Forum: Blogs
S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Ich. Entschuldige. Mich

Die Verbindung von Brüderle-Affäre und Frauenquote zeigt, wohin die Sexismus-Debatte eigentlich zielt: auf die Eroberung von Machtpositionen über die moralische Abwertung des Gegners. Jan Fleischhauer über Rainer Brüderle und die Sexismus-Debatte - SPIEGEL ONLINE

Seite 11 von 29
juliuss 31.01.2013, 17:20
100. Keine Entschuldigung...

weil es eben um kein Melodrama zwischen einem Mann und einer Frau geht. Noch nie ging. Das wiederum haben die Sekundärartikel hochgeschrieben, nicht das Autorenpaar des Stern. Und stimmt auch, es geht um Macht, die Definitionsmacht, um die gerade gekämpft wird. Auch darin erweisen sich Frauen nicht als die besseren Menschen. Das steht auch nirgendwo, das behaupten wiederum Männer mit geringem Selbstvertrauen und einem dicken Zeigefinger: die war', die war's.
Einen rhetorisch und analytisch dermaßen schwachen Artikel habe ich ja schon lange nicht mehr gelesen. Jedes Argument (oder das, was Fleischhauer für eines hält) verfängt sich im Widerspruch. In der Forschung spricht man hier vom Hl. Mutter Maria-Komplex. Frauen beanspruchen Macht mittels moralischer Abwertung? Ja na und, nur zu. Und "DSchuurnalisten" wie Fleischhauer (wer nix wird, wird Kolumnist) schreiben das FDP-"Sternchen" runter und fuhlen sich vom Kollektiv generalgedemütigt und verfolgt. Na dann, hinterher, Mädels!

Beitrag melden
acusticusneurinom 31.01.2013, 17:21
101.

Zitat von Bondurant
Bei Beobachtung der laufenden Debatte beschleicht mich der Verdacht, dass Frauen sich zunehmend schon dann belästigt fühlen, wenn sie bemerken, dass Männer in ihrer Umgebung sie als potentielle Sexualpartner betrachten.
Wann waren Sie das letzte Mal in einer Disco? Ich vor einer Woche.

Ihren Verdacht kann ich nicht bestätigen. Solche Äußerungen kommen aber i.d.R. von denjenigen, die sich reihenweise "Körbe" eingefangen haben.

Vielleicht - weil sie etwas zu - plump vorgingen?

Wie Herr Brüderle z.B.?

Beitrag melden
prjctdth 31.01.2013, 17:21
102. Diese ganze Debatte

ist nicht mal den Preis des Stroms Wert, den es braucht um die Schlagzeilen auf dem Handydisplay anzuzeigen... Wir wissen spätestens jetzt alle, wie böse alle Männer sind und was für arme Opfer alle Frauen sind... Leider ist damit niemandem gedient! Könnten wir jetzt also endlich zu wichtigen Themen übergehen?!

Beitrag melden
muellerthomas 31.01.2013, 17:21
103.

Zitat von Bondurant
Clooney oder Pitt Frau Himmelreich vorgeschlagenen hätten, sie möge doch demnächst mal ein Dirndl tragen, hätte der STERN des Herrn Osterkorn einen hübschen Bericht darüber geschrieben, wie beeindruckt die Weltstars von der jungen STERN-Journalistin gewesen seien.
mag sein, dass der Stern das so gedreht hätte. Aber stellen wir uns das doch mal so vor, wie ich es mir bei Brüderle vorstelle. Schmierig grinsend und leicht lallend sagt George Clooney zu einer deutlich jüngeren Frau, dass sie gut ein Dirndl ausfüllen könne. Peinlich hoch drei. Finden Sie nicht?

Beitrag melden
pallmall78 31.01.2013, 17:23
104. Fast schon langweilig hier!

Auch ich finde Fleischhauers Kolumne gut gelungen. Im Gegensatz zu vielen anderen hier tue ich das ja aber auch meistens und muss daher etwas traurig feststellen: Wo so viel Zustimmung ist, da kommt schnell Langeweile auf... Also, lieber Herr Fleischhauer, vielleicht schaffen Sie es ja, Ihre Thesen in Ihrer nächsten Kolumne wieder etwas stärker zuzuspitzen, auf dass mehr Diskurs im Forum entstehe. Gegen die Langeweile:-)!

Beitrag melden
blitzunddonner 31.01.2013, 17:24
105. machtteilhabe? quatsch!

Zitat von sysop
Die Verbindung von Brüderle-Affäre und Frauenquote zeigt, wohin die Sexismus-Debatte eigentlich zielt: auf die Eroberung von Machtpositionen über die moralische Abwertung des Gegners.
die sexismus-diskussion führt an die fundamante unserer gesellschaft. andere gebilligt als minderwertig zu betrachten, ist teil dieser gesellschaft und rechtfertigt das gnadenlose raubrittertum. wenn man schon mal die hälfte der gesellschaft als wertlos betrachtet, dann raubt es sich ohne schlechtes gewissen. zu den frauen gesellen später sich andere bevölkerungsgruppen: normale lohnabhängige, menschen mit migrationshintergrund, arbeitslose, obdachlose, ...

damit ist in dem altherrendenken, dass tief in unsere gesellschaft verwurzelt ist und nicht nur allein in der generation brüderle, eine wichtige funktion inne hat: hierarchie-denken. das hämmert nicht nur bei denen, die davon profitieren und sogar im alter noch geld, ansehen, amt für bunga bunga einsetzen können, sondern auch bei all den männlichen habenichtsen, die zwar nicht über massiv geld oder ansehen verfügen, aber iimer noch herzhaft herrenwitze reißen, die ihre eingebildete männliche überlegenheit belegen sollen.

Beitrag melden
maxuli 31.01.2013, 17:24
106.

Zitat von sysop
Die Verbindung von Brüderle-Affäre und Frauenquote zeigt, wohin die Sexismus-Debatte eigentlich zielt: auf die Eroberung von Machtpositionen über die moralische Abwertung des Gegners.
Mein lieber Jan,
ich habe da viele Fragen zu Ihrem Artikel:
welche Machtposition meinen Sie eigentlich? Wer ist der Gegner, der moralisch abgewertet werden soll?
Meinen Sie, dass Herr B. mehr Macht hat als die Journalistin und das Frau H. diese erobern wollte? Meinen Sie, dass hier jemand den anderen als Gegner angesehen hat? Oder meinen sie ganz allgemein, dass ein Machtkampf zwischen Männern und Frauen herrscht? So’n Quatsch!
Was wohl richtig ist, das Osterkorn der FDP eins auswischen wollte. So seid ihr Journalisten eben. Das ist dann wohl eher ein Machtkampf, denn ich denke, dass Herr Osterkorn sicherlich kein FDP Anhänger ist und hier seine Macht als Journalist ausübt.
Aber mal ganz ehrlich, Herr Fleischhauer, warum sollte hier – rein menschlich gesehen – eine Entschuldigung auch nach einem Jahr nicht angebracht sein. Ihre Argumentation, dass Frau H. sich angeblich nicht beleidigt und verunsichert gefühlt hat, ist recht dürftig und unsensibel. Vielmehr anzunehmen ist doch, dass sie ihre Verletzungen aus professionellen Gründen zunächst ignoriert hat. So seid ihr Journalisten eben.

Beitrag melden
emmerot 31.01.2013, 17:24
107. eine einstmals große, einstmals politische Zeitschrift

Eine Nachwuchsreporterin (der Zufall wollte es eben, dass es eine Frau war und kein Nachwuchsreporter) von einer einstmals großen, einstmals politischen Zeitschrift will durch die Hintertür und ohne Aufwand den ganz großen
journalistischen Coup landen. Das geht schief, und ganz pötzlich ein Jahr später kommt dann der Wunsch nach Weltverbesserung.
Und da soll man der Vierten Gewalt noch über den Weg trauen? Erinnert sich außer mir noch jemand an gefühlte hunderte Titelbilder des "stern", die mit den nackten Frauen drauf???? Quod licet jovi, non licet bovi, äh Brüderle.

Beitrag melden
saarstudentin 31.01.2013, 17:24
108.

"Ist es so schwer vorstellbar, dass auch Frauen gemein, hinterlistig, machtbesessen sein können? Von der viel bewunderten Ursula von der Leyen ist bekannt, wie verletzend sie mit Mitarbeitern umgeht, die ihr nicht passen. Angela Merkel galt bis vor kurzem noch als berechnende Männermörderin, auch wenn das in diesem Fall eher eine Phantasie männlicher Journalisten war."

Sie geißeln die (Falsch?)Bezichtigung vieler Männer durch noch mehr Frauen, aber haben nichts besseres zu tun, als eine Denunziation gegen eine Frau hier wieder zu käuen, von der sie wissen, dass sie nicht stimmt? Fiel ihnen sonst kein Beispiel ein?

Die "hastig" gesammelten Aufschreie sind in Wahrheit sehr beeindruckend.Sowohl von der Masse her, als auch inhaltlich.
Haben Sie auch mal was anderes gelesen als ein paar Tweets? Wenn nicht, haben Sie hier die Auswahl aus vielen, vielen Blogs: Artikelsammlung #Aufschrei|zeitrafferin

Es geht nicht darum, ein Geschlecht abzuwerten. Es geht einzig und allein darum, DIE Menschen anzuprangern, die gegen Frauen sexistisch sind (natürlich sind auch Männer von Sexismus betroffen, aber jetzt sind halt mal die Frauen dran, da sie weitaus öfter belästigt werden!). Wenn Sie sich angesprochen fühlen, wenn eine Frau einen Mann anprangert, der sie sexuell belästigt hat, dann ist das wohl Ihr exklusives Problem!

Beitrag melden
vengeance183 31.01.2013, 17:27
109. Ach, liebe Herren...

Zitat von sysop
Die Verbindung von Brüderle-Affäre und Frauenquote zeigt, wohin die Sexismus-Debatte eigentlich zielt: auf die Eroberung von Machtpositionen über die moralische Abwertung des Gegners.
Wir müssen uns unbedingt den augenzwinkernden Umgang mit den geschlechtsspezifischen Unterschieden erhalten!
Das gilt vor Allem für diejenigen in dieser "Debatte", die alltäglichen Sexismus nicht von sexueller Belästugung oder gar sexueller Gewalt unterscheiden wollen und nun bei jeder Zote gleich #aufschreien.
Und es gilt vor Allem für die Herren, die nun trotzig wie kleine geprügelte Jungs aufstampfen und rufen: "Menno, es gibt aber auch Sexismus gegen Männer! Darf ich jetzt keine Frau mehr ansehen?"

Diese Debatte kann schon mal allein deshalb nicht geführt werden, weil keine Sau weiß, was Sexismus eigentlich ist. Eine Bemerkung wie die Drindl-Bemerkung des Herrn Brüderle stößt der einen Frau sauer auf, eine andere überhört sie, eine Dritte freut sich vielleicht über das Kompliment. So what?

Wenn Herr F. meint, dass es hier "Frauen" darum geht Machtpositionen zu erreichen, dann kann ich nur ungerührt die Schultern zucken. Was haben "Männer" nicht alles getan, um in Machtpositionen zu kommen, wieso sollte man(n) sich dann empören, wenn "Frauen" es nun mit der Moralkeule versuchen?
Wie gerne regen sich alle über die bösen Manager auf, die skrupelos unser Geld verzocken und Leute entlassen... aber, moment mal: Das sind ja praktisch alles Männer! Nanu! Ob Frauen es besser machen würden, kann freilich keiner sagen, denn eine Geselleschaft, in der die Machtelite vorwiegend in der Hand vorn Frauen ist, gab es noch nie!

Solange "gleiches Geld für gleiche Arbeit" weiterhin Wunschdenken ist;
solange junge Frauen im Bewerbeprozess abgelehnt werden mit der Begründung, sie könnten ja schwanger werden;
solange bundes- und weltweit täglich Frauen "an den Herd" geschickt werden;
solange Frauen sich überlegen müssen, zu welcher Zeit sie welche Straße entlang gehen können;
solange es Religionen gibt, die Zwangsheirat und Vergewaltigungen in der Ehe gutheißen - und auch hier durch die "Religionsfreiheit" Schutz genießen;
.. solange braucht mir kein Mann vorwurfsvoll zu sagen: "Ich weiß gar nicht was du hast. Ihr seit doch gleichberechtigt. Die Männer werden aber diskriminiert wo's nur geht!"

Etwas positives kann ich der #aufschrei-Bewegung abgewinnen. Hier trauen sich erstmals Betroffene - wenn auch annonym - tatsächliche sexuelle Übergriffe zu schildern. Nur darf das nicht mit Sexismus in einen Hut geworfen werden.

Na, schauen wir mal... wie viele dieses Jahr an Fastnacht mir unaufgefordert die Hand auf den Hintern legen.... Und DAS ist der eigentliche Knackpunkt: Dass ich mir als Freu im 21. Jahrhundert diese Frage überhaupt stellen muss!
Kapiert, liebe Herren?!

Beitrag melden
Seite 11 von 29
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!