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S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Der Fall Augstein

Was bringt ein renommiertes Institut wie das Simon-Wiesenthal-Zentrum dazu, einen SPIEGEL-Kolumnisten unter die zehn schlimmsten Antisemiten einzureihen? Soll man das wirklich ernst nehmen? Antisemitismus-Debatte: Der Fall Augstein - SPIEGEL ONLINE

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friedel99 06.01.2013, 12:23
100.

Jeder Mensch hat das recht auf eine Heimat egal wo auf der Welt. Da Existensrecht Israels Zweifelt kein Kritiker der israelischen Politik an. Es geht aber auch um ein Heimatrecht der Palästinenser. Es ist natürlich schwer das unter einen Hut zu bringen, aber es ist möglich, wenn man es will. Ich sehen aber auf beiden Seiten keinen Willen zum friedlichen Miteinander, weder bei den Israelis noch bei den Paläsinensern.

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gog-magog 06.01.2013, 12:23
101. Kritik an Israels Politik ist KEIN Antisemitismus!

Zitat von schon,aber
Eine noble Geste von Jan Fleischhauer und keine wirkliche Überraschung. Dennoch: Der latente Antisemitismus der Linken ist struktureller und damit systemischer Natur. Denn er speist sich aus der Solidaritätsverpflichtung gegenüber den armen Palästinensern, denen die bösen Juden – ja, da fließen Israelis und Juden in ein und dasselbe Konstrukt untrennbar zusammen – das Land, die Souveränität und die Ehre weggenommen haben.
Auch Sie begreifen, wie auch die anderen notorischen Ultrarechten und Linkenhasser eigentlich überhaupt gar nichts: Antisemitismus ist Rassismus und viele Palästinenser sind übrigens ethnisch Semiten. Die Linken kritisieren den israelischen Genozid an den Palästinensern zu recht und rechtfertigen damit keineswegs den palästinensischen Terror im Nahen Osten. Da ist keiner besser als der Andere, aber das ändern nichts am Existenzrecht von Israel UND Palästina. Die Linken kritisieren, dass dort NIEMAND an friedlicher Koexistenz interessiert ist. Wer daraus Antisemitismus und Judenhass konstruieren will, ist nichts anderes, als ein Nazi. Dabei bleibe ich genauso wie der Rabbi Augstein als Antisemiten hinstellen will.

Zitat von schon,aber
Dieses Missverständnis lässt allerdings (und bewusst) außer Acht, dass die arabischen Nachbarn Israels mind. viermal versucht haben sie ins Meer zu schmeißen und viermal grandios gescheitert sind. Das zählt bei den Linken aber alles nicht, für sie und auch Augstein wird immer das Recht auf Seiten der Unterdrückten sein, auch wenn diese die Kriegstreiber waren.
Die Unterdrückten sind die Opfer und nicht die Täter.

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wahlossi_80 06.01.2013, 12:23
102.

Zitat von sysop
Was bringt ein renommiertes Institut wie das Simon-Wiesenthal-Zentrum dazu, einen SPIEGEL-Kolumnisten unter die zehn schlimmsten Antisemiten einzureihen? Soll man das wirklich ernst nehmen?
Mit dem Wort "Antisemitismus" wird dermaßen fahrlässig umgegangen, wie der Fall Augstein zeigt, dass es bald inhaltlich völlig entleert sein wird. Auch das Simon-Wiesental-Institut trägt massiv dazu bei, indem die rechtsradikale und Menschenrechte und Völkerrecht mißachtende israelische Regierung beihnahe mit dem Judentum gleichgesetzt wird. Das ist absurd. So wie der Begriff "Antisemitismus" inzwischen verwendet wird, wären wir alle Antisemiten.

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m.breitkopf 06.01.2013, 12:24
103. Verrannt

Zitat von sysop
...Höges beschreibt im neuen SPIEGEL die sich über mehrere Tage hinziehenden Verhandlungen. Zunächst müsse eine öffentliche Entschuldigung her, verlangte Cooper, ein Schuldeingeständnis des von ihm Gelisteten. Dann bestand er auf getrennten Orten: Er wolle auf keinen Fall Augstein die Hand geben oder auch nur eine Sekunde mit ihm in einem Zimmer verbringen...[/url]
Filmreif! Aber dieses Drehbuch würde keiner glauben und Louis de Funes als Rabbi Cooper steht auch nicht mehr zur Verfügung.
Henryk M. Broder hat sich mit seinem "Support" keinen Gefallen getan. War schon sein Einfall Grass mit Kannibalen zu vergleichen ziemlich tumb, bleibt nun von seiner Glaubwürdigkeit nicht mehr viel übrig. Die "Loyalität" der "Welt" würde ich als doch recht kindliche Trotzreaktion einschätzen.

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hdwinkel 06.01.2013, 12:24
104.

Zitat von no-panic
...Augstein ein Antisemit? Ein Israelkritiker ist er, ganz sicher und mit Recht. Ist man dann gleich Antisemit?
Herr Broder als eigentlicher Auslöser der Diskussion hat die These aufgestellt: „Es gibt keinen Antizionismus, der seinen Ursprung nicht im Antisemitismus hätte.“
Mit dieser Aussage behauptet er zweierlei:

1) Ein jüdischer Staat, im Sinne eines Staates der Juden sei etwas selbstverständliches, etwas natürliches, zumindest etwas, das keiner Diskussion bedarf.
2) Kritiker dieser Annahme seien antisemitisch, also judenfeindlich.

Zu 1) wäre zu sagen, daß es ein Selbstbestimmungsrecht der Völker generell gibt, also das Recht eines Vokles auf einen eigenen Staat. Dies gilt selbstverständlich auch für den Staat Israel, der sich als Staat der Juden begreift. Dieses Recht gilt für alle Völker - auch für die Palästinenser. Und hier liegt das Dilemma. Ein Kriterium eines Staates ist ein eigenes Territorium und im Falle Israels beanspruchen beide Völker dasselbe.
Augstein stellt nicht das Recht Israels infrage, nicht einmal die Selbstdefinition als jüdischer Staat. Er weist aber auf das kollidierende Staatenproblem und die recht einseitige Konfliktlösung Israels hin. Diese Kritik von Augstein ist m.M. nach legitim.

Zu 2) Augstein ist kein Antizionist (siehe 1), aber auch die These an sich ist m.M. nach falsch, daß der Ursprung eines Antizionismus zwingend Antisemitismus sein müsse. Wer das Selbstbestimmungsrecht an sich ablehnt, ist damit zwangsläufig Antizionist, aber keineswegs antisemitisch, jedenfalls nicht mehr als antikurdisch, antipalästinensisch oder welches Volk auch immer.
Und Gründe für eine Ablehnung gäbe es reichlich, grade in solchen Situationen wo territoriale Konflikte bestehen. In solchen Fällen würde ich eine neutrale Staatendefinition vorziehen, der sich mit allen beteiligten Völkern arrangiert.
Es sollte daran erinnert werden, daß Israel selbst eine Zwei-Staaten-Lösung bisher praktisch ablehnt.

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Ottokar 06.01.2013, 12:25
105. Wann ist es endlich soweit

das wir und aufraffen dem Wiesenhofverein und den Graumännern kein Forum mehr zu geben?
Einfach ignorieren. OK unsere Grossväter und Väter haben das verbrochen und wir haben dafür bezahlt und unsere Generation zahlt heute noch.
Nur soviel, ich arbeite als Deutscher auch in Israel und mir wurde noch nie vorgeworfen ein Antisemit zu sein.

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Sequester 06.01.2013, 12:25
106. ...so schallt es zurück.

Eins vorweg: ich bekomme in der Regel üblen Ausschlag wenn ich die Kolumnen Augsteins lese weil sie komplett meinem Weltbild entgegen stehen. Seine Aussagen in Bezug auf Juden/Israel empfinde ich als grenzwertigz, rechtfertigt aber imho nicht die Aufnahme in diverse Top Ten Listen.

Abgesehen davon ist es für Spiegel Redakteure aber mal eine interessante Erfahrung wenn man selbst davon betroffen ist wenn andere - berechtigt oder nicht - zum Hallali blasen. Insofern steigert diese ganze Diskussion den Unterhaltungswert ungemein und ich kann mir etwas klammheimliche Freude nicht verkneifen.

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joG 06.01.2013, 12:26
107. Natürlich fühlen sich die meisten Deutschen nicht...

....antisemitisch, rassistisch und ausländerfeindlich. Man wird aber doch sagen dürfen....
Und mit der massierten öffentlichen Stellungnahme bezieht man dann Position in eine für die Betroffenen existentiellen, in vielen Fällen unmittelbar Existenz bedrohenden Sache, ohne selbst Haut im Spiel zu haben und schlägt Pfosten neu in den politischen Boden. Bezieht Positionen, die die Betroffenen nur interpretieren können als feindlich.
Wer die Existenz Anderer gefährdet und sei es lediglich aus Selbstgerechtigkeit, der macht sich zum Todfeind. Das ist so und wenn er es Tausende Male abstreitet.

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Peter-Lublewski 06.01.2013, 12:27
108. Gar net ignorieren

Sehr geehrter Herr Augstein,

wenn Sie wegen kritischer Worte gegenüber Israel als "Antisemit" beschimpft werden, sollten Sie diesen Anfeindungen nicht nur wenig, sondern überhaupt keine Beachtung schenken.

Um mit Karl Kraus zu sprechen:

Gar net ignorieren.

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zitzschenkind 06.01.2013, 12:28
109.

Herr Augstein hat in allen Punkten recht,weiter so,
lassen Sie sicht nicht verbiegen!!

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