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Sprachkritik: Sozialtourismus ist das Unwort des Jahres

Mitten in die hitzige Debatte über Zuwanderung setzt die Sprachkritik-Jury ein politisches Signal: Sozialtourismus ist das Unwort des Jahres. Unwort des Jahres 2013: - SPIEGEL ONLINE

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gantenbein3 14.01.2014, 10:30
10. @Kiste

Zitat von Kiste
Sozialtourismus ist eine häßliche Sache, aber wir können nichts dagegen tun. Doch: Wir können das Wort ächten!
Aber bitte nur das Wort. Tatsächlich ist das neue Unwort nur eine Steigerung institutionalisierter Scheinheiligkeit: Wir stören uns am Wort, aber haben wollen wir den sog. Sozialtourismus auch nicht. Oder gibt es eine Institution in Deutschland, die frei heraus sagt: Es ist unsere moralische Pflicht, mit den Armen zu teilen?

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runticket 14.01.2014, 10:33
11. Die Global-Player: Sozialtourismus vs. Finanztourismus

Wenn Sozialtourismus ein Unwort ist, wie ist es dann mit dem Finanztourismus, also die "Gesamtheit der Ortswechsel, die die Betreffenden nur vornehmen, um sich in den Genuss bestimmter Finanzleistungen zu bringen"? Sozialtouristen sind schließlich auch nur so etwas wie Global-Player, nur eben aus ärmeren Bevölkerungsschichten. Ich frage ja nur mal so...

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5mark 14.01.2014, 10:33
12. Unwort ZWEITAUSENDUNDDREIZEHN

Zitat von sysop
Mitten in die hitzige Debatte über Zuwanderung setzt die Sprachkritik-Jury ein politisches Signal: Sozialtourismus ist das Unwort des Jahres.
Also ich finde das Unwort 2013 sollte auch ein Wort sein das man im Jahr 2013 benutzt hat. Diese ganze Sozialmissbrauchsdiskussion kommt erst jetzt auf. Die Unwortswahl ist zwar nicht schlecht sollte aber nicht genutzt werden um momentane Meinungsäußerungen kundzutun sondern in den historischen Kontext passen. Wenn in 50 Jahren einer die Liste der Unwörter durchgeht sollte er sich nicht Fragen müssen warum das Unwort des Jahres 2013 geworden ist wenn die hitzige Debatte 2014 zur Europawahl geführt wurde.
Ein bisschen historische Verantwortung wäre da wünschenswert.

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WhereIsMyMoney 14.01.2014, 10:34
13.

Aufschrei war ganz klar das Unwort des Jahres.

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hesekiel2517 14.01.2014, 10:41
14. Sie..

Zitat von Ichsindwir
Wer verkündet "die Wahrheit" sagen zu können, disqualifiziert sich grundsätzlich von jeder kritischen Diskussion. Darüber hinaus ist ihre Aussage erwiesenermaßen falsch und wenn sie sich die Mühe gemacht hätten, außerhalb ihres Stammtisches nach Informationen zu suchen, müssten .....
..bevorzugen die kritische Diskussion?Dann lassen Sie nus doch mal über den "Zeit"Artikel zur Armutszuwanderung in Duisburg diskutieren.Die "Zeit"in die rechte Ecke zu stellen ,würde ich per se als Gegenargument nicht akzeptieren!:
http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&...GQ8RWc-JXjh4hA

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Alamak 14.01.2014, 10:42
15. Ist die CSU damit auch ...

... die Unpartei des Jahres?

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waijo 14.01.2014, 10:42
16. nicht treffend.

das wort ist aus meiner sicht lediglich Symptom einer aktuell geführten Debatte, die ihren Ursprung in einer populistischen Äußerung anlässlich der europawahl hat. Weder spiegelt es ein reales Problem wider, noch beschreibt es nachhaltig den Zeitgeist. viel treffender wäre wohl supergrundrecht gelesen, da es passend die absurde situation der angeblichen freiheitsverteidigung durch beschränkung derselben beschreibt...nun ja, ist eben die jury einem klassischen verfügbarkeitsfehler unterlegen und wählt das aktuellste statt das treffenste unwort.

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Creedo! 14.01.2014, 10:44
17. ?

Zitat von sysop
Mitten in die hitzige Debatte über Zuwanderung setzt die Sprachkritik-Jury ein politisches Signal: Sozialtourismus ist das Unwort des Jahres.
Sozialtourismus klingt auf der einen Seite sehr bürokratisch, auf der anderen Seite hat es einen positiven Beiklang, da man ja mit Tourismus irgendwie Urlaub (Sonne, Strand und Meer) verbindet.
Das passt natürlich irgendwo. Die Osteuropäer kommen nach Mitteleuropa (oder vielelicht auch Westeuropa - in Spanien ist schließlich das Wetter besser), um ihren lebenslangen Urlaub zu beginnen.
Statt von Sozialtouristen könnte man auch metaphorisch von Wanderheuschrecken sprechen oder weil's hübscher klingt von Acrididae.
Wie auch immer man es nennt, es ändert Nichts an der Sache selbst.

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Widerstandsgewächs 14.01.2014, 10:44
18. gute Wahl

Zitat von sysop
Mitten in die hitzige Debatte über Zuwanderung setzt die Sprachkritik-Jury ein politisches Signal: Sozialtourismus ist das Unwort des Jahres.
wobei Armutszuwanderung oder Armutsflüchtlinge auch auf den Prüfstand gehört hätte, denn Armut ist immer ein Grund von A nach B zu gehen, jeder Mensch hätte prüfen können, ob er nicht selber dazu gehört. Armut bezeichnet einen Mangel, so gesehen ist der Steuerflüchtling auch ein Armutsflüchtling, er flüchtet quasi aus der partizipierten Armut. Der Sextourist ist ein Armutsflüchtling, er flüchtet weil arm an Gefühlen dahin wo er glaubt, seinen gefühlten Mangel an körperlicher Zuwendung erfüllt zu bekommen. Wir Deutsche hatten 89 jeder Menge Armutsflüchtlinge, denn erst die Nichterfüllung gefühlter Mängel führte zum Aufstand, die Armut an Konsumwaren und Bananen beispielsweise, wurde aber allesamt als politische Flüchtlinge bezeichnet. Die deutschen Ärzte fliehen vor dem finanziellen Kollaps in die Schweiz oder Großbritannien werden aber betriebswirtschaftlich denkend genannt, die rumänischen vor dem schlechten Einkommen in Rümanien, werden aber Fachkräfte genannt. Je nach Opportunität und Geldbeutel sind Flüchtlinge halt mal dies oder das, aber wie gesagt, der Mangel, die Armut läßt flüchten oder Wandern wie auch immer man es nennt, das Grundproblem bleibt gleicht, egal wie es genannt wird!

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at.engel 14.01.2014, 10:46
19. Und Unternehmen die auslagern...?!

Vielleicht sollte man noch eine Bedeutung hinzufügen: Unternehmen, die ihre Betriebe auslagern...
Zuerst stand da meist Osteuropa auf dem Programm, dann ging's nach China - schon exotischer, aber nach letzten Informationen auch schon wieder out.
Einfach immer mal schauen, wo man die Löhne noch etwas drücken kann; und wenn die Leute etwas aufmucken, sucht man sich ein neues Abgaben-, Unkosten- und Steuerparadies...
Dieses Jahr soll's nach Vietnam und Bangladesh gehen... Standard & Poor's wünscht einen schönen Aufenthalt.

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