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SPD: Steh auf, du bist gar nicht tot
Barbara Supp/ DER SPIEGEL

Wie ergeht es der SPD-Basis mit ihrem Kanzlerkandidaten Martin Schulz? Eine Reise ins Innere der deutschen Sozialdemokratie.

Osservatore 14.05.2017, 10:35
1. Da wächst nichts

Aus eigener Anschauung weiß ich, dass auf dem sog. "platten Land" oftmals nichts (mehr) wächst. Da klammert die SPD sich an das bisschen Beachtung, das ihr die neoliberal-neokonservativen Machthaber und eingenordeten Medien noch gönnen. Jedoch, mit dem Anbiedern und Wegducken wird die SPD trotzdem nicht als bessere CDU akzeptiert. Da kann sie machen, was sie will. Es ist eben die alte Furcht als "vaterlandslose Gesellen" gebrandtmarkt zu werden. So aber schaufelt sich die SPD ihr eigenes Grab. Echte Opposition gegen die neoliberal-neokonservative Entdemokratisierung und der Einsatz für ein soziales, friedliches und menschenwürdiges Europa wären angesagt. Und das kraftvoll, furchtlos und energisch. Da müsste eben den medialen Wasserträgern von Merkel & Co. auch über den Mund gefahren und Ihnen die Maske ihres Bütteltums heruntergerissen werden, auch und gerade den heuchlerischen, grün angemalten Schwarzen. Mit Zaghaftigkeit wird die SPD nicht mehr aufkommen.

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Worldwatch 14.05.2017, 10:40
2. Martin Schulz:

Ja, vielleicht ein wenig mehr. Voraussetzung aber hierfuer; Mehr an Vernunft und Logik, wie insb. auch Sachverstand, braucht es hingegen vorrangig, und ist dazu -kanzlerisch gesprochen- alternativlos.

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localpatriot 14.05.2017, 11:38
3. Nicht tot, möglicherweise leicht gelähmt.

Wie man sich bei den Kadern der SPD vorstellt verstehe ich nicht.
Bei der letzten Wahl brachte man den Herrn Steinbueck in den letzten paar Monaten aufs Parkett. Als Kanzlerkandidat gegen eine Amtsinhaberin mit anerkannter Erfahrung. Dann machte er noch ein Stressschnitzer und die Wahl war erledigt.

Dann stellte sich die Mannschaft in den Dienst der Kanzlerin und plötzlich hat man wieder keinen rechten Kandidaten. Per Fallschirm wird dann der Herr Schulz aus Brüssel eingeflogen und die Kanzlerin hat in der Zwischenzeit ihre Position noch einmal gefestigt - alles mit der Hilfe der SPD, aber die Lorbeeren gehen zur Kanzlerin.

Eine Strategie für die Wiederwahl der Kanzlerin und möglicherweise dieses mal einem anderen Koalitionspartner.

Die Rolle der Opposition ist offen und die SPD sollte es wagen die Nesseln mit fester Hand anzufassen.

Wer Kanzlerin wird steht fest. Wer die Oppositionsrolle übernehmen wird ist noch offen. Dass ist die echte Entscheidung bei der nächsten Wahl.

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ruhepuls 14.05.2017, 12:12
4. Nicht tot, aber vielleicht bald...

Die SPD findet einfach keine Nische, in die sie passt und die groß genug für sie ist. Konservativ besetzt die CDU/CSU. Links besetzt die Linke. Liberal findet man bei FDP und grün-liberal-konservativ bei den Grünen. Wo ist da noch Platz für die SPD? Ihre Stammwähler - die "klassischen" Arbeiter - werden immer weniger. Und neue Wähler findet sie nicht genug, weil die mit der typischen "SPD-Ortsverein-Kuschelkneipe" nichts anzufangen wissen.

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wynkendewild 14.05.2017, 14:05
5. Harte Realität

Zitat von Osservatore
Aus eigener Anschauung weiß ich, dass auf dem sog. "platten Land" oftmals nichts (mehr) wächst. Da klammert die SPD sich an das bisschen Beachtung, das ihr die neoliberal-neokonservativen Machthaber und eingenordeten Medien noch gönnen. Jedoch, mit dem Anbiedern und Wegducken wird die SPD trotzdem nicht als bessere CDU akzeptiert. Da kann sie machen, was sie will. Es ist eben die alte Furcht als "vaterlandslose Gesellen" gebrandtmarkt zu werden. So aber schaufelt sich die SPD ihr eigenes Grab. Echte Opposition gegen die neoliberal-neokonservative Entdemokratisierung und der Einsatz für ein soziales, friedliches und menschenwürdiges Europa wären angesagt. Und das kraftvoll, furchtlos und energisch. Da müsste eben den medialen Wasserträgern von Merkel & Co. auch über den Mund gefahren und Ihnen die Maske ihres Bütteltums heruntergerissen werden, auch und gerade den heuchlerischen, grün angemalten Schwarzen. Mit Zaghaftigkeit wird die SPD nicht mehr aufkommen.
Europa ist kein in sich geschlossenes Biotop in welchem man Jahrzehnte Zeit hat um es nach belieben umgestalten zu können. Äußere Einflüsse wie auch Veränderungen innerhalb sorgen für einen stetigen Wandel. Das geht nicht mit irgendwelchen Wohlfühlkuschelreformen, die nur darauf abzielen, den deutschen Sozialstaat (welcher mMn komplet europäisiert werden sollte) am Leben erhalten zu wollen.

Alleine in der Flüchtlingsfrage, in Fragen der Außen und- Sicherheitspolitik wird man sich der harten Realität stellen müssen. Da gibt es kein freikaufen. Man wird viel eher den Weg beschreiten, den man schon vor Jahren eingeschlagen hat.

Das weiß auch die SPD. Wenn deren Wählerschaft indess immer noch irgendwo in den 70er Jahren steckengeblieben ist, dann wird die bis in alle Ewigkeit fluchen. Während die anderen Fakten schaffen.

MfG:
wynkendewild

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Osservatore 14.05.2017, 17:52
6. Keine Alternative?

Zitat von wynkendewild
Europa ist kein in sich geschlossenes Biotop in welchem man Jahrzehnte Zeit hat um es nach belieben umgestalten zu können. Äußere Einflüsse wie auch Veränderungen innerhalb sorgen für einen stetigen Wandel. Das geht nicht mit irgendwelchen Wohlfühlkuschelreformen, die nur darauf abzielen, den deutschen Sozialstaat (welcher mMn komplet europäisiert werden sollte) am Leben erhalten zu wollen. Alleine in der Flüchtlingsfrage, in Fragen der Außen und- Sicherheitspolitik wird man sich der harten Realität stellen müssen. Da gibt es kein freikaufen. Man wird viel eher den Weg beschreiten, den man schon vor Jahren eingeschlagen hat. Das weiß auch die SPD. Wenn deren Wählerschaft indess immer noch irgendwo in den 70er Jahren steckengeblieben ist, dann wird die bis in alle Ewigkeit fluchen. Während die anderen Fakten schaffen. MfG: wynkendewild
Das heißt doch in letzter Konsequenz, es gibt keine Alternative zu Entdemokratisierung, Militarisierung der Außen- und Sicherheitspolitik, Ökonomisierung sämtlicher Lebensbereiche und Prekarisierung immer größerer Teile der Bevölkerung. Ist die Demokratie Vergangenheit und sind rechtsautoritäre Regime á la Pinochet die Zukunft? Es geht nicht um "Wohlfühlkuschelreformen" und um die 70er Jahre, sondern um die Grundsubstanz einer Demokratie, die ihren Namen verdient, und um die in 200 Jahren erkämpften Menschen- und Bürgerrechte. Sollte man das alles einfach so hergeben, nur weil andere IHRE Fakten schaffen und geistig in ein dunkles, antidemokratisches Zeitalter zurückwollen??

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Ronns 13.08.2017, 00:35
7.

Entdemokratisierung, Militarisierung, Regime a la Pinochet....! Man fragt sich manchmal wo einige Foristen leben. Deutschland kann es sicher nicht sein. Einfach irre ?

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