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S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Der Fall Augstein

Was bringt ein renommiertes Institut wie das Simon-Wiesenthal-Zentrum dazu, einen SPIEGEL-Kolumnisten unter die zehn schlimmsten Antisemiten einzureihen? Soll man das wirklich ernst nehmen? Antisemitismus-Debatte: Der Fall Augstein - SPIEGEL ONLINE

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gdi 06.01.2013, 11:50
20. Deutungshoheit

Da haben wohl alle Kontrahenten ihre persönliche Definition von Antisemitismus im Kopf und damit jeweils alleinige Deutungshoheit. Wie wäre es, sich auf ethnische Diskriminierung im Sinn von Meenschenrechts-verletzungen zurückzuziehen und damit auch wieder ein gleiches Recht auf freie Meinungsäußerung herzustellen.

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zefir62 06.01.2013, 11:51
21. In der Sache macht es keinen Unterschied

Zitat von Gort
Das Wiesenthal-Zentrum hat mitnichten Jakob Augstein "unter die zehn schlimmsten Antisemiten" eingereiht. Vielmehr wurde eine seiner Äußerungen als eine der zehn schlimmsten antisemitischen Äußerungen des Jahres 2012 befunden. Ein kleiner, aber erheblicher und von den Augstein-Apologeten gemeinhin und geflissentlich übersehener Unterschied...
Sie hätten recht, wenn das menschliche Hirn dual arbeiten würde. Tut es aber nicht. Die Kunst der üblen Nachrede besteht in der konotativen Anspielung - und nicht darin, durch Grammatik zu trennen. Das wird wohl auch an entscheidender Stelle bekannt gewesen sein: "... der deutschen Sprache mächtig" - wie fänden Sie das?

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ewspapst 06.01.2013, 11:51
22.

Zitat von sysop
Was bringt ein renommiertes Institut wie das Simon-Wiesenthal-Zentrum dazu, einen SPIEGEL-Kolumnisten unter die zehn schlimmsten Antisemiten einzureihen? Soll man das wirklich ernst nehmen?


Ich denke mal, man muss das wirklich ernst nehmen.
Wie sonst sollte diese unsägliche Antisemitismuskeule denn sonst noch auf die Deutschen ihre Wirkung ausüben.
Seit Jahr und Tag wird sie benutzt, um jedes Unrecht des israelischen Staates sofort abzuwürgen und auch jede dazu geäusserte Meinung sofort in diese Klassifizierung zu schieben.
Es traut sich doch kaum noch ein Bürger der BRD, mit klaren Worten Positition gegen die Handlungen des Staates Israel zu beziehen, nicht jedoch damit gegen die Juden zu agieren.
Von den Politikern können wir kaum Hilfe erwarten, denn auch die werden mit der gleichen Keule mundtot gemacht.
Wir sollten endlich unser Rückgrat wiederfinden und uns nicht vor solchen Keulen duken und diese als das sehen was sie eigentlich sind: Ein Mittel um die eigenen Interessen durch zu boxen.

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dirsch 06.01.2013, 11:51
23.

in dieser ach so (politisch) korrekten Welt heutzutage ist man eben Rassist oderr Antisemit, wenn man schon die nationale Zugehörigkeit erwähnt. Es ist kein Problem zu sagen: der Deutsch hat geklaut. Ersetzt man die Nationalität Deutsch durch eine beliebig andere ist schon die Hölle los - egal, wie der Sachverhalt tatsächlich ist.
Ganz schlimm ist es wahrscheinlich, auch nur ein wenig Verständnis für Palästinenser zu zeigen da man damit indirekt ja Israel kritisiert... und das geht gar nicht...
Es kann halt nicht sein, was nicht sein darf...

Und zur Klarstellung (so einen Disclaimer muß man ja heutzutage immer bringen:
Mit ist völlig egal, ob da ein Deutscher, Pole, Israeli, Türke, Marsianer oder Vulkanier Mist gebaut hat - ein Verbrechen ist eben ein Verbrechen, egal wo der Täter her kam

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friedel99 06.01.2013, 11:52
24.

Bin ich ein Antisemit, wenn ich die israelische Politik gegenüber den Palästinensern für rassistisch halte? Bin ich ein Antisemit, wenn ich annehme, dass Teile der Israelis unter Verfolgungswahn leiden?
Um eines mal klar zustellen, für mich und wahrscheinlich für die allermeisten Deutschen besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen Juden und Israelis. Die einen sind Mitmenschen jüdischen Glaubens, es gibt sympathische und unsympathische, genau wie bei den Christen, Muslimen, Buddisten oder welcher Religion auch immer. Kritik an der menschenverachtenden Politik Israels gegenüber den Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden ist berechtigt und keine Antisemitismus.Das im Namen unserer Großeltern Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland ermordet wurden ist schrecklich und nicht zu Verzeihen, aber das hat nichts mit der heutigen israelischen Politik zu tun. Ein Verbrechen rechtfertigt niemals ein anderes.
Also noch einmal die Frage: Bin ich ein Antisemit?

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affenkopp 06.01.2013, 11:53
25.

Leider ist dad Wiesental Institut zu einem reinen Propagandaunternehemen der israelischen Rechten verkommen. Somit sollte man Cooper und seine religiösen Fanatiker nicht mehr beachten.

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atzigen 06.01.2013, 11:53
26.

Die gepflogenheit des Spiegel,Meinungskontrahenten in einem neutralen Umfeld zu einer offenen Aussprache zusammenzubringen,kannman nur als vorbildlich bezeichnen.Jene die sich dem stellen beweisen guten Willen und vor allem Lern und Entwicklungsbereitschaft. Ansonsten:Zunehmend ist eine beängstigende Entwicklung zu beobachten.Geschichte wird zunehmend zur durchsetzung aktueller Ziele Missbraucht.Aus der Geschichte sollte man grundsätzlich Lernen.Wer aus der Geschichte nicht lernt,nicht lernen will,der produziert neues Unheil und Elend.

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rotertraktor 06.01.2013, 11:54
27. Eigentor

Es ist ja ein alter Hut, dass die Wiesenthäler jegliche Kritik an der israelischen Politik als antisemitistisch brandmarken, aber mit dieser Art von "Kampf" gegen den Antisemitismus sind sie auf dem besten Wege, auch bei den Wohlwollendsten die letzten Sympathien zu verspielen und damit letztlich genau das zu fördern, was sie doch eigentlich bekämpfen wollen.

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tom.bola 06.01.2013, 11:54
28.

Wow, wenn sogar Fleischhauer das erkennt und zugibt...

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no-panic 06.01.2013, 11:54
29.

Zitat von sysop
Was bringt ein renommiertes Institut wie das Simon-Wiesenthal-Zentrum dazu, einen SPIEGEL-Kolumnisten unter die zehn schlimmsten Antisemiten einzureihen? Soll man das wirklich ernst nehmen?
Danke, Herr Fleischhauer.
Beinahe unaufgeregt, so wie die Feuerwehr, die angesaust kommt, wenn es brennt und mit geschäftiger Gelassenheit die Schläuche ausrollt, weil eben nur die Routine Sicherheit birgt. Die Bewohner des Hauses stehen fassungslos daneben und schreien "Schneller, Schneller", fürchten sie doch um ihr Hab und Gut. Allein, die Feuerwehr bleibt gelassen, ruhig, routiniert und hat die Lage unter Kontrolle. Souverän, das Angriffsziel fest im Auge und mit sicheren Schritten voran.
Bravo.
Schade nur, daß der Feuerwehrhauptmann am Ende doch noch über ein paar Schläuche stolpert und den Gesamteindruck "verwässert".
Der Einsatz war erfolgreich, das Malheur ändert nichts daran, aber es gibt Abzüge in der B-Note, die Umstehenden mögen glauben, die Souveränität sei nur gespielt gewesen, wahrhaftig war der Löschtrupp nicht so sicher, das Löschergebnis nur ein Zufall.......

Ich denke, Herr Fleischhauer, da ist der Elan mit Ihnen durchgegangen, den Stolperer kreide ich nicht an, ich bemerke ihn nur.

Augstein ein Antisemit? Ein Israelkritiker ist er, ganz sicher und mit Recht.
Ist man dann gleich Antisemit?

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