ja trotzdem wieder alle gleich.

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snafu-d 15.12.2011, 04:14
49. ....

Zitat von sysop
Je gebildeter und reicher die Eltern, desto besser die Note.*Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie und zeigt: Seit Pisa hat das deutsche Bildungssystem nicht*genug dazu gelernt. Experten warnen zwar vor Lehrerschelte* - attackieren aber die derzeitige Notengebung.
Mal wieder der übliche gesellschaftskritische Bullshit.

Dass Kinder erfolgreicher Eltern in der Schule erfolgreicher sind, als andere, liegt einfach daran, dass diese von ihren Eltern gefordert und gefördert werden.

Und nicht an der von den Lehrern honorierten sozialen Situation der Eltern.

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