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SPIEGEL-Buch "Flucht aus Lager 14": "Du kleines Aas, du hast Mais gestohlen?"
SPIEGEL-Buchverlag/DVA/NKDB

Hungersnot, brutale Lehrer, unmenschliche Regeln - Shin Dong-hyuk wuchs in einem nordkoreanischen Gulag auf. Im SPIEGEL-Buch "Flucht aus Lager 14" schildert der Journalist Blaine Harden das Schicksal des jungen Mannes. Ein Auszug. Auszug aus dem SPIEGEL-Buch "Flucht aus Lager 14" von Blaine Harden - SPIEGEL ONLINE

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TheBeijinger 21.09.2012, 09:25
10. was haben Sie vor?

Zitat von BavarianStallion
Der Umstand, dass ein sechsjähriges Mädchen vom Lehrer getötet wird, weil sie ein paar Maiskörner bei sich hatte, ist für mich völlig unerträglich. Ich werde mich jetzt in diese Richtung engagieren! Macht wer mit?
Nordkorea ist meines Wissens bereits maximal isoliert, was schwebt Ihnen vor?

Dreh- und Angelpunkt ist m.E. China. Wenn Sie beim CheckIn am Flughafen in Beijing sehen, was Nordkoreaner eingekauft haben und mitnehmen, führen die Privilegierten (abgesehen von den Stromausfällen) dessenungeachtet kein allzu entbehrungsreiches Leben.

Jedweder politischer Druck auf die Führung kommt beim Volk nicht an. Das lebt für uns unvorstellbar abgeschottet und kennt nichts außer der Propaganda. Außerhalb von PyöngYang ist man auch eher mit überleben beschäftigt denn an Revolution zu denken, so mein Eindruck.

Wenn Sie etwas machen wollen, unterstützen Sie doch südkoreanische Bemühungen. Bei entsprechendem Wind werden (zumindest wurden) immer mal wieder Ballonladungen über die DMZ geschickt.

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Jens Schuetz 21.09.2012, 09:31
11.

Zitat von Neinsowas
...deshalb wäre es doch ergänzend sehr wichtig zu wissen, wie alt ist Shin heute,
Er wurde 1982 geboren. Steht im Artikel.

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detrius 21.09.2012, 09:44
12.

Zitat von spon-facebook-10000283853
Ich kann jedem nur die Doku von National Geographic über Nord Korea empfehlen In Fünf Teilen auf youtube
Danke für den Link. :)

Schauen sie doch zusätzlich mal den VICE Guide to North Korea und die nachfolgenden Reportagen, North Korea Labor Camps, North Korean Film Madness und Hoping No One Dies at the North Korean Fun Fair.

Darüber hinaus gibt es noch einen Erklärungsversuch des mittlerweile leider verstorbenen Autors Christopher Hitchens: A Nation of Racist Dwarfs.

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moerp 21.09.2012, 09:45
13. Man weiß gar nicht was dazu sagen soll

Ich weiß nicht wie es anderen Leuten geht, wenn man sowas leißt, aber ich war zunächst fassungslos.
Gerade wir, hier in unserer eigentlich so angenehmen westlichen Welt halten es doch für nahezu unmöglich, dass Menschen überhaupt unter solchen Umständen überleben könnten, geschweige denn tatsächlich in diesem Augenblick so leben müssen. Vielleicht zu hundertausenden.
Dann frage ich mich, woher sie diese kranken Irren herbekommen, die Kinder aus einer schlechten Laune heraus tot schlagen, wegen 5 Maiskörnern?
Und dann frage ich mich, ob man gegen solche Regime nicht doch irgend etwas tun könnte? Sind wir im Westen nur so "satt" die Menschenrechtsfrage ernsthaft und mit Nachdruck zu stellen? Ist sie für uns inzwischen nur noch eine Plattitüde, die man als Alibi, um sich selbst zu genügen anspricht und eigentlich in seinem Kern nur froh ist, dass es einem selbst gut geht?
Aber die Frage ist auch hier nicht mit ja oder nein einfach zu beanteworten, fürchte ich. Denn was könnte man tun, um Menschen wie diesen in fremden, weit entfernten Ländern zu helfen? Egal was man täte, es wäre schwer, teuer und vielleicht auch hochriskant.
Aber wenn wir ernst meinten, mit den Menschenrechten, dann würden wir was tun. Doch fürchte ich, dass sich zu viele Menschen einfach in sich selbst zu sehr genügen, um sich darüber überhaupt Gedanken machen zu wollen.

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billger 21.09.2012, 09:48
14. DDR 2.0 - hä?

Zitat von neue_mitte
Das tut weh, so etwas zu lesen. Man kennt im Allgemeinen die Situation in solchen Ländern, aber so speziell ist mir das als verwöhntem Sessel-Mitteleuropäer noch nicht untergekommen. [..] Sind wir heute weit davon entfernt? Nun ja, 23 Jahre Mauerfall sind......
Großer Gott, welcher seltsamen Ideologie sind sie denn aufgesessen?
Nordkorea = DDR 2.0? Geht's noch?
Man sollte schon zum Differenzieren in der Lage sein. Die Vorstellungen über den DDR-Alltag sind offenbar teilweise recht skuril.
Das kann ja in einigen Jahrzehnten noch heiter werden, wenn die Zeitzeugen erstmal weg sind.
Übrigens:

Die Schulen hatten dort Bleistifte und Fensterscheiben und wer ein großes Haus besaß kam NICHT ins Arbeitslager! :-)

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Christ 32 21.09.2012, 09:49
15. schlimmer

Zitat von hubertrudnick1
Ja, so machtlos sind die Menschen in einer Diktatur, die Brutalität bekommen schon die Kinder zu spüren und es ist dabei völlig gleich welcher Art von Diktaturen es sind. Sogenannte Kommunisten benehmen sich nicht anders als die aus anderen Systemen. HR
genaugenommen sind die Kommunisten die schlimmsten, den Kommunismus funktioniert nur mit Terror und Gehirnwäsche.

Mao konnte damit ein zersplittertes China vereinen und über Jahre politisch stabil halten.

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Teile1977 21.09.2012, 09:53
16. Nix zu machen

Zitat von BavarianStallion
Ich werde mich jetzt in diese Richtung engagieren! Macht wer mit?
Wir können nichts tun!! Eine Blockade trifft nur die einfachen Leute, die fetten Oberen haben ihre Schäfchen im trockenem. Nur eine leichte verschärfung des Embargos würde wieder tausende verhungern lassen. Der "Elite" ist das aber herzlich egal. Un militärisches Eingreifen, sozusagen eine Befreihung? Nordkorea hat die größte Armee der Welt unter Waffen (bezüglich der Anzahl der Soldaten), das gäbe ein riesen Massaker und die Leute dort kennen nur die Propaganda und ev. noch die grauen des Koreakrieges. Nee, ich befürchte das Land kann weder von innen noch von Außen befreit werden, nur von oben und da habe ich bei dem aktuellen Kim keine Hoffnung.

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OskarVernon 21.09.2012, 09:53
17. Applaus!!!

Zitat von neue_mitte
Sind wir heute weit davon entfernt? Nun ja, 23 Jahre Mauerfall sind nicht weit weg. Bis vor 23 Jahren gab es so etwas in der Art auch hier. Ist das Potential da? Sicher. Wie jmd. in einem anderen Thread als Arzt einem Patienten eine Woche Dünnpfiff verpassen würde, "nur" weil dieser ein Hakenkreuz-Tattoo hat. Wie hier über .......
Warum, glauben Sie, hält sich die Aufregung über solche Geschichten (es ist ja nicht das erste Mal, dass jemand über die Zustände in nordkoreanischen Lagern berichtet!) in derart engen Grenzen?

Der ganze Laden nennt sich "kommunistisch", ist gut Freund mit Moskau und Peking - aber keineswegs mit Washington; zudem geht's dort allen ungefähr gleich (wenn auch gleich dreckig) - und außerdem eine fast auto- und vollständig "nazi"freie Gesellschaft: Nicht weiter verwunderlich also, dass von den guten Menschen (sonst von geradezu seismographischer Empfindlichkeit, wenn auch nur ein unkorrektes Wort fällt!)) so gar nix dazu zu hören und zu lesen ist ;-)

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whiterussian 21.09.2012, 09:53
18. Locker bleiben

Zitat von neue_mitte
Sind wir heute weit davon entfernt? Nun ja, 23 Jahre Mauerfall sind nicht weit weg. Bis vor 23 Jahren gab es so etwas in der Art auch hier. Ist das Potential da? Sicher.
Ihre Angstattacken in allen Ehren. Aber der Vergleich zwischen Nordkorea und der DDR hinkt einfach. Die DDR war eine Diktatur und ein Unrechtsstaat. Keine Frage. Aber Diktatur ist nicht gleich Diktatur. Oder würden Sie alle "Demokratien" (u.a.: Italien, USA, Deutschland) über einen Kamm scheren? Ich nicht. Gefahren für die Demokratie gibt es. Da haben Sie Recht. Aber eine DDR 2.0 a la Nordkorea passt so einfach nicht. Es gab Menschenrechtsverletzungen in der DDR. Diese sind nicht zu entschuldigen. Durch nichts. Aber es gab keinen Gulag in dieser Form.
Wir sollten uns in erster Linie für eine Ende dieses Schreckenstaates engagieren. Das werfe ich mir vor. Obwohl ich relativ viel darüber weiß, tue ich nichts. Das sollte ich ändern.

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e-ding 21.09.2012, 10:09
19. ...

Zitat von billger
Großer Gott, welcher seltsamen Ideologie sind sie denn aufgesessen? Nordkorea = DDR 2.0? Geht's noch? Man sollte schon zum Differenzieren in der Lage sein. Die Vorstellungen über den DDR-Alltag sind offenbar teilweise recht skuril. Das kann ja in einigen Jahrzehnten noch heiter werden, wenn die Zeitzeugen erstmal weg sind. Übrigens: Die Schulen hatten dort Bleistifte und Fensterscheiben und wer ein großes Haus besaß kam NICHT ins Arbeitslager! :-)
Es ging wohl eher um den systemischen Strukturfunktionalismus, weniger um den realen Lebensstandard. ;)

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