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Sozialstaat: Gute Kunden

Bei den Unterkunftskosten für Hartz-IV-Empfänger ließe sich ein dreistelliger Millionenbetrag einsparen. Doch Wohnungsgesellschaften wollen das verhindern.

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der M 17.06.2010, 12:46
100. Erinnerungen

Ich kann mich daran erinnern, dass ich einem H4 beziehenden Freund ein Zimmer in der WG vermietet habe. Das Amt kam dann auf die Idee, dass uns ja weniger qm zur Verfügung stehen dürften UND das er deswegen kein Geld für Miete bekommen würde. Es ging um 160 EURO warm für 30qm. Das mir die Arge, obwohl ich berufstätig bin und keinerlei Leistung von der "Organisation" bekomme, vorschreiben möchte, welche Wohnung mir denn zusteht. Auch der Versuch der Arge uns als Pärchen darzustellen schlugen fehl und am Ende musste von der Arge bezahlt werden.

Auf Nachfrage ist es so, dass wenn zwei Männer auf H4 (nicht durch romantische Bande verbunden) sich zusammen eine Wohnung für 500 Euro nehmen wollen, weil sie einfach besser und für den einzelnen günstiger wäre. Dann würden diese beiden Männer einen abschlägigen Bescheid bekommen, weil die Wohnung zu teuer für zwei Personen ist. Somit bezahlt die Arge lieber für jeden die Miete, in dem von mir bei der Arge angefragten Fall, von 350 Euro plus Wärmezuschlag. Also schon mal flotte 200 Euro mehr als es hätten sein müssen. Das beide dann noch bei Strom und Telekomunikation hätten sparen können, das interessiert diesen Verein gar nicht.

Wenn ich Arbeitslos werden sollte und in H4 rutsche, dann werde ich aus meiner WG ausziehen müssen. Weil die Miete von weniger als 250 Euro zuviel sind. Dann lieber 350Eur plus zahlen. Sorry, aber bei soviel bürokratischem Schwachsinn kann man doch nur noch den Kopf schütteln.

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Philo 17.06.2010, 12:48
101. Üble Hetze

Der Artikel ist ein neuer Tiefpunkt des gefallenen Nachrichtenmagazins und kann nur als üble Hetze bezeichnet werden.
Direkte Zahlungen vom Amt an Vermieter/Energieversorger sind äusserst selten, so was wird nur bei Leuten gemacht die ihr H4 Geld mehrmals massiv zweckentfremdet haben. Das ist schon ein starkes Stück zu suggerieren solche Ausnahmen wären die Regel.
Und dann noch extrem Beispiele anzuführen wie die Mutter mit 3 Zimmer Wohnung oder der Araber mit Waschhaus ist genauso dreist.
Ich kenne nicht einen einzigen H4 Bezieher der eine 3 Zimmer Wohnung hat, die allermeisten haben eine 1 Zimmer Wohnung, manche 2 Zimmer, das wars.
Und das wegen der brutalen Niedriglohnpolitik Aufstocker nun schlechter dastehen als H4 Bezieher ist ein Versagen der Politik, nicht die Schuld von H4.
Was der SPIEGEL hier treibt ist Mithilfe für zukünftige Ghetto-isierung/Lagerhaltung von Arbeitslosen. Das ist so krass da kann man nur noch kotzen.

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R.hoch2 17.06.2010, 12:48
102. ....

Zitat von wowiku
Nicht übertreiben. Aber die Realität ist, dass viele Arbeitende sich weniger leisten können als die H4. Also runter mit deren Ansprüchen oder rauf der der Arbeitenden
das ist aber nur ihre realität.
jemand, der arbeitet, bekommt immer mehr als h4 und sei es durch aufstockung!

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brotzeitholer 17.06.2010, 12:48
103. gibts bei ihnen keine messgeräte?

Zitat von RerNat
Die Pauschale muss unbedingt her. Die Auszahlung könnte doch weiterhin direkt über die Behörden an die Vermieter erfolgen. Organisiert sich der Mieter eine günstigere Wohnung oder spart Nebenkosten, bekommt er die Gelder die übrig sind gutgeschrieben. Es macht wirklich keinen Spaß in einem Haus mit 50% Harz4-Empfängern zu leben, die kein Problem damit haben im Winter in allen Räumen die Heizungen auf Volllast laufen zu lassen, schließlich wird ja jeder Mieter prozentual am Gesamtverbrauch des Hauses beteidigt.
normalerweise wird der heizkostenverbrauch doch nach verbrauch in der wohnung abgerechnet, allenfalls im treppenhaus werden heizkosten auf die allgemeinheit umgelegt? und wenn alle anderen gut heizen, profitiert man als sparsamer ja von den anderen.

davon abgesehen bin auch dafür zumindest die ganzen nebenkosten über pauschalen abzurechen, denn die höhen sind ja ortsüblich relativ leicht zu ermitteln.

meines wissens sind die mietzuschläge ja längst gedeckelt, was ja einer pauschale gleich kommt. vieleicht reichts ja die pauschalen anzupassen!

eine günstigere wohnung darf auf keinem fall zum auszahlen der differnz führen, einsparungen bei nebenkosten schon.

definitiv muss das klagerecht eingeschränkt werden, denn da geht extrem viel geld sinnlos raus, als harz4ler kann ich ja klagen soviel ich will, kost mich ja nix...

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Michael Giertz 17.06.2010, 12:48
104. Wer Bildung hat, soll gute Arbeit haben.

Zitat von nasenbärhh
Und es ist Tatsache, dass sich immer mehr auf ein dauerhaftes Leben mit H4 einrichten, geht wohl ganz gut, wenn man seine Ansprüche runterschraubt. Wie lange diese Gesellschaft das noch finanzieren kann und wann die gebeutelte Mittelschicht sich dagegen aufbäumen wird, wer weiß. aber irgendwann ist Schluß. Die vornähmlichste Aufgabe der Politik muß es sein, diese Leute in Lohn und Brot zu bringen, und wenn ein bißchen Druck da hilft, sollte man schon ordentlich drücken.
Dann hoffe ich schon, dass Sie Ihre Bewerbungen wenigstens durch die Rechtschreibprüfung schicken, denn sonst würde ich Sie nicht einstellen - auch nicht für einen Euro die Stunde.
Ernsthaft jetzt:

Ihre Argumentation ist schief. Es ist nicht Aufgabe der Politik, Menschen in Lohn und Brot zu bringen. Sonst gäbe es Staatsbetriebe. Es ist Aufgabe der Politik, die Rahmenbedingungen für sichere Arbeitsplätze zu schaffen. Das geht nicht, solange die Regierung die Gewinnoptimierung gleichsetzt mit Arbeitsplatzerhalt! Gewinnoptimierung hat nur ein einziges Ziel, nämlich wie der Name sagt, den Gewinn zu optimieren! Der Gewinn, das ist Umsatz minus Aufwand. Da der Umsatz bei stagnierenden Märkten kaum mehr gesteigert werden kann, muss eben der Aufwand (die Kosten) gesenkt werden, und das geht eben auch bei den Personalkosten.

Merke: Gewinnoptimierung steht absolut im Widerspruch zu Arbeitsplatzerhalt!

Es hat jedenfalls keinen Sinn, die Leute mit der sprichwörtlich aufgesetzten Pistole zu unterbezahlten, niedrigstqualifizierten Arbeiten zu zwingen. Das kann man nichtmal mit ungelernten Hiwis machen, mit gut ausgebildeten Facharbeitern, Technikern, Ingenieuren ist das geradezu unverantwortliche Verschwendung von Kompetenz!

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Altes Eisen 17.06.2010, 12:48
105. teuer wohnen

Es ist immer wieder erschreckend,wie dilettantisch zu Artikeln recherchiert wird.Die Fakten zu diesem Artikel haben nicht mal Stammtischniveau.
1.Die kosten für Unterkunft und Heizung werden eben nicht in jeder Höhe übernommen sondern es gibt regional geltende Höchstsätze pro Bedarfsgemeinschaft.Ist die Wohnung zu teuer droht Zwangsumzug.(Habe ich selbst hinter mir wegen 35€ zu hoher Miete )
2.Die Kosten des Stromverbrauches müssen von der Bedarfsgemeinschaft selber vom Regelsatz getragen werden.
3.Beim Gasverbrauch gilt ähnliches,nur wenn direkt mit Gas geheizt wird werden die Kosten übernommen.
Man könnte den Eindruck erwecken,hier wird mit falschen Fakten Stimmung gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen gemacht.

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Dodol 17.06.2010, 12:50
106. Sozial ist unsozial!

Wenn's denn stimmt, dass die Behörden die H4 Wohnnebenkosten zum Teil ohne Grenzen bezahlen (>200 Euro für Wasserverbrauch, im Monat!), dann kann ich nicht umhin zu sagen dass die FDP recht hat. Bei den Staatsausgaben ist offensichtlich immer noch so viel Luft drin dass man locker Steuern senken könnte und die Schulden noch dazu.
Eine Frechheit von den Behörden mein und anderer Leute hart verdientes Steuergeld so zu verschwenden! Und aufregen tun sich die meisten nur dass man dies zur Sprache bringt und abschaffen will.
Sozial ist unsozial!

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Chris-Gardner 17.06.2010, 12:50
107. Luft zum Streichen... und zwar bitte kräftig!

Spätrömische Dekadenz,
wenngleich dieser Ausdruck geschichtlich nicht exakt mit der heutigen Situation übereinstimmt, ist es doch eine gute Umschreibung dessen, was aktuell im deutschen Sozialstaat abläuft:
Das viele H4ler so perspektilos sind, wie sie eben sind, liegt paradoxerweise eben gerade an der viel zu üppigen Hilfe die sie bekommen. Es gibt keinen Antrieb für seine eigene Existenz zu sorgen und nach einigen Jahren Lotterleben mutiert der Durchschnittsmensch als das was allgemein als H4ler bezeichnet wird.

Sollte jedoch ein gewisser Zwang dazu bestehen, für seine eigene Existenz aufzukommen, würden gar nicht so viele Menschen dazu neigen zum typischen H4ler zu mutieren - sie könnten es sich schlicht nicht leisten.

Es wird höchste Zeit, das dieser Fehler übertriebener Sozialtransfers auf Kosten der Mittelschicht behoben wird. Die Staatsfinanzen erzwingen diesen Schritt so oder so.

PS: Als Student lebe ich von deutlich weniger als die gut 1000 € die jedem H4ler Monat für Monat zur Verfügung stehen, deshalb darf ich mir diese Breitseite gegen die Unterschicht durchaus erlauben :-D

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genugistgenug 17.06.2010, 12:51
108. .

Zitat von pressemelders
Wir (beide berufstätig) konnten uns unsere Miete in einem Sozialbunker nicht mehr leisten, weil mal wieder maßlos erhöht wurde. Durch die Blume hat uns der Vermieter gesagt, dass die restlichen Mieter Sozialhilfe bekämen und daher die Erhöhung getragen würde. Mag sein, dass das ein Einzelfall war. Glauben tue ich es nicht.
kein Einzelfall - als vor Jahren in unserem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald die erlaubte Miete auf 230,- €/Monat festgesetzt wurde, stiegen die Mieten genau auf diese Grenze. Das waren Wohnungen die regelmäßig neu angeboten wurden.
Oder wie war das in Hamburg? Da hat doch ein FDP Politiker auch teuer vermietet? Gab es da wenigstens Rückforderungen durch die Behörden?

Wieso nicht in die Behörden einziehen? In die Tiefgaragen Etagenbetten aufstellen, morgends mit dem Spaten in die Grünlagen ziehen, abends die Reste aus der Kantine (Wochenende ist Null-Diät angesagt).
Man könnte auch die Büros belegen - dann können die Bürokraten mit normalen Menschen um die Wette schnarchen.....

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fredchen13 17.06.2010, 12:56
109. Meinungsmache

Zitat von tomtomtomtomtom
Ein Kumpel von mir ist Brasilianer. Kein Schulabschluß, keine Ausbildung. Alkoholiker. Schlechtes Deutsch. Verheiratet mit einer Deutschen, getrennt lebend, zwei Kinder. Er hat keinen Anspruch auf staatliche Transferleistungen, und so ist er auf die total verrückte Idee gekommen, arbeiten zu gehen. In den sechs Jahren, die er schon hier ist,.......
Lieber Herr TomTom [...],
eine feine Idee, die Sie da haben. Generell ist ja die Straße übersäht mit Jobs. Was ist nun aber, wenn man einen Studienabschluss (im 2er-Bereich), gute Praktika und Empfehlungsschreiben und darüber hinaus noch einen Arbeitgeber der einen soeben fristlos innerhalb der Probezeit (nach 5 Monaten Betriebszugehörigkeit, aufgrund von Problemen mit Großkunden)fristlos kündigt??? Tja, auch dann kann man in Hartz4 landen. Klar, man kann da auch nen Putzjob machen. Dort wird einem aber auch gesagt, dass man überqualifiziert ist oder doch lieber Studenten genommen werden. Selbst genannte Fast-Food-Ketten lehnten mich aufgrund der Kündigung in der Probezeit ab. Was tun?! Zum Amt und weiter qualifizieren. So viel wie möglich aus eigener Kraft machen und BEWERBEN BEWERBEN BEWERBEN.
Bei mir hat's geholfen, aber es gibt soooo unglaublich viele Arbeitslose auch im Akademiker-Sektor (und auch die landen nach einer gewissen Zeit bei Hartz4), da weiß man nicht, wann es klappt.

Eine Wohnkostenpauschale für angemessenen Wohnraum gibt es übrigens schon in Abhängigkeit von den im Wohnraum lebenden Personen und der angemessenen Miete der Kommunen/Städte. Wer drüber ist, muss den Rest selbst zahlen, wer drunter liegt, kriegt aber nicht die volle Summe - Pech, aber für mehr muss man eben Arbeit haben.

@SPON: Stromkosten werden nicht übernommen. Die "spätrömische Dekadenz" ist bei kaltem Wasser sicher nicht zu finden... Eine Änderung der staatlichen Zuschüsse ist sicher notwendig, aber Meinungsmache dieser Art bringt die Leser nur noch mehr gegen die Unterschicht auf.

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