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SPIEGEL-Gespräch: "In dieser Gesellschaft brodelt es"

Der Philosoph Oskar Negt über die Risse in der Sozialordnung, die Notwendigkeit politischer Bildung und die Spannung zwischen Wirklichkeit und Utopie

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Celestine 14.08.2010, 17:08
10. Oberschicht?

Zitat von Sportstudi82
Dass immer mehr junge und motivierte Leute auch aus sozial schwächeren Familien durch eigene Leistung und Ausbildung den Sprung in die Oberschicht (beginnt schon ab 2000 Euro Nettoeinkommen) schaffen, wird in diesem Land nie positiv erwähnt. Das ist doch verdammt nochmal auch etwas Tolles!!!
Soll das eine Satire sein?
Oberschicht ab 2000 Euro? In der Stunde? Ein guter Anwalt berechnet nämlich inzwischen 600 Euro pro Stunde, und zu der eigentlichen Oberschicht der Industriellen, Großkaufleute und Milliardäre gehört auch er nicht.

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stanis laus 14.08.2010, 17:11
11. Nun noch der

"Dieser Sozialismus ist weder entehrt noch überholt, auch keineswegs abgegolten, um mit Ernst Bloch zu sprechen."

Nee, nur mausetot. Nur Rattenfänger versuchen die Maus wieder zu beleben. Negt schwätzt und pfeift. Das, was er heute als Ergebnis seiner intensiver Denkarbeit verkündet, wurde bereits in den Foren vor 7 Jahren diskutiert. Zu der Zeit des Zusammenbruchs der Aktienblase.

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k4l 14.08.2010, 17:13
12. nt

Zitat von matt1981bav
Das Problem ist dass man bald nirgendswo anders mehr hingehen kann, ausser vielleicht Skandinavien, die Schweiz kann auch nicht alle Deutschen aufnehmen die dem gefühlten Sozialismus in der BRD entkommen wollen.
die schweiz fuehlt sich voellig ueberrant von den deutschen; kann ich iwo nachvollziehen.

dieser mann hat viele kernprobleme erkannt; wie krank unsere gesellschaft ist sieht man zb daran, dass ein student schon dazu genoetigt wird einen hohen kredit aufzunehmen um ueberhaupt eine ausbildung zu erreichen. jaja in usa zahlt man auch...wer zahlt dann die rente von morgen?

den kredit darf der dann erst ma abstottern, wenn er arbeitet findet. die politik hat die quartalsdenkweise(in der politik im legislaturrhytmus) vieler vorstaende schon mehr als mancher CEO verinnerlicht.

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semper fi 14.08.2010, 17:13
13. -

Zitat von AlbertWesker
Wieso erwarte ich von Spiegel Online nichts anderes mehr als solch einen Käse...
Das stammt aus der laufenden Printausgabe. Füllt halt ein paar Seiten mitten im Sommerloch.

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herr-paul 14.08.2010, 17:13
14. volle Zustimmung - der Karren wird vor die Wand gefahren

Zitat von sysop
Der Philosoph Oskar Negt über die Risse in der Sozialordnung, die Notwendigkeit politischer Bildung und die Spannung zwischen Wirklichkeit und Utopie
Negt hat wohl meine Gedanken gelesen :-)

Ich sehe das ganz genau so: die Auflösung demokratischer Verhältnisse, letztlich durch diese Teilaspekte gekennzeichnet:

- Eliten: Abkoppelung von der Gesellschaft

- Mittelschicht: hohe Verschuldung und ständige Reduzierung der allgemeinen Daseinsfürsorge zwingen zu Zugeständnissen gegenüber Arbeitgebern, gefangen in einer Abwärtsspirale aus Lohndumping und Sozialleistungsverzicht. Angst, Angst, Angst!

- Unterschicht: Abkoppelung von der Gesellschaft, vollständige Abhängigkeit von staatlicher Alimentierung, stumpfsinniges Verharren am Rande des Existenzminimums

- Staat: Verwaltung anstatt Lenkung

Am schlimmsten empfinde ich das Fehlen einer linken Alternative. Die Partei "die Linke" steckt tief in ihrem sozialfaschistischen Sumpf fest und ist zu keinerlei Entwicklung einer neuen Sozialutopie fähig. Eine neue Linke, die sich auf individuelle Freiheit, Gemeinsinn, Lebensqualität, Menschen- und Bürgerrechte beruft, ist nicht mal ansatzweise zu erkennen.

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libertarian 14.08.2010, 17:14
15. Fragwuerdig

Zitat von sysop
Der Philosoph Oskar Negt über die Risse in der Sozialordnung, die Notwendigkeit politischer Bildung und die Spannung zwischen Wirklichkeit und Utopie
Negt stellt im Ansatz sicher die richtigen Fragen, kommt aber zu den falschen Schluessen. Das sieht man schon an der unkritischen Wortwahl - als ob "Gerechtigkeit" und "Gleichheit" klar definierte oder auch nur erstrebenswerte Ideale in einer freien und demokratischen Gesellschaft sein koennen. Und da liegt das Kernproblem: man muss sich in der Tat fragen, ob die deutsche Gesellschaft unter etwas weniger kuscheligen Vorzeichen eine stabile freie und liberale Demokratie bleibt. Das sollte man nicht als zu selbstverstaendlich nehmen, da es wenig bis keine historische Kontinuitaet in der Frage gibt.

Stattdessen sollte man dagegen andere Traditionen bedenken, die in ausgerechnet in Deutschland ihren Ursprung haben: Sozialismus/Kommunismus/Marxismus, Nationalsozialismus, staatliche Sozialprogramme (KV, RV etc), Psychiatrie, diverse Formen von philosophischen Relativismus, staatliche Zwangsbeschulung, usw. - alles Dinge, die den einzelnen Buerger/Untertanen entmuendigen - im Namen der sog. "Gleichheit" und irgendeiner diffusen "Fuersorge".

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Reformhaus 14.08.2010, 17:17
16.

Zitat von Sportstudi82
Evidenzfreier, linker Philosophen-Mist. Negt ist fernab der Realität. Umverteilung von unten nach oben. Da kann man doch nur lachen....Wenn die deutsche Gesellschaft noch weiter nach links rückt, werden wir motivierten Jung-Akademiker bald alle weg sein. Meint ein Doktorand und früherer, zutiefst enttäuschter SPD-Wähler
Als Sportstudent hat man wohl keine drückenden Existenzsorgen und merkt es auch nicht, dass derlei Künste erhebliche Kosten verursachen, für die werktätige Steuerzahler aufkommen dürfen. Wer ist hier wie weit von der Realität entfernt? Ihr Lachen hingen ist als Empfänger der Umverteilung nachvollziehbar.

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k.h.a. 14.08.2010, 17:17
17. In einem muß man ihm Recht geben:

Bildung - nicht unbedingt politische, die ergibt sich für einen kritischen Geist schließlich von selbst - ist notwendig, um etwa den sonstigen schimmeligen Blödsinn von Großväterchen Negt als das zu verstehen, was es ist: uralte, überholte Phantastereien eines offenbar bildungs- und lernunwilligen, gar -unfähigen, alten Mannes.

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frank_lloyd_right 14.08.2010, 17:24
18. Brodeln tut´s noch nicht -

das passiert esrt, wenn auch das Prekariat
begreift, daß es immer noch gef.... wird wie in alten Zeiten.

Deshalb erzählt ihnen ruhig, daß die Wirtschaft brummt -
dann kriegen sie es nicht so schnell mit.

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Celestine 14.08.2010, 17:25
19. xy

Zitat von matt1981bav
Das Problem ist dass man bald nirgendswo anders mehr hingehen kann, ausser vielleicht Skandinavien, die Schweiz kann auch nicht alle Deutschen aufnehmen die dem gefühlten Sozialismus in der BRD entkommen wollen.
Sie flüchten, weil sie hier in Deutschland, selbt wenn sie einen Job finden, zum Teil die Hälfte verdienen als in anderen Ländern. Und DAS ist garantiert nicht Resultat vom "Sozialismus", ganz im Gegenteil.

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