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S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Der Fall Augstein

Was bringt ein renommiertes Institut wie das Simon-Wiesenthal-Zentrum dazu, einen SPIEGEL-Kolumnisten unter die zehn schlimmsten Antisemiten einzureihen? Soll man das wirklich ernst nehmen? Antisemitismus-Debatte: Der Fall Augstein - SPIEGEL ONLINE

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yournightmare 06.01.2013, 12:34
120.

ich finde, die Begründungen dieses Instituts waren ziemlich einleuchtend. Manche verstecken sich hinter angebliche Kritik, aber wenn hier Doppelmoral im Spiel ist. Dann hat das mit Kritik nichts mehr zu tun.

Und irgendwelche Ultraorthodoxe mit Islamisten zu vergleichen. Das ist Antisemitismus in seiner reinsten Form. Oder muss ich jetzt Angst haben, dass ultraorthodoxe Juden irgendwelche Spinner rekrutieren, welche die nächste Bombe am Bonner Bahnhof legen? Wie oft ist sowas passiert?


Ultraorthodoxe kämpfen nur für Ihr Land. Ich weiß jetzt nicht wem Westjordanland gehört und gehören soll. Es ist auch nicht unser Recht darüber zu urteilen. Nur bei Ultraorthodoxen sieht man direkt wofür die kämpfen. Und die kämpfen mit fairen Mitteln. Das kann man über Islamisten nicht sagen. Wofür die kämpfen, habe ich bis heute nicht verstanden. Ich weiß nämlich nicht, wofür man WTC gesprengt hat, Afghanistan eingenommen hat, dort alle Heiligtümer zerstört hat, wozu man Grundschulen in Beslan sprengt, wieso man Metros in Moskau sprengt. Was ist das Ziel? Wissen die Islamisten das selber? Und gibt es nicht fairere Mittel? Selbst Hitler hatte fairer gekämpft. Wie viele Grundschulen hat er mit Absicht gesprengt, wo noch Tausende Kinder drin waren?


Und wenn jemand diese Gruppe mit Ultraorthodoxen vergleicht. Dann wird er zurecht als Antisemit bezeichnet. Ihn in die Liste der 10 schlimmsten Antisemiten einzureihen war vielleicht übertrieben. Aber vielleicht musste das mal sein. Deutsche Journalisten ist eben ein ziemlich arrogantes Volk. Sieht man auch jetzt. Fähig Kritik nach links oder rechts verteilen, dazu meistens unberechtigte Kritik, unfähig die selber zu bekommen. Da muss man etwas lauter sein, damit da was ankommt.

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chico 76 06.01.2013, 12:34
121. Sie meinen

Zitat von Annabelle1811
Klar, heute ist man schon ein Antisemit, wenn man Michel Friedmann und seine arrogante Art nicht leiden kann......
sicherlich M.Friedman, den investigativen Journalisten.
Da unterschlagen Sie aber dessen Verdienste bei der Integration.

Er war es doch, der sich, unter heftigstem Schneegestöber, auf diesen Mädels für deren Eingliederung stark machte.
J.Augstein vertritt eine zu einseitige Palästinenserunterstützung, die von vielen Israelis als antisemitisch begriffen wird.
Als deutscher Journalist muss man sich dessen bewusst sein.
Mehr Objektivität stände ihm gut zu Gesicht.
Wer beginnt denn immer den Beschuss des Nachbarn und fordert Gegenschläge geradezu heraus, von einem Staat, der von Feinden umzingelt ist ?

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mixolydisch 06.01.2013, 12:35
122.

Zitat von ewspapst
Es traut sich doch kaum noch ein Bürger der BRD, mit klaren Worten Positition gegen die Handlungen des Staates Israel zu beziehen, nicht jedoch damit gegen die Juden zu agieren. Von den Politikern können wir kaum Hilfe erwarten, denn auch die werden mit der gleichen Keule mundtot gemacht. Wir sollten endlich unser Rückgrat wiederfinden und uns nicht vor solchen Keulen duken und diese als das sehen was sie eigentlich sind: Ein Mittel um die eigenen Interessen durch zu boxen.
Na ja, so schlimm ist es nun doch nicht. Ich z.B., hatte noch nie Hemmungen, Israel laut und deutlich zu kritisieren. Daran wird mich auch niemand hindern! Aber diese Kritik gibt es auch in Israel selbst. Natürlich darf Israel den Extremisten nicht nachgeben, aber die Gemäßigten sollte man auch nicht verärgern oder zurückweisen.

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mentaltrain 06.01.2013, 12:35
123. es geht nicht nur um augstein

als deutscher hat man natürlich bei bestimmten themen keinen freifahrtschein auf überzogene kritik, nicht einmal auf unwissen.

doch wenn man die in rede stehenden vorwürfe analysiert, kommt man zu dem ergebnis, dass die texte augsteins vielleicht polemisch, aber nicht pauschalisierend gegen menschen jüdischen glaubens oder gegen sprecher semitischer sprachen gerichtet sind. auch nicht pauschal gegen den staat israel oder gegen die bürger dieses staates. es geht - ob in der sache immer ganz berechtigt oder nicht - lediglich gegen die besatzungspolitik und bestimmte politische entwicklungen in israel wie auch in den usa. daran ist nichts "anitsemitisch" oder "antisemitistisch". im gegenteil, die kritik augsteins richtet sich differenziert gegen politische unklugheit und den starrsinn einzelner akteure.

aber geht es bei den vorwürfen gegen augstein vielleicht um einiges mehr? soll kritischer journalismus mit hilfe eines exempels handzahm gemacht werden? dieses eindruckes kann ich mich nicht erwehren.

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NewHuman 06.01.2013, 12:36
124. Abschussliste

Zitat von Gort
Das Wiesenthal-Zentrum hat mitnichten Jakob Augstein "unter die zehn schlimmsten Antisemiten" eingereiht. Vielmehr wurde eine seiner Äußerungen als eine der zehn schlimmsten antisemitischen Äußerungen des Jahres 2012 befunden. Ein kleiner, aber erheblicher und von den Augstein-Apologeten gemeinhin und geflissentlich übersehener Unterschied...
Sie wissen selber, dass Sie Unsinn von sich geben.

Hören wir doch Efraim Zuroff, den Direktor des Simon Wiesenthal Centers am 03.01.13 in der "Jüdischen Allgemeine".

Auf die Frage des Interviewers, zur Idee, eine Top-Ten-Liste der schlimmsten Antisemiten und Israel-Verleumder zu veröffentlichen, antwortet er:

"....Wir möchten damit den Fokus auf die schlimmsten Antisemiten des zu Ende gegangenen Jahres richten und vor ihnen warnen. Jene, die sich so schändlich über Juden und Israel äußern, sollen merken, dass dies nicht unbemerkt bleibt. Wer ein Judenhasser ist, soll der Öffentlichkeit auch als solcher bekannt sein."

Es ist eine Ächtungsliste, die die öffentliche Meinung gezielt gegen diese Personen aufbringen soll. Eine Liste, die Personen zum moralischen Abschuss freigibt. Und davon machen ja auch einige fröhlich Gebrauch.

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hans_53 06.01.2013, 12:36
125. Was Religion anrichtet...

Wir sind zu tolerant gegenüber religiösen Menschen.
Religion ist Quatsch. Religionsfreiheit

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Revarell 06.01.2013, 12:37
126. Richtig!

Zitat von zeitmax
was wir uns von diesen Berufsverfolgten schon jahrzehntelang gefallen lassen müssen. Was Israel in den besetzten Gebieten mit den Menschen anrichtet, braucht den Vergleich mit der Naziherrschaft nicht zuscheuen!
Die Formulierung von Arafat " wir sind die Juden der Juden" ist zutreffend, wenn man sich die Palästinenserpolitik der letzten 40 Jahre mal anschaut, und Augstein als Antisemiten zu bezeichnen ist schlicht grotesk.

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angestellter159 06.01.2013, 12:38
127. Antisemitismus und Links

Natürlich ist die Liste totaler Nonsens. Schöner Artikel.
Allerdings scheint es, wenns denn mal konkret wird, wieder alles viel komplizierter, siehe Spiegel 1/31.12.13, "Ein Mann, drei Leben", S. 34. Der vorletzte Abschnitt auf S. 37 ("Nur wenigen hatte er...") hat mich dann doch erschüttert. Ob die vermeintlichen Freunde auch alle links waren ? Der Artikel legt es jedenfalls nahe. Und was sieht man wieder: Alles nicht so einfach mit unserer Linken..

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gog-magog 06.01.2013, 12:38
128. Die harte Wahrheit

Zitat von hdwinkel
Herr Broder als eigentlicher Auslöser der Diskussion hat die These aufgestellt: Mit dieser Aussage behauptet er zweierlei: 1) Ein jüdischer Staat, im Sinne eines Staates der Juden sei etwas selbstverständliches, etwas natürliches, zumindest etwas, das keiner Diskussion bedarf. 2) Kritiker dieser Annahme seien antisemitisch, also judenfeindlich.
Auf Broder könnte jeder antworten: Wer ethnische oder religiöse Staaten gründet, ist ein Rassist und Nazi. Zionismus ist also nichts anderes als israelischer Rassismus und Nationalismus. Wer hätte da noch ein Gegenargument?

Broder weist sich damit eindeutig als Antidemokrat aus, denn in einer Demokratie können alle Menschen in EINEM Staat zusammenleben, ohne Ansehen von Rasse, Religion und Ethnie. In Deutschland schaffen das sogar Bayern, Friesen, Dänen und Sorben, ja sogar Kölner und Düsseldorfer leben in einem einzigen Bundesland. Nur in Israel soll die Religion ausschlaggebend sein?

In solch einem Land leben dann nur Nazis.

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ichliebeeuchdochalle 06.01.2013, 12:39
129. Fragen

Frage 1: Warum hat SpOn bisher in den Artikeln zu diesem Thema kein Forum freigeschaltet? Ist das nicht feige, wenn man wie letzte Woche geschehen, in einem Artikel einen Link zur FAZ setzt, nach dem Motto "Sollen die sich doch mit den Foristen rumärgern".

Frage 2: Wird es nicht Zeit für ein von der UNO verwaltetes Amt "Deutungshoheit wer als ANTISEMIT bezeichnet werden darf"?

Frage 3: Ist ernsthaft jemand der Meinung, Jakob Augstein ließe sich von der Kampagne einschüchtern? Lächerlich.

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