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S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Der Fall Augstein

Was bringt ein renommiertes Institut wie das Simon-Wiesenthal-Zentrum dazu, einen SPIEGEL-Kolumnisten unter die zehn schlimmsten Antisemiten einzureihen? Soll man das wirklich ernst nehmen? Antisemitismus-Debatte: Der Fall Augstein - SPIEGEL ONLINE

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senfdazu 06.01.2013, 12:43
140. Wenn ich so die Sonderrechte...

Zitat von Olaf
Augstein ist kein Antisemit. Er hat nur das für deutsche linke typische, gestörte Verhältnis zur Demokratie. Er glaubt im Grunde an die Segnungen einer gütigen Diktatur, daher legt er alle Handlungen demokratischer Regierungen unter das Mikroskop seiner Kritik und blendet Menschenrechtsverletzungen von Diktaturen, die als irgendwie links gelten, völlig aus. Israel ist nunmal die einzige, funktionierende Demokratie im Nahen Osten, wäre sie eine linke Diktatur, würde auch Herr Augstein wohlwollender auf sie herabsehen.
...Orthodoxen sehe, ist es mit der Demokratie nicht weit her....

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executing 06.01.2013, 12:45
141.

Zitat von sysop
Was bringt ein renommiertes Institut wie das Simon-Wiesenthal-Zentrum dazu, einen SPIEGEL-Kolumnisten unter die zehn schlimmsten Antisemiten einzureihen? Soll man das wirklich ernst nehmen?
Wenn schon Antisemit, dann bitte politisch korrekt: "Salon-Antisemit". Herr Fleischhauer würde einen Antisemiten auch mit Brillengläsern so dick wie Glasbausteine nicht erkennen, und wenn in diesem Zusammenhang auch noch der Name "Henryk M. Broder" fällt, dann hat man gleich drei zusammen, die in einen Sack gehören.

Der beste Witz in Fleischhauers Kolumne war natürlich der, den Spiegel mit einer "freien Presse" zu verwechseln.

Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" hat in 2009 eine Studie veröffentlicht, in der sie die Länder nach der Pressfreiheit beurteilt. In dieser Liste stehen an erster Stelle mit der freiesten Presse Island, Luxemburg und Norwegen. Die Schweiz steht an 7. Stelle, Österreich auf Platz 14 und Deutschland auf dem 20. Rang. Die USA werden mit dem 36. Platz beurteilt und Italien liegt ziemlich schlecht auf dem 44. Rang, gefolgt von Israel an 46. Stelle.

Die Freiheit der Presse im Westen, wobei die viel besser ist als anderswo, ist letztlich die Freiheit von 200 reichen Leuten ihre Meinung zu veröffentlichen - Peter Scholl-Latour

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whis42per 06.01.2013, 12:45
142. Sehe ich anders

Zitat von yournightmare
i Und wenn jemand diese Gruppe mit Ultraorthodoxen vergleicht. Dann wird er zurecht als Antisemit bezeichnet. Ihn in die Liste der 10 schlimmsten Antisemiten einzureihen war vielleicht übertrieben. Aber vielleicht musste das mal sein. Deutsche Journalisten ist eben ein ziemlich arrogantes Volk. Sieht man auch jetzt. Fähig Kritik nach links oder rechts verteilen, dazu meistens unberechtigte Kritik, unfähig die selber zu bekommen. Da muss man etwas lauter sein, damit da was ankommt.

Ehrlich gesagt, kann ich wirklich kKEINEN fundamentalen Unterschied zwischen den diversen religiösen Fundamentalisten erkennen!
Seien sie Christen, Juden oder Moslems.

Weshalb man auch mitnichten jemand, der ultraorthodoxe Juden mit Islamisten vergleicht, sofort einen Antisemiten schimpfen kann.

Religiöser Fundamentalismus gleicht sich in allen Religionen bis aufs Haar, von der Verbohrtheit, der Diskursunfähigkeit, der Gewaltbereitschaft bis zum missionarischen Wahn.

Und aus der Verquickung solch pseudoreligiöser Verblendung mit politischen Machtinteressen entsteht immer und überall das Gleiche.

Nur wie sich die Gewalt dann äußert, das variiert

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spatenheimer 06.01.2013, 12:46
143.

Faszinierend, was für eine moralische Überlegenheit wir Deutschen haben, nur weil unsere Vorfahren sechs Millionen Juden umgebracht haben.

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retnueg 06.01.2013, 12:47
144. cui bono

diese Politik des Wiesenthal-Zentrums und anderer Keulenschwinger ist paranoid. Hat sie aber auch konkrete politische Bedeutung? Ist es Deutschlands Stimme in der EU derern Veto in Fragen der wirtschaftlichen Sanktionen gegen Israelische Besatzungspolitik so gesichert werden soll? Oder sind es die kleinen Rüstungsgeschenke auf die man nicht verzichten möchte? Ob jemand all diese Vorgänge in den letzten Jahren - sagen wir seit Gründung der EU - mal systematisch auflisten und untersuchen könnte?

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dilinger 06.01.2013, 12:47
145.

Zitat von losai
Schade, dass die Nazijäger nach jahrzehntelanger wichtiger Arbeit so auf Ramschniveau gekommen sind. Die alten Nazis scheinen wohl nun langsam auszusterben. Da braucht es neue Feinde um sich weiterhin eine Aufgabe zu erhalten. Gegen wenig bekannte Neonazis vorgehen? Viel zu mühsam und wenig effektiv was die öffentliche Aufmerksamkeit betrifft...
Wenig bekannte Neonazis sind ja auch nicht so gefährlich.

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WolfHai 06.01.2013, 12:47
146. Kulturelle Differenzen USA-Deutschland

Zitat von sysop
Soll man das [Simon-Wiesenthal-Zentrum] wirklich ernst nehmen?
Ich stimme Autor Fleischhauer voll zu. Ein weiterer Faktor kommt hinzu: Das Simon-Wiesenthal-Center äußert sich für den US-amerikanischen Markt und seine dortigen Unterstützer. In den USA ist der Antisemitismusvorwurf nicht schön, aber der Betroffene kann schon damit leben; in Deutschland hingegen ist er eine der tiefsten Ehrabschneidungen, die man sich vorstellen kann, und löst nationale Debatten aus.

Die Simon-Wiesenthal-Leute wissen wahrscheinlich kaum, was sie in Deutschland anrichten, auch nicht, wieviel Antisemitismus sie hier erzeugen. Wir hatten schon früher ähnliche Probleme, wenn US-Talmud-Schulen in Deutschland eingefallen sind, um mit einer PR-Aktion ihre US-Sponsoren zu beeindrucken, ohne dass sie oder die Sponsoren viel Ahnung von Deutschland gehabt hätten. US-Amerikaner machen so etwas gelegentlich, auch aus uninformiertem, selbstgerechtem Idealismus.

Fazit: Nein, man sollte so etwas nicht wirklich ernst nehmen. Die Simon-Wiesenthal-Leute handeln aus Motiven heraus, die mit Deutschland, wie es heute ist, nichts zu tun haben.

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bjoernas 06.01.2013, 12:47
147.

Zitat von ichliebeeuchdochalle
Warum hat SpOn bisher in den Artikeln zu diesem Thema kein Forum freigeschaltet? Ist das nicht feige, wenn man wie letzte Woche geschehen, in einem Artikel einen Link zur FAZ setzt, nach dem Motto "Sollen die sich doch mit den Foristen rumärgern". Wird es nicht Zeit für ein von der UNO verwaltetes Amt "Deutungshoheit wer als ANTISEMIT bezeichnet werden darf"? Ist ernsthaft jemand der Meinung, Jakob Augstein ließe sich von der Kampagne einschüchtern? Lächerlich.
Diese Deutungshoheit beansprucht doch schon fast jeder Zweite hier für sich.

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yournightmare 06.01.2013, 12:48
148.

In bin in der UdSSR geboren, habe aber nur deutsche Vorfahren. Und selbst mein Deutscher Opa hat mir schon vor 20 Jahren gesagt, dass Nazismus bei Deutschen irgendwo einfach im Blut liegt und er niemals wirklich verschwinden wird.

Und ich muss sagen, er hat irgendwo Recht. Keine 60 Jahre sind seit dem Holocaust vergangen, schon wird hier alles versucht Antisemitismus wieder salonfähig zu machen und alle warnende Stimmen als Spinner abzutun.

Wobei das schon länger geht. Erst hat man mit Antizionismus eine Hintertür entdeckt, wie man Antisemitismus hoffähig machen kann. Jetzt wo es langsam auffällt, dass Antisemitismus und Antizionismus dasselbe ist. Versucht man schon vorsichtshalber Antisemitismus wieder zu enttabusieren. Für den Fall, dass Antizionismus irgendwas nicht als Heldentat angesehen wird.

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zoon politicon 06.01.2013, 12:49
149. Ich gebe es zu,

mir sind die Haredim und die Leiute der Hisbollah bzw. den Muslimbrüdern gleich in ihrer Ablehnung zum säkularen Staat der Moderne. Beide wünschen, dass ihr jeweiliger Aberglaube das Staatswesen und das Leben der Menschen bestimmt. Beide berufen sich auf das Alte Testament. Beide beanspruchen dasselbe Stück Land und sind bereit dafür zu töten. Beide haben alttestamentarische Bekleidungsvorschriften, lehnen die gleichberechtigung von Frauen ab und schnippeln unter religiös-identitären Vorwänden an kleinen Jungen herum. Beide haben weitgehend identische Ernährungs-Tabus. Beide müssen sich vor der Postmoderne fürchten weil sie mit ihren von dieser delegitimiert werden und in ihre jeweiligen Höllen geschickt werden. In Ägypten kriegen die Religionsreaktionäre Gegenwind von der säkularen Mittelschicht und in Israel lässt sich der säkulare Teil der Bevölkerung die wehrpolitischen Priviliegien für die Hassedim nicht mehr bieten.

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